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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1931-03-01 · 3 (3.1931) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
8 (1931)
Issue
3 (3.1931)
Date
1931-03-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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36 Vre»l««er 3ädtßche» Semeladebl«!» Nr. Z Würde Es ist ein eigen Ding um Wükde. Die meisten Menschen halten sehr'Z)aräus, daß sie nichd von anderen verletzt werde, und sind berechtigter oder unberechtigter Weise sehr empfindlich, sobald sie eine Beeinträchtigung ihrer Würde wahrzunehmen .glauben. Ob sie selbst aber ihre Würde stets wahren? Manche glaubLn, sie durch Aeußcrlichkcitcn in ihrem Auftreten bekunden zu können und zu sollen. Sie gebssn sich nicht un- . gezwungen, wie sie sind, und ihr gespreiztes, unnatürliches Wesen verursacht häufig einen ganz entgegengesetzten Eindruck. Nicht von dieser Würde soll hier die Rede sein. Wirkliche Würde verlangt von uns die schlichte Ehrfurcht vor dem, ' was in uns Menschen groß ist, verlangt, daß wir selbst cs nicht vernachlässigen und dadurch verkleinern. Es gibt Menschen, die in vertrautem Kreise oder gar, wenn sie allein sind, sich gehen lassen. Sie besitzen nicht die Selbstzucht, auch unbeobachtet o»n anderen sich so zu verhalten, wie cs geboten ist. Ihre gute Haltung ist durch Menschenfurcht bestimmt, nicht durch eignes Wollen. Aber freilich wird und muh unser Verhalten bcstinunt sein durch Zeit und Ort und Gelegenheit. Reben der eigenen Würde haben wir die Würde der anderen, die Würde des Ortes und der Stunde zu wahren. Es ist nicht unnötig, wieder einmal auf diese Dinge binzuwcisen. Ganz besonders gilt das für unsere religiösen Veranstaltungen. Das Mittelalter oder vielmehr die ersten .Jahrhunderte der neuen Zeit haben mit ihrer gewaltsamen Absperrung der Juden von dem allgemeinen Kulturleben in dieser Hinsicht manche Erscheinung gezeitigt, die aus diesen Verhältnissen sehr wohl erklärlich, aber an sich nicht gerade erfreulich war. Es lag in der Natur der Sache, daß die ersten Neformbestrebungcn auf Beseitigung dieser Mängel, auf äußere Ordnung und Würde gerichtet waren. Die Kämpfe llm diese Fragen sind längst vergessen, es gibt seit Jahrzehnten in dieser Beziehung keinen Streit mehr zwischen den religiösen Dichtungen im Judentum. Aber so sehr wir Juden ohne jeden Unterschied der Richtung uns sonst dem allgemeineil Leben angepaßt haben, so sehr wir wirkliche und vermeintliche Fehler — und freilich auch manche Vorzüge — früherer Zeiten abgestreift haben, so sehr haben wir manche Schwächen beibehalten, die in früheren Zuständen ihre Erklärung und Entschuldigung finden konnten, jetzt aber nur gewohnheitsmäßig geblieben sind. Dazu gehört ein vielfach zu beobachtender Mangel an Ehrfurcht vor der Würde des Gotteshauses und des Gottesdienstes, ein Mangel an Achtung der Würde der Andercil, ja an Verständnis für die eigne Würde. Es wird viel und mit Recht geklagt über unangemessenes Verhalten während des Gottesdienstes. Gotteshaus und Gottesdienst sind nicht Ort und Zeit zur Unterhaltung, durch die man sich selbst jeder Andacht beraubt und die Andacht anderer stört. Wer das Gotteshaus aussucht, soll