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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1931-03-01 · 3 (3.1931) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
8 (1931)
Issue
3 (3.1931)
Date
1931-03-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Tu.? Breslauer Jüdisches Gemeindeblalk 5onder-preire für Gaskodier und -Herde Ergänzen Sie ihre' KÜCttGVIaElll3illG I in unseren bekannten Qualitätsmarken iVewag (Eschebach) Felsen - Kosmos - Aemalii- Stahlgeschirr Herz & Ehrlich Breslau 1, Ring 25 über diesen begriff einen 13intlug zu halten. Das Lied von Schubert sei der Psalm 92 gewesen, der auch in der Neuen Synagoge vorgetragen werde. N.-A. 3 a c'o b s o b n unterscheidet die formelle und materielle Seite der Frage. 3n zwei Sitzungen des Iugeni'heim-Aiisschusses sei völle Einigkeit darüber erzielt wordei, daß das Musizieren überhaupt zu rurterlassen sei. Wenn der Dovstaud in seiirem Schreiben an Dr. Schlesinger nur von prosai er Musik spreche, so bedarrere er, daß der Vorstand so mangelhaft über die Ausschuß-Beschlüsse informiert sei. 3n fach icher Beziehung bestreite er, daß mau eine lleberzeugung aufgebe, wenn man in einem bestimmten Raum am FreitagabeiHd keine Musik mache. Die Liberalen nähmen die Sache zu tragisch, v-s handele sich lediglich darum, Veranstaltungen im IsigendHeim so einzurichteit, daß keine Partei Anstoß nehme. ’ Dazu gehört mir etwas guter Wille. die Einheitsgemeinde, die Dinge ähnlich angef d erklärt, daß das Verhältnis zwischen von N.-A. Iacobsohn ganz unrichtig G e h. N a t G o l d f e Ausschuß und Vorstand dargelegt worden sei. Der Ausschuß beschließe nicht, sondern schlage nur vor. Alle n der Vorstand habe zu beschließen. D r. ft o r n sieht in bei Interpellation einen Dolchstoß gegen (Zurufe: „Hu, hu!") In Köln hätten fangen, ünd die Trennung sei jetzt notdürftig überkleistert worden. Der Ili habe zweimal im Winter eine Feier veranstaltet. An diesen beiden Abenden könne man dem Ili das Iugendheiift geben, an den anderen Abenden den anderen Bünden. Der Protest des Bar Kochba scheine nachträglich bestellte Arbeit! zu sein In unserer lleberzeugung lassen wir uns nicht beirren. N.-A. F o e r d e r fragt, ob ,unb wie das Klavierspielen dcs Ili den anderen Bünden bemerkbar gewesen sei. '^erv Davidsohn erwidert, am ersten Abend sei überhaupt feiiii anderer Bund anwesend gewesen, am zweiten Abend allein der Bar Kochba mit etwa 20 Mitgliedern im obersten Sto jwerk. R.-A. D r. Wolfs kann den Ausführungen von Frau Dr. Nabin über Toleranz nicht beitreten. Man könne auch der Ansicht sein, es müßten die einen dulden, was! dem anderen Herzensbedürfnis ist. Technisch werde es sich röohl einr chten lassen, den Ili so unter-' zubringen, daß die Musik die an Seren nicht störe. Ein solcher Anlaß sollte keinen Rjß in die Gemeinde tragen. D r. Schlesinger faßt in seinem Schlußwort nochmals seine Ansicht zusammen. Ein besonderer Beschluß wurde nicht gefaßt. Der Antrag des Vorstandes, den im Juni >930 au die Jüdische Arbeiterfürsorgh gegebe ien 'Vorschuß von 700.— Muiederzuschlagen, wird ans die Begründung von Herrn Goldstein angenommen. — lieber ben Verwaltungsbericht referiert der Vorsitzende I u st i j r a t P e i e r. (Fortsetzung folgt.) Die Begründung einer jüd. Sparu. Dariehnskaffe Breslau Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht wurde in der Generalversammlung der Zweiten Brüdergesellschäft vom. 8. d. M. erörtert. Der Vorsitzende, Iustizrat P e i s e r, erklärte bei Erstattung des Jahresberichts, man mpsse klar tätigkeit des Vereins an einem denn mit den schmalen Erträgen aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und