Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 11 (1934)
- Issue
- 7 (15.6.1934)
- Date
- 1934-06-15
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 7 Breslauer Jüdisches Gemeindeblatt Jüdische Körper-Ertüchtigung 9 Jüdische Ougcnö — treibe Leibesübungen! Unter dem Titel ^Jüdische Jugend .— treibe Leibesübungen" schreibt Sportarzt Dr. W i! l l y K a h im Hcmeindcblatt der Israelitischen Religion»-Gemeinde, Dresden, u. a.: Man hat uns Juden oft den Vorwurf körperlicher Ilntüchtigkcit gemacht. Unzählige Glanzleistungen auf allen Sportgebieten legen jedoch beredlos Zeugnis von der Unrichtigkeit dieser Behauptung ab und wir hoffen zuversichtlich, gelegentlich der nächsten Olympiade wieder eine Anzahl jüdischer Namen zu hören. Auch wir deutschen ^Iudcn müssen — ob wir wollen oder nicht — endlich den Rhythmus unseres Zeitgeschehens verstehen lernen.. Unsere Jugend wird'sich auf alle Fälle eine Berufsumschichtung gefallen lassen und sich hüten müssen, da» einstmals geprägte Wort von der Aristokratie de» Bizeps falsch zu verstehen. Die Leibesübungen werden mehr als je zuvor unserer Jugend die Ertüchtigung und Stählungdes Körpers gewähren müssen, die sie als Ausgleich für ihre körperlich wohl anstrengende» aber nicht stärkende Berufsarbeit so überaus nötig haben.! - Weniger wichtig ist hie Frage, welche Art der Leibesübungen — ob Turnen oder Sport — getrieben werden soll. Das ist Sache seelisch betonter Einstellung und schließlich sportärztlicher Beratung für Unentschiedene. Die Auswahl der geeigneten Leibesübung ist auch heute noch ein Problem und inan wird dabei die verschiedensten Richtungen und Anschauungen vertreten finden. Zwischen jener Auffassung, welche die Lcibesübung nur als anatomiscb-funktioncllcs Muskelüben auffaht, und jener Richtung, der dkc Lcibcsbcwcgung nur als seelisches Ausdrucksgeftalten dient, finden sich alle möglichen Zwischenstufen. Weder ist das eine noch das andere ganz falsch oder ganz richtig. Richtig ist die erste Auffassung insoweit, als gute Körperühung den Dewcgungsgcsehen des menschlichen Körpers entsprechen muh.. Falsch aber sind beide Auffassungen dann, wenn sie ihre Forderungen in rücksichtsloser Einseitigkeit ausstelleu. Da echte Körpcrbildung immer ein« Angelegenheit des ganzen ' Menschen, namentlich auch dessittlichenWillensmenschen ist, wird es ja leider immer so bleiben, daß zahlenmäßig nie alle Menschen in den Bannkreis dieser Aufgabe hineingezogen werden können. Immer wird cs solche Menschen geben, denen träges „In-dcn-Tag-Hincinlcbcn" angenehmer sein chird, als bewußtes Erfassen, ja energisches.Anpackcn des im Grunde so crdenschwcrcn körperlichen Ichs. Ob alle diese jungen Menschen, oder nur ein Bruchteil derselben durch Wort oder Vorbild eines besseren belehrt und zur Tat angeregt werden, wird die Zukunft erweisen. ■ " ' _! - Die Aufklärungsarbeit unsercr jüdischen Sportoer bände ' hat wenigstens einige Besserung gebracht, wir möchten aber hoffen und wünschen, daß die jüngere Generation aller Altersstufen sich restlos und , in der Gesinnung wahr st er Sportkam cradschaft den bestehenden jüdischen Verbünden anscblicßt. Im folgenden beschäftigt sich Dr. Kah mit den auch heute noch von manchen Seiten gegen den Sportbctrieb. geltend gemachten Bedenken, z. B. es könnten die tieferen geistigen Lcbenstricbc im ^Menschen durch einseitigen Muskelkult leiden, sowie durch Ilcbcrtreibungcn auch körperliche Schädigungen der' Sportbeflissenen eintrcten unq bemerkt dazu unter Hinweis auf die Rolle der sportärztlichen Betreuung:" Wie jedes ander,« Heilmittel müssen mich die Leibesübungen richtig dosiert werden. Bekanntlich haben die alten Griechen nicht , nur in geistiger Beziehung Ewigkeitswerte geschaffen, sondern ihre sportlichen Lcistuqgcn sind bis heute noch uncrreicbt. — Deshalb, Ihr jüdischen Väter, seid nicht besorgt, daß durch, Sport die Bildung vernachlässigt werde und schickt Eure Kinder in die Turn-?onntag, am >0. Juni er., erlöste ein sanfter Tod von schwerem Leiden den Vorsitzenden unserer Vereinigung Herrn Tief .erschüttert der ausgestattet mit Erich Bayer. stehen wir an der Bahre des Verblichenen, übenagenden Geistesgaben und erfüllt von Stelle weg aeisend n tiefster Religiosität s^it mehr als zwei Jahrzehnten an führender itarbeitete an den heiligen Aufgaben, die der religiöse Liberaismus innerhalb des deutschen Judentums zu erfüllen bestrebt ist. Ein aufrechter deutscher Jude, fest verwurzelt in der deutschen Heimat und voll glühender Liebe zum angestammten Väter; lauben ist auf der Höhe seines Schaffens von uns gegangen; unersetzlich ist der Verlust, den wir erleiden. Sein edles Menschentum und unermüdliches Wirken sicher.i ihm unser,dankbare?! unauslöschliches Gedenken. t Der Vorstand des Religiös * Liberalen Vereins der Synagogengemeinde Breslau LEO WOLFF Kaffee, Tee. Kakao. Konfitüren. Weine, Spirituosen, Zigarren Zmaret. Kaiser-Wilhelm StraBe 96-98 Telefon 861 73 In -er Wie-erhol««g liegt-er Erfolg -er -«ferale! Ratten Mäuse Motten beseitigt sunt der Brut endgültig für immer M. Jlink KammerjSgerel Breslau 21, Schwerinstr. 45/47 Tul. 82624 Ich gebe Ihnen schriftlich« Qaraotk füf restlosen Erfolg. Ausführung an jedem Ort ohne Preiserhöhung und Versand nur selbsterprobter radikal wirkender Priparate. Kaufe zu höchsten Tagespreisen Alteisen-Abbruche maschineller Anlagen Vertreterbesuch zwecks Besichtigung auf Wunsch sofort möglich. Lothar Schindler / Schrottgroßhandlung Braalau «, MlrtMacha Sfr. 1P/12 Parwspr. 804 IT I Damen und Herren schon zu Mk Ja, nur da ist Blüte, ... sunde Wurzeln in gesundem ~ v — Boden sind. 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