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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1930-11-01 · 12 (11.1930) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
7 (1930)
Issue
12 (11.1930)
Date
1930-11-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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I ' Nr. 12 Bteilaatt Jüdische» (Be meln&eblaft ISS i Jüdische Tuberkulose-Fürsorge (Beratungsstelle) no,d|clls<rfBej2-1 Halle eingeschlagen und die Wand mit antisemitischen Injchrrften beschmiert worden. Die heut gebrachten Abbildungen des Inneren der Leichenhalle und eines kleinen Teiles der besudelten Grabdenkmäler veranschaulichen Art und Umfang der Schändung. Der Landesverband des C. V. und die Ortsgruppe Trebnitz der Nationalsogialistifchen deutschen Arbeiterpartei haben Belohnungen für Ergreifung der Täter ausgesetzt. Die Polizei hat sie recht rasch ermittelt in der Person eines 24 jährigen Malers und zweier 16 jähriger Lehrlinge, sämtlich nach ihren eigenen Angaben Nationasozialisten. Der Borstand der Synagogen-Gemeinde Breslau hat sich an das Evangelische Konsistorium der Kirchenprovinz Schlesien und an das Erzbischöfliche Ordinariat In Breslau mit dem Ersuchen gewandt, j durch die Geistlichen auf die Jugend belehrend und bessernd / cinzuwirken. Der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, Landesverband Niederschlesien, hat in einem Rundschreiben sich an die christlichen Mitkämpfer mit der Frage gewandt, ob sie solche Tat billigen und aufgefordert, yon den Kreisen, aus denen die Täter kommen, abzurücken, die durch solche Taten den guten Namen Deutschlands gefährden. In einer gut besuchten Kundgebung des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold in Trebnitz wurde einstimmig eine Entschließung angenommen, die der Empörung und dem' Abscheu über diese Friedhofsschändung Ausdruck gibt und die Regierungen des Reiches und der Länder ausfordert, mit allen gesetzlichen Mitteln gegen die politische Agitation und die planmäßige Verhetzung einzuschreiten, die * solche Taten hervorruft. R. Züüische Persönlichkeiten in und aus Breslau ‘n Don Rabb.-Dr. Reppner, Gem.-Archivar. (Schluß.) Sklower Morde chaj aus Sklow, ein reicher, frommer u. gelehrt. Mann, Mitbegründer der noch heut« bestehenden u. nach chm benannten Synagoge in der Gold. Radegasse, geb. 1716 als Sohn d. Rabbi Israel, der um 1760 das Pinsker Rabbinat bekleidete, wurde 1738 von der schles. Kriegsu. Domänenkammer zum lithauifchen „Schames", das ist ,um Vermittler, Sachwalter u. Berater der in Breslau Handel treibenden lich. Juden ernannt, war im Vorstande der und starb hier am 17. Tammus 1777. Sein Sohn war der am 3. 12. 1806 verst. Breslauer Rabb.-Assessor (Dajan) Hirsch Skl. Beide ruhen auf dem Friedhof Claassenstraße, Mord. Nr. 3261 (Bresl. Gem.-Bl. '1927, 7). Spiro A. B-, geb. 1833 in Karelitz (Rußl.), kam 1870 nach Breslau, amtierte, zuerst in ider Synagoge der Ü. Brüd.-Gesellsch. u. von 1873 bis zu seinem Tode (24. 12. 1903) als Kantor im „Storch": lein Sohn ist der Berliner Maler Eugen Sp. (Ueber diesen old. „Schles. Monatshefte" 1929, 10 u. j„vst u. West" 1905, 4, woselbst auch sein und seiner Ellern Bildnisse sich befinden.) (Brest.. Gem.-Bl. 1929, 4.) Sternberg Adolf, Komrnerzienrat, «in durch feine Herzensgute u. Wohltun weit über Breslau hinaus bekannter Mann, der ganz bei. dem Bresl. Rabb.-Sem. in schwerer Zeit ratend u. helfend zur Seite stand, wurde am 31. 8. 1846 in Räwitsch (Pos.) geb. u. ist in Breslau am 29. Adar II 1924 gistorben. Sein Schwager, ein Bruder seiner Frau, ist der aus Pieschen stammende, bekannte 1. Borst, der jüd. Gem. Frankfurt a. M., Justizr. Dr. Julius Blau, eine fest« Stütze d. Judentums, für welches er in Wort uhd Schrift begeistert eintritt. Theomin-Fränckel Ehajim Jona, Sohn des R. Feiwel T. aus Przemyfl, der zweite Rabb. bet aus kleinen Anfängen wieder neuscharfsinniger Geerblühenden Bresl. Gemeinde, ech hochbegabter und lehrter, bekleidete nur wenige Jahre das hies.. Rabbinat. starb irr noch langen Jahren am 30. 