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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1933-02-01 · 2 (2.1933) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
10 (1933)
Issue
2 (2.1933)
Date
1933-02-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Breslauer ■ ■■■■■ iiiiir/i AMTLICHES BLATT DER SYNAGOGENGEMEINDE ZU BRESLAU Schriftleitung: Verwaltungsdirektor Dr. Rechnitz, II Druck und Anzeigen-Annahme: Druckerei Breslau, Wallstr. 9 ' Verlag: Büro der Synagogen- Th. Schatzkg Aktien-Gesellschaft, Breslau 5, gemeinde, Breslau, Wallstr. 9 » Telefon 21611/12 U Neue cSraupenstraße 7 - Telefon 24468 u. 24469 Anzeigenpreis: Die - gespaltene IMMmeter-Äeile ober deren Raum iS Pfennige — Bei laufenden Aufträgen Rabatt »»»»»»»»»»»»«>«>««»«« >»>»«»« »»»»»»««»««»««»»>««»»«»» »»»«»»«»»»»»»«»I »»»»»»»»«»«>»»»««»»»«»»»»«»«»««»»>«»»»«»»««»« »««»«»»»»»»»»»» QFBt die unter dem Ramen des Verfassers erscheinenden Arttlel und die Dereinsnachrichtrn llbemehmen wir nur die pressegesetzliche Verantwortung 10. Jahrgang!! Februar 1933 Nummer 2 Zur Stilgeschichte jüdischer Rultgeräte. r Ergebnisse eines Vortrages, gehalten im Verein Jüdisches Museum, Breslau, von Dr. Ernst Scheyer. Eine Gruppe von Goldschmiedearbeiten aus östlich von Deutschland gelegenen Genieinden (jetzt im Jüdischen Museum, Breslau) gibt erneut Gelegenheit, die Frage nach der Stilgeschichte jüdischen Kultgeräts zu stellen. Der Kunsthistoriker tritt hier an die Seite desjenigen Forschers, dem Kultgeräte in erster Linie Dokumente!zur Geschichte des Judentums sind. Mit dem Apparat seiner Wissenschaft geht er unvoreingenommen an die Objekte jüdischen Kults heran und sucht Herkunft und Entwicklung der Form zeitlich genau festzustellen. Die Hauptschwierigkeit, die sich iom hier cntgegcnstellt, ist die, daß sich größere Entwicklungsabläufe nicht übersehen lassen, da sich lückenlose Entwicklungsreihen im Falle des jüdischen Kultgeräts erst seit dem Ausgang des 17. Jahrhunderts ergeben. Dazu kommt noch, daßstch eine solche Forschung zunächst nur auf landschaftlicher Grundlage durchführen läßt. Erst viel später werden die Einzelergebnisse der kunsthistoriscbcn Forschung, wie sie jetzt für das Rheinland, für Hessen, Schlesien usw. vorgcnommen werden, zu einer Gesamtgeschichte des jüdischen Kultgeräts in Deutschland zusammcngefaßt werden können. Die oft sehr aufschlußreichen hebräischen Stifterinschristen.können dabei nur als Bestätigung, aber nicht als Grundlage einer Forschung dienen, die in erster Linie vom Stilbefund, dann — im Falle des Goldschmiedegeräts, — von der Meistermarke, der Beschau, dem Stempelmeisterzeichcn auszugehcn hat. Diese letztgenannten Merkmale können jedoch nur für diejenigen jüdischen Kultgeräte herangezogen werden, die von christ- , liehen Meistern stammen, was allerdings für die überwiegende Mehrzahl zutrisft. Aber wir wissen ja aus sichersten Quellen — so z. B. für die Provinz Posen hat das Bernhard Drilling nachgewiesen —, wie verbreitet ein „unzünftiges" allerdings bescheidenes Goldschmiedehandwerk innerhalb des jiidischen - Teiles der Bevölkerung war. Run findet sich z. D., aus der