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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1934-04-01 · 4 (4.1934) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
11 (1934)
Issue
4 (4.1934)
Date
1934-04-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Nr. 4 Breslauer Jüdisches Gemeindeblatt 6 ToOe non hrmi 3ufllpt Qaloman kolW schreibt uns der Nel.-Lib. Verein der Synagogengemeinde: Am 18. April d. Tlhs. ist Herr Iustizrat Saloinon .Malisch in Haifa, wc> er zu Gesuch bei seinen Kindern weilte, plötzlich verschieden. Ein treuer, nie versagender Kämpfer und Führer nnscrcr rcligjiös-lideralen Bewegung ist mit , ihm dahingegangen. Hustizrat Kalisch schloß sich schon in jungen Jahren den Mänstern an,' die unbeirrt den Weg gingen, der sic gemeinsam mit einer immer wachsenden Schar tmserer Glaubengenhssen zur Verbundenheit mit dem Judentum als der religiösen kulturellen und geistigen Ouclle ihres Seins führest sollte. Begeisterte Liebe und »merschütterliche Treue zum Itudentum zogen ihn m, glcichsiredenden Männern! hin, wie Dr. Carl Reich, Prof. Wohlauer »md Einil Waldstcin, deren Wirken unvergessen ist. 7!m glcichcit Streben mit diesen Männern setzte Nustizrat Kalisch seine .Kräfte und Fähigkeiten dafür eilt, um dem dentschen ^ndcntum den! Weg zu bahnen, auf dem er führend voranschritt: „DeifWeg des religiöseit Liberalismns". Viele Tätigkeitsgebiete der Gemeindeverwaltung, sei es die Ausgestaltung des! Gottesdienstes, ilugenderziehung lind Religionsunterricht, Wohlfahrtswcftch oder Vetrcllung der Provinzgemeinden verdanken ihren Aus- und Aufbatl der verairtwortuilgsbewukten, tatkräftigen Mitarbeit und der richtuilggcbenden .Initiative des Verstorbenen. Tlnstizrat Kalisch wuchs in eitler Feit hieran, in der das Tludentum weiten j^rcisen der jüdischen Tugend als veraltet und überlebt erschien, feilte Treue und An» bänglichkeit zum angestammten Väterglauben bjefähigten ihn, sich diesen Ieitströmungen enfgegenzustellen und in der Aufbauarbeit innerhalb der religiös-lideralen Bewegung eine Renaissance des Tilidentums herbeizuführen und dabei dank der reichen Fähigkeiteil seines Herzens und Geistes an führender Stelle nntzuwirjken. Aus der klaren Erkenntnis heraus, daß.rücksichtslose Kritik Veraltetes vonl Lebendigen scheide»» müsse, damit' das Judentum als geistige und religiös-sittliche Kraft wirken )önne, arbeitete er innerhald seines Freundeskreises am Ausbau des Ideengehaltes und der Organisation des religiösen Liberalismus. Die Echtheit und Größe der Empfindungen, die ihn mit dem Judentum verbanden, äußerte sich darii», daß er seinen Weg unbeirrt von Schwierigkeiten, Rückschlägen.und Anfeindungen vorwärtsging und doch niemals zum einseitigen fanatischen Partcimann wllrde, für den außerhalb seiner Anschauung nichts Geltung und Berechtigung besitzt. Seine wahrhaft religiös-liberale Auffassung vom TMdcntun» und von der Stellung des Einzelnen z»>r Gemeinschaft zeigte sich in voller .Klarheit, als Kalisch im iMhre 1917 in die Gemeindevertretung einträt. Rieinals hat er weder^ als Mitglied, noch späterhin als Fraktionsführer der religiösliberalen Partei den Blick für das Wohl »md die Erford.er- - nisse der Gesamtheit sich durch einseitige Parteiinteressen trüben lassen. Stets war er Zlir Stelle, wenn der Ruf an ihn erging, um sich »nt seiner gavzeil .Kraft für die Aufgaben ein^usetzen, die ihm gestellt teuren. Dieses Verantwortungsbewußts'eisl erfüllte ibn >owobl als Mitglied des Gemeindcvorstandes, den» er bis zum vorigen sichre angehörte, in der schwierigen »nid ardeitsreichen Stellung als Vorsitzeilder des Bezirksverbandes der nieder-. schlesischen Gemeinden, aus der ihn der Tod abberufen hat, wie überhaupt in jedem Amte, in das 'ihn das Vcr- .trauen fz'lner Mitmenschen berief. /'_ Das Andenken an chllstizrat Kalisch wird in der Ge-, lnciildc sortlcbcn. Es wird seine Freunde auspornen, ihm 0d»t, SlldfrUchl», PrlsehgernUs«, E«Inko»t, Lobsnsmlttvl, Kolonialwaren, Palästina-und andere Weine, liefert die alte ^irma! Jacob Sperber Nadifl., Garfensfr. 40 Bestellungen — auch telefonisch unter 263 25 — werden rasch frei Haus erledigt. Recha Spitz Zur Belieferung von Lebensmittelscheine/i )des Jüdischen Wohlfahrtsamtes zugelassen. 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