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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1930-08-01 · 8 (8.1930) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
7 (1930)
Issue
8 (8.1930)
Date
1930-08-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Nr. 8 Btolancr Jüdische» ® c m r t n 0 e b l a 11 125; Jüdische Tuberkulose-Fürsorge (Beratungsstelle) .m*qmra»g«ti HiaterbflOf ftt. Uhr. religiösen Grundsätze Ohne Uebersvannung uns unserer sittlichen bewußt bleiben. der „Zedakah" nicht erschüttert worden, des Humannätsgedankens wollen wir Pflicht, das heißt unserer Verantwortung Die Ausführungen in diesem Vorwort sollen und werden ^hoffentlich nwndje mi zperständliche Auffassungen und Jrrtümer ^beseitigen. Es ist nicht möglich, im Rahmen dieses Aufsatzes auf weitere, zum Teil sehr interessante Einzelheiten einzugehen. Es ist daher beabsichtigt, im Herbst vor einem interessierten Kreise entsprechende Vorträge halten zu lassen. Wenn aber alle, oie mit uns guten Willens sind, in d?r Ausführung unserer Bestrebungen, eine wirklich sachliche und humane Wohlfahrtspflege zu treiben, uns fördern und helfen, dann können wir sagen: „Der Zedakah-Gedanke lebt in d:r ganzen Gemeinde." Nun in Kürze za dem eigentlichen Tätigkeitsbericht (siehe die Zahlen am Schluß). Erfreulicherweisk laben mit von Behörden, Organisationen und Vereinen für eine ganze Reihe von Fürsorgefällen Zuschüsse erhalten. In den Zahlen sind nicht mitinbegriffen (weder in der Einnahine noch ^n der Ausgabe) die Summen, welche unsere Bedür tigen auf Grund unseres Eintretens von den verschiedenen Stellen direkt erhalten haben. Für diese fruchtbaren Hilfeleistrnben sei ah dieser Stelle allen denen unser aufrichtigster Dank zr ns Ausdruck gebracht, die däzu beigetragm haben, in ljer einen oder anderen Weise das Los der Hilfsbedürftigen zu linde rn. Zu unserer Freude haben wir auch wieder aus einer Anzahl von Legaten und Stiftungen, die unter der Verwaltung des Vorstandes der Synagogengemeinde stehen, Mittel Erhalt, nj Auch hiese Beträge sind in den Ausgaben deb Fllrsorgezal^len nichi enthalten. g^oß ist gegen das Vorjahr die Steigerung dllrch Zahlen zu belegen, soll hier unter- Außerordcntlich der A r b e i t? Dies die Grenzen der Leih sind daher unseren Wie immer wu veranstaltet, wie wir das Derständüis für die Kranktzn in jeder Weise mit Erfolg betreut. Die Zusammenarbeit mit! den behördlichen Stellen, wobei wir in erster Reihe . an die Tuberkulosefürsorge der Stadt und an die Zentralt wohlfahrtsstelle der deutschen Juden denken, hat sich besonders gut bewährt. Viele Kranke fanden Behandlung in der Israel. Krankenveirpflegungsanstalt, der wir besonders für die unentgeltlich gewährte, wertvolle Hilfe durch die Röntgenabteilung - danken. Die Tuberkuloseberatungsstelle der Tuberkulosefürsorge befindet sich Höfchenstraße 52 und ist Montag von 17—18 Uhr geöffnet. -• In uüserer I u g e n d f ü r s o r g e hat sich die Zusammenarbeit mst den verschiedenen Behörden, Organisationen und Vereinen;— was hier besonders anerkannt werden soll — wieder in jeder Beziehung bewährt. Insbesondere soll die Hilfsbereitschaft des Landesjugendamtes und des Städtische Jugendamtes dankbar hervorgehoben werden. bleiben. Die umfangreiche Tätigkeit aller Art ging oft über Reichsbund jüd. Frontsoldaten Ortsgruppe Breslau Außerordentliche Versammlung I am Montag, den 1. September 1930, abends 81/, Uhr I im großen Saal der Lessing-Loge, Agnesstraße .5 „Der 14. September!