Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 11 (1934)
- Issue
- 5 (15.5.1934)
- Date
- 1934-05-15
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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t Br rslauer Jüdisches Gemeindeblatt > Nr. 5 der Spediteur Valentin I Boritcher war dort ursprünglicb'— wie bcteits crwübnk der je- »'eilige Leinberger Scb«nines in Breslan. IS:v waren darr Borstcber Louis Epbraini und Dav. eöolbstüeker. Leit ISöv i Elias mit später L. Taucher. Aacb ihrer Auflösung würbe bie' Lcinbergfr Scbnl nocb einmal zu allerdings ,liebt lange»! Leben crweckl. Diese neue S.cbiil änberke aber zuni Unterschieb een der „alren Lenibcrgcr S>bnl' ihren Aaiiien in „L e in - bebgcr Synagoge" uni. Sie wurde ai > 14. April I9dS in. der Eraupenitraße ö. l (nnter den Borstebern Benno sparet, David Schlesinger und Alor. Böhm) eingeiveihk. >914 zog sie in de i Aiepolbsbof in der Änkoniemiroße ui». Die damaligen Borsteher B Iarek, Leo Apfel bann, und.Alor Eins liefen l^lö sogar einen „.Knntres' für ihre Scbul schreiben, der sich jetzt im Archiv der Breslauer Svnagogengcnicinbe befindet. Ein . zuin i vcrbindern. Sie löste sich 1923 auf; einen Teil i stände crbielk die oiljüdische Synagoge ^rebilaib Sckalom", damals im Eioldenen Äade,-beute iw der .vriebriebitraße, kic also fast als die ,Tortsetzerin dieser ursprünglich auch von Oskinben ^chul zu betrachten ist. in in dicsein Aabr unkernomiiiener EinigungSltersuch mit der Synagoge lin Tempel scheiterte, konnte" aber das Eingeb ni der „Synagoge" tlichl ihrer Einricbtungsgcgen- Paläftina-Husstellung gegründeten Leniberqer An der?>eir vom pp—13. Alai I->34 zeigte Bereinigung eine Paläniiia-Ausitcliung „Erez die Breslauer Aioniflifcbe Airael —-' das Land der Auben". Es bandelte sich bierbci tun eine Wank er-7üisilellu»g. die bereits Berlin. Dainburg und Leipzig besucht bar und ai»ch noch niedrere andere .^''roßitädke Deutschlands besllchen soll. Die Ausheilung n'urde am p. 71!ai in Tsinoeienbeik von geladenen »Exiike» durch einen feierlichen Akt eröffnet. Der! Vorsitzende der Breslauer TZioniilischen Bercinigui^g. Becbtsanwalt Dr. Lür, begriißte die Erschienenen und lvies darauf bin, daß die Ausiiellung nur einen Abglanz von dem geben solle, was in Palästina durch!>ie -Anden geleinek werde. Sie erbebe keinen Ansprücb auf Bolliiändigkeit. zeige! nur das jüdisch e Aufbau iv e r k. Eie ärbebe auch keinen Anjpruch auf Aktualität. Das ieben in Paläilina schreite in einem solchen scinpo vorwärts^ daß das Aktuelle von gestern heule schon nur noch bjitori eben Wert habe. Trotchem Höffe er. dag die Ausstellung dem jüdischen Uufbauiverk neue ,vrcnn.de z ifübren werde. ‘ Anschliefzend gab Babhiner Dr. Aoachim Prinz, Berlin, ein farbiges Bild von den« Leben in Palästina. Die Luft in Palästina, so sagte er, < Mache nicht nur iveise, sie mache auch glücklich. Das jüdisebc Bolk, das wie alle anderen Bölker sich Nus cin^r Ilnzah^ von verschiedenen Typen- Scbarriernngen ziisannnensetie, iverdc trog aller politischen und ivirtsebaftlichen Eegensäke durch das Land geeint in den« einen Willen, dem Willen zj»n Aufbau des Landes ibrcr Bäker. Svdann ilberbraebte Skadkrat a. D. «Keorg Len als Beruhender her Synagogengeineinde Breslau die Erüße und eölückivünscbe der Audcn Preslaus.- Ec betonte, dag trotz aller Berschilcdenbeit der Anschauungcii alle Anden beute ein besonderes Berbältnis in Pakäilina hätten. Auch die Anden, die fest im Deutschtum wurzeln, Kitten eine seelische Berbinkilng zu Palästina. die nie zerreisze» könne zuid die durch das jüdische 'Aufbauwerk in diesen Tagen eine besonders Stärkung crbalren habe, lu-i.t Skadkrat a. D. L e >' s erklärte darauf die A ics - st'e l l ti n g namens der S y n a g oZ e njg c »i e i n d e Breslau »1 s. e r'ö-f f n e k. i Diera» schloiz sich eine Führung durch die Ausstellung, die Seniinar- Aiabbiner Dr. A. Babin auf eörund seiner besonderen Kenntnis des Landes auizerordentlich anschaulich gestaltete. j Die Baläitina-Aussiellung in unter zsvei großen E>esicbtspunkten alifgeballt: Die Arbeit in P a l ä >'k i n ä und die Arbeit für 2? a l ä >t i u a. An der criten Abteilung erbält man einen Ileberblick über die LebenSgei'talkung der Anden «in T,eiligen Lande. Alan siebt AAodclle Belb-Alpba tlnd Giwath Brenner. Alan erfäbrt etwas über die Siedlungsforinen „.Kivuzah" und „TAoscbaw". Tcl-Alviv, die einzig l>»'„ige jüdische Stadt der Welt, lvird in Bildern gezeigt. I9dS eine Sanddune, Ig33 eine blübende Stadt mit ea. Einwobnern. Ein (proßpboto des im Oktober 1933 cröffneten Hafens von Haifa lägt auch die