12. (17. Tebeth) 1728 und ist in Krotoschin, da Breslau damals noch keinen Friedhof hatte, zu Häupten seiner 1722 ebenfalls in Bresl. verst. Mutter Peril beerdigt. Ehajim Jona, der Bater d. bereits erwähnten Land rabb. Jizch. Jos. u. Urgroßvater de» Komm.-Rats Jonas Fr., war in erster u. kurzer Ehe mit Sara, einer Tochter des böhm. Landesrabb. David Oppenheim und in zweiter mit Rösel, Tochter de» Rastali Hirsch Mirels-Berlm verheiratet (Monatsschr. 1898, 322). T i k t i n Abrah., Sohn des ,-großen Gedalfa", des hochgelehrten Schwerfenzer Dajans aus Tykocin, wurde in Schwersenz (Pos.) am 24. 12. 1764 geboren u.. da der Bater frühzeitig starb, von s. SMwager. dem Grätzer Robb, erzogen und unterrichtet; auch sein anderer Schwager, der Pos. Dajan Jakob, war mehrere Jahre s. Lehrer. Nach s. Verheiratung bekleidet« er di« Rabbinat« Schwersenz, Luntschütz und Glogau und war von 1816 bis zu s. Tode (22. Tebtth 1820) Ob.^!and.-Rabb. in Breslau; s. Grab befindet sich Claassenstraße 3023. Kurz vor seinem Ableben erhielt er «ine Berufung nach Fürch. Abrah. T. war ein hervorragender Talmudgelehrter» ein „Fürst der Thora" und hat eine ganze Reihe von Schriften versäht, di« von s. tiefen Gelehrsamkeit u. s. großen Scharfsinn Zeugnis ablegen. Am bekanntesten wurde sein rr: n nnt (Dyhernf. 1820). (Heppner im Bresl. Gem.-Bl. 1928, 9 u. Heppner- Herzbj 978 sf.) Tikjtin Gedalje, Sohn u. Nachfolger von Salomon T., wurde 1810 Jtn Ezenstochau geb., war ein Schüler von R. Ehajim ^Auerbach, dem Df. d. vmrv . amtierte über 43 Jahre als Rabb. in Breslau, erhielt 1854 d. Titel „Kgl. Landrabb. ln Schlesien" u. starb hier am 7. Ab — 1886. i Auch er war in Bibel, Talmud und Entscheidungsschristen gut zu Hause, er war streng orthodox, von großer Klugheit u. im Grunde seines Herzqns von Friedensliebe erfüllt (Heppner, Bresl. Gem.-Bl. 1928, 11). Tiktin Salomon, geb. in Schwersenz (Pos.) im Febr. 1791 al» Sohn von Abrah. T., heiratete 1809^Rechel Landau aus Ezenstochau und war bis zu s. Tode (11. Adar II T843) Oberrabb. in Breslau. Auch er wär ein bedeut. Talmudist. Durch j. Konflikt mit Abrah. Geiger ist er weiten Krejlen bekannt geworden. Salom. T. hinterließ vier Töchter, von Iwelchen di« älteste an d. Kommiss.-Rat Schi« Jafse-Pofen (später Berlin) verheiratet war, und zwei Söhne: Gedalje u. Aron (gest. in Lresjau 28. 11. 1896, Vater des Robb. Dr. Salomon T. in Berlin) (Heppner Im Bresl. Gem.-Bl. 1928, 10 u. Heopner-Herzb. a. a. O.). 'Valentin, Dr. Gustav Gabriel, Prof, der Anatomie und Physiologie an der Universität Bern, wurde m Breslau als der einzige Sohn des 1830 hier verst. Kfm. Abrah. V. am 8.. 7. 1810 geboren, maturierte 1828 am Magdalengynmastum, stud. hier, promov. am 10. 10. 1832 und praktizierte mehrere Jahre als Arzt, bis er nach Lösung einer von d. Pariser Akademie gestellten Preisfrage den „grsnä orixiöe» Science» phvsiques" urrd bald darauf seine Berufung nach Berit erhielt: hier starb er am 24. S. 1883. Dr. Valentin, ein Enkel des Bresl. Rabb.-Asi. Jehoschua Falk Neumögen (gest. 1807 und Df. de» vw'.-k« pa) u. Nachkomme berühmter Ahnen (des hohen Rabbi Lob, des Pf. des „S'ma", des „Atereth sekenim" und der „Lebuschim"), war auch! Ehrenmitglied der Bresl. (Heppner im Bresl. Gem.-Bl. 1927, 12); jseit 1841 war er mit der Tochter s. Tante u. Wohltäterin, der Frau Sara Samosch verheiratet. Ein Bild von Prof. D. befindet sich in Kleins Dolks-Kal. 1845. Marburg Dr. Jsak Jeremias, geb. 24.' Tischri 1745, stud. an» iang» Theologie u. dann Medizin, kam 1771 nach Breslau, war 1776 Schutzgenosse u. 1790 Stamm-Numerant (Nr. 54), gehörte zum Schulkalletzium d. Wilh.-Schul«, war ein tüchtiger Arzt, viele Jahre im Dienste der S'n u. starb hier am 11. 3. 1818 (beerb. Claassenstraße 2357). Seine Grabsteininschrift berichtet: „48 Jahr« verbreitete seine Kunst Segen .. i i aller Jlrt Reichhaltiges fertiges Lager Auawahlaaodungan franko gagan franko — ohna Kaufzwang — Zahlunga - Eulalohtarungl NaubazOga und Modamlalarung, auch nicht , von mir gakauftar Palza, achnall und billig M.BODEN BRESLAU I DadrJJanJi gr6i|taa Palzwaran-VahaiJImB

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