“ ' Redner: Kam. Prof. De. Felix Rosenthal Der 2. Redner wird noch bekannt gegeben. . Alle An;«hörig., Freunde u. Gemeindemitglied. Sind herzlich eingelad. DER VORSTAND, ungsfähigkeit des Einzelnen hinaus. Wir Ehrenbeamten und -beamtinnen zu besonderem Danke verbstichtet, daß sie sich uns unermüdlich zur Verfügung gestellt habsen. rd!en Führungen und Besichtigungen überhaupt jede Gelegenheit wahrnahmen, die Wohlfahrtspflege zu fördern. Hörer des jüd.-theoli Semillars, die astch gleichzeitig die Vorlesungen von Herrn Dir. Glaser jüber Wohlfahrtspflege besuchten, haben ersehmigustg des Vorstandes in unseren Wohlfahrtsanst hospijtiert. Ebenso sind uns Praktikantinnen, die Sozialbeastiten werden wollen, zu vorübergehender Arbeit überwiesen worden, i Die immer umfangreiche Tätigkeit der Gemeindeschwester wie auch die der Hilfsfürsorgerin ist im Berichtsjahre noch gewachsen, wie Wohnungsnot und Arbeitsiiot gewachst^ sind, j Unsere Rechtsschutz st eille hat eine bedeutende Verbesserung erfahren, indem sich Herr Landgerichtsrat Dr. Engel in freundlicher Weise den Bedürftigen in der Sprechstunde am Mittwoch von liy2 Ins 1 Uhr im Zimmer 10 unseres Wohlfahrtsamtes unentgeltlich zur Verfügung stellt. Die meisten Fälle betrafest die Befreiung vpn der Hauszinssteuer, oft um Ansprüche aujf Rente! und Ustterstützungen. Dieser Zweig unserer Fürsorge kann als produktiv angesehen werden. Nicht nur wurden die Ratsichenden in zahlreichen Fällen daran verhindert, unnötige Be chwerden und Klagen zu führen, sondern oft ist es gelungen, zefechtfertigten Ansprüchen volle Geltung zu verschaffen. Die T u b e r k u l p s e -- F is r s o r g e.hat sich wie bisher aller Tuberkislosegeführdeten und Tuberkuloseerkrankten angenommen. Herr Faczarzt Dr. Landsberger hat sich uns wieder zur Verfügung gestellt. Es wurden in vielen Fällen Heilstättenbehandlstngen und Kuren in Bädern durchgeführt und Mit Hilfe des I. F. B. und durch unser« Erholungsfürsorge ist es uns gelungen, besonders erholungsbedürftige Jugendliche in Erholungsheimen unterzubringen. Für Heilstättenkuren, für tuberkulös Erkrankte und -Gefährdete tritt nach wie vor unsere Tuberkulosefürsorge ein.' Unsere Fürsorgezöglinge sind teils in dem neuen und nach modernsten Erziehungsgrundsätzen eingerichteten Jugend- und Lehrlingsheim in Wolzig, teils in Köpenick untergebracht. Viele von ihnen find in Familien und ipi freie Lehrstellen' beurlaubt. Die Betreuung dieser Jugendlichen wird von uns besonders eingehend und nachhaltig durchgeführt. Gute Erfolgehaben wir hei den Psychopaten und Schwachsinnigen erhielt, die in 1 der paritätischen Heilerziehungsanstalt „Calmenhof" und im jüd. Dauerheim Weißensee untergebracht sind. Die jugendlichen Insassen von Straf- und Untersuchungsgefängnissen sowie von Krankenanstalten erhalten regelmäßige Besuche unserer Fürsorgerin. Wir stehen ihnen mit Rat und. Tat zur Seite. Die seit Jahren bestehende Vereinsvormundschaft hat sich weiter auf das vortrefflichste gewährt. 'Wir haben im Augenblick zirka hundert Mündel unter eigener ^Vormundschaft. Selbstverständlich werden die Mündel auch in jeder Weise fürsorglich betreut. Bemerkt wird noch, daß im vergangenen Jahr drei Adoptionen (zwei Kinder und eine Jugendliche) erledigt werden konnten. Das im Jugendheim untergebrachte und dem Wohlfahrtsamt unterstellte L e h r l i n g s - heim ist zur Zeit mit acht Lehrlingen besetzt. Wir können mit Freude feststellen, daß sich die Jugendlichen in dem neuen Heim in jeder Beziehung glücklich fühlen. Durch die Verbindung mit dem Jugendheim und besten 'segensreichen Einrichtungen sowie durch den fördernden Einfluß unseres Leiters fühlen sich alle körperlich und seelisch geborgen. Die Arbeit für das Jugend- und Lehrlin'gsheim belastet uns zwar sehr wesentlich, erfüllt uns jedoch, mit Stolz, und Freude.

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