Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 7 (1930)
- Issue
- 12 (11.1930)
- Date
- 1930-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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190 Breslauer 3flötfd)es Oemetnbeblaft Nr. 12 über Inufenfiio; den Leidenden mar er Vater lind Helfer" (Bresl. Gem- Bl. 1925, Warschauer Dr. Herm., d. erste jüd. Gymnasial-Oberlehrer in Breslau, wurde am 3. 10. 1840 in Krotolchir, geb. u. ist am 28. 7. 80 ' in Brest, gest. W. war vorher an d. Realschule in- Posen tätig ü. seine oortrerfl: philoloz. Arbeiten lenkten d. Aufmerksamkeit der Behörden aus ihn. Er veri. u. a. eine lat. Grammat. u. ein« Syntex, die noch lange nach s. Tode an vcrsch. Gymnas. in Gebrauch waren. Don s. erschienenen Gedichten u. Epigrammen sei das folgende erwähnt: Falsche Scham. WaHim werdet Ihr rot, wenn jemand: die Juden, Euch heißet? Wen nicht der Name erhebt, ist ihn zu führen nicht wert! . iHepsriek-Herzb. S. 581.) W ep t h e i m e r 'Akiba, geb. in Br es lau,, kam mit seinem gelehrten Vater Aoigdor frühzeitig nach Altona, wurde 1806 Rabb. in Lübeck h. Moislingen, 1816 Klausrabb. in Altona, 1823 Oberrabb. von Schleswig-Holstein u. starb am 21. Isar 1838 (D u ck e s z „Jwoh lcmoschaw". woselbst auch «ln Bild u. die Grabsteininschrift von Akiba W. zu finden sind). W e s es/Baruch (Bendix Rüben Gumpextz), geb. um 1690 in Wesel als Lohn d. hochangefehenen Rub. Elias G., -kam -4715 nach Breslau. . wo bereits f. Schwester als di« Gattin d. reich, u. allgemein geachteten Philipp Laz. Hir/chel wohnte. Schon 1728 war er hier Radb., 1841 widmete er dem großen Friedrich ein. in wenigen Exemplaren auf uns gekommenes Akrostichon (hebr. mit deutscher Uebers.). 1844 erhielt er den Titel eines .Landrabb. in Schlesien", starb hier 1754 u. hat wohl in* Dyhernfurth s. Ruhestätte gesunden. SeineeRechtsgutachten erschienen 1755 in Dyherns. u. 1771 in Amsterdam: diese zweite Ausgabe besorgte sein Sohn Mosche, der in Lisia gewohnt hat und dort 1803 gest. ist. Baruch W. war dreimal verh. u. hinterließ außer dem bereits erwähnten Mosche noch fünf Söhne und zwei Tächter. (Brann, Gasch, d. . Landrabb. ln Schl.; Lew in' „Lissa"; Kaufmann. Freudenthal, Fam. Gomperz u. Landsberger. Zur Biographie des Bar. Wesel.) Wohlauer Prof. Dr. Albert, Studienrat, einer der beliebtesten Lehrer Bresljus. geb. 24. 4. 1858 in Wohlau, stud. hier und in Berlin Geschichte u. Geographie, Latein u. Deutsch, promov. 1882, legte s. Probejahr in Gr.-Ptrehlitz ob u. unterrichtet« vott 1887 bis zu s. plötzlichen Tode (30. 1. 1922) am hies. Johannesgymnasium, an welchem er seinerzeit maturiert hatte. Er war seit 1906 Repräs. u. seit 1914 Vors, derselben und gehörte seit 1907 dem Stadtv.-Kollegium an. Wolf Prof. William, Chordirigent, geb. in Breslau am 22. 4. 1838, als Sohn d. Waisenanst.-Jnspektors Joseph W., war ein Enkel des bek. Lehrers W. i»n d.' Franzschute in Desiau und von Seiten der Mutter lRebecca) des! Dr. Jeremias Heinemann-Berlin. Schon in seinem fünften Lebensjahre kam er nach Berlin, besuchte dort die Schul«, trat mit zwölf Jahren in dfEhor der Alt. Synag. ein u. widmete sich später ausschließ, lich der Musst. Seine musikwissenschaftl.