Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 11 (1934)
- Issue
- 7 (15.6.1934)
- Date
- 1934-06-15
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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10 Breslauer 8 üdisches Gemeindeblatt Nr. 7 fallen und auf Mc Sportplätze-'- deshalb Ohr jüdischen Mütter, laßt chrire Kinder Leibesübungen treiben und sorgt dafür, daß sie nicht mehr mit gckrünnntem Rücken, sondern mit gefestigtem Rückgrat; Haltung und Würde tür ibren Daseinskampf vorbereitet werden — desbälb^füdisebe Tugend, meidet nutzlosen Streit und Hader, redet Euch nicht auseinander in nrütztgen weltanschaulicben Debatten, flüchtet <^uch vielmebr i» den friedlick'cn .Kampf'und in die treue Sportkameradschaft Eurer Soortolätze! 1“ . ZuhbaU jüdischer Sportvereine Breslau« Der jüdische Fußbaklsport har in Breslau zwei Hauptpflegestätten, iii> Turn- und Sport-Verein Bar Kochba und in der Sportabtei- . kimg d^ Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten. Wenn wir ein jüdisches Fußballspiel besuchen, so wird das Problem der absolulen Leislnngsstärke, so wichtig es ist, dabei doch zunächst nicht die Allererste Rolle spielen. Biel mehr wird ups^mtedessieren: Wie präsentiert sich diese jüdische Jugend sportlich? Man spricht soviel vom Untergang der deutschen Juden^ seitdem Theilhaber seine bekannte Broschüre hak erscheinen lassen, undman erwartet von einem jüdischen 'Fußballspiel Antwort auf die Frage! ob es denn wirklich so schlimm sicht und ob etwa der bedauerliche Geburtenrückgang sich auch auf die' Qualität des Menschenmaterials könierlich verschlechternd ausgewirkt »hat. lind weiter werden wir auch ckuf die sportliche Disziplin ein Auge werfen, -( Was ivir 1'isher von jüdisches. Fußballmannschaften in diesen Beziehungen gesehen haben, kann als^ruherordentlich befriedigend be- -zeilhnek werden. Gewiß, es könnte noch manches besser werden, den Spielern, die größtenteils sehr güte natürliche Anlagen >— Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer und Gewandtheit^- zeigen, fehlt vielfach noch die nötige Schulung, die nur.durch gründliche Beschäftigung mit Leichtathletik, Turnen und Gymnastik erreicht werden kann.. Und was die sportliche Disziplin anbclangt, so ist sie ebenfalls recht gut durchgebilhet, nur stört das viele Sprechen auf dem Spielfelde noch. Wir dür-z sc» aber nicht vergessen, daß an die jüdischen Sportvereine ganz neue Aufgaben heranactreien sind, deren Bewältigung sie sich erst verhältnismäßig, kurze Zeit widmen und daß sicherlich, was heute noch fehlt, in Zukunft nachgcholt werden dürfte. Namentlich der Reichsblind jüdischer Frontsoldaten ist ig den vergangenen Wocheil mit einer Dieihe von 'Veranstaltungen hervorgclretcn. Ans seinem Sportplatz in Krictern focht er einige Wett tämpfe inik Firmeiintannschaflen aus, in dcneix fick seine beiden ersten Mannschaften gut bewährten, dann lud er auf seinen Sportplatz die beiden ersten Mannschaften des Breslauer Bar Kochba ijii Gast-, und konnte mit der ersten Elf 5:2-, mit der zweiten 3 :2 siegen, Aui beiden Seiten sah man lehr gute Leistungen, und man freute sich derkräftigen nnd tüchtigen jüdischen jungen Leute, die voller sportlichen Ehrgeizes mit aller'Hingabe um den' Sieg ratigen. Bar Äochbäi Erste