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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1934-06-15 · 7 (15.6.1934) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
11 (1934)
Issue
7 (15.6.1934)
Date
1934-06-15
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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/ Breslauer,8 üdisrHes Gemeindeblatt Nr. 7 kt hi’ Für die materielle und wie stark die durch Vcrpfl» Gesamtheit, Jüdin geben, sein der treuen weriung zu tr<s. Hierauf e sekretär des Erfordernisse der Zsuewandercrhilfe brauchen wir’ die' noralischc UnterstühNng unserer Mitglieder. Mr wissen, die deutschen Juden ln Anspruch genommen sind, ngen im engeren Familienkreise und gegenüber der sollte aber keinen deutschen Juden und keine deutsche nicht Mitglied des Hilfsvereins sind. Nur das Bewußter wird uns die Kraft geben, die Deravt-' die §i Mitarbeit all Kn und das Werk Ifortzusetzen!* teilte der Vorsitzende das Wort dem Generalilfsvereins,! Dr. Mark Wischnitzer, L, zu icincm Bericht über die ^Arbeit des 8abre 1953. Dr. Wischnitzer führte u. a. Hilfsverein aus: im rfüch „Sn dein Auswanderer worden. Ouo Verbote, Ausl Wanderung vo Ländern, namc nacb anderen sowie nacb tont letzten Jahrzehnt, seit 1924, ^st der Hilfsverein in der forgearbeit vor ganz gewaltige Probleme gestellt ienbestimmungcn, Einschränkungen der Einwanderung, > nder zu beschäftigen, machten eine systematisch« Ausr Huden in größerem Umfange nach überseeischen itlich nach den Bereinigten Staaten, und auch späterbin amerikanischen Ländern, nach Südafrikas Australien» incntalen Ländern sehr schwer, oft beinahe unmöglich. 193? setzte ein« neue Aichwanderungswelle eift. Der Hilfsverci t wurde täglich! von 400—-600 Pe r k o ncn ausgesucht. Sr kurzer Zeit wurde die Arbeit so organisiert, daß Nachforschungen im Sntcvcssc der Auswanderer in allen Weltteilen aNgcstcllt werden konnte u 5>ic Zahl der zu erledigenden Briefe erreichte in manchen Monalen 4000. Der Hilfsperein arbeitet in ständiger Fühlung mit dem neug ischaffcncn Zentraläusschuß der Deutschen Juden für Hilie und Auf >au sowie mit über, 120 Stellen im Reich und 200 im Am-Iand. Aus er mit Hilfskomitees und Gemeinden steht der Hilfsoercin überall in Verbindung mik Alteingesessenen sowie neu Eingcwan werten,,die ihn laufend mit Snformationen versehen. Lein gesammeltes NMerial veröffentlicht der Hilfsverein im Korreivondenzblatt t der Auswänderungs- und Sicdlungswcfen (im Sabre 1933 sind zwei üm’angrciche Hefte erschienen) und in Iirkularschreiben svl sind im Sehre 19334versandt worden). Man spricht von „verschlossenen jToren“ für Einwanderer. Dez Redner glku bt, daß sich überall-noch Möglichkeiten finden lassen. Für manche Berufe sind die Aufsichten allerdings schlecht, auch in Palästina, z. B. für den Kaufmann, den kaufmännischen Angestellten und dgl. Dagegen bestehen Beschäftigung»- niöglichkeiter für Techniker, quclifizierte Arbeiter, Handwerkes aller Art. lis ist immerhin beachtenswert, daß abgesehen votz interessante europäischen! Reisezielen der nach vicrunt dreißig überseeischen ift erster - Seihe nach den von Amqrika. Dr. Wrs i jilfsvereirr zur Ilebersiedlung , Ländern behilflich sein konnte, Ter einigten