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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1930-08-01 · 8 (8.1930) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
7 (1930)
Issue
8 (8.1930)
Date
1930-08-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Nr. 8 Breslauer Jüdisches Gemelndeblakl 127 eine Lessing-Gedenktafel mh Tietzschön Warenhaus« gemocht hat, der Orientalist Pros, Hartwig Hirschseld-London und der Gießener Prov.» Rabb. Dr. Leo Hirschfeld. (Liebermanfrscher Kal. 1885, 39 ff.) Pr >ebatsch Dr. Felix, Veslagsbuchhdl. und Gelehrt., geb. 5. Jan. 1867 in Ostrowo (Pos.) und. gest. 17. 4. 1926 in Breslau, kam mit seinen Eltern schon frühzeitig hierher, besuchte das Magdal.» Gymnasium, studierte hi« ' und versaßt!« eine Reihe wertvoller historischer Arbeiten. Trotz der Anerkennung, welche diese fanden, gelang es ihm wegen seiner treuen Anh inglichkcit an! den Glauben der Väter nicht, im Archivdienst «ine Anstelle ng! zu finden oder sich zu habilitieren. (Mich. Fraenkel im Brest. Äem^-Bl. 1929, 3.). Pringsheim Fedor, Vorst. l>. Synag.-Gein. und Stadtältester, geb. 24. 8. 1828 und gest. in Breslcu am 2. 5. 1910, war seit 1879 Vorst.-Mitgl. uich 18 Ja>>re Vors, d«! .selben. Anläßlich seines 80. Geburtstages wurde von d Gem. eine s. Namen tragende Stistung für Zweck« der Armenpflege in« Leben eerusen, und bei den Trauerfeiern sprachen beide Gem.-Raldlner, im Laus« Dr. Gutttnann und in der Friedhosshalle Lohestraß Dr. Rosenthal. Unter Vorantritt von vier Magistratsausreutern hat« sich der säst unübersehbare Kondukt — darunter Oberbürgermeister, Bürsercheister, Stadtkämmerer und Stadtbaurat. Stadträte und Stadtvero cdnet« — zujn Friedhof bewegt (Gem.-Akten). Prinz Jos., geb. 18. 10. 1791, gehört« zur Familie der Glogauer ..Benediktiner Juden", wrrde 1834 zur Teilnahme an der Leit, und Verwalt. d. Bresl. jüd. Gem« licht berufen, lwidmete seit 1838 auch d. Waisenanstalt seine^ tatkräftige Mitarbeit, lwar ebenfalls einer der ersten Kuratoren de"r Fränk. Stift! und statb hier am 29. 7. 1865 (Brunn, Gesch. d. Sem.).! Rasch k ow Süßkirid, hebr. Dichter, Bs. d. Dramas „Joseph und Ornat", des Epos „Simsnn" und „Tal Jalduth", verlor sehr früh seinen Bater und nahm von der, Pornamen seiner Mutter .*csr den Stammnomen „Raschkow" an, roatz „Gem.-Peglaubter" in Breslau. und starb hier am 25.- Nissan 1836 beerb. Claassenstvaße Nr. 1549). R a w i c z Dr. Dict. Merr! geb. 26. Ab 1846 in Breslau, besuchte von 1863—75 das hi«s. Rabp.-S«m., ipar Robb, m Kempen (Pos.) und Schmieheim und zuletzt in vfsenburg (Bad.). Seit 1913 lebt« er, fast erblindet, im Ruhestande in (Berlin, wo er am 2. Eheschw. 1915 starb. Er ist bes. bekannt als Utbers. der Talmudtraktat«: Megilla, Rolch Haschana, Sanhedrin, Ketrbyot und Chulin (Brann, Gesch. d. Sem. und Dr. Heppners jüd.-lit. Abreißkalender). Reich Dr. Carl, Glh. ISan.-Rat, geb. 13. 4. 1830 in Loslau (O.