Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 7 (1930)
- Issue
- 10 (10.1930)
- Date
- 1930-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 10 8 re »lauer Jüdische» Gemeindeblatt 157 Ti Jüdische uberkulose-Fürsorge (Beratungsstelle) mn<ncnstrafle»2i . HWv —18 Uhr. 7ln einem Montage, wo erfahrungsgemäß in allen Haushalten das Essen am einfachsten zu sein pflegt, habe er unangemeldet und übei raschend dir Verpflegung kontrolliert und sie nach Zubereitung und Meüge in jeder Weise zufriedenstellend gefunden. Er h}abe sich mit den einzelnen Schülerinnen der Haushaltungsschule, als Privatmann unter 4 Augen ganz offen ausgesprochen. Alle seien mit der Güte} und Menge des Essens durchaus zufrieden gewesen. Als einziger Wunsch sei laut geworden, i'fteirs etwas Obst zu erhalten. Die De7 bauptung, die Mädchen bekänfen das Mittagessen erst auf Abend, sei völlig unwahr. Datz sei nur dann vorgekommen', wenn die Mädchen einen Ausflug gemacht hätten. Dam) hätten sie belegte 6Schnitten mitbekommen und das Mittagiessen abends gegessen.! Anwähr sei die Behauptung, die Lehrmädchen bekämen nur zu essen, was vom Tische der Pensionäre etwa üb:ig bleibe. Das ergebe sich schon daraus, daß die Lehrmädchen |regelmäßig schon um ll% Uhr vor Beginn des Mittagstisches der Pensionäre äßen. Absolut unrichtig sei endlich, daß die Mädchen schlecht aussähen. Das Gegenteil sei nach (einer persönlichen Anschauung der Fall. Sie hätten auch an Gewicht zugenommen. Die Grabpflegestisstmgen für Dr. Alexander Stolkind und für Frau Susan Elle i Freund wurden aus Bericht von Herrn Daniel ohne Anssprache angenommen. Rechtsanwalt Iacobsohn stellt folgende Anfragen: 1. Hat der Vorstand von der Einsetzung des IugendpflegeausschusseS Kenntnis? 2. Hält der Vorstand die Einsetzung dieses Ausschusses für gesetzmäßig Uns» für satzuhgsgemäß? 5. Welche Aufgaben hat den erwähnte Jugendpflege-Ausschuß? Soll er das von uns gewünschte Jugendamt ersetzen? 4. Welche Maßnahnlien gedenkt der Vorstand zu treffen, um in der Zukunft zu verhüten, daß Ausschüsse ohne Beachtung der §§; 33 ff. deir Satzungen gebildet werden? Er erinnert daran, j dsth bei der Etatsberatung beschlossen worden sei, einen beiorsderen Istgendpslegei-Etat vom nächsten Etatsjahre ab aufzunesten. Bcst der Beratung sei zum Ausdruck gekommen, daß!die Angelegenheiten der Jugend mit dem Fürsorge-Etat! nichts zu tun hätten und durch einen besonderen Iugendpnegeausschutz oder besser gesagt Jugendamt zu verwalten feien.} Er sei daher überrascht gewesen, daß Wohlfahrtsausschusses diesen Iugend- Interausschuh des Wohlfahrtsamtes geübter Umbildung des bisherigen Jugend- Jugendfürsorge habe aber mit Jugendpflege nichts zu tün. Die Bildung ohne Mitwirkung der Gemeindevertretunc versiohe «sich gegen die Satzung. Dieser Unterausschuß habe das Recht der Zuwahl und könne daher die jugendlichen Mitglieder einflußlos machen. Sanitätsrat Dr. Bach vom Vorstande erklärt, ' das Wohlfahrtsamt hpbe die damalige Resolution nicht in dieser Weise aufgesaßt. Ein besonderes Jugendamt würde mit erheblichen Kosten verknüpft sein, da ein besonderes Büro und vermutlich auch ein Leiter Erforderlich sein würde. Ueberdies ließe sich die fiirsorgerischq Tätigkeit nicht völlig von der allgemeinen Jugendpflege trennen. Der Vorstand schlage daher vor, für die Iugendpflegesachen einen Vorstandsausschuß, gemäß § 25 der Satzfing zu Hilden, der direkt unter dem Vorstände steht. Füt diesen. Jugendpflege-Ausschuß seien bestimmte Mitglieder jn Aussicht genommen, die der Redner verliest. Rechts a n w a j t Iacobsohn ist mit dem Vorschläge des Vorstandes einverstanden, bittet aber über die personelle Iusammerfsetzung eine besondere Vorlage zu machen. Frau D r. Ra bin ( begrüntet die Anfrage betr. Subvention des Jüd. Arbeitsnachweises, dem für die. Zeit vom l. 7. 1950 bis 1. 9. 1950 entgegen dem Beschlüsse der die Vorsitzende de^ Pflegeausschuß als bildet habe und zwat fürsorge-Ausfchusses! Gemeindevertretung 100.