Mannheim
Compact Memory

Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1934-04-01 · 4 (4.1934) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
11 (1934)
Issue
4 (4.1934)
Date
1934-04-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3970005-7569528-7569725--1905-3971776
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 4 3 Breslauer Jüdisches Gemeindeblatt ' befand sich dieses in dem Gebäude des alten Fracnckel'schcn 1 Hospitals auf der Antönienstrahe. Bald nach seinem Eintritt in den Vorstand ging Eduard Sachs daran, nicht bloß die hygienischen Einrichtungen! des Hospitals zu verbessern, sondern auch das Tätigkeitsfeld der Anstalt weiter auszu- .bauen. Als im Jahre 138!) die Israelitische Waiscn-Verpflegungs-Anstalt, die bis dahin im Hospital untergcbracht war, in ein eigenes Grundstück nach der Gräbschencrstraße übcrsiedclte, wurden die src» gewordenen Räume angckauft und als eine dem Hospital angegliedcrtc Alters- und Sicchcnanstalt eingerichtet. Im Hospital selbst wurden weitgehende Reformen durchgcführt und es gelang dem persönlichen Einfluß des Herrn Eduard Sachs, die. hierzu erforderlichen Mittel durch Spenden edler Wohltäter aufzubringen. Die Angliedcrung einer Poliklinik, iti der Patienten ohne Ilntcrschieh der Konfession unentgeltliche ärztliche Betreuung fand«!», war gleichfalls das Werk Eduard Sachs. Aber dieser seltene Mann kannte keinen Stillstand, da seine unermüdliche Arbeitskraft und sein rastlos schaffender Geist insmer neue Aufgaben sand> die er in den Dienst der Menschlichkeit stellte und zu verwirklichen wußte. Seinen freundschaftlichen Beziehungen , zr> dein unvergessenen Philanthropen, Herrn Rittergutsbcsitzer Julius Schottländ>jr wgr es zu verdanken, daß dieser onf dem Gelände an der ^kirschallec die 70 Insassen V Platz bietende Israelitische Altcrsvcrsorgungsanstalt errichtete und dein Krantenhause als Geschenk zur Verfügung stellte. Im Frühjahr IS97 konnte dieses schöne Heim seiner Bestimmung übergeben werden und der von diesem Haus ausgehende Segen jst seitdem für zahllose Altersschwache und erwerbsunfähige Glaubensgenossen zur wahren Wohltat geworden. Aber auch die verbesserten Räume im Fraenckel'schen Hospital auf der Antonienstraße konnten den sich stets steigernden Ansprüchen moderner Medizin und Hygiene nicht! mehr genügen und so erkannte l Eduard Sachs immer mehr die unbedingte Notwendigkeit, ein neues inoderncs jüdisches Krankenhaus an einer anderen Stelle zu errichten. Mit nie versagendem Optimismus,/ mit außergewöhnlicher Begabung und seinen bis in alle Einzelheiten durchdachten Plänen ging Herr Eduard Sachs, unterstützt von dem damaligen hochverdienten Primärarzt Gcheimrat Sandbcrg, an die Ausführung dieser großen Aufgabe und indem er cs verstand, zahllose edle Wohltäter zu heiliger Begeisterung für das große Werk der Nächstenliebe ju entflammen, überwand er rasch alle Schwierig- 1 leiten. Sein Appell an die stets bewährte Opfcrwilligkeit unserer Glaubcnsbrüder fand reichen Widerhall und rascher, als er cs selbst vielleicht gedacht, konnte Eduard Sachs an die Verwirklichung des Werkes Herangehen. So war es ihin vergönnt, den denkwürdigen 27. April 1903, den Tag dcr > Einweihung des neuen Krankenhauses, als einen Ruhmestag für die von ihm vertretene huinanitärc Gesellschaft rmd als einen hohen Ehrentag für sein segensreiches Wirken ju gestalten. Aber Eduard Sachs kannte kein Ausruhen auf wohlverdienten Lorbeeren, das durch feilte Tatkraft Erworbene zu festigen und zu mehren, war ihnt heilige Pflicht. Das neuh Israelitische Krankenhaus ait der Hohenzollernstraßc erfrejute sich dank des hervorragendeir Rufes der an ihm tätigen Aerzte und scitter : den modernsten Anforderungen Rechitung tragendeit Ein-.! richtungen bald eitler stark steigeitden Frequenz, sodaß i die bei der Eröffnung vorhandenen 120 Betten bald nicht inehr genügten. Fortgesetzte An- und Ausbauten und der schließlich im Jahre 1914 zur Vollendung gebrachte Neubau der gynäkologischen und Augett-Abteilung machten es möglich, die Bettcnzahl auf 305 zu steigern und so ein Werk zu vollenden, .das sich allseitigen Ansehens erfreut und itt dem viele Tausende von Kränkelt ohne. Unterschied der Konfession hingebungsvollste Fürsorge u^d Heilung gefunden haben. Mit Stolz uttd innerer Genugtuung, aber ' PALASTINA-AUf STELLUNG „EREZ ISRAEL, das Lanjd der Juden“ in Breslau - vom 6. bis 13. Mai 1934 in den Räumen des Vereinshauses H indenburgplatz 9 '] | «früher Reichspräsidenten platz)! Geöffnet täglich von 10—20 Uhr — (Sonntag, den 6. Mai, Besichtigung der Ausstellung erst ab 1 Uhr) -U-.—:-l—:- Oie verschiedenen Abteilungen zeigen in Bild, Wort und Skhrift — in Modellen und neuartigen plastischen Statistiken — Grundlagen, Entwicklung und Stand des jüdischen Aufbau-Wdrkes. — Eipe interessante und überzeugende Tatsachen-Bilanz in Bildern und Zahlen. Uhd mehr als das: Ein lebendiger Bericht über die schöpferischen Leistungen eines neuen jüdischen Geschlechts im eigenen Lande. — Zugleich ein Bericht von der Größe, der Stärke und der Leistung der zionistischen Bewegung. Bereits in Berlin, Leipzig u. Hamburg mit durchschlagendem Erfolge gezeigt! EINTRITTSKARTEN für Erwachsene RM. 0.50, für Jugendliche RM. 0.20, an der Tageskasse und im Vorverkauf bei Buchhandlung Brandeis, Karljstr. 7; Bücherdiele Kaiser-Wilhelm-Straße 21; Horwitz, Karlsplatz 3; Lichtenstein, Kaiser-Wilhelm-Str. 39 . und Palästina-Büro, Gartenstr. 25. ■ (Karten für Sonnabend, den 12. Mai, nur im Vorverkauf) Breslauer Zionistische Vereinigung

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.