Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 7 (1930)
- Issue
- 8 (8.1930)
- Date
- 1930-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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J 12ö Breslauer Indisches ©emeinbebtaf f Nr. 8 Die Tätigkeit der K^n berfürsorge des 2. F. B. stand wie stets in engste/ Zusammenarbeit mit un^. Unsere Aufwendungen dafür sino< mit in der Jugendfürsorge und den einmaligen Unterstützungen enthalten. Ein eingehender Berühr erübrigt sich hier, da d» Frauenbund schon einen solchen im Gemeindeblatt gegeben hat^ I Fürforge-Einyphmen und -Ausgaben. Ä. Fürsorge ' I. Einnahmen: 1. Spenden von Privaten ........... 3409.50 Mk. 2. Zuschüsse von Vereinen, Privaten- und Organisationen usw. 6 682,69 - 3. Rückzahlung von Unterstützungen ....... 5585,02 - 4. Zuschüsse zur Binder- und Jugendfürsorge von Behörden und Privaten.. 14 554,99 - 5. Zm'chüss« von Organisationen und Behörden für die Tuberkulose-Fürsorge . .;. 6 211,35 - 6. Verschiedenes, sowie die BüchsensamnNungeN ln den Synagogen .. 2 915,78 - 7. Vermächtniszinsen ..: . , . 3 470,48 - Zusammen: 42 829,81 TOt. II. Ausgaben: 1. Lausende Monatsunterstützutrgen einschließlich Gemeindegeschenk..1. 71650,11 Mk. 2. ' einmalige Unterstützungen und diskrete Beihilfen . 35 510,43 - 3. Kinder, und Jugendfürsorge (einmal, u. lfd. Zuschüsse) 37 805,54 - 4. Tuberkulose-Fürsorge (Verschickt,ng, Beihilfen, Stärkungsmittel usw.).14121,56 - 5. Bade- und Erholungsfürsorg« (Verschickung und Zuschüsse)..,. 6 890,54 - 6. ^Heiratsb«ihUfen (Ausstattungszuschüsse für Bräute) 1050,— - 7. Naturalien (Lebensmittel, Brotmarken, Bespeisung, Mazzoth, Heizstoff usw.) .. 21922,66 . 8. Durchwandererfürsorge (Fahrkarten u. Barbeshilfen) 674485 - 9 Weiterleitung an Vereine -Verrechnungsposten) . . 6 59588 - Zusammen: 202 290,57 Mk. III. Zusammenstellung: Fürsorge-Ausgabe«, . . .. 202290,57 TOt. Einnahmen... . 42 829,87 . Michm Fürsorge-Ausgaben: 159 460.70 Mk. 8. werkschaffende produktive Fürsorge. I. Ausgaben: 1. BarbeihUfrn, Gewerbescheine, Darlehen usw. . . '. 15 916,31 Mk. 2. Für Arbeitsleistungen (Holzspalterei, Schreibstube, . Näharbeiten usw.).. 5375,80 - 3. Für Aus, und Fortbildungskurse (Schreibmaschne, Rechtschreibung, Stenographie, Chauffeur, Dekorateur usw.) .;. 3 263,20 - 4. Lchrlingsbersorgung . . .... . . 2780,83 . 27 336,14 Mk II. Einnahmen: 1. Rückzahlung von Darlchen usw. 1 948,85 Mk. 2. Zuschüsse tzu Ausbild. (Schreibarbeiten pp.) .. . . . 33585 . Ausgaben Einnahmen III. Zusammenstellung: Mithin wertsch. prod. Ausgaben: 2284L0 Mk. 27 336,14 Mk. 2284,20 . 25051,94 Mk Zu dem Bericht seien hier noch einige der wichtigsten Zahlen aus unserer Arbeit erwähnt. Es wurden etwa 2800 Hausbesuche und Ermittlungen erledigt. Wir verzeichnen im Monat durchschnittlich 580 Familien, die laufende Unterstützung beziehen. Darauf entfallen 80 Familien auf Kinder- und Jugendfürsorge. 735 Haushalte find mit Mazzoth und Kohle versorgt worden, während laufend 115 Menschen mit Brotmarken. 