Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 11 (1934)
- Issue
- 11 (15.8.1934)
- Date
- 1934-08-15
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 11 Breslauer Jüdisches Gemeindeblatt 3 Karten-Äusgabe für -ie £ytta0O0ttt' un- Tweiggotteü-ienste i-Z4 — Im Gemeindehaus Vallstraße Limmer 5» vorm. 1) Ahr Umtausch -ep vorjährigen Karten: Konzertdaus (Nb. Zweiggottesblenft) Sreunvefaal, an Stelle den Hermannloge (Nb. ÄweiggoNesvlenft) Kammermuflkfaal (kons. Lweiggottesbienst) vom 15. bis einfchliehlich 17. August 1954. Vermietung -er freigeworüenen Plätze: Alte und Reue Synagoge vom 20. bis einschließlich 24. August 1954. Konzerldaus, Freunbefaal, Kammermufttfaal, Gaal Hlndenburgplatz 9 vom 27. bis einschließlich 51. August 1954. An Stelle des konservativen Zroeiggottesdienstes in der Lessingloge findet dieses Jahr ein konservativer Gottesdienst in einfachem Rahmen im Saal, Hindenburgplatz 9, statt. Der bisher in der Hermannloge abgehaltene liberale Zweiggottesdienst ist nach dem Freundesaal verlegt worden. * Es wird besonders; auf folgendes hingewiesen: In den Synagogen werden künftig die Plätze nur noch für das ganze Jahr vrrmietet. Die Ausgabe von 1 Karten zur Benutzung des Platzes an den drei Feiertagen, wie dies in früheren Jahren erfolgt ist, ist nicht mehr statthaft. Eine Gewähr für die Zuweisung der vorjährigen Stellen und für die Ueberlassung eines neuen Platzes kann nur dann übernpmmen werden, wenn die vorgeschriebenen Umtausch- und Tleuvennietungslermine pünktlich st innegehalten werden. Die Inhaber von Stellen aus den Vorjahren werden besonders darauf aufmerksam gemacht, dah nach Ablauf der Frist für den Umtausch der Karten über sämtlich« Plätze frei verfügt wird. Es hat dann keiner mehr Anspruch darauf, seinen alten Platz wiederzuerhalten. 2n der Zeit vom 2. bis 7. September 1934 findet fein Kartenverkauf mehr statt. Wir haben die Preise der meisten Synagogenpläge abermals erheblich gesenkt, jedoch werden zugunsten Einzelner weitere Preisermäßigungen in keinem Falle mehr stattfinden. Don derartigen Anträgen bitten wir abzusehen, weil sie keine Berücksichtigung finden können. Freikarten können nur im Falle der Mittellosigteit, die nachzuweisey ist, abgegeben werden. Diesbezügliche Anträge sind n u r s ch r i f t I i ch b i s 18. 8. zu stellen; Vordrucke find in unserem Büro (Kartenausgabe) zu haben. Anträge, die nach diesem Termin eingehen, können keine Berücksichtigung finden. Die diesjährigen Äugetibgotlesblenfte finden statt: Großer Lefflnytogenfaal (lib. Gottesdienst). Kleiner Konzerthaussaal (kons. Gottesdienst.) Einlaßkarten für die Jugendgottesdienst« werden nicht ausgegeben. Der Besuch dieser Gottesdienste ist jedem Jugendlichen gestattet. Der Vorstand der S^nagogen-Gemeinde. günstig sind und dah das Betätigungsfeld sehr eng gezogen ist. Dem Arbeitsnachweis liegen so gut wie gar kerne -landwirtschaft- ' liehen Vakanzen vor. Anders steht cs, wenn der Arbeitsuchende ins Ausland gehen will, iratürlich nur insofern er auch wirklich desühigt ist, in der Landwirtschaft zu arbeiten. Aber die A u s - bildung vcin landwirtschaftlichen Arbeitskräften zwecks Ausivandcrung gehr natürlich über die Grenzen hinaus, die dem Br esv lauer Arbeitsnachweis gezogen sind. Hier sehen die Aufgaben eiri, die sich