Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 9 (1932)
- Issue
- 10 (10.1932)
- Date
- 1932-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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114 re»taaer Jüdische» fflr meln6eblaff S!r. 10 Metrik, die Lmnmetrie und Affymmetrie der Diktion ist berücksichtigt, so daß die musikaliscbe Form ni<j)t die Wortsorm sinnlos zerstört, sondern aus ihr herauswäcbst^ Gegenüber diesen grundlegenden Eiaenschasten des Werkes erscheint die Betrachtung des absolut mustkalischeir Wertes nicht so wesentlich. Lcbalit steht musikalisch mis der Grenze zur??loderne, er vermischt Mufforgsks mit den Kirchenkonarten und erreicbt dadurch eine gawz eigentümlich weibevolle Ltimmuna. Als besonders gelungen seien der Einganctschor, der l'cho dandi lind der .hascbkiwenu dervorgeboben. Dsr Lolopart des Borbeters ist besonders reich und dankbar bedacht. Oberkantor F o b n, der sebr schön sang, und der verstärkte Cbor der Lmiagoge unter Leitung des dimstältcstcn Cbordii!igenten Alexander W c i n b a u in gaben das Werk eindrucksvoll wieder. Dr. O s k ä r G »4 t m a n n , Berlin. ve^ Religionsunterricht an die >cbulpslicdkiae Fstaend bat 'ich erfreulicherweise weiter günstig entwickelt. Fm Soinmerbalbjabr 1952 beiucbtcn die Reliaionsunterrichts- Anstalt II mit ibren Z^veiaannalieii Süd und Nord insgesamt 5» >5 Binder: die -Neliaionsuinerricbts-Änstalt I mitj ihrer Zjveiaanstalt Süd unterrichtete einschl. des ,vortbildl»lgskursus 2»4 Binder. An 4 Stadt. Volksschulen 4äiu die Stadt dnrcb ihre jüdischen Bolksschulledrer Rcligionsunterricht erteile». > Fwei schwerhörige Kfinder Iaht die Gemeinde durch den geprüften-TaubWtummenlehrer, P-aiienhausdirektor crolodzinski, in einem besonderen Rurichs in jüdischer 2-eliaicjn unterweisen. Vlehr als?>»> .Binder der jüdischen Volksschule und Reform-Real-Gyinnasn»u er halten dort jüdischen Religionsunterricht. Allster diesen Unterrichts einrichtungen. bei denen chicb Kenntnisse;i» der hebräischen Sprache rer miitelr »'erden, ist an »strst allen höhen.'»: Lehranstalten Unterricht in jüdischer Geschichte und . Religion eingerichtet (ohne Unterricht in Debräiich). Tas Festrede» der Gemeinde ist cs, auch das lebte schulrilichtiae Kind siir den jüdischen Religlonsuisierericht zu erlassen. Es irird aüf das Veritändiris der Eltern gerechnet, die Gemeinde hierin ralkraitia ü» unterfrühen» trenn auch manchmal d: l.nterricbts oder der Religionstinterrichts-Anstasr teilen iür das Kind cur Folge bat. sTie »interrichts Anstalten, die Herren Rak-binor Tr. 4obn, und gern bereit, diel Elter» hierin lachmaitniich ru beraten. Frankfurt — Einel vergleichend« ' 2.'c>ti' Dr. D u g o d> <3 ch Der Haushaltsplan her Breslauer Synagog kat-<r.tr :r Besuch des 7celigionsgewine Unbegüemlicb- Lstiter unserer öteligionsänger und Tr. Simoni.'.iltungsiabr 1932/33 ist mannigfacher Kritik ausciesctzt gewesen. Es dürfte -I *) Die Etatperiodcn 'laufen vom 1. April halber wird immer nur die Hauptjahreszahl ang. **) Abschlüsse für 1931/32 liegen noch nicht nicht unerheblich unter den Sollziffern der Addieren wir alle Gehaltsposten aus dem Breslauer Etat und stellen sie dem Frankfurter Kapitel „B e s o l d u n g e n" gegenüber, so ergeben sich folgend^ Gesamtsummen: Ergebnis 1930 Voranschlag 1931 Voranschlag 1932 Franks» rt. 393 329 576 382 469 866 Brcsla». 