Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 9 (1932)
- Issue
- 8 (8.1932)
- Date
- 1932-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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■/; Areslauer Jüdisches Gemeiadeblalk Nr. 8 Oiabbincrn dafür, daß sie zur Erreichung dieser Ersparnisse aus die ihnen zustebendcn ilnterricbtshonorare zugunsten der Gemeindekasse verzichtet haben. — Zu der Mitteilung des Vorstande-, daß zum stellvertretenden Vorsitzenden an Stelle des verzogenen Herrn Hosfmann Herr Rechtsanwalt Tr. Tienst- . fertig einstimmig gewählt worden ist, meldet sich Schlesinger lkons.) zum Wort, jedoch wird die Angelegenheit nach der Erklärung de- Vorsitzenden des Vorstandes, daß der Vorstand in »öffentlicher Sitzung hierzu keine Stellung nehmen,könne, in die / geheime Sitzung verwiesen. — Tie Vorlage über^die Gehaltskürzungen der höheren Beamten bittet Jacob sobn (V. P.) in ösfentlieber Sitzung zu verhandeln. Ter Vorsitzende Peiser verliest hierauf folgende- Protestschreibcn der vier Rabbiner und de- Verwaltungsdirektors: „Tie Unterzeickineten. geben tbrem tiefen Bedauern Ausdruck, den die Frage der Herabsetzung ihrer Gebälter in öffentlicher Sitzung - der Gcmeinbcvertretung erörtert worden in. Wahrend es sonst feststebender Brauch ist, jede Personaiangelegenheit, auch die! geringste Gnäbenbeibilse, in gebeimer Silziuig zu beratgn, ist — obne vorherige Berbandluna mit uns - - von dieier allgemein geltenden Gepflogenbeit abaeaangen worden. -Tie Wirkung auf einen Teil der Zuhörer mustte eine aufreizende, unser Anseben und unsere Würde schwer beeinträchtigende sei». Zur unsere Amtsführung aber bedürfen wir im fachlichen Interesse der Wahrung unseres Ansehens und unserer Würde durch die Gemeindekörperschastcn."??c c o c r (V. P.) betont, nicht um das Ansehen der Herren herabzusetzen, sondern gerade im Interesse dieser Persönlichkeiten iverde die öffentliche Verhandlung gewünscht, um die Oesfentlichkeit über die tatsächliche Höhe der Gebälter ''aufzuklürcn. Jedoch wird die Verhandlung in öffentlicher Sitzung abgelebnt. In der Geheimen Sitzung , führest diese beiden Punkte 31t. einer längeren 'Anssprache. > Bibliographie der jüdisch-schlesischen Literatur für die Jahre 1^30 und 1Y31. Fünf Jahre jüdisch-schlesische Bibliographie (1927—1931). Bon B. Brilinng, Breslau. Tie literarischen'Erzeugnisse oön fünf Jahren < lf>27—1931) umfaßt nunmehr die im Breslauer Jüdischen Genieindeblatt seit 1928 veröffentlichte Bibliographie der jüdisch-schlesischen Literatur. Ein wertvolles .Hilfsmittel für das Studium der jüdisch-schlestschen Beziehungen und die Geschichte der Juden ßn Schlesien ist damit!Wchaffen. Fast 400 Bücher und Artikel sind in d ese Bibliographie aufäegommen, die wohl fast alle in dies Gebiet gehör-nden in dieser Zeit erschienenen literarischen -Erzeugnisse aunveist.; | Tas Genteindeb alt, das sich seit jeher in den Dienst der engeren jüdischen Geschjchlsför chung gestellt'hat, verdient den aufrichtigen Tank aller interessierten Mr:iie für die Bereitwilligkeit, mit der es regelmäßig dicke io trocken eriche »ende Liieratarüberstcht brachte. Hoffentlich