der Hcchaluz gestellt hat, besten Tätigkeit vom Arbeitsnachweis als außerordentlich dankenswert und fruchtbar begrüht wird. Bester al4 aus dem eben genannten Gebiet sicht es beim Handwerk aus. Dieser Wirtschaftszweig kann tatsächlich noch eine Reihe jüdischer Arbeitskräfte aufnehmcn und die Neigung, handwerkliche Berufe zu ergreifen, ist ja gegenwärtig bei den deutschen Juden außerordentlich groß. Jüngere Kräfte, die noch keine Lehrstelle oder andere Erwerbsmöglichkeiten gesunden haben, können dem Arbeitsnachweis zur Einweisung in solche Berufe gemeldet ,verden. Nicht nun Lehrlinge finden Ausnahme, sondern auch bereits Ausgebildete, freilich nicht ohne Schwierigkeiten. Auch Lohn- und Gelegenheitsarbeiter köimen hier ab und zu Unterkunft finden. Jedoch darf cs nicht zu einem hemmungslosen Run aus das Handivcrk kommen. Gegenwärtig besteht infolge der bisherigen jüdischen Berufsscksichtmra ein sehr Protzes Angebot an Arbeitskräften hier allerdings noch nicht; der zür Verfügung stehende Detütigungsraum ist jedoch^nicht allzu umfangreich, so daß der Sättigungspunkt früher oder später, .vermutlich!in nicht allzu ferner Zukunft, erreicht werdew-wird. Eine Ucbcrsättigung aber könnte für alle Beteiligten nur ton Ucbel sein, zumal noch nicht abzuschen ist, welche Cntwicklungsmöglichkeitcn das jüdische Handwerk im ständischen Aufbau den deutschen Wirtschaft behalten wird. Schmal sind die Möglichkeilen in der Industrie. Spezialisten, im Handwerk weniger gesucht, dürften hier gelegentlich'sich anbringen ^können. Medizinischer Hilfsdienst ist ein Feld für mehrere Frauenberufe; Sprechstundenhilfen, Pflegepersonal, Laborantinnen. Dem" Arbeitsnachweis stehen geeignete Kräfte aus diesen Arbeitsgebiete» zur Verfügung, u.. a. auch solche, die bisher selbständig waren und über große Erfahrung verfügen. Cr appelliert dringend an die' jüdischen Aerzte sowie Heil- und Pflegeanstalten und chemische, physikalische oder ähnliche Institute, freie Stellen bei ihm zu melden und das Personal durch seine Vermittelung einzustellcn. Weiter kommen alsSondcrgcbict für Frauen alle Haushaltsberu.se in Betracht, wie Kinderfräulein, Stützen, Gesellschafterinnen,' Hausmädchen und Hausgehilfinnen und handwerkliche Hausberüse (Hausschncidcrinnen u. a.), Kräfte kann der Ar- - bcitsnachweis für alle Zweige dieses Verussfeldes ausreichend an-, bieten, allerdings mit einer bemerkenswerten und bedauerlichen Ausnahme: Haüsgehilnn zu werden, haben verhältnismäßig wenige jüdische junge Mädchen Neigung. Man mag das angesichts der bisherigen sozialen Struktur der deutschen Iudcnheit menschlich vcrstehen können; zu billigen ist cs' sicher nicht, und man muß es geradezu begrüßen, wenn die Rot hier mit harter Hand Wandel schasst. Während der Ucbergangszcit Ist freilich auch der jüdischen Harisfrau die (nicht immer ganz leichte) Aufgabe gestellt, Geduld und Nachsicht zu üben und dem aus der Obhut eines Bürgerhauses und gesicherten Daseins auf den dornigen Weg der abhängigen, zeitlich sehr ausgedehnten Hausarbeit gedrängten Mädchen eine Verständnis- und liebevolle Führerin zu sein. Im Vertrauen hieraus wendet sich der Arbeitsnachweis an die jüdischen Hausfrauen mit der Bitte, mehr als bisher insbesondere Lehrstellen für Haushaltsgehilfinnen .einzurichten, und er hofft, was