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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1934-11-15 · 17 (15.11.1934) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
11 (1934)
Issue
17 (15.11.1934)
Date
1934-11-15
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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t 2 Dresla uer Jüdisch es Gemeindeblatt Nr. 17 in den Besitz von Dcrufskcnntnisien gelangter, die die Voraussetzung für die Erteilung des .Zcrtifika cs sind. In allen Wanderungsfragen arbeitet die Deratun zsstclle, soweit es sich uin Wanderungen irach Palästina bar dclt, mit dem P a l ä st i n a-A m t in Berlin, soweit cs sic > um Wanderungcn in andere Länder bandelt, mit dem H i l f s v c r - ein der Deutschen I u djc n zusamn en. Dadurch ist gewährleistet, daß auch in allen Wanderungsfällen die Bestimmungen und Richtlinien der staatlichen Auswanderungsstcllen strengste Beachtung! findest. Bei der Amschichtung wie cfuch bei der Lehrlingsausbildung erfolgt die Betreuung in engster Zusammenarbeit mit den einzelnen Berufsorganisation en/ wie dein Zeutralvcrband jüdischer Handwerker Deutschlands und seiner diesigen Ortsgruppe usw. und bei de: Beschaffung von Arbeitsplätzen und Lebrlinc sstcllcn mit dem Arbeitsnachweis jüdischer Organisationen Schlesiers und dem Hechaluz. Die geldliche Hilfeleistung in allen diesen Fällen wird zwar individrkcll, aber dock nach den Richtlinien der Berliner Zentralstellen gewährt, wobei Bor russctzung ist, daß die Pctcirtcn im Rabincn it rer finanzicl en Leistungskraft möglichst zur'Bestreitung d>>r Ankosten t eitragen. Der Antcrskützung des g c v > c r b l i ch c n Mittelst a n d c s gilt die besondere Fürsorge der B:ratungsstclle. Hier ist die Zahl der Petenten mßcrordcntlich groß, was darauf zurückzuführcn Ist, daß ein großer Teil unserer Glaubensgenossen neue Eristem Möglichkeiten suchen!muh und arrf neuen Wegen den Lebensunterhalt für sich und die Familie zu sichern bemüht ist. Auch hier wir ' versuch!, im Nahmen der vorhandenen Mittel Hilfe zu leister und beratend zur Seite zu stehcu. Bestehcndc Existenzen ui erhaltän ist die vornehmste Aufgabe der B> ratungsstellcj Ilm dieses Ziel zu erreichen, ist innerhalb der Beratungsstelle eine besondere H i l f s k ä s s c begründet Hilfesuchenden, deren Würdigkeit und Existcstzfähigkeit bejaht werden kann, durch langfristige Kredite «uf gesicherter Grundlage Mittel für den Fortbestand ihrer Verfügung gestellt werden können. Erfrculic'erweise kann festgestcllt werden, daß cs bisher gelang, in ctr ia 550 Fällen solche geldliche Hilfe zu leisten, und daß die Darlehnsnehmer pflichtbewußt durch Einhaltung der ' verenlpartcn Zahlungsfristen.ernsthaft bemüht bleiben, tioniercn der Hilfskassc zu sichern. Die Bctrcuumz dieser Existenzen ein crso Darlehnsgcwährung hinaus durch eine sogci anntc n a chgutcs Rück- Funkgt über die: gehende Fürsorge, die der Beratungsstelle die Möglichkeitgibt, nachzuprüfen, in welchem Amfang sich die neu investierten Mittel zur Erhaltung und Sicherung der bestehenden Existenz auswirkcn. Diese nachgehende Fürsorge erstreckt sich nicht nur auf die Großgemeindc Breslau, sondern auch auf die angeschlosscncn Provinzgcmeinden. Die wirtschaftliche Amstellung wird unseren Glaubensgenossen durch die Beratungsstelle auch dadurch erleichtert, daß bei vorübergehender Aufgabe eigener Wohnungen oder deren Verkleinerung eine Unterbringung von Möbeln durch die von der Beratungsstelle geschaffene Möbclcinlagcrungsstcltc ermöglicht wird; diese Stelle hat in der kurzen Zeit ihres Bestehens weit über hundert Familien die Sorge für die Airtcrbringung ihres Hab und Gutes abnchmen können. Die besonderen Belange der a k a d c m i s ch e u B e r u f s kj r e i s e innerhalb unserer Gcincinschaft finden ihre Pslcgestätte in den Fachabteilungen für Juristen und Mediziner, in denen versucht wird, auch diesen, schwer um ihre Existenz ringenden Kreisen Rat und soweit möglich, Hilfe zu erteilen. Auch Kleinrentner werden durch eine besondere K l e i n r e n t n c r f ü r s o r g c in allen