trägt diele Arbeit' dazu bei, Leier und Benutzer anzureqen, sich auch mit diesem scheinbar so germgfüg gen Gebiete der jüdischen ltzeschichte zu beschäftigen. älnleugbar hak bas Studium 8er jüdisch-schlesischen Heimatgeschichte in ■ilm letzten Jahr, n einen ziemlichen Aufschwung genommen und stärkeres Jnierekie ge unden. Davonzeugen! besonders die zwei Schüler- Jahresarbeiten. die in den letzten Jahren in Schlesien mit Hilfe des. Breslat er Gemeinde-Archivsverfaßt wurden, und die deswegen stier bstondcrs genannt^ seiest: Tie Arbeit des Franz L 0 e w n.» O d e r p r in a n e r a ins staatlichen katholischen G » ,11 n M i u in zu G l a n : 'S d i t r ä 9 Je z ll r Geschichte der Jude nA n G l a iz, I 3o und öle Arbeit von 2U b r i d) t J)Jj ii 11 e r, Oberprimaner ster S ch I a blr e n d o-r f f s-ch u l e zu -lein au an der Oder: B e trüge zun 'Geschichte der Juden in S Je i » a u a. d. O., 1930 31. Tie« fleißigen Arbeiten, die beide durch Photos und Zeichnunjsen^.inen besomders interessanten Anstrich erhalten, -verdienen NachahmünN weitesten!Kreisens Daneben wäre Noch auf idie Arbeit vost Tr. Heppner, Archivar der Breslauer Jüdischen iGemeinde, „Indische Persönlichkeiten in und aus Breslau", ein äußerst wertvolles Pachfchlclgewerk, die einzige größere Arbeit der letzten zstiei Jahre, ferner astf die Artikelfolge von Tr. W. Cohn „Mit jüdischen Augen durch üeistsche Lande" sowie auf die zahlreichen Arbeiten Äes Verfassern dieses Artikels hinzuweisen. Wir wissen, daß diese Bibliographie zut »eilen als ein unnützes Produkt non Stubengelehrkamkeit hetrachtet wird; st« ist-aber, wie jeder an der Geschichte der Juden in Schlesien Ii teressiene weiß, und . wie auch von nichrjüdischer fachmännischer Seite g »urteilt (ourde, ein äußerst wertvolles und unentbehrliches Rachschlagemit es 'für die jüdisch-schlefische Geschichte und alle Beziehungen der Juden z r Schlesien geworden. Als ein derartiges Hilfsmittel für alle ^Arbeiten, die sich mit solchen Stoffen beschäftigen, gvill diese be cheidene Zusammenstellung aller die jüdisch-schlesischen Bestehungen bet -efsendenj Druckschriften und Artikel gellen, deren vierte und fünfte Fol;e (für hie Jahre 1930—31) ich hiermit einer größeren Leser- und Benutzerschap übergebe ii, der Hoffnung, daß si» recht viel gebraucht werd: und ksadnrch ihren Zweck erfüll«.! 5 r schcmg folgt) <kptrl es pst Sclii leb g kst Heß?lot Presi 'Dro Mn pra Ei Der Keichsprästüent gegen nationalsozialistische echtungspläne und antisemitische Ausschreitungen^ Die Erfahrungen, insbesondere der letzten Woche, machten dem Eentralverein zur Notwendigkeit, dem Herrn Reichss «jsidcntcn ein Weißbuch vorzulegen, in welchem neben der ilderung ' des judenfeindlichcn Programms - der Partei glich rein a k t e n m ä ß i g und in rede», Fall utj ndlich belegt, alle jene Drohungen, Beschimpfungen unlj> abwürdigungen wiedergegeben sind, die maßgebend^ ionalsozialisten gegenüber der jüdischen Gemeinschaft ii| sse und Versammlungen ausgesprochen haben. De, Hungen seien die bekannten Terrorakte gefolgt. Ter Herr Reichspräsident bat durch Herrn Staatssekretär ißncr hierzu