-Dorträg« oerschassten ihm eine Berufung als Doz. an di« Humboldt-Akademie, u. die Ergebnisse seiner wissenschaftlichen Untersuchungen über musikoil. Probleme legt« er in s. „Musik-Aesthetik" nieder, die ihm viel Anerkennung einbrachte und seinem Namen Bedeutung verlieh. Schon seit den Tagen s. Kindheit mit dem jüd. Gottesdienst vertraut, leitete er d. Chor in der Synag. Kaiserstraße, wurde dann i Dirigent der Lindenstr.-Synag. u. nach dem Tode Lewan- - dowskis Lehrer d. Musik 5i. musikal. Liturgie an d. Lehr.-Bildungs- Anstalt. Er war ein glänzender Redner u. hielt des öfteren Vorträge. Bei einem solchen über Beethovens „Missa solemnis" am 8. 1. 1913 im Lette-Haus sttach er bei den Worten .Gloria in excelsis Deo" P"* "■|3te=) zusammen und hauchte mit diesen Worten des Psalmistrn seine Seele aus. «(Friedmann in Ost und West 1913, 330 u. Gem.-Arch. I E. r. 19.) W o l l st e i n Bernhard, geb. 10. 3. 1820, Vorst, d. .Zülzer Schul" bis zu ihrer Auflösung, 20 Jahre Repräs. der Gem., seit 1870 Dorst.- Mitgl. der I. K.-V.-A., Ehrenmitgl. derselben, seit 1861 Mitgl. der , zuletzt chr Vorsteher, starb in Breslau am 14. 2. 1899. W o l l st e i n Jakob, Sohn d. Vorigen, Geh. Justizu. Landgerichtsrat, seit 1891 im Vorst, der Synag.-Gem. u. zuletzt Vors, desselben, geb. 1845, starb hier am 28. 5. 1912. Er war ein Schwiegersohn von Kommisi.-Rat Schi« Schlesinger, des Ehrenbürgers von Trachenberg, der im Mai 1910 in Bresl. im Alter von 92 Jahren starb u. allezeit mit Hingebung und Lieb« an der Religion unserer Väter hing. Jakob W war nicht nur eine Zierde unserer Gem., sondern auch unserer Glaubensgemeinschaft, u. ungewöhnliche Ehrungen wurden, wie eine Bresl. Zeitung schrieb, dem ur^ewöhnlichen Manne bei s. Beerdigung zuteil. Seine sterblichen Reste wurden in die „Neue Synag." überführt, woselbst unter Beteiligung der angesehensten Kreise Breslaus eine würdige Trauerfeier stattfand, bei welcher die beiden Gem.-Rabb. Dr. Guttmann u. Dr. Rosenthal Nachruf« hielten; eine zweite Feier wurde in der Friedhofshalle Lohestraß« abgehalten. Ferner ließ die Gem., um sein Andenken zu _ ehren, durch Siegfr. > Laboschin s. Porträt anfertigen und im Sitzungs- Zimmer anbringen. Zepter Dr. Bogumil, geb. als Sohn eines Breslauer Kaufmanns am 6. Mai 1858, liebte schon als Kind die Musik und spielte, da er daheim kein Instrument hatte, seine Klavierübungen aus einen, Holzti'ch. Er wurde, weil die Eltern dies wünschten, Arzt; aber nach dem Tode des Vaters siedelte er mit der Mutter nach Berlin über und widmete sich hier ausschließlich der Musik. Er schrieb ein« Anzahl musikalischer Lustspiele, redigierte die Zeitschrist „Musik für alle" und stellte in seinen letzten Lebensjahren seine Kunst in den Dienst seines G'ttes. Er starb wenige Monate nach Vollendung seines 60. Lebensjahres aus. heimatlichem Boden, im Riesengebirge. Ein Bild von ihm und eine seiner letzten Kompositionen (alt. Ghettoliedchen) enthält die Zeitschrift ' „Ost und West", 1918, Heft 7 und 9. Zuckermandel Dr. Mos. Sam., geb. 7. Jjar 1836 zu Ung.- Brod als Sohn d. dort. Rabb.-Ass. Samson' Z., war ein Schüler des Leipniker Rabb. Salomon Quetsch u. des damal. Nikolsburger Rabb. Sams. Raph. Hirsch, besuchte von 1856—64 d. Bresl. Rabb.-Sem., war - fünf Jahre Rabb. in Gnesen (Pos.), dann in Märk.-Friedland, Pasewalk und Trier, von 1890—97 in Pieschen (Pos.) Und seit 1898 an d. Mora! Leipziger-Stift, in Breslau. Hier starb er am 27. 