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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1934-11-15 · 17 (15.11.1934) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
11 (1934)
Issue
17 (15.11.1934)
Date
1934-11-15
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Breslauer Breslauer ■ ■ MWismeiiitedlstl AMTLICHES BLATT DER SYNAGOGENGEMEINDE BRESLAU Hauptschriftleiier: Manfred Nosenfe Breslau - Verlag: Hellmuth und Er tzchatzkg, Breslau, Neue Graupenstraß« d. ich 7 Anzeigenpreis: Die 8 gespaltene Millimeter-Zeile oder de ErschelnungStermin vierzehntägig .j. Druck und Anzelgen-Annahme: Druckerei Th. Schatzkg Altien-Gesellschaft, Breslau 5, Neue Sraupenstraße 7 Telefon 24468 u. 24469 en Raum u Pfennige — Bei laufenden Aufträgen Rabatt ...M.iMiiiMiiiiMmiiiii.iiMiMi Preis 45 Pfennig Niertelsährlich Fllr die unter dem Namen des Derfaffers erscheinenden Attitel und die SereinSnachrichten Übernehmen wir nur die pressegesetzliche Verantwortung ii. Jahrgang is. ^oveiiber 1934 Nummer 17 fyffe und flufbau duccf) dieSecatungsftelle dee Synagogengemeinde Seeslau . 3m April 1953 wurde die Beratungsstelle unserer Synagogengemeindc begründet. Ihre Errichtung war seinerzeit erforderlich geworden, weil cs galt,.der Haltlosigkeit, die in vielen Kreisen uiiscrer Gemeinscha t in Fragen ihrer wirtschaftlichen Existenz und Amgliedcrung Platz gegriffen hatte, Einhalt zu gebieten uiid planvoll neue Wege für den wirtschaftlichen Ambau aufzuzeigcii. War damals die Zweckmäßigkeit unserer Gründung noch vielfach angezwcifelt worden, so hat die Entwicklung erwiesen, daß mit dieser Gründung eine Institution geschaffen wurde, ohne die cs kaum möglich gewesen wäre, die giwaltigen Ausgaben zu erfüllen, die die Neugliederung, Amschichtung, Wanderung rmd Existcnzsicherilng innerhalb rniscrer Glaubensgemeinschaft erfordern. Als GlieV^dcr von den« Zentralau schuß der Deutschen Juden für Hilfe u n d A u s b a u geschaffenen Zentralstelle für jüdische Wirtschaftshilfe steht die Beratungsstelle in engster Iusanimcnarbeit mit diesen Berliner Zentralinstitutioncn. Die Beratungsstelle ist in allen Fragen wirtschaftlicher Betreuung nicht nur das Organ der Breslauer Großgemeinde, sondern sie betreut in glc chcm Maße auch die Mitglieder der den« Verband der Synä- ' gogcn-GemeindcnRicderschlesiens angchörcndcnGemci >iden. Entsprechend ihrem Zweck ist die Beratungsstelle nach kaufmännischen Grundsätzen organisiert. 3hre Geschäfte werden von einem Fünserausschuh geleitet, der in regelmäßigen wöchentlichen Sitzungen die große Fülle von Anträgen bearbeitet, die in den werktäglichen Beratungsstunden aus unserer Gcincinde lmd allen teilen Ricderschlesiens eingehen. Der Amfang der Arbeit, >ie in der Beratungsstelle geleistet wird, ist dadurch gekennzeichnet, daß während ihres 1 jährigen Bestehens etwa 11500 Einzelvorbringen zur Bearbeitung gelangten. Die Mannigfaltigkeit und Fülle der Wünsche und die dadurch bedingte starke 3nanspruchnahme der Stelle, die sich allen Kreisen der jüdischen Gemeinschaft mit Rat und ^Tat zur Verfügung stellt, hat es erforderlich gemacht daß die Arbeit planvoll in E i n z e 1 a b t e i l u n g e n gegliedert werden mußte. Für diese Einzelabteilungcii haben sich opferfreudig sachverständige Berater aus allen Berufsgruppen in den Dienst dieses produktiven Hilfswerts gestellt, die den Rat- und Hilfesuchenden ihre wirksame Anterstühung angedeihen lassen. Innerhalb der Arbeitsgliedcrung steht im Vordergrund die Abteilung, die sich mit der Amstellung und dem R e ua u f b a u wirtschaftlicher Existenzen befaßt. Hier gilt es besonders zu vcrhüteil, daß bestehende ExistcnzÄi ziel- und planlos aufgegebcn werden, und ebenso, daß ohne Sachkenntnis des Einzeliien berufliche ' Amstellungen vorgenommcn werden. Diese Erfördernis bringt es mit sich, daß bei den Ratsuchenden zunächst siiinvolles Verständnis für die wirtschaftlichen Zweckmäßigkeiten einer Amftellung! geweckt wird. Anterstützung für eine solche Anistellung kann iiur danii gewährt werden, wenn zu erwarten ist, daß dadllrch die wirtschaftliche Existenz des Ratsuchenden erhalten wird. Wenn soinit einem erheblichen Teil der einlauseiidcn Airträge iricht in der gewünschten Weise stattgegeben wcrdeii kann, so dürfen die Äirtragsteller die Aeberzcugung haben, daß das Für und Wider sachlich geprüft mrd die Zurückstellung oder Ablchiiung dieses Antrages aus zwingenden Gründcn erfolgt ist. Trotz dieser scharfen Sichtung des Materials war cs doch liiöglich, im Rahmen der zur Verfügung stehenden begrenzten Mittel in etwa 2300 Fällen wirksame Hilfe zu leisten und deii Wünschen der Antragsteller zu entsprechen. — Die Mannigfaltigkeit der Aufgaben, die die Beratungsstelle erfüllen soll, wird erkennbar,, wenn darauf hingewiescn wird, daß sie sich außer der Erhaltung von Existcnzeii, ihrer Amgliederung und Neuschaffung, Probleincn dcp Wanderung und Berufsumschichtung widmet uiid durch Abhaltung von.Kurscn in den verschiedcncii Fächern de^ Handwerks, sprachliche Ausbildung usw.,- Hilfesuchende zu fördern sich bemüht und daß ferner eine systematische Lehrlingsausbilduiig, Eingliederung der Frauen in hauswirtschaftliche Berufe wie überhaupt alles ziclbcwußt verfolgt wird, was geeignet ist, die Eingliederung unserer Glaubcnsgeiiossen in die veränderte Struktur des deutschen Wirtschaftslebens zu ermöglichen. In Wanderungsfragcn hat die Beratungsstelle sowohl für die palästinensischen Wandcrungsfälle wie auch bei Abwanderung nach andern Ländern den Wandern-" den durch Eilkurse die Vorbedingung und die Grundlage für die Erlangung einer Existenz im neuen Wirtschafts-l kreise ermöglicht. Dadurch insbesondere war cs zu erreichen^ daß die dem Palästina-Amt zur Verfügung stehenden Zertifikate ausgenuht werden konnten, mrd die Bewerber

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