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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1934-08-31 · 12 (31.8.1934) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
11 (1934)
Issue
12 (31.8.1934)
Date
1934-08-31
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Breslauer 8 üdifches Gemeindeblatit Nr. 12 Besucht das jüdische Museum Wir all« sacken den Anschluß an bemühen uns, unser jüdische» Wisse« zu o Darum vergeht nicht, daß wir in Dress flätt« von einzigartiger Bedeutung haben: Unsere Vergangenheit und srtiefen und zu bereichern, au eine jüdisch« Bildungs- Oas jüdische Museum, Gräbscheyer Straße öl-65 von 7<x^ Fahren jüdischer «vrücke von der religiösen Ein« kzirz« Stunde in ihm wird Euch tSesckickt« in Scklesien erzählen und'Euck El im gegenwärtigen Le- 13 Uhr ge- « l i » Perl«, Strie- Kraft unserer Vorfahren vermitteln, di« FH» benskampf brauckt. I Sa» Museum ist Sonnabend und Sonnt ig von ll öffnet. Der Museumsverein, Sekretariat F gau«rstrah« 2, Telephon SS» 04, ist bereit, mich zu anderen Zeiten Zugang zu gewähren, wenn rechtzeitig« Anmeldung erfolgt. Auck «in sackkundiger Führer wird zur verfügunz sein. , ISdiscke» Musel lm E. v. zu Breslau. '!; Vrcslaucr Synagogen Ä«s -er ,Heschichte -er Ju-e« »« Breslau^ von Dr. Reppner und B. B.r Illing! ,! Die Lissaer Sckul ist wohl die altes» Breslauer Meß-Synagoge. Dies ist dadurck zu erklären, daß die Handelsbeziehungen der Lissaer Juden zu Breslau bereits aus sehr frühen Zeiten datieren und die Zahl der aus Lissa nach Breslau handelnden Juden Iverhältnismähig iinnrer sehr groß war, zählte doch meistens die Lissaer Gemeinde mehr Messebesucher als die Posener. Sic hatte auch schon feit, früher Zeit einen eigenen Sckammes (Vertreter) in Breslau, in besten Wohnräumen sich, wohl die Synagoge befand. Wir kennen hier sogpr das genaue Gründungsiahr: 1635, und das Synagogcnbuch (Kunches) wurde 1692 angelegt?) Die „Schill" befand sich ursprünglich im Getäudekompler des Mälzhofs, in dem auch die bereits erwähnte Glvgauer Sckul ihr Lokal hatte. Nach ihrct Zerstörung durch die Pulocrturmerpiosion 1749 wurde sie ins goldene Hirsche!, Karlstraße, verlegt, wo auch die Lembergcr Schul war. >3m 19. Iahshundert wmiderte diese Schul. >817 befand sie sich wieder im Mälzhof an der Siebcnradebrückc (Karlsplatz 3), später im Pokoyhof, dann im blasten Rad (Reuschcstraßc) und zületzt in der Äntonicnjtraßc 3Ö-). r5ii preußischer Zeit gehörte die Lassaer Schul laut Toleranzschein vom 27. April 1751 zu den „tolerierten" Iudcnsckulen und mußte an die Kriegs- und Domänenkammer einen jährlichen Kanon (1793: 30 Rtl.) entrichten, wofür sie das Recht hattb, Sckulbcdiente zu halten. Ebenso wie die Ässaer Meh-Synagog^ in LH ipzig unterstand auch die Breslauer der Verwaltmrg dizrch die Lissaer Gemeinde die ihre Befugnisse zuerst wahrscheinnch dkm Schammes übertragen battet der. damals wohl allein das Vorsteheramt dieser Synagoge auÄibte. Mit denk Anwachsen der Lissaer Kolonie in Breslau und der Stabilisierung der Niederlassungsverhältnisse wuchs die Synagoge so, daß auch die Vergrößerung der Verwaltungskörperschaften nötig wurde, und dies geschah durch Nachahmung der Lissaer Heimatverhältnisse. Genau ivie in Lissa bestand jetzt auch der D o r st a rt d der Lissaer Synagoge in Breslau aus 3 Gcmeindeältesten und 4 Vorstehern. 