Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 7 (1930)
- Issue
- 7 (7.1930)
- Date
- 1930-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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I Nr. 7 früh. Krotoschiner Rabbiner Dr. verheiratet. vresiauer Jüdische» Gemeindchisit 113 Ollendörss Jsidpr, Justiz» at, einer der besten Männer der jüd. Gem. und Stadt Breslau, ein „unantastbarer Charakter von lautester Gesinnung, 'voll Menscheasreurrdlich!«it und Herzensgute", wurde am 12. 12. 1855 in Neumarjkt als Schn des aus Rawitsch stammenden Kausm. Gustav O. geboren, studier ie hier und in Berlin, ließ sich in Breslau als R.-A. nieder iund starb hier am 16. 12. 1911. Er war seit 1890 Stadtverordneter und seit 189 l Repräsentant der Gemeinde. Am 25. 12. 1887 verheir. er! sich mit seiner Base Paula Ollendorfs aus Kostenblut, die ebenfalls in unserer 5- >tadt und Gemeinde verschied. Ehrenämter bekleidet und deren große Verdienste anläßlich der Vollendung ihres 70. Lebensjahres am 18. 5. 1930 allgemein gewürdigt imb anerkannt wurden; ein Sahst von ihr en ist der Magistratsrat a. D. Dr. Friedr. Ollend., Leiter der Zentral, oohlfahrtsstelle d. deutsch. Juden in Berlin (Aktenst. im Gem.-Archiv). Oschinsky Theodor, einer dir verdienstvollsten Juden Breslaus, wurde am 7. 11. 1844 gtb. und stirb hier am 25. Tarnmus 1907; er bekleidete eine ganze Reihe von Aemtern, war Mitglied d. Repräsentanten und des Borst, d.! I. K.-V.A. und gehörte den verschiedensten Kommissionen und Stiftungen an. Eine Tochter von ihm ist an den Mitteilungen der Schles. Breslau. Steigende Auswande, seeifche Auswanderung aus Nieder Monaten eine starke Zunahme er wurde in keinem Monat 'die Zahl wurden 88 gezählt, im Februar April dieses Jahres 147. Ein großes Textilu Um sich >oon der vorwiegend eng abhängig zu machen, ist im Nillarche Fabrikunternehmens geplant, und die Banque Misr das Unternehme vollendet sein dürft« n! stelle in Br« sla i Fachkräfte Verwendung Wie di^ 5, erfährt, finden. Heinrich Berger (jetzt in Berlin) (Fortsetzung folgt.) 3 luswanderer-Veratungsstelle, ^riedrichstraße 3. ' ung aus Schlesien. Die über¬ und Oberschlesien hat in den letzten ähren. Seit dem September 1929 hundert erreicht. Im Januar 1930 hl, im März hingegen 115 und im ternehmen in Aegypten, »scheu Einfuhr von Webwaren undi« Begründung eines bedeutenden e ägyptische Regierung fördert durch n, dessen Bauten gegen Ende 193p Auswandererbtiratungswerden dabei ein« Anzahl deutscher Km-erfest >M Bei herrlichstem Sonnenschein mittags um 'A4 Uhr, am Reichsprsi Kinder, davon etwa 95 jüdische, u mit einer Kapelle a, der Spitze nehmen. Für die K einkinder, de schwerlich gewesen wäre^ hatte Herr Lastwagen zur Verfügung' gestellt, begleitet, di« schon auf dem Wege Eintreffen wurden di« Kitcher mit dann Gesellschaftsspüle, .Kasperl« Kinder zum Teil als Rätchenfigurein Kiemen war unbeschreiblich. Trotz herrscht« dank der u nsichtigen Leit iicher di« denkbar größte Ordnung. Würstchen mit Brötchm und Geträni Kurgarten versammelten sich am 2. Juli, nachsidentenplatz zirka 500 hilfsbedürftige , auf Einladung des Herrn Seiften den Weg nach dem Kurgarten zu en das Laufen in der Hitze zu be- Seiffert in vorsorglicher Weise einen Der Zug wurde von zwei Onkels für Unterhaltung sorgten. Nach dem passee und Kuchen bewirtet, es folgten ,ter und Umzüge, bei denen die oerkloidet wurden. Die Freude der 'der großen Airzahl von Kindern ung und der HUfe einiger Jugend- Zum Abendessen wurden den Kindern ken gereicht. Hierbei wurden unsere Durch i^as am scheiden des jHerrn Aach ruf! 1Q|. Juli 1930 erfolgte Hin- Dr. Nfed. Albert Slsaster hat unser Indisches Wohlfahrtsamt einen schweren Verlust erlitten. Der [ Dahingeschiedene hat in unseren Ausschüssen