Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 8 (1931)
- Issue
- 6 (6.1931)
- Date
- 1931-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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' Nr. 6 Bteslauet Jüdisches Gemelndeblaik 83 Jüdische Tuberkulose-Fürsorge (Beratungsstelle) rr> . Hlstarperein. Der Schwimmverein Ihabc gegeii 300 Mitglieder. Seine Subvention von 75 RM. stehe in keinem Verhältnis zu der des Bar-Kochba von 800 RM. Dr. Schlesinger »sünscht Erhöhung der Beihilfe für das Rehdigerheim, die im Vergleich zu der des Israel. Waisenhauses zu klein sei. R.-A. N o t h m a n n wünscht vollständige Trennung der Iugendnn auch diesmal die Jugendfürsorge Er beantragt ferner den Abstrich rückgängig zu machen. fürsorge vom Haushalt der Fürsorge, w> einen getrennten Abschnitt erhalten hohe von 30 000 RM. beim Wohlfahrtsamt Es werden sämtliche Aenderungpanträge abgelehnt mit Ausnahme des Antrages Korn über die! Subvention für den Schwimmverein. Dieser Antrag wird nach einer Gcscväftsordnu igsdcbatte auf Vorschlag von Herrn 4 R.-A. Iacobsohn an die Etatskommisson verwiesen. Der Haushaltsplan Wohlfahrtsamt wird darauf angenoim ien. Dr. Meyer referiert jütcr den Haus.,altsplan für das Jugend- und ' Lchrlingsheim. Er wünscht Aufklärung über die Einnahme von 9000 RM. für die Verpflegung der Lehrlinge und bittet 7>ic Ausleihung von Büchern aus der Bücherei nach Haus zu ermöglichen. Frau Öllendorff trägt Bedenken gegen diese Ausleihung, solange die Disziplin der Jugendlich« i in dieser Beziehung zu wünschen übrig lasse, i Sie gibt ferner di« gewünschie Auskunft, durch ivelche Beiträge öffentlicher und privater Stellen die Verpflegung der Lehrlinge bezahlt rverde. Der Haushaltsplan wird hierauf nngenommjen. ' Herr K ober berichtet über den Haushalt für die Alte Synagoge und regt Streichung der 100 RM. für den Schofarbläscr an. Dies fei eine Ehrentätigkeit, di« von sehr vielen Gemeindefnitgliedern begehrt werde. Dr. R e ch n i h erwidert, dah auch!die Elatskommission sich gegen diese Ausgabe gewandt habe. Si< wird dieses Jahr nicht gemacht werden. Er bitte aber wegen dieses kleinen Betrages ifichtalle Zahlen des Etats umzustößen. Herr Kober berichtet weiter über den Haushalt für die Religionsunterrichts-Anstalt I. Der Sparausfchuh werde sich demnächst damit beschäftigen, künftig hier Ersparnisse zu Erzielen. Zunächst sei die Ausgabe ' zwangsläufig. Der Etat fü d e Alte Synagoge und die Religionsunterrichts- . Anstalt I wird hieraus angeii 'ininen. \ lieber die höheren Leh anstalte» berichtet ebenfalls Herr Kober und empfiehlt Annahme des Ham haltsplangs. I.-R. Kali sch gibt nnncns des! Vorstandes folgende Aenderungcn bekannt- Die Einnahme ermäßige sich wegen des herabgesetzten städtischen Satzes auf 7 943 RM. Die Ausgabe» erhöhten sich wegen der auf 7600 RM. i erhöhten Beihilfe für die jüdsche Schule. » ' R.