1746 lvar der tolerierte Goldscheider Sa l o m o t> Löbel Vorsteher dieser Schul, während zu gleicher Zeit Salomo ft» Jacob, ein tolerierter Faktor der Fürsten Lubomirski und R st d z i u> i (I, dar Kantorat bekleidete. Zwischen ihm und dem Vorstand entspann sich ein heftiger Streit, in dem sowohl die Lissaer Gemeind« durch Bannsprüche als auck die preußischen Behörden durch Verordnung»» eingriffen. Wohl wegen dieser Streitigkeiten wurde die Vorstandswapl von Lissa aus durch Gemeindebcschluß geregelt. Die Aeltesten der Lissaer Synagoge in Breslau wurden in Lissa durch di« dortigen Kscherim (chemeindevertreter) gewählt, die auch das Statut für di« Lissaer Gemeinde ift Breslau, das vom l.Tamus 5536/1776 datiert ist, ausarbeiteten. Selbstperständlich hatte diese sehr stark frequentierte und. auch mit reichlichem Zubehör versehen« Schul sckon seit früherer Zeit besondere Beamte, wie Vorbeter, Thoravorleser und Synagogendiener, von denen folgende gekannt sind: Salomo» y Jacob (1746), Michael Selig (1761-—1779), Michel Isaak Kuschke (1779), Jeremias Isak (1799), Jacob Mosez Urb <?ch (1804) sgest. 22. I. 1851 im Alter von 68 Jahren und beerdigt Friedhof Claassenstrahe Nr. 885), Wosech Salomo n Ehäffak (1807), Gabriel Salomon Block! (1808) und Abraham Vale n t i n (1803). Der letzte Prediger an dieses Synagoge war Dr. P i n k ii s-Neustadt (gest. 17. Adar 1902 in Breslau). Die V o r st e h e r dieser Gemeinschaft waren selbstverständlick meist Lissaer. 1761: Kallmann Wolff, Noa Samuel und M i ch a c l I s a k, 1738: BendipIak. Sial o mon.Mich. Lippm a n n und I a k. L ö b e l, 1799: GerstelGuttmann,Iehuda SalkifidLandsberg und I. I o n a s, und 1807: C hajiaSu.ßmann, A s ch « r B rü ck, F i s ch e l G u t t m a n n und I. Landsbe'rg. Die Synagoge, die 1817 40 Männer^ünd 38 Frauenplätze zählte, unterstellte sich 1856 der Kultuskommission I. Ihre Vorsteher waren damals JoffefLazarus, EduardIonchimsohn und Julius. S ach's. Die Synagoge hatte damals 53 Mitglieder, darunter die Aerzte Dr. Moritz Friedländer und Dr. G> Joseph, den stud. med. Robert F-r ä n k« l» 'den Buchhändler Robert May. und den Tischlermeister H i r s ch C o h n. Im Jahre 1874 zählte die Lissaer Synagoge noch 47 Mitglieder^ Sie glaubte roohsl, sich nicht länger halten zu können, und beschloß daher, unter den Vorstehern Josef Lazarus, 8ul. Sachs, Beruh. Cohn und H. Meyer, ihre Versst goge zum Tempel", die jmt 1. Februar 1871 melzung mit der „Syna- 1 erfolgte. > Die Litauische Sckul ist, abgesehen Ivon der neuen Glogauer Snnagoge, die jüngste der landsmannschaftlicten Synagogen. Sie ist aber die einzige, die sich uniunterbrochen seit ihr, r Gründung in demselben Grundstück befindet, wenn sich auch der Name i nd di« Besitzer geändert haben. I Ursprünglich besuchtest die litauischen Iu >en, die sich während der österreichischen Zeit nur ist.verhälMismüßig geringer Zahl in Breslau einfandcn, neben anderen! Sckulen vorzugswe se die K r o t o s ch i n e r Schul, deren Vorsteher der Krotoschiner Schummes in Personalunion zugleich das Amt des litauischen Schammes bekl üdcte. Wie bereits früher bei der Krotoschiner Schul erwähnt, reichten n>ch 1?44 die Krotoschiner, rvolhynischen und litauischen Juden gemeinsam den Antrag auf