folgendermaßen Stellung genommen: „Tas Schreiben des Eentralvereins deutscher Staatsbürger! jüdische» Glaubens und die diesem beigesllgte Materialsammlung bat dem Herrn Reichspräsidenten Vorgelegen. Ter Herr Reichspräsident, der jeden Betsuch einer Eins scbränkung der vcrsasstingsmüßig politischen und religiöse» Rechte deutscher Staatsbürger und die .von Ihnen mitgeteilie» Aus) fchreitungen jüdischen Reicbsangehörigen gegenüber lebhaft misst billigt und bedauert, bat das Schreibe» und die Anlage» dem Herrn Reicktsminister des Innern zur Rachprüslnig zugeleitet. Mit dem Ausdruck vorzüglicher Hochachtung 1 gcz. Meißner." > Heber den Inhalt des Weißbuches, das dem Herrn Reichst 'idente,! vorgelcgt worden ist, erfahren wir noch folgende rzelbeiten: Aktenmäßig ist das gesamte judcngegnerisct)?«L:DAP dargestellt, angefangcn beim Parteiprogramm und Schr Bombcnattentaten isttum und abgeschlossen mit den neuesten auf kleine jüdische Geschäfte in ostpreußischen und fischen Städten. Zitate aus Hitlers „Mein Kampf", aus stbbels „Kampf um Berlin" und aus anderen Büchernß itlich wiedergegebcne Stellen aus Versammlungsreden aller jonalsozialistischen Führer, in der Hauptsache Reichs- und dtagsabgeotdnete, leiten über zu Inhalts« „gaben kleines ^aterstücke, die von nationalsozialistischen Spieltrupps in Deutschland ausgeführt wurden, zu istpfliedern wie dem vom „Iudenblut, dae Material der tten von SAvom Mcssei itungcn zeigen und „Ter An- Stürmcr" oder uachsteben. Für grvsstl das auck kani» . mit Stichproben aus nationalsozialistischen Zc die „Rationalsozialistische Korrespondenz" " im Inhalt dem berüchtigten Rürnbergrr , „Tonauboten" aus Ingolstadt keineswegs Studium nationalsozialistischer „Arbeitsmethoden" ist der «tusfolgende Boykott-Teil interessant und schließlich zeigen Anträge im Preußischen Landtag vor allen Dingen die rordentlich zahlreichen Ausschreitungen, die die weitaus e Seitenzahl in dieser Zusammenstellung erforderten, .wo der Weg nationalsozialistischer Iudenseindschast gebt. Ter Eentralverein bat mit dieser Denkschrift IXaterial Kennern der Verhältnisse nicht unbekannt war, das aber 'von Einsichtigen in seiner Tragweite vielfach nicht er} t ist, in einer authentischen Darstellung vorgelegt und daeine historische Ausgabe erfüllt, die ihm als Verteidiger der; dhtc der deutschen Juden zukommt. -JU rechi weg es Fratz gend in furcht Hier will moi gef Jln die jüdische Jugend. Zugendberajungsstelle des Ortsausschusses d Jugendverbände. Seit einiger Zeit besteht in Breslau, voi selbst geschaffen, eine Jugendberatungs erfolgreich gearbeitet und manchem von 1 aus seiner Ratlosigkeit gezeigt hat. Wir w .., viele unter uns gibt, die es nicht wagen >en ihren (Eltern oder Erziehern anzuvertic en, verlacht, verachtet oder mißverstand«, will unsere Jugendberatungsstelle helfend neutralen Boden, menschliche Nähe ui ig^lichkeit scha ssen. Niemand wird dort nach kein Fbemder erfährt gegen euren^ Wi!l noch rügt. und I r jüdischen der jüdischeij teile, die schon ,s einen Aus,- issen aber, daß sich mit ihren auen, weil si^ i, zu werden, eingreisen, Ausspracheieinem Namen en etwas vo^r