Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 11 (1934)
- Issue
- 7 (15.6.1934)
- Date
- 1934-06-15
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Breslauer .1 . AMTLICHES BLATT DER SYNAGOGENGEMEINDE BRESLAU Hauptschriftleiter: Manfred Nosenfelb, Z Breslau - Verlag: Hellmuth und Erich I IIMIIHHHIIIHHH' gilt Me unter dem Namen Druck und Anzeigen-Annahme: Druckerei Th. Schatzkg Aktien-Gefellfchaft, Breslau 5, Telefon 24468 u. 24469 S: Die 8 gespaltene Millimeter-Zeile oder deren Raum ii Pfennige — Bei laufenden Aufträgen Rabatt . jftftftQ^f ££|ftj|ft f QQ jQ des Verfassers erscheinenden Artikel und die Dereinsnachrichten Übernehmen wir nur die pressegesetzliche Verantwortung Schatzkg, Breslau, Neue Graupenstraße 7 \ Neue Graupenstraße 7 Ayzeigenpre ii. Zadrgang 15. Zunl 1934 Nummer 7 > Mt Hilfe und Aufbau! Der Zentralausschuh verdeutschen Juden für Hilfst und Aufbau, von dem Bestreben erfüllt, seine Hilfeleistungen so umfangreich wie möglich zu gestalten, wendet sich an die deutsche Judenheit mit der Aufforderung, durch Erwerb der ständigen Beitragskarte an der Aufbringung der für die soziale Arbeit des Ausschusses erforderlichen großen Mittel mitzuwirken. Die Aktion soll deutsche,Juden aller Einkommen stufen umfassen: dementsprechend sind die Beiträge mit 25 J3fg. bis 3 RM. monatlich festgesetzt, höhere Beiträge sollen nicht genommen werden, um die Grohsammlungen vor Störungen zu bewahrest. Die Finanzierung bev Wohlfahrtspflege erfordert die Anspannung aller Kräfte. Die Organisation wird vom Ientralausschuh und der Zentralwohlfahrtsstelle geleitet; die Durchführung liegt bei den Gemeinden. Zwei 1 Httfsverei« -er Drittel der auf diesem Wege aufgebrachten Gelder kommen unverkürzt örtlichen Zwecken zugute; das letzte Drittel wird dem Ientralausschuh zum Zwecke des unbedingt notwendigen Ausgleichs zwischen leistungsstarken und leistungsschwachen Gemeinden überwiesen. — Der Monat Mai,, dem die erste Beitragsmarke galt, diente der Hilfe „Für die Mütter". Die vom Zentralausschuh mit dieser wichtigen Arbeit betrauten örtlichen Vertreter werden an jeden deutschen Juden herantreten. Wegen der umfangreichen Vorarbeiten ist es erst, jetzt möglich, mit der Werbung für die Maimarke zu beginnen. * Freiwillige ehrenamtliche Helfer und Helferinnen werden dankbar begrüßt. Meldungen baldigst schriftlich oder telefonisch an das Jüdische Wohlfahrtsamt, Wallstraße 9 (Fernsprecher 542 69). Deutschen Duden Der Verlauf -er Heueralversammlung . Die diesjährige Generalversammlung des h l l f s - Vereins der deutschen Juden erfreute sich eines zahlreichen Besuches und legte wiederum erhebendes Zeugnis ab von der erfolgreichen und segensvollen Tätigkeit dieser von hohem Idealismus erfüllten jüdischen Organisation. Der Vorsitzende, Generalkonsul Eugen Landau, begrüßte die Erschienenen, insbesondere die aus dem Reich gekommener) Herren. Er hielt einen warmen Nachruf auf die dahingegangenen Mitglieder des Zentralkomitees. Dr. Carl Melchior, Theodor Pincus, der auch das Ehrenamt eines Revisors versehen hatte, und Josef Wolfs. Alsdann verlaf er ein Schreiben des stellvertretenden Vorsitzenden detz Hilfsvereins, Herrn Max M. W a r b u r g, der am Erscheinen verhindert war. Die Ausführungen von Herrn Warhurg über die dringenden Aufgaben des Hilfsvereins, die von der Versammlung mit großer Aufmerksamkeit angehört wurden, j lauten: Der Hilfsverein hat zu feinen alten Aufgaben eine neue übernommen: die Beratung uhd Betreuung derjenigen, die aus Deutschland auswandern wollen. Der Hilfsverein siebt auf dem Standpunkt, daß die deutschen Juden in ihrer Heimat, deren Schicksal das ihrige ist, in der Hoffnung auf ein würdiges Weiterleben, ausbarren sollen. Ergibt sich indes; eine Wirtschaft! che und ideelle Notwendigkeit zur Auswanderung, so legt der Hilfsverein größten Wert darauf, daß dieselbe sorg fällig st vorbereitet wird. Der 5>IIfaverein hat eine genaue Untersuchung aller Möglichkeiten vorgenommen, die sich für die Auswanderung der deutschen Juden bieten. Er hat das Material eingehend bearbeitet, fodaß eine Beratung in sehr großem Maße bereits stattfinden konnte und auch weiter stattfinden wird: 60 000 Menschen sind vom Hilfsoerein im Laufe des Jahres 1933 beraten und mit Informationen jeder Art versehen worden. 7 700 Personen wurden finanziell unterstiitzt durch Zuschüsse für Dahn- und Schiffskarten, vifen, Verpflegung, Transport oon Gepäck, Hausgerät, von Maschinen und Instrumenten. Für viele Tausende wurde ein umfangreicher Briefwechsel mit Behörden, Gemeinden und Hilfskomitees geführt. Der Hilfsverein betrachtet es als 'feine Pflicht, denen, die den schweren Entschluß gefaßt haben, ihr Vaterland zu verlassen, bei der Gründung einer neuen Existenz zu helfen. Der Hi lfs verein berät Auswanderer nach allen Ländern, mit Ausnahme von Palästina. Bisher hat er bei der Auswanderung nach vierunddreihig überseeischen Ländern mitgewirkt. 75803142