wäre besser abgeschnitten, wenn sie nicht in der ersten. Halbzeit so außerordentlich aufgerdgh. gespielt hätte. I /»?lm 10. Juni gab es ein reguläres Meisterschaftsspiel. ,ITs ging um die Meisterschaft im RjF, um welche in einer Borrunde ^zwischen RjF-Breslau und RjF-Beuthen gestritten wurde. Die Bres- Blauer siegten 3:0, darunter war «in Eigentor der Beuthener. Auch t'bei diesem Kampfe sah man viel Eifer und echt sportlichen Osfensiosgeist, aber der Mangel an Ausbildung trat doch sichtlich hervor. Als t-Ganzes genommen wa!r das Spiel indes von guter Qualität, sehr inter- " essgnt und fair. Wern man bedenkt, daß die BeuthenerVja ein viel geringeres Menfchenrcservoir für ihre Spielerauszucht und -auswghl zur Berfügung haben nis die Breslauer, so wird die von ihnen ge.- zeigte Leistung hohe Achtung abnötigen. Leider ließ der Besuch der Spiele noch viel zu wünschen übrig. Es ist Pflicht der jüdischen Bevölkerung Breslaus, den sportlichen Veranstaltungen durch guten Besuch würdige Umrahmung zu geben, womit ja auch angeniehmste Unterbrechung des Alltagsgetriebes und ein paar Stunden wohltätiger Aufenthalt im-Freien verbunden ist. Wochenprogramm des jüdischen ^turn- und Sportvereins Var Kochba Sonntag, 20 Uhr. Tarbutabend (11 tägig). Montag, 17.30 Uhr, Mädchenturnen; 20 Uhr Männerturnen. [Dienstag, 19.30 Uhr, Hebräisch bei Schiftan, Höfchenstraße 17; 20 Uhs Frauenturnen; 20.30 Uhr Sportlerheimabend bei Dr. Lux, Tauentzienplatz Id; 20.30 Uhx Heimabend der Iungmänner bei Dr. Lux, Tauentzienplatz 1b.' ' Mittwoch, 17 Uhr/Knabentürnen; 20 Uhr Training der Boxer und Leichtathleten: 20J30 Uhr Singchorprobe. ' Donnerstag, 20 Uhr, Training der Ringer und Tischtennissenioren: 20 Uhr Frauenheimabend: 20.30 Uhr Hebräisch für Anfänger bei Dr. Lux. __ Freitag, 21 Uhr, Seniorenheimabend bei Dr. Hans Prinz, Gutenbergstraße 16. Sämtliche Veranstaltungen, bei denen nichts Näheres angegebeit ist, finden in unserer ^urnhalle, Sonnenstraße 16, statt. Jüdischer Schwimmverein Breslau E. v. -Änschrift der Schriftführerin: Ilse Blumenthal, Breslau 6, Frie-rich-Wilhelm-Straße 89, Telephon 313 72.!,1. Wir machen nochmals auf den am Sonntag, den 1. Juli cr., staitfindenden Ausflug nach der Waldmühle Clärencran st aufmerksam. Abfahrs: "Breslau Odertor 8.10 Uhr, Rückfahrt ab Elarencranst 20.10 Uhr. — Nachzügler treffen uns in der Waldmühle. Badetrikot (keine Dreieckhose) ist mitzubringen. -Wir bitten um recht große Beteiligung, um dadurch das Zusam- - mengehörigkeitsgesühl. zum Ausdruck zu bringe». Selbstverständlich sind uns Gäste herzlich willkommen. Sitte berücksichtigen Sie bei Ihrem Bedarf In nach* ** stehenden Artikeln mein seit dem Jahre 1885 bestehendes^ auf unbedingter Reellität aufgebautes Drogen- und Photohaus Abteil. I: Drogen - Haushaltartikel Parfümerien . Toiletteartikel Abteil. II: Photographische Apparate und Bedarfsartikel Bekannt besteAusführung photographischer Arbeiten, wie Entwickeln, Kopieren und VergrÖOerungen. -Drogen- und Photohaus am Sonnenplatz Bruno Matthias, Breslau S Gartenstr. 10, gegenüber der Zimmerst«. / Tel. 57369 Sämtliche Aufträge werden sofort durch Boten dts Haus gesandt. Üiemnann ..WUNDER-BÜSTEN¬ HALTER WEGENA- 0. R. P. „. A„,i. P. 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