lvirtschaftlichensAlöglichkeiken abncn, die Palästina als Einfallstor des vorderen Orients l^aben lvird^. Bilder von dem Elektrizitätswerk Tel Or (A^utenberg-Werk) szcigen die Leistungen der Auden-auch auf industriellem Geoiet. Statistiken Äber den Export und Import geben ein Bild von dem wirtschaftliche» ^Aufschwung, den Palästina in den leßten Aabren geiioniznen bat. Dabei > interessieren insbesondere die Handelsbeziehungen zivis^ben Deutschland und Palästina. Alan erfäbrt, dasz Deutschland in den letzten Aabren einen beträchtlichen Erport-Aeberschljsz in Bezug auf Palästina zu verzeichnen bat. Waren aller Arten und! jeden Formates »'erden nach Palästina erportierk. Deutschland nimmt in dem Ampork nach Palästina z. B. hinsichtlich der .vcrtigivaren die zliXtike Stelle hinter dein britischen Ainperiuin ein. — An einer besonderen jsoje Bilder von der soeben erö'fneten Levantc-Alessc. Daneben Pt'othgrapbien der hebräischen Ilni lersität auf dem Skopus, der jüdischen Aational-Bibliotbek, Bilder von Ben Schemen. An der letzte» Koje „Land und Leute" von Palästina. 'Bilder von biicharischcn und-neinenitischen Audcn,. von Samaritanern, einem Stamm, der Palästina nie verlassen bat. Dazivischen englische Soldaten, daneben Beduinen und Araber in ibren malerischen Kleidungen.! Die z lv e i t c A b t q i l 4> n g , Arbeit für P l!ä st i n a , zeigt die Entivicklüng der zioni^stischeu Beivegung, die ja eine,! besonderen Anteil m> dem Aufbau Palästinas bc t. Eroypbolos von der Lntuncklung der zioitjsrische» Presse. Eroszpbotl s der zionistische» svübrw.?ln be soliderer Stelle ein Bild von Dr. Ar osoroff, der im vorigen Aabre beiinlückisch erschossen, lvurde. 11,ip dann in der letzten Koie: /> onisnius i» Breslau. Alle Bereinigungen, alle -Pündc der zionigische» Beivegung sind vertreten. Alan siech deutlich das Ainvachsen der Alitgljiederzabl ini vergangenen Aabre. Auch esn paar Bilder von pcoininense» ivübrerii der Bewegung aus Schlesien.: Lippmann Bloä', Dr. Schaukel, Alechksanu'alk Aacobjobn. i Palästina bat heute für älle.Auden und insbesondere für Anden eine besondere Bedeutung erhalten. Wie man auch politischen Standpunkt.aus ^n dem Aufbauwerk stehe» inaz jeder zugeben, Palästina hat! in, letzten Aabre vielen deutschen Anden eine neue Heiinat gegeben. . Einen Abglanz von dieser neuen Deiinat, die biiiorisch geseben die alle Deiniak unserer Bätet ist, zeigt die Ausitellung, Sie ist sicher für viele Besucher — und die Zabl der Besucher soll außerordentlich bedeutend gewesen sein — ein neuer Auftrieb geivese» zur Stärkung ibres jüdischen Beioußtseins. E>. A. die deutschen vom jüdischeins muß Aufruf für Zülz Hn vielen Kreisen der dentschen Tlnden isk erfrenlicl>er" weise dcMc ein skurkes Unteres für die Geschichte ihrer eigenen ^ainilie vordaildeii, uiw inan bcn«üdt sich, den Anschluß an die Bergangendeit;u finden, der durch Aiadr- .zcdntc däüfig verloren 'gegangen war. Alan denkt wieder an Jene Orte, in denen das lkudentnin der Bergangeiideit in einer gewissen Geborgenheit sich durch 7!abrbkinderte gehalten bat. An Schlesien war dies bekanntlich nur afy zwei Stellen der ,^all, in Glogau und in fzülz, und «Leie jüdische Familien, die heute über alle Teile Deutschlands und aucb sonst über die'Welt zerstreut sind, mögen zweifellos ihren /Ursprung gerade aus diesem Inlz herleiteit. An diesem Orte, in dem eiilstnuüs eine außerördentlicl'» blühende. Gemeinde ansäßig war, kündet henkt mir tkedi ein cinsaincr Friedhof und eine stark in Berfall geratene, nicht mehr im Gebrauch befindliche Srmagoge von der jüdischcil Bcrgangcnhcit, und dabei beißt dieser! Ort in der Geschichte „mokaum zakjik", „der gerechte Ort", weil aus ihm die Anden niemals veülrieben worden sind. j ' Grst als zu Beginjt des 19. Aahrbunderts den Anden die Möglichkeit gegcbenl wurde, sich in allen Teilen Deutschlandanzusiedeln^ hat! man jenes Städtchen verlassen. Nur noch wenige jüdische Familien leben beute dort; sie gehören zur Gemeinde Neustadt in Oberschlcsicn, aber auch diese' Gemeinde ijst klein und nicht in der L'agc, die Sorge für die Erhaltung dieser Stätte allein .zu tragen. Gewiß, wir haben im Augenblick inancherlci Aufgabe!«« z«l erfüllen,- aber auch derartige Stätten jüdischer Bcfgangcnhcit dürfen nicht untergeben, wenn das deutsche Audentum nicht sich selbst aufgebcn will. Biellcicht werden in diesem Sommer viele Menschen nach Fül; pilgern, ui d man möchte es wünschen, daß sic von einem Besuche sn diesem oberschlcsischen! Städtchen die Kraft mitnchmc«, wie sic von den heiligen Ruhestätten «lnscrer Ahnen au;- strömcn kann.!