Provinz Posen stammend, eine Gruppe von Thoraschilden des 18. Jahrhunderts, die alle Merkmale jüdischer Handwerkerherkunft tragen: das naturgemäße Fehlen aller Stempel (wo sie Vorkommen, sind sie Nachahmungen christlicher Meisterzeichen), die sehr schlechte Qualität des Silbers, die bescheidenen Ausmaße, das ursprüngliche Fehlen des Kästchens für sdie Aufnahme der auswechselbaren Festtagstäfelchen, der Mangel an Ornament. Wo die uralten (seit dem 3. Jahrhundert n. Ehr. bekannten) jüdischen Symbole, wie etwa die Löwen oder die Säulen Iachim und Boas, vorhanden sind, erweisen sie sich als unbeholfene Wiederholungen westdeutscher Vorlagen. (S. Abb. l.) Die Formcnsprache des Thoraschilds hat sich mit Benutzung der eben genannten und anderer jüdischer Symbole als Arbeit christlicher' Goldschmiede des 18. Jahrhunderts ausgebildet, da ja nur diese einer Zunft angehören konnten und die Ausübung des Gewerbes an die Zunft gebunden war. Den wichtigster: Beitrag jüdischen Kunstwollcns werden jedoch stets die vom graphischen Standpunkt aus herrlichen hebräischen > Schriftcharaktere darstellcn. Cs ist also eine Zusammenarbeit des jüdischen Bestellers, des jüdischen Petschiercrs und des christlichen Goldschmieds in der Mehrzahl der Fälle anzunehmcn. Daneben kommen aucb Goldschmiedearbeitcn. von beachtlicher Qualität vor, die inschriftlich als - jüdische Arbeiten gesichert sind, aber trotzdem die Stempel'eines christlichen Zunftmeisters tragen (vgl. Hinhe: Katalog, S. 53, Nr. 208). Als inschriftlicher Beweis für jüdische Goldscbmiedearbeit ist. auch die Be-' zeichnung auf der Spitze einer 1681 datierten Tborakrone aus -einer Synagoge in der früheren Provinz Posen stammend, anzusehen: „Eleasar, Sohn des Salom, Goldschmied" (Jüdisches Museum, Breslau, Jnv. Nr. 749). Wir kennen für das schlesisch-poscnsche Material, das wir für das 18. und 19. Jahrhundert bei dem engen Zusammenhang der jüdischen Gemeinden in diesen Provinzen auch gemeinsam behandeln können, an Hand der Stücke im Breslauer-Jüdischen Museum, nun schon eine ganze Reihe von christlichen Meistern, die als Spezialisten für den jüdischen Kult gearbeitet haben, so die Breslauer George Kahlert (1732—1772), Karl Friedrich Korok (1835—1858), Karl Julius Gottlieb Weiß (1841—1873). Die von Breslauer Meistern stammenden jüdischen Kultgeräte dieser Zeit, die sich vielfach in östlich gelegenen Synagogen finden, haben meist vorzügliche Qualität, weichen jedoch stilistisch und hinsichtlich ihrer jüdischen Symbolik von den westdeutschen Stücken nickt ab. (S. Abb. 2 und 3.) Das Vorkommen menschlicher Figuren, wie die des Moses und des Aron auf Breslauer Thoraschildcn, ist. keineswegs durch die jüdische Tradition zu erklären, sondern geschieht in Anlehnung an Titelkupfer etwa holländischer Ausgaben des Alten Testaments, wie sie christlichen Goldschmieden Vorlagen. Haben Sie schon für -je d}C Hot gegeben? 1 Wenn ja, — dann herzlichen Dank! Wenn nein, — wo bleibt öie Speo-e? Postscheckkonto des Jüdischen Jüdisches Wohlfahrtsamt Wohlfahrtsamtes Re. SSSS Eanitätsrat vr. Bach .Paula Ollen dorft 7834

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