-A. Iacobsohn hält diese Erhöhung für unzw.eichcnd. Er erinnert an die Bestimmungen des Wahlkpmpromisscs und bittet um die Bewilligung de beantragten Srbvelnion hon 12000 RM. Rach Widerspruch von einigen Seiten macht Frau Dr. Rabin den Dermittlungsvorschlag auf Bewilligung von 9000 RM. Der Vorstand hält auch eine solche Erhöhung für untragbar. Direktor Silbermann beantragt Erhöhung auf 8000 RM. Die Anträge Iacobsohn und Rabiit werden Mit >0 gegen 10 Stimmen abgclehnt. Der Antrag Silbermann auf 8002 RM. wird angenommen. '( Beim Etat des Schlad Nwesens bittet Herr Kober um Auskunft üter die Vorgänge, die ein hie iges ^Wochenblatt in skandalöser Weise gebracht habe. Dr. F r e y h a n erklärt: Schon rlor Erscheinen dieses Skandalartikels habe ein besonderer Untersuchungsausschuß in eingehenden stundenlangen Vernehmungen festgestellt, daß alle Behauptungen dieses Artikels unwahr seien. Morgen fände noch eine erneute Dernehnmng statt auf Wunsch des Anzeigenden, der allerdings Heues Beweismaterial nicht beigebracht habe. Dc. Schlesinger dankt für diese Auskunft, beklagt aber, daß ein jüdischer Fleischer sich an die Wochenpresse wende anstatt an den Vorstand. Er dankt auch Herrn Dc. Freyhan für leine erfolgreichen Bemühungen um billigeres koscheres Fleisch. . I ' G:h.-R. Goldfeld erklärt, man, könne zu den Speisegesehen stehen wie inan wolle, der Vorstand halte «später für feine Pflicht, denjenigen, die sich an die Speisegesetze religiös gebunden halten» unbedingte Gewähr für ordnungsmäßige Schechita! zu bieten. Deshalb habe der Vorstand sofort auf die Beschuldigungen des Anzeigenden cingegriffen, aber die Unwahrheit der Behauptungen festgestellt.! Es wird zu erwägen fein, ob ein jüdischer Fleischer, der so handelt, moralisch für eine Aussicht geeignet sei. Ueber den Haushalt der Reuen Synagoge berichtet S.-R. Horn. R.-A. F ö r d e r bemängelt Inhalt und Form des neuen Einheitsgebetbuches. Es werde allgemein von den Besucher, i abgelehnt. Das trage nicht zur Hebung des Gottesdienstes bei.; Es fragt sich, ob.nicht zu dem alten Gebetbuch zurückgekehrt werden soll. Ferner wende! er sich gegen die Zusammensetzung des Chores und kritisiert die jüngst erfolgten Kündigungen. Von Vorstandsseite wird bedauert, daß letzteres nicht in geheimer Sitzung vorgebracht worden sei. In öffentlicher Sitzung könne nian nicht frei antworten. Der .Haushaltsplan wird hierauf angenvmmm, ebenso der für die Religionsunterrichts-Anstalt II nach Bericht durcb Herrn S.-R. Horn. Auf allgemeinen Wunsch wird, nacbdem es %!2 Uhr nachts geworden war, die Beratung abgebrochen, obgleich Verwaltungsdirektor Dr. Rechnitz dringend bittet, den Etat noch Hu verabsc,reden, damit er der Regierung zur Genehmigung des Stcucrprozenlsatzes ,orgelegt u'crdeii könne. r Den 75. Geburtstag feierten am 1. Juni 1931 Herr -Kasttor a. D Trinitasftrahe 7, früher in Kempen Erklärung In der Nummer 7 des Rachrichtenblattes der Wirtschaftspartei des jüdischen Mittelstandes befindet sich an der Spitze des Blattes ein Artikel „Maienstimmung im Eemeindestübchen!“. , Aus .dem Artikel selbst geht hervor, daß er auf Mitteilungen eines Mitgliedes des Hauptausschusses des Wohlfahrtsamtes beruht. Eine solche Bekanntgabe von Vorgängen in Ausschüssen widerspricht der selbstverständlichen Schivrigepflicht eines jeden amtlich oder ehrenamtlich im Dienst der Gemeinde Tätigen und stellt sich als eine grobe Indiskretion dar, von der jeden Teilnehmer an solcher Sitzung schon das einfachste Taktgefühl abhalten müßte. Umso vcrurteilcnswerter wird eine solche Indiskretion, wenn sie teils unwahr, teils entstellt wiedergegebene Angaben zur Grundlage eines unberechtigten öffentlichen Angriffs macht, wie dies im vorliegenden Falle geschehen ist.. . Da wir nicht beabsichtigen, eine