-S.) als Sohn eines Bäckerin« stets, besuchte das Gymnasium in Gleiwitz und di« Universität in Breslau, tzoar kurze |3eit Arzt in Myslowitz und kam Mitte der siebziger Jahre nach Breslay, wo er ,church fein sympathisches, von warmer Empfindung getragenes Wesen" allgemeine Anerkennung iand und sowohl im jüd. Gemeindeleben (Repräs. von 1887 bis 1920), als auch in der Bresl. Aerzteschast «ine bes. Rolle spielte. Er war oerh. mit Julie, einer Tochter von Aniel I. Henschel und aus dieser Ehe hervorgegangen ist der hies. (Facharzt Dr. Jos. Reich. — Carl R. starb hier nach langem und schtperpm Leiden am 25. 12. 1921. R e w e k Joseph (b. Breslau am 23 - 1. 1854 er Dr. phil., 1870 Priv. Mathematik. 1897 wurdc magnif. und im Februar R of en t h a l Dr. Fe der Sohn eines Kleingrui 1846 in Palota nach 38jä> Chajes: er war ein Schütz (Schreiber in Preßbuvg) ätzmuel). Wollmäkler, geb. 1786 und gest. in I(beerd. Claassenstraße Nr. 183), zog 1813—14 fiir sein Vaterland freiwillig mit ins Feld (Gem.-Arch. Breslau). * Rosanes Dr. Jakob, geb. 16. 8. 1842 in Brody (Galiz), Enkel von Rabb. Akiba Cger, lebt^ seit 185st in Breslau, war anfangs Ksm., bildete sich autodidaktisch swbund stud.lseit 1860. Im Jahre 1865 wurde Dsz., 1873!a. o. und 1876 ord. Pros, der Geh. Reg.-Rat, 1903—04 war er Reet. 19i>2 starb'er (Jüd. Lexlc.). tzerd., geb. 10j 11. 1838 in Kenese (Ung.), war esttzers urld mütterlicherseits der Enkel des ibriäer Amtstätigkeit daselbst verst. Rabb. Walt iferjb. P'? cvnc (Mos. Schick), des "= inh des Dr. Jsr. Hildesheimer in Eisenstadt. Mit 18 Jahren erhielt er! ie >„Morenu1, matur. in Wien, sind, in Berlin und Leipzig, war 19 Jahre Rabb. in Beuchen (O.-S.) und von 1887 bis zu seinem Tode (5. 3. 1921) an der „Storchsynagoge" in Breslau. — R. war ein Gelehrter, ein Mann des Friedens und der werktätigen Liebe (Bresl. Gem.-Bl. 1929, 4). Seine Sähst« sind die Bresl. Fachärzte Prof. Dr. Felir und Dr. Theod! R.. und sein Schwiegersohn war Dr. Sam. Hirsch Margulies, Oberravb.! und Direktor des collegio rabbinico in Florenz. > R o s e n t h a l Herm. Jos.; geb. f852 in Zdunskawola (Pol.), erhielt schon in jungen Iah en von dem Kempener Rabb.-Verw. Simcha Rehfisch, einem hervorra zenden Talmudgelehrten und Bf. mehrerer Werke, di« „Morenu", wer zuerst in zwei kleinen Gemeinden Kantor, dann in Gleiwitz und Ratibor, kam 1895 nach Breslau und amtierte hier bis zu seinem Tode (12, 2. 1917) (Bresl. Gem.-Bl. 1929, 4). Rosenthal Julius, (Dr. Geh. San.-Rat, geb. in Oppeln am 23. 8. 1856, absolvierte d. dort. Gymnas. u. stud. in Leipzig. Breslau u. Greifswald. In Frank, nsiein begann er seine ärztliche Tätigkeit und verlegte dieselbe 1890 nach Lsissingen, besten Bedeutung für Herzkranke er als erster erkannte: sei re >Derdienste um diesen Badeort fanden allgemeine Anerkennung, uni» so wurde auch sein Ram« in das goldene Buch der Stadt Kissingen « in«tragen. Den Winter über lebte Geh.-Rat R. in Breslau, und hier fbarb er am 17. 1. 