686918 608059***) 411364 Danach ist die Gesaniksuminc der Gehälter in Breslau ursprünglich eine größere als in Frankfurt. Das erklärt sich daraus, daß Frankfurt keine eigenen Unterfi htsanstalten hat, sondern lediglich Anstalten subvcntiloniert. Durch den etheblich stärkeren Gehalts- und Personalabbau in Breslau ist das Gchaltserferdcrnis jetzt um 58 000 Bl. niedriger. (Bei den Gehältern sind nicht mitgerechnct die Löhne für Arbeiten auf den Fr edhöfcn, die Frankfurt nicht zu den Besoldungen rechnet, sondern gcsonhc:t angibt. Sic haben in beiden Gemeinden ungefähr dsc gleiche Höhe. E > fällt auf, daß Ruhegehälter und 38 i t »v c n p c n s i o n c n in Fräv kfurt »vcniger Aufu'endungen erfordern, als in Breslau. Das hängt mir de, i früheren höheren Gehaltserfordernis zusammen. Die Ist-Angabe für I960 fehlt im Frankfurter Etat, für dieses Jahr ist dort nur die Gesaintsumme t>cc Gehälter einschl. Pensionen angegeben. 3m llcbngen ergibt sich folgend») Insammcnstellung: Ergebnis-1930 Frankklüt:?cuhe zehälrer ... 2 Witir engehältcr . . 2 Reim n u. llntcrstiN!. I 250!zusamnicn ... 2 Breslaij Ruhegehälter ... 49 492 Witt» engcider ... 26911 Gnädenbezüge ... 15 228;’i »sgcsamr ... 91 631 Es ist kaum möglich und sicher nicl't Voranschlag 1931 29 760 42 713 I 250 73 723 Voranschlag 1932 22 067 36 096 I 250 59 413 53 216 24 724 14 835 92 775' erwünscht, ctn'a grade *) 44 190 25 805 16 748 86 745 bei diesen P.'sikidiien des Etats eine nachträgliche .Kürzung cinlreten zu lassen. Frankfurt hat 4 G c m c i n d e s y n a g o g c n, 3 große und eine kleine, Breslau deren nur zioei. Frankfurt hat 5 R a b b i n c n, ciucn Rabbinatsasscst'or und einen Gefängnisscelsorger, Breslau hat nur 4 Rabbincn und einen Dänin! (Oberaufsichtsbeamten). In Frankfurt wird die Oberaufsicht von einem dazu bestimmten konservativen Gemcinderabbiner und in seiner Vertretung dem ihm unterstellten Rabbinatsassessor besorgt, für dijsc Beamten ergeben folgende Fahlen: Frankfurt: ,'31 Gehälter.Angabe fehlt au. die. e l. .'»gemeinde für das Vermit einem solchen einer deren jüdische Seclcnzahl daher von Interesse sein, Fiesen Etatvoranscblag anderen deutschen Großgemeinde zu vergjeichen, nicbt sehr von der der Breslauer Gemeinde abirjeicht. Während Brcsla»» nach der letzten Volkszählung 23 440 jüdische Stelen hatte, hatte Frankfurt a. W. '29 666. von denen aber ein Teil nicht zur „Israelitischen Gemeinde" gehörte', sondern 'sich als „Religionsgcshllsabafk" von der Hanptgcmeinde separiert hat. ,Dig Zahl dieser beträgt ctnia ein Sechstel der Gesamtseelenzahl. Fichen »oir dieses Sechstel ab, so ist kgine große Dificrcnz mehr gegenüber Breslau. ' . Bei dem Versuch cinls Vergleichs,der bÄdeu Danshaltsplüne ergeben sich indes einige Scbivierigkeitcn daraus, daß der Etat der Frankfurter Gemeinde nach etwas andere»« Grundsätzen aufgeskellr iit, als der der Breslauer Gemeinde. Bor allem »oeroen die Vergleichsmögli hkciten dadurch crsch»»'erk, daß Frankfurt sämtliche Genältevunter einem beson! -eren Titel „Besoldungen" unrepgebracht hat, »i'as-ja cmen interessanten lieber blick gibt und im-llebrigc» in dtm Breslauer Etat in Fukunfl auch noch