Staaten hnitzer wies weiter auf die Tatsache hin, daß a zu Beginn des Sahrhunderts . z. D. in A r g e n t i n i e n , abc - sehr wenige Süden gab; heute Süden. Sn Montevideo, «sehen von den SLA Kolonien, leben dort ungefähr 300 000 wo cs vor 15 Sahren fast keine Süden gab, z ihlt die jüdische Een einde über 17 000 Seelen. Eine charakrerislistde Erscheinung d rr jetzigen Wanderbewegung iit die langsame, aber unverketnbarc Steigerung der e b e r s e - a u s w a n d e r u nur mit cin:r Einzekwanderuno i g. Man hat es aber zunächst zu tun. Was die Pläne für - Oer Kulturbur Ein Rückblick von H ^Leiter der Gastspiel-Abteilung des Ktzl 4 rn Am 5. November 1933 fand liaionsgemeinde,! Dresden, das erstf „Nathan der ©elfe“ von Lessing stat in tvenige Tagcj zulammengedräng, Die Ansprache, die des Vorsitzende des vor Beginn an däs Dresdener jüdische in zwei Vorstellungeni dis auf den letz Widerhall.! Räch Ileb-srivindung mancher Aufführungen itzi Rieich starten unser Gastspiel nicht inur in F r a n längeren. Verhandlungen das „Neuh erhielten, sonder« auch in B r e s l „-Schauspielbgusf b«;w. das „Ltad wurde uns verstftndnis volles Gehör Gemeinden und nicht zuletzt durch Gruppen- oder Mafsenfiedliungen betrifft, so sind sie in keineni Lande -über da» Anfangsstadsum hinausgekonnnen. Aach Äsficht der Fnchleut« kämen in Südamerika Südbrnsilien, Teil« Paraguays, der Süden von Chile und Argentinien in Betracht!!gn Rio de Janeiro, Asuncion und Santiago de Chile aber kö^n« der europäische Arbeiter mit dem einheimischen nicht konkurrieren. Sie ICA besitzt außer ihren. Konnte« in Argentinien «ine Dodenreserve von über 20000EHektar. -Erst muh sich jedoch die Lag« auf dem Gefreidemarkt gebessert haben,, bevor ein« Besiedlung in Frage ßvnnnt. Wie hi« Sing« heute liegen, müßte «in Sitdler sich * «ach Ausicht der FCA Verwaltung gefaßt machen, zwei bis hrei Jahre oder auch länger von seinem eigenen Kapjtal zu zehrem -In A f r i k a käcklen für die Einzelsiedlung uwhl Angola Kenya, Abessinien, Südwestafrika und Südafrika in Frag«, jedoch ist darauf hinzuweisen, daß «ine gemischte Wirtschaft verhältnismäßig »iel Kapital erfordert, und daß eine Kaffee- | pflanztmg sogar (z. 35. in Angola und Kenya) mit sehr hohen Kosten! (50—60 000 Mark) verbunden ist. Diese Erwägungen! schließen nicht au», daß junge Menschen insbesondere in Afrika in bestehenden Unternehmungen BeschäfHgung finden. - Dr.s Wischnxtzer schilderte im einzelnen die Arbeit des Hilfsvereins im verflossenen Sabre. Seine Hilfe wurde nicht allein von Mitte - losen beansprucht) Die Auswanderung erfordert heute nicht unbeträchtlich« Mittel; so z. B. ist für Südafrika ein Vorzeigegeld vo i £ 100.— erforderlich und für Brasilien ein solches von rund 1000 Mai k pro Erwachsenen (für Passagiere 3. .Klasse). Auswanderer mit Kapit, l sind beute auf eine Organisation wie der Hilssverein ebenfalls angewiesen. Schon erreichen den Hilfsverein Mitteilungen von Ausgewandertcü, daß sie festen Fuß gefaßt haben. Die Umstellung ist zwar schwer, die neuen Lebensbedingunge > sind oft «jrbarmutzgslos hart, aber der Wille ist stark, sich zu bewahren; jüdisches Leben entsteht, wo es fast längst verschollen ist, wie z. B. i r manchen Gebieten