1930. Ein Schwiegersohn von ihm ist der Breslauer Arzt Pros. Dr. Fritz Heimann (Bresl. Zeit.). Ros in Dr. David,!)oz. am Bresl. Rabb.-Sem. u. Bf. zahlreicher Schrift, u. Abhandlungen, würde am 27. 5. 1823 als Sohn d. Talmudlehrers Mendel R. in Rosi nbjerg (O.-S.) geb., lernte zuerst bei f. Vater, später bei d. gelehrt. R. Simcha Rehfisch in Keyipen u. dem Myslowitzer Rabb. Dao. Deutsch u. zuletzt bei d. Mitbegründ, der Wissensch. des Judentums, S. L. Rapoport-Prag, woselbst Dr. Mich. Sachs ihm im. Lat. u. Griech. Unterricht erteilte. Dlrnn besuchte er d. Breslauer Elisyb.» Gymnasium, mabrriert« hier Mich. 1846, stud. in Berlin Philos. u. Hass. Sprachen, promoo. in Halle, machte d. Ob.-Lehrer-Prüfung, prhielt die facultas chvccnchi für alle Gymnaf.-Klasten, unterrichtete zuerst in Berlin und von 1866 bis zu seinem am 31. 12. (4. Teb.eth) 1894 erfolgten Tode am Breslauer Radb.-Skm.: seine Grabstein-Inschrift hat Dav. Kaufmann versaßt (Brann, Gesch. d. Rabb.-Sem.). Sein einziger Sohn ist der in Berlin 1863 geb. Geh. San.-Rat Prof. Dr. Heinr. Rosin- und sein Neffe der in Breslau 1855 geb. und 1927 in Freiburg (Bad.) verst. Rechtslehrer Pros. Dr. Heinr. R., dessen Mutter ein« Tochter des bereits erwähnten Heinrich Miro gewesen sein soll (Brann, Gesch. d. Sem., ID. Lexic. u. Mitt. d. H. Mich. Fraenkel). (Fortsetzung sojgt.tz ■ _{. Israelitische Waisen-verpflegungs-finstalt^ 1SÖ5-1Q30 Am 1. Oktober 1930 sind 125 Fahre vergangen, daß die Israelitische Waisen-Derpflegungs-Anstalt, nach bei 3. ft. V. 91. die öltest« jüdische Wohlfahrtseinrichtung in Breslau, gegründet wurde, und 50 3ahre, daß sie an ihrer heutigen Stelle steht. Ein Doppeljubiläum! In Rücksicht auf die Schwere der Zeit wollest wir ober nicht jubilieren und nicht fe'ern, sondern uns nur -n Dankbarkeit der Männer und Frauen ermnern, d-e unser Henn in den vielen Jahrzehnten seines Bestehens in hervorragender Weste gefördert haben. Da ist zunächst unseres ersten Vorstehers Solomon Seligmann Poppenheims (1740—1814) zu gedenken, der durch einen Aufruf im Jahre 1805 im Derein mit Juda Hausmann, Abraham Heinersdorf und B. S. Guttentag die Anstalt ins-Leben rief. Etwa 20 Jahre später wurden auch die Frauen aufgerufen, und zu, der Knabeneine Mädchendbtöilung eingerichtet. 500 Frauen traten damals-dem Verein« bei, an ihrer Spike Liebe Freyhan, Zipora Schnitzler, Caroline Friedeberg, Louise Dyhrenfurth, Babette Silberstein, Henriette Heymgnn und Sophie Prager. Rach abermals 20 Jahren wurde den beiden Abteilungen der Anstalt, die in Prjvathöufern untergebracht rparen, dank dem um Breslau so hochverdienten ftominerzienrat Jonas Fraenckel der östliche Teil des von ihm gestifteten Krankenbospitals, Antonienstrahe, zur alleinigen Benutzung überwiesen. 