32 mit Speisemarken und 37 mit Lebensmitteln bedacht worden sind. Wir hatten durchschnittlich im Monat 1100 bis 1200 Bürobesuche zu verzeichnen. An 509 Tagen wurde Hauspflege ausgeübt. In der Jugendfürsorge wurden 500 Fälle bearbeitet. Die Hilfsfürsorgerin hat gegen 700 Hausbesuche, Wege usw. im Interesse der Hilfsbedürftigen erledigt. Die Beratungsstelle der Tuberkulose-Fürsorge wurde in 118 Fällen ausgesucht, während im-ganzen 195 Schützlinge betreut wurden. Don letzteren sind 39 in Heilstätten oder Kurorte verschickt worden. Die Gemeindeschwester hat insgesamt 3700 Wege und stelle wurde in 178 Fällen in Zum Schluß sei nochmals Vereinen und Privaten, den Ehrenbeamten für ihre Unterstüh Hingabe^ unser aufrichtigster gesprochen. Ambulanzen erledigt. Die Rechtsschutz- Anspruch genommen, en Behörden, Organisationen, meindebehörden und! unseren ung, Mitarbeit und liebevolle und herzlichster Dank ausa I G- Salomon unb Johanna Orgler geb jüd. Juristen, bie vom preuß. Staate Jüdische Persönlichkeiten in und aus Breslau *?*T Von Rabb. Dr. Hepp , e r, Gem.-Archivar, l (Fortsetzung.) Orgler Julius, tzeb. 25. 6. 1329 zu B r c s l a u als Sohn von Posner. Er war einer ber ersten angestellt würben, unb zwar 1860 inannschen Kalenber, ging 1830 nach, woselbst er am 25. Ab 1883 starb guter Kanzelredner unb veröffentlich:« eine Reihe von Predigten u. o Schriften. Ein Sohn von ihm war Berlin und. um 1843 nach Posen, Er war ein vortrefsl. Hebraist, ei» Dr. Elias Pl. (geb. 1841 unb gest. als R.-A. in Militsch, von wo er 1863 in gleicher Eigenschaft nach Posen kam. wo er bis zu f. Lebensende, 26j4. 1902, geblieben ist. Dort wirkte er neben s. beruflichen Tätigkeit 28 Jahre als Stadtoerordn.. war lange Jahre Stadtv.-Vorst.. u. als fr dieses Amt 1900 niederlegte, wurde er zum Ehrenbürger ber Stabt ^Posen Ernannt. Er war eine Reihe von Jahren Vorsitz, ber jüb. Gemeindevertretung u. jiib. Vereine, viel« Jahre Vorsitz, ber Anwaltskammer, war Notar u. führte den Titel Geh. Äustizr. Ein Schwiegersohn von ihm ist Pros. Dr. Georg Rosenfeld in Breslau. (Heppner-Herzb. S. 871 u. Mitt. d. Familie.) Pappenheim Moses, Sohn des Simon und ber Frabel, geb. in Zülz 6. Schebat 1780, kam Anfang des vorigen Jahrhunderts nach Breslau, war vereib. Börsen-Sensal, 16 Jahre Gem.-Borst. und 18- Jahre „Gabbai", bekleidet« auch das Amt eines Stadtverordneten und starb hier am 17. Adar I 1848. Er beherrschte in Wort und Schrift meisterhaft die hebr., deutsche und französische Sprache, sollte im Auftrage b. „Gosellsch. b. Brüd." -und mit Genehmigung des Ob.-Rabb. Tiktin 1829 bei der Einwechungsfeier der „Storchsynagoge" die deutsche Rede halten, durfte es aber nicht, weil er erstens kein Rabb. sei und zweitens nicht zu Neuerungen im Gottesdienst Anlaß geben solle, war literarisch tätig, und sein diesbezügl. Nachlaß wurde 1850 von seinem Schwiegersohkk I. Hollaender, Vorst, einer Prio. Lehr-Anst. in Ratibor, herausgegeben: eine zweit« Tochter war an M. Liebrecht verh. Seine Frau Bella, Tochter von Mordechaj Seelig und Mafsa Cohn, mit der er am 24. 