— RM. monatlicb gekürzt worden feien. "i Verwaltungsdirektor D r. R e ch n i tz stellt an Hand der Akten fest, daß für Juli die 100.— RM. nachgezahlt worden seien. Es handle sich daher nur um die Monate August und September, für die je 100.—RM. ohne besonderen Beschluß gezahlt werden können, sobald der Arbeitsnachweis den Betrag als notwendig anfordert. Die Zahlung sei uur unterblieben, weil s. Zt. der Fortbestand des Arbeitsnachweises zweifelbaft gewesen sei. Frau D r. Nabin berichtet im Anschluß daran über den Stand der Angelegenheit. Danil liegt vor ein Vertrag mit der Synagogen-Gemeinde Oels wegen Aeberlast'ung des alten jüd. Friedhofes in Hundsseid. Rechtsanwalt Roth nw n n empfiehlt die Zustimmung zu tiefem Vertrage, da fonft der Friedhof verwahrlosen würde, und bedauert die Entwicklung, die zum fortschreitenden Untergang der kleinen Gemeinden führt. Die Zustimmung wird erteilt. Die, Vorlage über Errichtung eines Montessori-Kindcrgartens wird auf Wunsch von Herrn-Eins zur besseren finanziellen Durchberatung vertagt. - Herr Gins erläutert der, vorgelegten-Abschluß für das Rechnungsjahr 1950/51. Bei 11 Haüshaltstiteln seien Ersparnisse von insgesamt 05 000.— RM. gemacht worden. Rur bei der Alten Synagoge fei der Etat um 9 000.— RM., bei der Reuen Synagoge um 1 000.— RM. überschritten worden. Der Aeoerschuh bei der Finanzverwaltung rührt in Höhe von rund 200 000.— RM. aus dem Verkailf von Wertpapieren des Betriebsfonds her, der anl 1: 4. 1950 nur noch nominell 77 0001—RM. 8%ige Pfandbriefe enthalte. Dieser Betriebsfond dürfte zur Deckung des Fehlbetrages 1950/51 kaum zulangen. Für die nächsten Jahre müsse ohne Betriebsfond gewirtschaftet werden. Die vorjährigen Kassenrevisoren wurden wiedergewählt. - Rach seinem längeren Nachruf für das verstorbene frühere Vorstandsmitglied Herrn Generaldirektor Sigfrid Händler beschloß der Vorsitzende I u st i z r a t P e i s e r, die öffentliche Sitzung. In der geheimen Sitzung wurden einige Gehaltsregelungengenehmigt, der Schlosser Paul Gabriel als Kastellan der Alten Synagoge endgültig angestellt, ferner Herr cand. med. Rotter vom 1. 10.11950 ab als Leiter des Lehrlingsheims berufen, während Herr David ausschließlich mit der Leitung des Jugendheimes betraut wird und Herr Dr. Boß in den Schulausschuß zugewählt. r- Zamilie Oppenheim (er) in vreslau Anläßlich des 100. Geburtstages von Ferdinand Oppenheim am 21. Oktober 1030. - Von Gem.-Archivar Dr. Heppner. Der Name Oppenheim oder Oppenheimer hat — bis auf einen — «inen guten Klang in der jüdischen Geschichte, und wir finden ihn schon zu Anfang des 17. Jahrhunderts an den ersten Stellen unb in den vordersten Reihen gast; besonders in Bingen a. Rhein, Heidelberg und Worms, in Hannover und Hildesheim, in Wien und in Prag. Auch nach Schlesien und besonders nach Breslau scheint ein Teil dieser großen und weitverzweigten Familie gekommen zu sein, und wir begegnen in unserem, im Jahre 1701 angelegten,„Stammbuch der Breslauschen Juden- Gemeine" den Inhabern der Stamm-Nummer 6 und 26, dem damals 56 Jcchre alten Moses Bendix und dem 46 jährigen Aaron Moses Oppenheimer. Das „Berzeichniß isämmtlicher in der>Prov. Schlesien Breslauer Regierungs-Departements befind!., jüd. Staatsbürger" vom 24. 3. 1812 weist sogar schon sieben Träger dieses Namens als Breslauer Bürger auf, und zwar: Friederike Oppenheim/ Jeremiqs tgeb. 12. 7. 1787 und verheiratet mit Johanna Jtzig, geb. 10. 4. 1702), Löbel, Löben (Schreib¬ oder Druckfehler für Löbel), Mos. Bendix. Wolf Bendix und H e y m a n n Oppenheimer. Diesem Chajim den Morenu Manli Oppenh. (geb. 15. 12. 1772 und verheiratet seit 12. 10. 1708)-gehörte das Grundstück Blücherplatz 4, hier wohizt« und hier starb er'am 1., April 1842, nachdem chm acht Jahre vorher, am 20. März 1836 seine Frau Rebecca (geb. 13. 2. 1767), Tochter de? Löbel Hähndel, im Tode v.orangegangen