Zinsen könne man der herrschenden Not auch nicht entfernt gerecht werden. Die anderen jüdischen Vereinigungen böten wohl ziemlich älle dasselbe Bild, so daß die erkennen, daßdie Fürsorgetoten Punkt angelangt sei. Frage einer rationelleren Ausübung der Vereinsfürsorge reiflich zu erwägen sei. Ein formeller Zusammenschluß käme gerade für die Brüdergesellschaften im Hinblick auf ihre geschichtliche Eigenart nicht in Betrachts wohl aber sollten sie gemeinsam mit den anderen Vereinigungen sich an einer auf genossenschaftlicher Grundlage zu gründenden jüdischen Spar¬ und Darlehnskässe durch Hergabe angemessener Mittel beteiligen. Unzweifelhaft stelle; eine solche, auf dem Grundsatz der Selbsthilfe beruhende Kreditgenossenschaft die wirksamste Art wirtschaftlicher Hilfe für den Mittelstand dar; vor wenigen Tagen erst habe die Tagung der deutschen Kreditgenossen-- schäften, in Berlin sich zu eitler imposanten Kundgebung des Genossenschaftswesens entfallt, als der wichtigsten Stütze des Mittelstandes gegen lleberkqpitaljsmus auf der einen und Nihilismus auf der anderen Seite. Endlich bahne sich auch in jüdischen Gemeinden die Erkenntnis von der Notwendigkeit der Gründung von Kreditgenossenschaften als Mittel der Selbste.rhaltung für weite Kreise, denen heute andere Kreditqüellen verschlossen sind. Nedner hofft, daß die jüdischen Wohlfahrtsvereine diese wichtigste Aufgabe der Zeit erkennen und nach besten SSräften den Grundstock zur Begründung der hiesigen Kreditgenossenschaft schaffen werden. In der Aussprache?wies ^Gemeinderabbiner Dr. H v f f m a n n darauf hin, pah die Brüdergesellschaften in der Vergangenheit das fortschrittliche Element in der Gemeinde dargestellt hätten, es sei zu-jwünschen, daß sie anch in der Gegenwart auf wirtschaftlichem Gebiete führend vörangingen. das dringendste Interesse, deichen Mittelstandes zu begegnen, aber nicht durch Unterstützungen Die Religionsgemeinde habe weiteren Verarmung des jüdi den „ohne Mehl keine Thora"; könne geholfen ^werden, solchem nur auf dem vom Vorsitzenden empfohlenen Wege der Selbsthilfe, wobei der Redner auf die reiche Enwicklung dqr jüdischen Genossenschaften, in Polen hinweist. Dr. HoffmanN beantragt sodann, den Vorstand zu ersuchen, der zu gründenden mdischen Spar- und Darlehnskasse einen Mindestbetrag von 5000 NM. darlehnsweise zur Verfügung zu stellen. Dieser Antrag wurde von der Versammlung einstimmig angenommen; die Darlehnssumme wurde später vom Vorstand auf 10 000 NM-, erhöht. Herr Gins dankte dem Vorredner für seiire äusmunternden Worte und gibt der Erwartung Ausdruck, daß der.denmächst ergehenden Aufforderung zur Beteiligung an der Genossenschaft weiteste Kreise der Gemeinde Folge leisten werden. Die anschließende Vorstandswahl ergab die Wiederwahl der bisherigen Mitglieder und die Neuwahl des Herrn Kaufmann Max Michaelis. . ■ . —r. Das 50. fiänftler.Oubiläum feiert am 3. April die hessische Kammersängerin Frau Ieltka Finkenstein-Pulvermacher, Gattin des Chordirigenten an der Neuen Synagoge, Kapellmeister Benno Pulpermacher.' Die bekannte und beliebte Künstlerin war viele Jcchre eine gefeierte Konzertsängerin und ist seil' vielen Jahr«li in Breslau als erfolgreiche Gesangspädagogin tätig. Ihren Ehrentag wird sie außerhalb Breslaus verleben. ‘ ' ' ‘ . Den 70. Geburtstag feierte am 4. März 1931 Herr Lehrer Ludwig Graf, der fast 34 Jahre an unserer Religions-Unterrichts-Anstalt 1 tätig ist, nachdem er vorher schon einige Jahre in Kleingemeinden tätig war. Der Borstand sandte ihm ein herzliches Glückwunschschreiben. .

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