40 Iahte darauf konnte durch die hochherzige Stiftung Moritz Wilhelm Heimanns die Anstalt nach ihreni Heime Gräbschener Straße-übersiedeln. Hier wirlte als elfter Anstaltsleiter, nachdem er schon 10 Jahre vorder in den alten Räumen Antonienstrahe tätig gewesen war, 25 Jahre Inspektor Michaelis Sit berstet», ein Mann, der sich nicht nur die Liebe seiner Zöglinge, sonder» auch Achtung und Wertschätzung der ganze» Gemeinde zu ernerbeü nutzte, der cs verstand, der Anstalt imitier neue Freunde und Gönner zu oerscbaffcn. Er batte das Glück, außer mijt Moritz Wilhelm Heimann mit Vorsteber» wie Louis Schiefer Kommerzienrat Julius Heyniann u. a. zu arbeiten.' Bon den Damen des Frauenkomitees der letzten 50 Jahre feien genannt: Jda Bamberger, Ottilie. Sachs, Fanny Heimann und d>e noch unter uns weilende Agnes Hamburger' Bor 25 Jahren wurde das 100 jährige Bestehen der Anstalt festlich beM'gen- Ein Jahr darauf, nachdem derlangjährige Vorsitzende im Vorstai!d(zKom merzienrat Jul. Lehmann sein Amt niedergelegt hatte» übernahm S adkrot Alfons Marck den Vorsitz. Ilm, der in der Stadt und in der Snnatzeaengemeinde ehrenvolle Aeinter verwaltete, lag oucb das Wob! und GcDeiben der Anstalt sehr am Herzen. Rach seinem Tode führte Rridolf Daniel, ein auf dem Gebiete des Armenwesen» wohlerfahrener Mann,' leider nur ein Jahr den Vorsitz. Damit niöchten wir de» lurzen geschichtlichen Rückdlick schließen und nochmals betonen, daß wir den genannten Männern und Frauen und zahlreichen ihrer Zeitgenojje»: die hier alle nick't genannt werden konnten, zu verdanken haben, daß die Anstalt trotz aller Kriegs- und Racblriegszeit ihre segensreiche Wirksamkeit ununterdröcben bis beute fortsetzen konnte. Wir erziehen nach wie vor hilfsbedürftige und verwaiste Kinder im schulpflichtigen. Alter zu brauchbare» Menscbgn und guten Duden,) und hgmühen uns, allen das Elternhaus nach Mkglichkeit z» ersetzen, was die ganzen 125 Jahre hindurch Zweck und Ziel der Anstalt war.. Wir erwarten von unser» Glaubensbrüdern, daß sie uns anläßlich unseres Doppeljubiläums mit Spenden reichlich bedenken, zumindejlens durch Jahresbeiträge belunde», daß sie uns. wie bisher so auch weiter in unserer Arbeit,.Erziehung und Versorgung armer Waisen- und hilfsbedürftiger Kinder unterstützen wolle». Wir können mit Stolz sagen, daß unsere Bitten um Unterstützung nie ungehört verhallt sind. Ein besonderer Ausruf, wie er in deir le'tzten Jahren anläßlich des Neujahrsfestes veröffentlicht u urde, ergeht diesmal nicht. Wir bitten aber die Freunde und Gönner, die uns ihre Spenden zur Ablösung von Neujahrsglückuünschen übermitteln nollen, dies nie in den Vorjahren zu tun. Die Narren der gütigen Spender »erden wir im Eemeitzdedlatt veröffentlichen. Deitrittserklärunaen erbitten u ir an unsere Ar schrist: Israelitische Waisen-Derpflegungs-9ln statt, Dre.slau, Grübschener Straße 61(65, Spenden ar:cb Neujcbrsspenben auf unser Postscheckkonto B r e s l a u 458 28. ' Der Vorstand. I Platzvermietung in den Privat-Eynagogen. Wir bitten cuf die 9lnze:gen der Prirat-Srneacaen in der rorlieeenden und der nächsten Nummer zu achten. - * ' i

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