sic interessierenden einschlägigen Fragen betreut. Die segensreiche Wirksamkeit dieser Stelle muh deshalb besonders unterstrichen , werden, weil sie sich der Betreuung alter und hilfloser Menschen widmet. Es ist versucht worden, in großen Zügen die Vielgestaltigkeit des großen Arbeitsgebietes der Beratungsstelle unserer Systagogcngcmeindc zu zeigen. Es braucht nicht besonders betont zu werden, daß zur Erfüllung dieser großen Aufgaben gewaltige Mittel erforderlich sind, und daß diese Mittel im wesentlichen aus den eigenen Kraftquellen der Breslauer Synagogcngcmeinde und den Provinzgcmcinden aufgebracht werden müssen. Die Opfer, die aber fstr diese Zwecke gebracht werden, sind, wie die bisherige Arbeit der Beratungsstelle ergibt, nicht vergebliche, sondern tragen wirksam dazu bei, das große Werk der beruflichen Neugestaltung des deutschen Judentums auch innerhalb unserer wirtschaftlich schwer ringenden niederschlesischen Heimat nach Maßgabe der gegebenen Möglichkeiten zum Erfolge zu führen. Rünftlevtveie, dnteveffengemeinfdjaft jüdifdjec Rünftlei: „Der junge (feine" von fl, TTtels so >r> nd s ad> XSlcls a UH Berlin — sein bürgerlicher Name ist ist einer der interessantesten ilournaljsten des vorigen Neunzehnjährig kämpft er 1843 gegen Dänemark, ist zösischcn Fremdenlegion, wird dort Sergeant-Major ui Marschälls Pelissier, gebt einige Jahre nachher in die wo er bis zum Hauptmann aufrückt. 1804 kehrt er zurück, wird Zeilungskorrcspondent und ist I8vv der b clstattcr der Mainarmee. Nachher arbeitete er u. a. f „Wiener Tagblan", die -„Gartenlaube" und das „Dah Erinnerungen, Romane und einige Bühncmoerkc schrei Lein dramatisches Erstlingswerk, das Lustspiel „Hcinri h Leiden" erlebt 187! in Wien seine Uraufführung und ist Jahrzehnten ein beliebtes Repertoirestück aller dcutscheir Es ist in diesem Falle ganz gut, die Herkunft des S ückcs zu wissen: natürlich hat A- Meis als gewiegter Journalist cs büt ncnwirkfam gestaltet. Der Zwiespalt in dem jungen Heine wird geschildert, der mit allen -Fasern seines Herzens Dichter ist, aber auf Defeh (und durch die Gnade) seines reichen Onksls Salomon Heine in Ham mrg Kaufmann sein muß. Die Liebe zu Salomon» Tochter spielt hineir. Wertbeständig die ewig wahre Schilderung des Kampfes zwischen berrflichem Zwang und innerer Neigung, sonst aber, ein nicht sehr ansprr chsvolles Stück. Die Spielleitung gab sich alle Mühe, etwas dm aus zu machen. Anerkennenswert die auf dem kleinen Podium von Arthur Schwarz Nart in Cohn — Jahrhunderts, tcr in der fran- Sekretär des spanische Armee, Deutschland -kannte Derichtr die „Times", -im". Skiz^n, bt er daneben. Heines junge den folgenden Dübncn. stilvoll hergerjchtctc Bühne, sehr sorgfältig die Spielleitung Siegfried Drucks, die es elmöglichte, mit den bescheidenen zur Verfügung stehende» Mitteln, eine ausgeglichene Enscmblclcistung zu erzielen. Siegfried Bruck gatn den llntcr-Lotteriekollektcur und Hühncraugenoperateur Hirsch mit feinem Humor: eine prächtige lebensvolle Type. De» Bankier Salomon Hehre gab James E l s n c c glaubhaft. Alfred B a l t h o f f als Harry (Heinrich) Heine war als der unbrauchbare Kaufmann, der Dichter ist, etwas zu farblos. Seine ftufinc Ottilie, die er liebt, spielte Ruth A r d e n liebenswürdig rmd einfach. Lotte Rosenbaum- Schwarz war als Mathilde nicht ganz am rechten Platz; ihre rezitatorische Routine half -über die Schwierigkeiten ihrer Rolle hinweg. Hertha Arno gab die Frau Bankier Heine schlicht und angemessen. Georg F e ( d m a n n (der geckenhafte Makler Liebenthal) trug etwas sehr stark auf. Das Publikuin amüsierte sich und war überaus beifallsfreudig. Daß sich die Einzclleistungen im Ensemble unter der Obhut Siegfried Drucks noch abrundcn rverden, nehmen wir gerne an. — Die Ausführung wird am l 7. November wiederholt. S*. Schw. klaviecabend Ttltdjael Wittels 3m Saal der Geselligen Vereinigung, Hindenburgplatz, veranstaltete der bekannte Pianist Prof. Michaels Wittels am 7. November einen Klavierabend, der beim hiesigen Publikum reges

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