und will im Gottesdienst in dem Gedanken an Gott Kraft und Trost und Erhebung der Seele finden. In dem Gedanken an Gott findet er das Bewußtsein der eignen Würde. Und die Würde der Gemeinschaft muh uns in einer Zeit, in der sie sö heftig, angegriffen wird, doppelt wert sein und doppelt sorgfältig' gewahrt werden. Wiederum stehen die Festtage bevor. Manches bedrückte Herz wird im Gottesdienst Aufrichtung und Kraft suchen. Tun wir alle das Ansrige, um selbst Erhebung zu finden und andere sie finden zu lassen! Bibliographie -er jü-isch.schlesijchen Literatur für -as ^ahr Don Bernhard Drilling. (Schluß.) Lasialle, Ferdinand: Jiddische Briefe der Familie Lassalles. I. Einleitung v. E. Tlcherikower. II. Prof. Dr. Gustav Mayer: Abstam. mung der Familie Lassalles. III. Text der Briese. In: Schriften des jüd.-wisienschaftl. Instituts. Histor. Sektion. Schriftenbd. I Warschau 1929. S. 347-374. Mit Faksimile. Lassall«. Ferdinand: s. Bernstein. E. — Harnisch, K. — Heymann F. — Mayer. G. — Schey. R. — Speier. H. — Sturmann. M. — Tscherikower, E. Liegnitz. s. Wölbe, E. I Littmaem, Ellen: Studien zur Wiederaufnahme der Juden durch die deutschen Städte nach dem Schwarzen Tode. Ein Beitrag z. Gesch der Äudenpolltik der deutschen Städte im späten Mittelalter. In: MGWJ 72, S. 576—600. Breslau ti. Schlesien werden erwähnt: S. 578, 584, 588, 592. 593, 596. Loewe, Heimich: Die Juden in Deutschland. Bibliogr. Notizen. Jij: ZGID, I. S. 75 ff. Darin Schlesien S. 84 (Nr. 87—91). : *Mayer, Gustav: Abstammung der Familie Lassalles. Aus dem 1. Bd. d. Schriften d. hist. Sektion des jüd.wissenschaftl. Instituts (Warschau 1929, S. 355—58, s. o. unter Lassalle, F.), abgedruckt in: Di« Gesellschaft 1928, Nr. 5. S. 469—72. :] Muschalek, Karl: Prof. Adolf Weißwann. In: Der Oberschlesier, \J, Nr. 6, S. 380—82. Mit einem Porträt. A. W. (geb. 15. 8. 1873 ijii Rosenberg O.-S.) war einer der bedeutendsten Musikkritiker Europas. Neisser, Emil: Zum 300. Geburtstage d. Bresl. Stadtarztes Philipp Sachs von Löwenheim. (7 S.) S. A. a. d. Schles. Aerztekorrespond Nr. 6 vom 11. Dez. 1927. Darin werden von Juden erwähnt: die beiden Dr. Henschel, F. Günzburg, A. Neisser und Hermann Ccchy. Nemitz, Fritz: Eugen Spiro. In: SM, VI, S. 431—435 (m. Abb). Oberschlesien. Zur Geschichte der Juden in Oberschlesien. In: IFB, 31. 1929, Nr. 9 (28. 2.). Beil.: Jüd. Gesch. u. Kultur. Kurzer Bericht über «inen Dortrag d. I.-R. Immerwahr in Beuchen O.-S. *Olden, Balder: Emin Pascha. In: Atlantis, Monatsschrift (Vgl. Wajinuth, Berlin) 1929. Peukert, Will-Erich: Lebende Dichter Schlesiens. In: sM, VI, §. 460—65. Darunter Juden im Abschnitt: Das junge Schlesien (S. 463 ff.): Kurt Tucholsky. Alfred Kerr, Emil Ludwig. Philippsthal, Herbert: Die jüdischen Studenten aus den Breslauer Hochschulen. In: IAO, VI, Nr. 12. Statistische Untersuchung.! Pleß, Willi: Manfred Prager, Aus Alter und Neuer Zeit, II, Nr. 38 (o. 28. 2. 29). S. 298 (= Beilage z. IFB. 1929. Nr. 9), in. 3 Abb Laut d. Angabe im Artikel ist die Heimat des Künstlers Breslau. 1 Polanski, B.: Geiger and Liberalism. In: The jewifh Institute Quarterly (Newyork), Bol. 5 Nr. 1 (1928 Nov.), S. 21—30. A. Geiger war zugleich mit Tiktin Rabbiner in Br. 1 Pudollek, Franz: Oberschlesische Volkstänze (mit Noten). In: Der Oberschlesier, II, Nr. 6, S. 324—325 Oberschles. Volkskunde I, 1929, Heft 3/4). Es sikid hier 2 Tän.