12 (8. Tebeth) 1830 die stlb. Hochzeit beging, starb am 19. Marscheschw. 5592 im Alter von 77 Jahren. Di« Grabstein-Inschriften für dies« und für sich hat er selber versaßt. Ueber seine Beerdigung schrieb die Brest. Zeit, vom 1. 3. 1848: „Mittwoch, d. 23. 2., nachm. 2 Uhr. bewegte sich ein langer Trauerzug still und feierlich von der Antonienstrahe nach dem jüd. Friedhöfe. Es galt der letzten Ehr« eines unserer würdigsten Mitbürger, des «am 20. d. »erst., vereib. Börsen- Sensals und Etadtverordn. M. S. Päppenheim, eines Mannes, der sich durchvietzeitige, fchönwiffrnschaftl. u. gekehrte Bildung, durch selten« Biederkeit des Charakters, sowie durch musterhaft« Redlichkeit im Geschäftsverkehr gleich rühmlich auszeichnet« und mit Recht eine Zierde unserer Stadt genannt zu werden verdiente " Und während der feindlichen Invasion vom 1.—9. Juni 1813 hat er, wie es in einem vom 12.12 1814 vom Breslauer Magistrat an ihn ergangenen Anerkennungsschreiben mit des. Erwähnung seiner vielfach an den Tag gelegten patriotischen Gesinnung wörtlich heißt ,8er hies. Stadt sowohl als Interpret, wie auch in anderen Kommunal-Ängeiegenheiten wesentliche Dienst« geleistet" (Brest. Gem.-Bl. 1929, 4.) Pappenheim Salomo, geb. 4. Schebat 1740 in Zülz, wo sein Vater «eligman Das an war, und gest. 4. 3. 1814 in Breslau, war hier Rabb.-Asi. und gab 1805 durch einen Aufruf den Anstoß zur Gründung des isr. Waisenhauses Hierselbst: er ist Vf. einer hebr. Syncmymik .Fierjot Schelomo"" (1784), der „Arba Kauhaus" (1790), einer Nachbildung von Poungs „Nachtgedanken" u. a. Schnitten. Ein Bild von Sm befindet sich im Besitz« der hies. isr. Waisen-Anstalt. Auf seinem rabstein (Cloassenstraße 2533) steht: ="rpn p-i« -|K -.-p rr |*K d h. dies «ist kein Grab, sondern eine. hell. Lode. Peritz Dr. Moritz, der Nestor d. schles. Rabbiner, seit 1883 in* Liegnitz u. dos. am 15. Tommus 1930 gest., wurde am 9. 11. 1856 in Breslau geb., besuchte hier das Gymnasium u. von 1877—84 d. Rabb.» Sem. u. promoo. in Leipzig mit d. Arbeit „Das Buch d. Gesetze von Moscheh b. Maimcn". Ueber s. weit. Publik, vid. Brann „Gesch. d. Rabb.-Sem." Pleßner Solomon, der erste deutsche, streng orthcKwxe Prediger, wurde am 19. Nissan 1797 in Breslau als Sohn d. Kfm. Loebel und Enkel des Stamm-Numerant. 142 geboren, hielt schon 1819 an den Nachmittagen der Sabbathe und Festtage hier deutsche Vorträge und gäb in demselben Jahre seine erst« Apokryphenarbeit mit deutscher Uebersetzung und hebr. Kommentar heraus. 1823 ging er als Religionslehrer nach Festenberg, heiratete wenige Jahr« später Beate Liebermann aus Breslau, Schwester d. Drieger Religionslehrers und Herausg. der üieber- 1898), Stistsrabb. in Hannover, dann Rabb. in Rogasen und Ostrowo (Heppner-Herzb. 674 und 899) und sein« Enkel sind: Der Berliner Bildhauer Jakob Pl.. der u. a. auch «eine Büste Mos. Mendelssohns und