in Zentral- und Südamerika und in Persien, un> in neu fish erschließenden Ländern, wie z. 23. in Kenya. Und was b< - sonders peglückend ist, überall, wo jüdische- Menschen leben, seien es ganze Gemeinden oder auch nur Einzelne, überall fanden die Rer - einwandernden hei Glaubeiissbrüdern Hilfsbereitschaft und Ekitgegei - kommen« ’ * | Größer Dank gebühre, schloß Dr. Wischnitzer seine Ausführungei, den Organisationen, die mit dem Hilfsverci» zusannncnarböiten: dcr Sewifh Eolonization Association, dem S o i n t Distribution Committee, dem Zentralaüsschuß der Deutsche { Süden fhr Hilfe und Aufbau (in dem der Hilfsverci» verttet-ku ist , der Emigrationsgesellschaft H i c e m und der A n g t o - H i c e m." Darauf erstattete der Schatzmeister, Herr Dr. Sigmun) Masse t m an n, den Finanzbericht. Die Versammlung erteilte idarauf dem Vorstands einstimmig Entlastung. Rabbiner Dr. Üeo B a e ck dankte zugleich im Namen dess Zentralausschusses der deutschen Juden für die geleistet Arbeit wie für seine liebevolle, fruchtbare Aufbgutätigkeii. Rabbiner Dr. Meier H i l d e.s h e i m e r schloßsich deiy Dank an und gab Anregungen für die weitere Arbeit. r r 6 auf Reisen t— rbertFischer iturbundes deutscher s Süden, Berlin auf Einladung der Ssraelitischen Re- Eastz'picl des Kulturbundes mit Dieser einfachen Tatsache gistgen, ' wichtige Verhandlungen voraus. Kulturbundes, Herr Dr. Stznger, Publikum, das das „Komödienvaus“ Platz füllte, hielt, f<trü> lebhaftesten Schwierigkeiten konnten weitere Die gleiche Begeisterung begleitete kfurt am Main, wo wir nach Theater“ für zwei Vorstellungen u Und G l e i w i tz, wo" wir das ater“ mieten konnten. Auch dort infolge der Mitarbeit der jüdischen hie stärkste Anteilnahme derSudcmtlhe schaft. Der Besuch dieser Gastspielvorstelluligc» zeigt, wie dringend die jüdische Bevölkerung des Reichs solche Veranstaltungen hohen künstlerischen Niveaus hegehrt. Eine Sdee, die zu Gunsten der Schauspiel« r in Dresden zuerst proklamiert wurde, fand überall lebhaften Beifal, und die Einrichtung wurde eine Selbstverständlichkeit. Die Mitglied« r des Gastspiel-Ensembles wurden in besten Privatquartiere^ unteigebracht; und wir genügen einer Herzenspflicht, wenn wir auch hicr unseren Dank für eine Aufnahme aussprechen, deren Gastfrcundlichkö t nicht übertroffen werden kann. Snzwiscben haben wir nocb eine ganze Zahl von ’Gastspielvorstellungen auch mit dem großen Personal der Oper (90 Köpfe!) veranstalten können. Aber durchführbar bleiben alle Pläne selbstverständlich nur, wenn weiterhin das Snteresse des jüdische t Publikums uns gehört und dem, was wir ihm geben können. Alle organ - satorischen Schwierigkeiten, die zu bewältigen sind, alle Mühe und Arbei , auch das stärkste Einsietzen atler Kräfte (oft an einem Tage zrvei Ausführungen) alles dies verschwindet vor dem Bewußtsein, unseren Glaubens - genossen im Reich unsere Kunst bieten zu dürfen. Die großen Aufgaben des Kulturbundes zu lösen ist nur möglich, wenn alle daran Snteressierten, die Gemeinden und das Publikum, geschlossen unter Ausschaltung aller kleinlichen Bedenken und Gegönsätlichkeiten an der Erreichung des großen Zieles nütardeiten.

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