^: nach Noten wiedergegeben I. Der Judentanz (Zyd). Aus dem Kreise Beuthen. 2. Der Juden ländles (aus Thomnitz b. Oberglogau). Es wäre interessant, festzustellen, aus welchen Gründen diese Volkstänze so benannt wurdetz Radin, Israel: Die Emanzipationsbestrebuugen d. schles. Juden um die Wende des 17. Iahrh., Oppeln 1929 (12 S.). Sonderabdruck a. i. Oberschlesier 11, S. 268—77 u. d. Titel „Der Gleichberechtigungrkampf Rabin, Israel: Aus Dyhernfurchs jüd. Vergangenheit. In: GBr VI, S. 22—24 (m. 1 Abb) (auch als Sonderdruck erschienen: Breslaü 1929, ,10 S. u. ein Photo, 8°). Di« hier aufgestellt« Vermutung^, daß (gegen Brann) in Dyhernfurth bereits 1666 hebr. gedruckt worden sei, bedarf noch eingehender Untersuchung. Rabin, Israel: Zur Geschichte der Juden in Zülz. In: Der vberschlesierj, II, S. 392—93. Kurze Notiz betr. Aufruf zur Unterstützung de» Wiederaufbaus der (1769) abgebrannten Synagoge (nebst Photo de» Gemeindesiegels). , I Rabin, Israel: Jonas Fränckel 2. A. aus Schles. Lebensbilder I1L S. 195—202. Breslau 1929, Kurat. d. K. R. Fränckelfchen Stiftg., 10 S. u. 1 Portr. Nochmals mit einigen Kürzungen abgedruckt im IZO, VI, Nr. 4, 5; s. auch u. Fränkel, M. Rechnitz fErnstj: Beiträge zur Gemeindestatistik. In: GBr VI, S. 15L Detr. .Mischehen, Aus- und Eintritte u. a. [ Recheritz sErnstj: Die Juden in den Frecheitskriegen. In: Schi, VIII, S. 187 (Nr. 23). Bringt u. a. eine Abschrist der im „Storch" befindlichen Tafel für die im Jahre 1813 gefallenen Breslauer Inden. > * Schey, Rudolf: Juden in der deutschen Politik. Berlin, Weltoerlag 192tz. 320 S. (u. 16 Taf.). Darin u. a. Ferdinand Lassalle, der in Breslau geboren ist. Schlesien. Judentaufen in Schlesien. In: Archiv f. Sippensorsch. u. alte verwandt. Gebiete, Berlin-Friedenau, VI, 1929, H. 1, S. 40 untek: Gelegenheitsfunde. Diese 6 Notizen — den Schles. Provinziallll. 1826—1830 enwommen — berichten uns über Taufen von Juden in Schlesien aus folgenden Familien: Schönmann, Neuländer. Hülse. Solle, Moses. Schlesien. Unsere Gefallenen. 3n: Schi, VIII, 1929. Nr. 1 sf. Alphabet., nach Orten aufgeft. Namensverz. sämtl. Juden, die auf deutscher Seite als Kämpfer im hoffentlich letzten Kriege ihr Leben geopfert habest Folgende schles. Orte sind dort durch Namen jüd. Kriegsgefallener vertreten (den ersten Teil, di« Ortschaften A—O umfassend, s. in meiner Bibliogr. d. jüdisch-schles. Literatur f. d. I. 1928. ebenfalls unter Schlesien): Patschkau. Peiskretschom. Pitschen, Pleß. Ratibor. Reichenbach. Reichthal, Rosenberg O.-S., Rybnik, Scharley, Schlawa. «chweidnitz, Schwientochlowitz. Schwirz, Sprottau, Steinau. Streb delsdorf, Etriegau, Tarnowitz. Tost, Trebnitz. Waldenburg. Wohlau. Aisgenhals. Schlesien. Wie die RIF (Reichsbund jüd. Frontsoldaten)-Ortsgruppen ^Sründei^ wurden. - Hirschberg i. Rsgb., Breslau. In: Schi, VIII, Schlesien. Künstler Schlesiens. Herausgeg. vom Künstlerbund Schlesien 3 Band. Ostdeutsche Derlagsanstalt Breslau 1929. Darin werden folgende Juden behandelt: Paula Srünfeld und Ludwig Metdner

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