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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1934-05-15 · 5 (15.5.1934) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
11 (1934)
Issue
5 (15.5.1934)
Date
1934-05-15
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Breslauer v AMTLICHES BLATT DER SYNAGOGENGEMEINDE BRESLAU MW« ‘ . Schriftleltung: Vllrodir. Glaser, DreSlau,Wallstr. 9 j Druck und Anzeigen-Annahme: Druckerei Telefon 54210 - Verlag: Hellmuth und Erich j Th. Schatzkg Aktien-Gesellschaft, DreSlau 5, Schatz kg. Bi Anzeigenpreis: •IIMIIIIHIIIHIMIHIMIIIHIIIIIIIHimitl Für die unter dem Namen de eslau, Neue Graupenstrahe 7 | Neue Graupenstraße 7 - Telefon 24468 u. 24469 i' Die S gespaltene Millimeter-Zeile oder deren Baum 11 Pfennige — Bei laufenden Aufträgen Nabatt » Verfassers erscheinenden Artikel und die Dereinanachrichten Übernehmen wir nur die pressegesetzliche Verantwortung ii. Zahrgang 15. Mai 1934 , Nummer 5 Breslauer Synagogen - Äus -er „Hefchichle öer Juden in Vreslau" ron D r. Reppner u n i B. Drilling III. $>ie Breslauer Iudenschulen (emiagogcn) vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart. I. D i c I a u d s m a n n s ch a f t l i ch c u „S chulc u". (Fortsetzung.) Bei der,' llbernahmc Schlesiens durcl' Preußen gehörten die Schics il litauischen Hüten aber nocb zur Krotoschiner Schul. Autzer ihnen gehörte» auch angesehene Breslauer privilegierte und tolerierte Juden zu ihren ständigen Besuchern; so der Laudrabbiucr Kloses Nonas Frankel'), die Vorsteher Abraham Kuh-) und Lippmanu Wolf freund''), Israel Wesel') und der Obertandcsälteste Lippuiann Meyer* 2 3 * 5). Die Krotoschiner Juden waren an dieser Schul damals nur nocb dem Namen nach beteiligt. Am 27. September 1744 rciclsten die idrotoschiner, wolhynischeu und' litaniscben Juden den Antrag Breslauer Iubcndircktorium ei bewilligt wurde. Der Kuntrcs dieser Schfil (von Herrn Archiv überwiesen), wurde I Scligman (gest. 24. 12. 1307; auf.Aufrcchtcrhaltung ihrer Schul beim ii, was ihnen auch am 23. Oktober 1744 Wilh. Kober dem Gern. 56 — unter den Vorstehern Tanchum Elaasscnstr. 3836), Samoil b. Hirsch aus Lublin (geit. 4. 12. 1805); Cläassenstr. 2946) und Selig b. Loeb aus Glogau — roh dem bekannten indischen Waler Rafael Biow geschrieben. Gr ist neben dem Thoraschild aus dem Jahre >753 ein interessantes und wichtiges Denkmal jener, henkt eingcgangcncn Schul. Seit früher Heit hatte die Synagoge Beamte. Unter Friedrich dem Großen war ihr das Halte» zweier Beamter gegen einen jährlichen Kanon von 25 Rtl. gestattet usordcn. Fast das ganze 13. Jahrhundert hindurch amtierten dort als Ghasonim Mitglieder der sich der Abkunft vom polnisch-uidischen Einlagäkönig Abraham Procbownik rühmenden Krotoschiner Familie Pulvermachcr (Hcppner Hcrzberg S. 10 u. 573): 1720—-1758 war daselbst Josts Elias Pulvermachcr aus Krotoscbin; sein Nachfolger war sein Sohn Jacob Josef Pulverniacher, der 1774 seinen Dienst quittierte, weil er ein Privileg zur Errichtung einer Essig- und Mcthbraücrci erhalten hafte und als solcher 1770 sogar Vorsteher dieser Schul wurde. Öhm folgte sein Bruder Elias Josef Pulvermachcr') der Vater des 1813 verstorbenen Breslauer Arztes Dr. Josef Pulvermachcr. Sein Nachfolger wieder wurde Joel Clofcf Sington aus Hundsfeld dessen Familienname Sing-ton iwohl mit seinem Dcruic zusammcnhängt. Wie bertits erwähnt, führte der jeweilige Krotoschiner Schammcs die Oberaufsicht über diese Schule. Beim Ae Hergang an Preußen vcr- >) Geboren. 1721, geit. 17^3; Großvater d. Philantropen Komin.-R Nonas Fränkcl (s. A. Hcppner, ü5iii>. Persönlichkeiten jn und aus Breslau S. 10 und 11). ’ 2) Gest. 1765; sein Sarkophag auf dcni Friedhof Elaasscnstr. trügt die Nummer 3355; er stammte aus Prag. 3) Stannntc aus Prag, bekleidete 1768 das Amt des Gemeindevorstehers und starb 1772 (Elaasscnstr. 2355). : *) Starh 3. Ab 1772 (Elaasscnstr. 3267). 