Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 11 (1934)
- Issue
- 12 (31.8.1934)
- Date
- 1934-08-31
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 12 7 Breslauer Jüdisches Gemeindeblatt noch „bic Litauer odex Sklower Schule". Später verlor sich der Name der litauischen Schule ganz und übrig blieb nur noch die Bezeichnung als „Sklower Schul", unter welchem Namen sie! heute noch besteht'). Als Sklower Schul spielt sie eine gewisse Nolle unter den orthodoxen Kreisen der Breslauer Sudcnheit, deren ausgeprägteste Vertreter zu ihren Mitgliedern gehören. — Vorsteher dieser Schul ist seit einer Reihe von Jahren WillyFalk, der dieses Amt!nach dem Tode seines Vaters übernoimnen hat. Die Mährische Schul ist uns als besondere Schul nicht mehr bekannt. Es ist aber wohl anzunehmen» bah die mährischen Juden, die in Breslau in der österreichischen Zeit stark vertreten warcn„ auch eine ckgenc Schul inBreslau befahen,da sic ja dort auch einen eigenen Schammes hatten. Später, bestimmt zur preußischen Jett, vereinigten sie sich mit der Synagoge der Zülzer Juden und auch nur in der Verbindung „Z ü l t z c r und M ä h r i s ch e S ch u l e" erscheint sie in den Akten (noch 1802). > Die Wolhynischc (Wolliner) Schul, die die Forschung der bereits erwähnten Krotojchincr Schul wors ist auch bereits bei dieser behandelt worden (s. Nr. 5 dieses Blattes)^ * i Die 3 fi I fi c r Schul gehört auch mit zu den ältesten Breslauer 3udenfchulcn. Sie muh schon vor dem Jahre 1731 existiert haben, denn in diesem 7!ahr wurde ihr der Kuntres, der sich jetzt,im Besitz der Berliner jiib.' Gemcindebibliothek befindet, von der frommen Brüderschaft „Ncr tomid" geschenkt. Als weitere Erinnerung existiert nock, eine Pergament- Handschrift, das Gebetbuch der Zülzcr Schul, jetzt lim Besitz der Sklower Schul, das im Jahre 1763 geschrieben wurde, als Aron Druck Synagogenschahmeister war. Wann sie sich mit der oben erwähnten mährische» Schul verschmolzen hat, ist unbekannt. Die Synagoge befand sich ursprünglich im Pokoyhof, zog später in den Mälzhof über (Graupengasse 708) und zählte (1817) 44 Männcr- und 36 Frauensitze. 1832 befand sich die Synagoge im sogenannten „Wassermann" (Karlsplah 3). 1880 wurde ein zweiter Kuntres dieser Schul unter den Vorstehern B. W a l d st e i n4), S. Ziffer und Rendant N. Cohn angelegt, das durch Herrn S ch ü f t a n - Breslau an das Archiv gelangte. Die letzten Beamten dieser Synagoge waren Salomo n Licht Und Todtmann, die letzten Vorsteher B. W o l l st e i n und N. C o h ». Sie lösten die Synagoge, die seit 1840 mit Unterbilanz arbeitete, im Februar 1843 auf, nachdem der darauf bezügliche Auflösungsantrag '■ von der Mehrheit der zuletzt 33 Mitglieder zählenden Vereinigung am 27. November 1842 angenommen worden war. Alle hier genannten landsmannschaftlichen Schulen von der Glogauer bis zur Zülzer verkörpern ein längst untergegangcncs Stück Breslauer jüdischer Geschichte. Selbst diejenigen, die sich noch dis heute erhalten haben, haben trotz Beibehaltung ihres alten Namens ihr Wesen verändert. Ader ihre Aufgabe, Sammelpunkte des Judentums und Träger des lebendigen Wissens vom Judentum zu sein, ist uns heute auch gestellt. '). Ueber die Gesch.. der Sklower bezw. Litauer Schul, die hier hauptsächlich nach den Akten des Breslauer Staatsarchivs behandelt ist, vergleiche auch L. Lewin, Ein Gedenktag aus Alt-Breslau im Brest, jüd. Gcmeindcblatt 1427,7, S, 102—104' - 4) vid: Heppner „Iüd. Persönlichkeiten in u. aus Breslau", S. 48 u. 47. Bekanntmachungen der SMagogen-Gemeinöe Bekanntmachung 1 Der Eintritt in di« Synagogen und Zweiggottesdienste ist an d«n hoben Feiertagen nurgegenvorzeigung derPlahkart« gestattet. Breslau, den 27. August 1934. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde» I Trauungen 12. 8. 15 Uhr. Wochentags-Synagoge der Reuen Synagoge: Frl. ricrtha Löwy, Grädschcucrstr. 51 mit Herrn Kurt Biram, Viktoriastr. 33. Konfirmationen Barmizwah: Alt« Synagoge! I. 4. Martin Cohn/ Sohn des r'xrrn 7tdolf Cohti und der Frau Betty ged. Oelsner, Reuschcstrahc 88. * 8. 