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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1934-12-15 · 19 (15.12.1934) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
11 (1934)
Issue
19 (15.12.1934)
Date
1934-12-15
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Breslauer WWs ißcmcinAeblatt AMTLICHES BLATT DER SYNAGOGENGEMEINDE BRESLAU Hauptschriftleiler: Manfred Rosen Breslau - Verlag: Hellmuth und Sch atz kg, Breslau, Reue Graupenst Anzeigenpreis: Die «gespaltene MilNmeter-Zs Erscheinungstermin vierzehntägig — i Flir die unter dem Namen de« Verfasser« erscheinenden 3Irtif -;-i selb, | Druck und Anzeigen-Annahme: Druckerei Erich g Th. Schatzkg Aktien-Gesellschaft, Breslau 2, . atze 7 1 Reue (Sraupenstraße 7 - Telefon 24468 u. 244 69 Ne oder deren Raum li Pfennige — Bei laufenden Aufträgen Rabatt Keis 42 Pfennig vierteljährlich — Postscheck-Konto 620 92 ft und die DereinSnachrichten Übernehmen wir nur die pressegesetzliche DerantwoNung Um die Rfetngemetnöen fjauptoerfammlung des Verbandes der Synagogen-ßemeinden der prooinj HiedevJdjlefien Am Mittwoch, 21. November, hielt der Verbund dcr Synagogen-Gemeinden Niederschlesiens im kleinen Saale der Lessingloge in Breslau seine diesjährige Houplversammlung ab. Eingangs gedachte Rabbiner Dr. D o g e l st e i n, welcher die Versammlung leitete, des im Mai 191J4 verschiedenen verdienstvollen früheren Vorsitzenden des Verbandes, Justizrat Kali sch, sowie der ebenfalls in Laufe des Jahres dahingegangenen Verbandsausschußmitglieder Erich B a y e r-Breslau und I a b l o n f k i-Liegnitz. Ferner teilte Rabbiner Dr. Vogelstein mit, daß Obermasnstratsrat i. R. Dr. Guttmann in den Arbeitsausschuß neu gewählt worden sei und begrüßte den als Vertreter der Reichsvertretung der deutschen Juden zu der Versammlung erschienenen Rechtsanwalt Dr. S c l i g s o h n-Berliü und den/ Vertreter des preußischen Landesverbandes, Diplomingenieur Bruno Woyd a-Berlin, ferner den Vorsitzenden der Breslauer Gemeinde, Stadtrat a. D. L e ß, und den Vertreter des obcrschlesischen Synagogen - Der,andes, Wiener-Oppeln. Zum Schluß warf Gemeinderabbiner Dr. Vogelstein einen Blick auf die Not der jüdischen -.Gemeinden. Die Juden müßten erklärte er, sich c us der Höhe der modernen Kultur halten, vor allem aber auch die Werte des ererbten jüdischen Kulturgutes wieder chätzen lernen. Rechtsanwalt Dr. S e l i g f o h n überbrachte die Grüße des Präsidenten und des Präsidialausschusses der Reichsvertretung der deutschen Juden, Diplomingenieur W o y d a die besten Wünsche des preußischen Landesverbandes, w>bei er die Bedeutung des preußischen Landesverbandes für die Gemeinden hervor hob. Von den ungefähr siebenhundert jüdischen Kleingemeinden in Deutschland würden etwa fünfhundert allein durch die Hilfe dieses Verbandes am Leben erhalten. Regierungsrat i. R. Muhr erstattete darauf dnn Geschäftsbericht. Er wies auf die Notlage der kleinen niederschlesischen jüdischen Gemeinden hin, die sich aus dem Herabsinken der Mitgliederzahl ergebe. Der Verlust betrage gegenüber der Zählung von 1925 etwa ein Viertel bis ein Drittel des Bestandes und mehr, darunter vielfach auch die steuerkräftigsten Mitglieder. Der Berichterstatter zählte die Maßnahmen aus, welche der Verband der Synagogen-Gem rinden Niederschlesiens zum Schutze dieser Kleingemeinden und zur Erhaltung des Judentums in ihnen ergriffen hat. Den Verband bestrebe sich, kein Kind ohne Religionsunterricht zu lassen, indem er die Bildung vost Lehreroerbänden fördere und wo dies nicht möglich sei, in die einzelnen Gemeinden Verbandslehrer entsende; er versuche ferner alle Geineinden, auch die kleinsten, in ihrem Glauben dadurch zu erhalten und zu festigen, daß er in ihnen Gemeindea b e n d e veranstalte, in denen ein Dozent des Breslauer Seminars, ein Rabbiner oder sonst ein geeigneter Redner einen Dortrag halte, an den sich künstlerische Darbietungen Breslauer Künstler anschließen. Der Verband habe ferner durch Entsendung von geeigneten Beamten, Rabbinatskandidaten und Minjanmänner dafür gesorgt, daß an den hohen Feiertagen auch in den kleinen Gemeinden ein würdiger Gottesdienst statlsand. Obermagistratsrat i. R. Dr. Guttmann dankte im Namen des Ausschusses und der Versammlung Gemeinderabbiner Dr. Vogelstein und Regierungsrat i. R. M u h r für die geleistete schwere Arbeit., Miene r-Oppeln schloß sich im Namen des oberschlefifchest Verbandes diesem Danke an. Der Vorsitzende der Beratungsstelle der Synagogen- Gemeinde Breslau Philipp Lachs gab sodann eine anschauliche Schilderung über die umfangreiche Tätigkeit der von ihm geleiteten Organisation. Er warnte dringend vor überstürzter und unsachlicher Berufsumschichtung. Bestehendes müsse man unter allen Umständen zu erhalten versuchen. Im weiteren Verlauf seiner Darlegungen wies der Vortragende auf die Bedeutung des Arbeitsnachweises jüdischer Organisationen in Breslau für sämtliche Gemeinden Schlesiens hin und mahnte, von dieser segeNsreichen-,Einrichtung möglichst weitgehenden Gebrauch zu machen. Der Dortrag wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Regierungsrat i. R. Muhr gab dann den Haushaltsplan bekannt, der rund je 10 000 RM. an Einnahmen und an Ausgaben vorsieht. Ein kleiner Fehlbetrag wird, durch den Ueberschuß des Vorjahres gedeckt. Der Haushaltsplan wurde genehmigt und für die Vorjahrsrechnung Entlastung erteilt. Durch Zuruf wurden Obermagistratsrat i. R. Dr. Guttmann. Rechtsanwalt Stau b-Breslau und Rechtsanwalt S ch e y e r-Liegnih in -en Verbandsausschutz, ersterer auch in den Arbeitsausschuh gewählt. Der verbandvausschuh wählte sodann Dr. Guttmann zum Vorsitzenden des Verbandes.

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