Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 10 (1933)
- Issue
- 2 (2.1933)
- Date
- 1933-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 80% known words query
- IRI
…/3970005-7569526-7569715--1778-3971660- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 2 *> P rcslauer Jüdisches Gcnreindeblatt t Nach der Mitte des 19. Jahrhunderts ist das Thoraschild hinsichtlich seiner Formensprache nicht-mehr recht entwrcklungssäbia. Die stets vorkommcnden Säulen und die Umrahmung zeigen entweder klassizistisches Gepräge, oder, was noch häufiger ist, das des zweiten Rokoko. Für den deutschen Osten wird neben Breslau Berlin Herkunftszentrum dieser zwar prunkvollen, aber tvpcnmäßig erstarrten Thoraschilde. r ■Ä' aibb. Lhoraschild, Silber. aiK Arbeit eines jtiö. Solbscho i «estifiet im Srlindungsjahi i zu ßofcn 1717 nn diese n ' ,3ü£>i c ner : vosener Synagoge. ieds'Aiifang -IS. Zhrh. des..Alien Bethaute«" agoge.! che» Misseum, Breslau. jncxn I , Abbl 3 j ' Thorafehilb, Silber, au» der Synagoge «rotoschin. 3lld. Arbeit Anfang ly. 3HH>., bcvrMsche« Slisiunga- Salum ISIS. Zübifchc« Myseum, Breslau. Für den Thorazeiger, die!Aufsteck!er, die Kidduschbecher, ergeben sich innerhalb des ostdeutschen j Materials kaum Besonderheiten. Ihre Form erklärt sich hinreichend aus dem kultlichen Zweck. Bessere Stücke stammen auch hier von Breslauer Meistern. Die durch den jüdischen Kult und die jüdische Symbolik schwer deutbare Form des Beffonim-Türmchens findet ihre wahrscheinlichste Erklärung, in der Anlehnung an mittelalterliche Monstranzen des katholischen Kults, aus dem sich auch die Form der Leviten-Kanne und -Schüssel herleitet. Aus dem profanen Gebrauch der christlichen lhsnwelt stammen die Deckelhumpcn des 17. Jahrhunderts, diel nicht zu kultlicbem Gebrauch, sondern zu Zierzwecken in den Räumen der jüdischen Vereine und Brüderschaften bestimmt erscheinen. So ist jetzt ein gleicher Deckelhumpen, wie der in der Synagoge Heidelberg befindliche (vgl. Elisabeth Moses: Jüdische Kunst und Kulturdenkmäler, S. 169), aus einer östlich gelege ren Synagoge stammend, in die Breslauer Sammlung gekommen ((Inv. Nr. 858). Abb. r . Thorofchilb, Silber vcrgoldci, au« der Synagoge »rotoschin. mit Widdern und Lebitentanne. Arbeit de« Breslauer ivoidschiniebc« George rkabien ,1732—1772). - Jüdisches Museum. Breslau »w7%» Abb. 4 Habvalah^Decher au» & vtoschin. ©Uber bigolftct. ÄrbeU des Nürnberger Goldschmiedes Fran-!L)»schcr (17. Ihrh.) Als Hadda'ah-Decher IS4S gestiftet. Äüoisches Museum, HrcSlau. Ein besonders interessantes Stück profaner He dalahbecherder laut hebräischer Inschrift i diesem Zweck gestiftet worden ist. (S. Abb. als ein sogenannter Ananaspokal des im 17. I Nürnberger Meisters Franz Bischer, wie artikel Augsburger und Nürnberger Goldsch die Zunftstuben schmückten. So befindet fi| Museum ein ganz ähnliches Stück desselben dem Besitz der Fleischerinnung Alte Bänke zu kunft ist ein Hab- Jahre 1845 zu |.) Er erweist sich hrhundert tätigen iese als Cxportiede, sehr häufig im Breslauer eisters, das aus Breslau stammt.