neben den bisherigen Eraltitel»;usamn»cngcitellt »vcildcn könnte. An sich is' aber die Breslauer 7l1crhode, die einzelnen Gehälter bei den einzelnen Haushaltsplänen anzugcben, 'sachlich begründeter, da sie ^ine schnelle genaue Feststellung der Erfordernisse der einzelnen Etatzu-eige, »der zur Erfüllung der einzelnen Aufgaben der Genzeindc nötigen Aufwendungen gestattet. Es ist also nicht möglich, einfach die^dknzelncn Etattitcl in dtn beiden Plänen gcgenübcrzustellen und daraus einen Schluß zu ziehen. Gegenüberstellen können »vir jedoch zunächst einmal die Zuschuß- Solls der beiden Etats (also Ausgaben abzüglich Einnahmen ohne Steuereingänge): ■■ UJB ' Ergebnis 1930*) Voranschl. 1951**) Voranschi. 1932 Frankfurt ...... I 363526.10 d 239 777,- 913 924,11 Breslau .1044 070,05 950 683,27 745 472,22 Danach bleibt also Dqeslau trotz des nur geringen Unterschiedes in der in Betracht kommenden jüdischen Devölkerungsziff!r in den Gesamtaufu'endungcn für die Gemeinde ganz erheblich hinter £ Frankfurt zurück (was sich -schon aus der geringeren Steuerkraft von Breslau erklärt). Aufwandsentscbädig. zusamincn . . . 74resla»t: Rabb.-Gchält. cinsci'l. OlufUcandsentschädig. Dajstf» ...... -chsammen. . . desgl. 61 164 .7 888 69 052 .110 186 3 000 113 186 58 >^24 7 490 66 414 Die Besoldungen Voranschlag 1932 85 235 3 000 88 235 48 849 6 571 55 420 Also ist lBreslau erheblich »»'eiliger als in Frankfurt. ß!a n t o r c n: Frankfurt bat insgesant 7 Kantoren, von denen 4 als Lehrer-Kantoren aufgeführt »r'erdon. Diese haben durch OlbleistuNg der vorgcjchricdencn Lehrerprüfungen die Befähigung zum Erteilen von Religionsunterricht erii'orben und erteilen auch solchen. Breslau hak demgegenüber 4 Kanitorcn, die nur als solche fungieren. Rur der eine Oberkantor erteilt einige Eirunden talmudischen llnterricht an der Religionsschulc I und der eine zweites Kantor fungiert auch als Aufsichtsbeamter und Geflügelschächter. Die Ae oldungen stellen sich »vie folgt: Ist 1930 Voranschlag 1931 Voranschlag >932 Franksnu.nicht angegeben 62 334 54 014 Lreslc u . 41 592 39 891 52 173 Von den Fahlen für Frankfurt wäre nach dem oben Ausgcführten ein Teilbetrag'für die Erteilung des Religionsunterrichts abzusetzcn, der aber schu'er zu errechnen ist. Dann erst könnte man einen Vergleich zu ziehen »'ersuchen. £ir> n a g o g c n. > - Frankstirl: Hauptfynagogc . . Ist 1930 Voranschlag 1931 Voranschlag 11 063 I I 000 9 000 am Börneplatz . . 33 000 32 500- 27 000 Westendsnnagoge . . 27 025 27 000 20 000 Syn. Dockcnheim . 2 155 2 500 I 500 zusammcn . . Breslau: 73 243 73 000 57 500 Alte Synagoge . . 21 517 20 000 16 000 Reup Synagoge . . 25 537 27 000 21 000 z»»sainmen . . 47 054 47 000 > 37 000 b s 31. März. Der Kürze «zeben. o >r. Sie dürften allgemein Voranschläge liegen. Die sonstigen Einnahmen in den Synagogen, also Mizivothgeldcr, Einsegnungen und Trauungen, sind anscheinend in Breslau ct»»>as höher als in Frankfurt, doch ist aus dem Etat nicht deutlich ersichtlich, ob in'beiden Gemeinden dasselbe unter diesen „Sonstigen Einnahmen" verstanden wird. Die Beträge sind im Acbcigcn nicht so hoch, als daß eine eingehende Darstellung lohnte. ***) Tatsächlich ausgegcben wurden 572 304 RM. f^**) Tatsächlich ausgegeben wurden 89 003 RM.