1. 1917 u. wurde aus Friedhof Colel (Feld 19) beerdigt. Er ist des. als Herausgeber der „Tosesta" bekannt. Ueber s. sonstige lit. Tätigkeit siehe Brann, Gesch. des Brest., Rabb.-Sem. (Heppner-Herzb. 408 u. 701). Zuckermann Bendix Marc., Großvater des Sem.-Doz. Dr * Benedict Z. u. Schwager des Benjam. Mos. Oberndorf (siehe diesen!), ein angesehener Mann, der schon vor der Emanzipation das soittt nur den General-Privilegierten zugestandene Recht erhielt, städtischen Grund besitz eigentümlich zu erwerben, wurde 1750 geb., war Besitzer der S.'amm-Nr. 72, hatte im eigenen Hause eine Bet- und Studierstube uno starb hier am 3. Elul 5573 (29. 8. 1813) (Friedhof Claasienstrahe 2531) (Ge.n.-Akt/ u. Brann, Gesch. d. Sem.). Zuckermann Dr. Benedict (Baruch b. Samuel), Doz. am Brest Rabb.-Seminar, geb. in Breslau 13. 10. 1818 u. gest. 17. 12. (16. Kislew) 1891, studierte hier und in Berlin Mathematik, Astronomie und Natur wissensch., verössentlichte «in« Reihe wertvoller Schriften und verwaltete seil 185auch d. Bibliothek des Sem. Letztwillig verbat er sich jede Leichenrede und bestimmte ausdrücklich, daß der vcn ihm für s. Grabstein vorgeschriebenen Inschrift nur die Daten hinzugefllgt werden (Brann, Gesch. d. Brest. Rabb.-Sem.). Kufru f! Herr Oberlehrer Dauber in Odenbach (Psalz) als Organisator des Hilsswerkes bittet uns um nachstehende Veröffentlichung: Helfende Menschenpflicht veranlassen die Unterzeichneten dieses Auf rufes, sämtlich christlich, evangelischer Konfession, einem unverschuldet ins Unglück geratenen jüdischen Mitbürger, tüchtigem Kaufmann aualter hiesiger Familie, durch einen Appell um edle Spenden an gutbemittelte Menschen insbesondere jüdischen Glaubens helfend zur Seit« zu stehen, um ihm seine Existenz zu erhalten bzw. wieder aufzubauen. Wir kennen den Fleiß, di« Arbeitsfreudigkeit, Tüchtigkeit und Sparsamkeit des betrefsenden allgemein geachteten Ehepaares und deshalb wollen wir mit unserer Bitte an die öffentliche Wohltätigkeit, die Soliharität mit unserem jüdischen Mitbürger ganz besonders hervor- > heben. j- Wir bitten daher, all diejenigen, die unseren Appell unterstützen wollen, Gaben auf das Postscheckkonto des Herrn Oberlehrer O. Dauber. Ooenbach, unter Nr. 6087 beim Postscheckamt Lüdwigshafen am Rhein mit der Bezeichnung „Nothilfe" gütigst einzusenden und werden von hier aus dje Beträge an den jiHischen Mitbürger ausgehändigt und den Spendern selbst durch diesen gedankt. Odenbach im November 1930. Der l. Bürgermeister: Di« Schulleitung: Der evangelische Ortspfarrer: gez. Wallauer. gez. O. Dauber. gez. Pfr. Wolsrum. Den 86. Geburtstag feiert am 24. Dezember 1930 Frau Anna Laqueur, Gutenbergstraße 44, und Herr Moritz C h a r i g, Gabitzstraße 110. Den 80. Geburtstag feiert am 8. Januar 1931 Herr Wolf Born, Höfchensttaße 70. Den 60. Geburtstag feiert am 30. Dezember 1930 das Mitglied des Bauausschusies der Ge- , meinde und Mitarbeiter.des Gemeindeblattes Prof. Dr. Buchholz, i Kaiserstraße 76. Den S0. Geburkstag feiert am 7. Dezember der Augenarzt Dr. Josef Schlesinger, Harrasgasse 4/5, seit 1915 Gemeindevertreter und Führer der Konservativen Fraktion, Mitglied in vielen Ausschüssen und Vorsitzender des Vereins „Synagoge zum Tempel". Werker wäscht Wäsche Sp ez i al i tät: Oberhemden,Kitten Weckerruf 585 51