5) War kgl- Hofagent und Oberlandcsältcster; starb kinderlos 1814 und ist beerdigt Elaasscnstr. Nr. 2953. *) Zu seiner Familie gehört wohl auch der getaufte Breslauer Stadtrat E. L. B. Pulvermacher (1795—1860), einer der Mitbegründer, u>«nn nicht gär der Anreger der Breslauer Dolksbrdliothck 1846 — aus der die Breslauer Volksbüchereien hcroorgingen. waltete Samson Barucb.aus Krotoscbin in einer Person dqs Olim des .Krotoschiner und litauischen Schammcs. >750 waren der wolhynischc Schannnes Salomo Hirsche! und der litauische Schämmcs Olbrahain Salomou Scbulvorstcher. Auf dem bereits crioähnren Thorafcbild aus d. 71. 1753 verewigten sich als Vorsteher der .Krotoschiner Schul 7!osef b. S. Samuel Ologmi (gest. 15. Ehcschw. 1770), der wolhynischc Schammcs Salomon b. Fwi Hirsch (gest. 23. Elul 1762) und der am >4. Adar 1781 vcrst. litauische Faktor Moses b. Salomo aus Litauen, der älteste feststellbare Borfahr von Lucius N. Littaucr, dem großzügigen Förderer und Wohltäter der hiesigen TIsracl. Krankenverpflcgungsanstall'). 1776 gehörten der frühere Kantor Jacob Pulvermachcr und TIcsaia Nathan Glatzcr, 130l Bercl-Zadck und Lödcl Salomon Traub zu ihren Vorstehern. 7lm 19. Jahrhundert hat diese Synagoge den Namen der „Wolliner ( wolhynischc) Schul" geführt. Sic befand sich zuletzt in der Goldenen Radcgasse 26 in der sogenannten „Belle Ollliancc". Ihre letzten Beanitcn lvaren die Kantoren Seckcl Friedländcr und 71. F. Ehrlich, sowie die Schuldicncr M. Mendel und M. Keinpncr. Ihre letzten Vorsteher waren der Goldarbeitcr Simon Pasch, Tlocl Struck, die Brüder Elias und IoscfWurzcl, Hirsch Freund und Dr. liicd. Eduard Wcyl. Olm 8. März. 1903 beschloß man wegen des Mitglicdcrrückganges die Auflösung der Synagoge und ihren Anschluß an die Synagoge zum Tempel (6. 71um 1903), dem auch das Silber übergeben avurdc — und eine „Spcndcrtafcl", deren Gedächtnis zu ehren sich die Synagoge zum Tempel verpflichtete. Die Lands ch u l s. Gcmcindcbl. Nr. 7, S. 75/76. Hinzuzufüacn wäre noch, daß der zuletzt erwähnte Kantor Lcop. Freier am 24. 7. 1chZ2 int Stltcr von 79 Tlahrcn verstorben ist, und daß die Ländschul im September d. 71. ihre Räume von der Wallstr. nach Museumsplah 12 verlegt hqt; die Einweihung derselben fand am 23.9. 32 durch Rabbiner Simoiisohn statt. Die Le m berget Schul war die Synagoge der kleinpolniscken Puden. Sic befand sich seit dem letzten Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts, d. h. wohl seit ihtor Gründung, im Goldenen Hirsche! in 4>cr Karlstraßc, dem Wohnsitz des Lembergcr Schammes, der die Oberaufsicht über diese Schul führte. Sie wurde dort'auch zu preußischer Zeit laut Privileg vom 26. September 1744 iveitcrgeführt und zahlte als privilegierte Schul zwar keinen Kanon, sondern „nur" 30 Tl: jährlich für die Genehmigung, zwei Schulbedicntc, einen Kantor und einen Aufwürtcr halten zu dürfen. Sic war die kleinste landsmannschaftlichc Schul, zählte nur 24 Männer- und 14 Fraucnplätze und hielt sich während des ganzen 19. TIahrhunderts. Aber ihre Mitglicdcrzahl ging stetig zurück. 1856 zählte sic noch 42 (unter ihnen den bekannten Buchdrucker Hirsch Sulzbach/ soivie Dr. Eger, und Dr. Schlesinger), 1397 nur noch 14 Mitglieder.- 3in Jahre 1906 erfolgte ihre Auflösung: zugleich mußte auch das Bctlokal wegen Abbruch des ganzen Hüuscrkomplcxes aufgegcbcn werden. Auch diese Schul hatte seit jeher Beamte: 1744 amtierten dort TIsracl Löbcl aus Glogau als Kantor und Israel Gabriel als Aufwärter. 1778 wurde nach dem Tode des Schulsängrxs Israel Löbcl der Lissacr Jude Michael Salomon Bloch sein Nachfolger. Er erhielt von der Schul ein, monatliches Gehalt von 4 Rtl-, wozu aber noch. 3 Rtl. monatlich aus der Gcmeindckajse kamen, „iveil er Beysihcr in geistlichen Sachen beym Landrabbincr seyn solle." 1856 amtierten dort I. Saloczinski (als Borbetcr) und Jacob Tauchkcr (als Aufwärlcr). j 7) Stammbaum der Fan). Littaucr, bcarb. von Dr. Hcppner, im Besitz der I. K.-D.-A. Breslau. i 75803142

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