10. Heinz Grabowski, Sohn des Herr» Loujs Grabowski und der Frau Paula ged. Grabowski, Weitendstrahc 112. 20. 10. Gideon Prinz, Sohn des Herr» Arch. Theodor Prinz und der Frau Lucie, ged. Böhm, Wallstratz« 14./ — Barmizwah: Synagoge (Krankenhaus Hohenzollcrnstrahc 48) 15. 4. Fritz Freier, Sohn des Herrn Lehrer Daruch Freier und der Frau Paula ged. Hirschbcrg, Walljtrahc 7, 111. Barmizwah: Neue Synagoge l l. 4. Hans Lewin» Sohn des Herrn Georg Lew!» und der Frau Luzie ged. Zickel, Nikolaistadtgraben 17l. 4. Horst Grams«, Sohn des Herrn <1g»ah ^Gramse und der Frau Trude ged. Mode, Goethestrahe 17. j 8. 4. Hans Fischer, Sohn des Herrn Fritz Fischer und der Frau Grete ged. Ncumark, Viktoriastrapc 41. ' 8. 4. Günther Stern, Sohn des verstorbenen Herrn Emil Stern und der Frau Ella ged. Just, jetzt verehelichte Frau Franz Orgler, Augustastratze 44. > 22. 4. Kurt Grah, Sohn des Herrn Oskar Gratz und der Frau Lotte ged. Rosenbaum, Goethestratze 82. 22. 4. Franz Schaal, Sohn des Herrn Kurt Schaal und der Frau Erna geb. Berger, Kaiser-Wilhelm-Strahe 76. 22. 4. Manfred Scheige, Sohn des Herrn Georg Schcige und der Frau Fanny geb. Katz, Lothringer Strahe 8/(0. 24. 4. Günter Peter Willon, Sohn der Frau Erna Willon geb. Schindler, Schlotzstratze 5, bei Schindler, 8. 10. Dieter, Caro, Sohn de» Herrn Julius Caro und der Frau Hertha geb. Wisniewski, Höfchenstrahe 44. 8. 10. Heinz Fabisch, Sohn des Herrn Adolf Fadjsch und der Frau Wally geb. Fichtner, Schweidniher Stadtgraben 8. 8. 10. Hans Zacobowitz, Sohn des Herrn Heinrich Sacobowih und der Frau Henny geb. Noher, Oranienstrahe^ 7. 8. 10. Arthur Keller, Sohn de« Herrn Emil Keller und der Frau Johanna geb. Metzler» Adatbertftrahe 52. 8. 10. Paul Prostauer, Sohn des Herrn De. <?urt Proskauer und der Frau Erna geb. Cohn, Viktoriastratze 104a. I 13. 10. Peter Fischer, Sohn des Herrn Alfred Fischer und der Frau Klte geb. Rosain, Hohcnzollernstratze 81. j 1 27. 10. Günter Ratkoivski, Sohn des Herrn Leopold Ratkowski und dcrs Frau Hertha geb. Kuschmann, Clauscwihstraße 38. 27. 10. Werner Rosenberg, Sohn des Herrn Dr. Heinz Rosenberg und der Frau Hedwig geb.. Lindncr, Taucnhicnstratze 81. Goldene Hochzeit feiert am 2. September das Ehepaar Simon Grünpctcr und Frau Martha ged. Sildcrfcld, Freiburgerstrahe 44. Geburtstage 75. Geburtstag feicrtam 25. September 1434, Frau Ernestine Lohn geb. Zacodowih, Nitolaistratze 22.' feiert am 28. September 1434 Frau Anna Kirstcin, Viktoriastr. 33. veerdigungen' Friedhof Lohestratz« 14. 8.: Rosa Plotke, geb. Bcnatt, Kirschallec 35. 20. 8. Hedwig Krotoszyncr, ledig, Leudus. Friedhof Evsel 15. 8. Johanna Barin geb. Scheps, Tauentzienptotz I I. 15. 8. Bernhard Wiloirski, Schietzwerderstrahc 38. 15. 8. 3nge Bi alias, Fürstenstrahe 8. 14. 8. Adolf Senger, Goethestrahe 40. 22.-8. Salo Roscnthal, Eicbbornjtrahc 4/8. - 22. 8. Salomon Sicdner, Höfchenstrahe 77. 22. 8. Alfred Fuchs, Goethestrahe 11. 27. 8. Rosa Friedländer geb. Freund, Gartenstrahc 3. 27. 8. Bernhard Frünkel, Augustastrahe 47. Bei Todesfällen zu beachten! Wir empfehlen unseren Gemeindemitgliedern dringend, von ollen Sterbefällen zunächst und sofort H crr »Beerdig ungsinspettor Neu mann, Goethestr. 8, T e l-e p h o n 384 58, in Kenntnis zu sehen, der über alles Erforderliche Auskunft geben und unsere Mitglieder auch rvcgen ihrer An sprüche gegen Be st attungsvereine, Sterbekassen usw. beraten wird. Unser« Beerdigungsgebühren werden in voller Höh« erhoben, auch wenn di« Ueberführung der Leiche oder die Lieferung de» Sarge» dur ch Bestattungsoerein« oder Prioatinstitut« erfolgt ist. Rustritte aus dem Judentum in der Zeit vom 24. Juni bi» 27. Juli 1934: Ledige Wirtschafterin Klara Fogel, Freiburgerstrahe 17. j Student Günter Holzmann, Hohenzollernstrahe 83. 1 Derehel. Autoschlosser Cäcilic Iawitz geb. Ritter, Katscr-Wilhclmstrahe 4. 1 Haustochter Anita Blum, E räbschcnerstrahe 88. Bürovorsteher Willi Krebs vnd Frau Edith geb. Pinkils, Opihstrahe 78. Kaufmann Paul Barth, Flurstrahe 20. Übertritte bezw. Rücktritte a das Judentum in der Zeit vom 24. Juli bi» 27. ArzgAt 1934: 1 Frau. /