Weiterbestehcn ihrer Synagoge bei der preußischen Regierung ein. Mit der Zunahme des Handels mit Litauen, die anscheinend um diese Zeit vor sich ging, vergrößerte sich die Zahl der sich in Bres au aufhaltenden und nach Breslau handelnden litauischen Juden, die, vohl im Bewußtsein des Wertes der von. ihnen gepflegten wirtschaf lichen Beziehungen mit Breslau den Anspruch erhoben darauf, eine eigene Meß-Synagoge in Breslau zu besitzen. So'reichten die Juden aus dem Großherzogtum Litauen am 2. April 1763 einen von 10 Iud n, darunter Abraham den Moses Lipschütz und Samson den, Mordechai aus ,S k l o w , unterschriebenen Antrag auf Crrick tung einer eigenen Schul bei d«r Regierung ein. Obwohl der Landrab biner Fränke l und die Vorsteher Abraham Kuh und Lippmann Freund (trotz eigener. Bedenken)! sowie die Iudenkommissi >n für die Genehmigung dieses Gesuches waren, wurde es am 15. Iili 1763 abgelehnt, da di«. Regierung eine eventucllej/Derniehrung der Breslauer Juden durch die sich als nötig eru^iiende Zulassung von Schulbedienten vermeiden wollte. Aber die litauischen Juden liehen nicht nach uni - reichten am 26. Dez. 1771 einen weiteren Antrag, den der Rabbiner vo i Tickotschin (Tiktin), Ephraim Fis tyc l, an erster Stelle unte schrieb, um Genehmigung einer eigenen Symrgoge mit Kantor und Sc,ulbedienten ein. Da sich die Iudenkommissipn au» handelspolitischen Gründen — zwecks Förförderung des Außenhandels mit Litauen — u id ebenso der G r a f v o n Ho ym, der schlesische Minister, dafür am sprachen, wurde die Genehmigung von der Kammer am 1. Juni 1772 erteilt und zwar unter der Bedingung, daß die litauischen Juden 30 Ti aler jährlich Kanon unter Bürgschaft der litauischen Schammes zahlte:. (Diese Summe wurde später auf 15 Thaler herabgesetzt.) In dem Hause des litauischen Obcrschairnnes Marcus Israel S k l o w er , Goldene Radegasse Nr. 2, wurde nun die „für die Litthauer, Neureicher und Podlachischen Juden . . . un er dem Nahmen einer litthauischen concedierte" Iudcnschule, die (18 7) 30 Männersitze zählte, eingerichtet. 1776 wurde durch einen Protest nie beabsichtigte Schließung dieser Synagoge vereitelt, die zu den toleriert«» und später zu den öffentlichen Schulen gehörte. In diesem Jahr lie \ auch Marcus Isaak Sk lower das noch heute vorhandene Gebetbuch auf Pergament für diese litauisch«. Synagoge schreiben^ der Kuntres wurde 1785 angelegt. Der erste SchuldieNer dieser Schul wa Litauen, der erste Schulbediente Löbel I s bis 1802 werden unter den Mitgliedern de Samson Sklower, Dawid'und E F e i st P h i l i p s o n , Benjamin Abraham Ha der, Löbel Lipmc Isaak Ben ja ni in «> a ch s genannt. <5>ie Synagoge hieß damals *) Eine Abschrift dieses Kuntres aus dem fessor M. B r a n st vor; wo diese sich jetzt be zustellen. *) lieber die Geschichte dieser Synagog, Zeitung für Ostdeutschland 1929 Rr. 46 u. 5> der Juden in Lisßa S. 31 ff. sowie S. 90/ 0 Aus Vergangenheit und Gegenwart d. Jüdin Landen, S. 598.- - Jahre 1806 lag noch Proindet, war nicht mehr fests. B. Drilling in der jüd. ferner L. Lewln, Gesch. ustd Heppner-Herzberg, ..... I. d. Pvsener M a r c u,s Moses au aak aus Klcffchow. 1801 : Sklower Schul L ö b els manuel F r a n c k e I, Alexander, Isaak nn Haehndel und

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