Polemik zu entfesseln, wollen wir auf die Einzelheiten dieses Artikels nicht eingehen und beschränken uns darauf, den Vorwurf, es fei in dieser Sitzung von irgend einer Seite die Acußerung gefallen, „der Erwerbslose ist meist Psychopath" als unwahr zu brandmarken. Ein solcher Vorwurf kann nur verhetzend wirken und die öffentliche Meinung vergiften. Wir haben durch Befragung von zuverlässigen Arlsschuhmitgliedern festgestellt, dah eine solche Erklärung von keiner Leite abgegeben worden ist. Wir wehren uns durchaus nicht gegen eine sachliche Kritik und sind für jede fördernde Anregung» von welcher Seite sic auch kommt, dankbar. Wir hätten es deshalb begrüßt, rvenn der Verfasser des Artikels oder seine Hintermänner uns einen Weg zur wirksamen Bekämpfung der jüdischen Arbeitslosigkeit gewiesen hätten, die uns ein Problem.ernstester Sorge ist. Eine solche Anregung vermissen rvir in dem in Rede stehenden Artikel. Mit witzelnder und hämischer Kritik an Einrichtungen, die bereits reichsten Segen gestiftet haben und an Personen, die sich in selbstloser Weise seit Jahren für - die Sache des Wohlfahrtsamtes aufopfcrn, wird zur Lösung des Prdblcms nichts beigetrage». ' ' Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde, us üem Tätigkeitsbericht -es ^üü. Krankenhauses, -es Siechenhauses und -er Mtersver/orgungs» Anstalt Diese Anstalten, die unzweifelhäft die größten Wohlfahrtseinrichtungen unserer Gemeinde sind, haben ihren Rechnungsabschluß und Tätigkeitsbericht vorgelcgt, aus dem folgende kurze Angaben von allgemeinem Interesse sein dürften. Mit den im Jahre 1930 geleisteten >00 446 VcrpflcgungStagen steht ' das jüdische Krankenhaus an der Spitze aller konfessionellen Krankenhäuser Breslaus. Die durchschnittliche tägliche Belegungszahl ist von 282 im Jahre 1929 auf 292 im Jahre 1930 gestiegen. Rechnerisch ergibt sich für das Krankenhaus ein großer Ausfall durch die Abwanderung der Patienten aus der ersten und zweiten Klasse in die dritte Klasse. Vom Jahre 1929 -bis zum Jahre 1930 beträgt der Rückgang der Patienten in der ersten und zuzeiten Klasse genau 33%, während Frciaufnahmen und Wohlfahrtspatienten um etwa 20% gestiegen sind. Dieses Bild der kritischen Wirtschaftslage wird auch dadurch bestätigt, daß die Mitgliedsbeiträgc, die früher in vielen Fällen in großzügigster Weise weit über den Rormalbetrag hinaus geleistet -wurden, um 25% zurückgegangen sind, Der (selbstverständlich rituellen) Verpflegung im Hause, tesonders auch der Verpflegung der Patienten der dritte» Klasse, wird die größte Aufmerksamkeit zugervendet; der Anbau, einer Diätküche ist soeben beendet worden. Außerdem haben 400 unbemittelte Familien ärztliche Hilfe, Medikamente und Stärkungsmittel, auch Milch, vollständig unentgeltlich erhalten. Der Etat schließt niiM 200 000 RM. Einnahmen und Ausgaben. Der Rechnungsabschluß ergibt einen Fehlbetrag von 53 705 RM. Diese Zahlen allein beweisen die Größe der Derwaltungsaufgabe. - Das Siechcnhaus, das immer voll belegt ist, schließt mit einem erheblichen Debet-Saldo ab, da die bezahlten Pflegebetrügc nicht dazu ausreichen, «(muu7|uupi 1, »*» ». miiw hi Kommisfionsvat Paul Roth, Taueichienplatz 3. . a. D. Nathan Iawiß. P., und am 25. Juni 1931 Herr ivie [emafel Sommer-Ausverkauf ' vom!/. bis 8. Juli K u p f e r j c h m i e d' e s / r3. *+2