Vorbildliches geleistet durch seine reichen Ärztlichen hohe Menschlichkeit und durch seine unermüdliche Arbeits reude Mit uys trauern Amtes, denei er ein ve gütiger Helfer war. Wir werden dieses treuen Mitarbeiters im die Schützlinge unseres tständnisvoller Berater und Des Torstand Jüdischeis Erfahrungen, durch seine aufrechten Menschen, dieses inerdar gedenken. der Synagogengemeinde. Wohlfahrtsamt. jüdftchen Kinder in anerkennenswerter Weis« rituell versorgt. Bei Beginn der Dämmerung fand ein Fackelzug statt, der die allgemeine Begeisterung der Kinder heroorrief. Gegen )l!0 Uhr abends neigt« sich das wohlgelungen« Fest seinem End« zu.! Ganz besonderer Dank sei Herrn Seiftert ausgesprochen,- der in großzügiger Weise dieses gelungene und schöne Kinderfest für die hilssbedürftigen Breslauer Waisen all« Konfessionen veranstaltet hat. Die Zufriedenheit und das Glück in «en Augen der Kinder wird Herrn Seiftert sicherlich für die Kosten und Mühe, die ihm das Fest bereitete, reichlich entschädigen. > vienstjubiläum Am 1. Juli d. I. komrte Frl. Hedwig Wolfs aus eine dreißigjährig« erfolgreiche Tätigkeit als Erzieherin der Mädchen im Jsraelitftchen Waisenhaus, Gräbslhener Straße, zurückblickey. Es war ihr vergönnt, in Gesundheit und Frische bis zum heutigen' Tage ihr Amt auszuüben. Frl. Wolfs hat an vielen hilfsbedürftigen und verwaisten Mädchen Mutterstelle vertreten, von denen ein großer Teil noch heute und speziell an dem Tage ihres dreißigjährigen Amtsjubildums ihrer mit Liebe und Anhänglichkeit gedacht hat. Die Zeitverhältnisse zwangen, von einer größeren Feier abzusehen, und der Tag wurde rmr im engen Kreise opn Freunden und Zöglingen festlich begangen. Sie all« wünschten, daß Frl. Wolfs ihnen noch lange in Gesundheit erhalten bleiben möge. Rabbiner vr. Moritz peritz — Liegnitz ist am 11. Juli 1930 im Alter von 74 Jahren verstorben. Mit der Gemeinde Liegnitz, an der der Verstorbene 46 Jahre sang als Seelsorger in vorbildlicher Weise gewirkt hat, trauert die Judenheit Deutschlands um diesen großen jüdischen Gelehrten und edlen Charakter. Die goldene Hochzeit feierte am 5. Juli 1930 der Rentner Salomon Nelken und seine Ehefrau Jda geb. Nelken, Neue Graupenstraße 16; der Jubilar ist Mitglied des Vorstandes der Sk lower Synagoge. Den 80. Geburtslag feierte am 19. Juni 1930 Frau Henriette Simon geb. Rose, Neudorfttraße 99. . Den 75. Geburtstag ‘ _ feiert am 24. Juli Herr Moritz Tichau er, Schmiedebrücke 60. Den 75. Geburtstag feiert am L-August 1930 Herr Gustav Wolfs,' Kirschallee 35. Ein unersetzlidier Vertust hat unsere Gemeinde betroffen Am 11. Juli 1930 verschied nach kurzem schweren Leiden, bis zum letzten Atemzuge für uns tätig, unser lieber, guter, Von allen verehrter geistiger Führer und Lehrer, , _ Herr Rabbiner Dr. Moritz PeritZ Nestor der Rabbiner Schlesiens im Alter von 74 Jahren. Sein ganzes Leben war dem Ehrendienste für das Judentum gewidmet. Mit eohtem jüdischen religiösen Empfinden, mit großem. Verständnis für die Aufgaben der Gemeinschaft, mit gründlichem reichen Wissen, mit vorbildlicher Pflichttreue und unermüdlicher Arbeitsfreudigkejt hat er in 46 Jahren seiner Tätigkeit in unserer Gemeinde gewirkt. Seiner Persönlichkeit, die er stets in den Dienst der Sache gestellt hat, ist weitaus das Meiste zu danken, was zur Festigung des religiösen Lebens in unserer Gemeinde in Erscheinung trat. Er hat seinen Standpunkt stets entschieden vertreten. 'Aber er hat zu jeder Zeit die Objektivität und Unparteilichkeit zu wahren . gewußt und mit der Freundlichkeit seines Wesens Gegensätze auszugleichen vermocht. Der Seelsorger und selbstlose treue Freund, der Edelsten einer bleibt uns dauernd unvergessen. Liegnitz, den 16. Juli 1930. Der Vontud u. die Peprisentantanenaaaliinfl der SyMfogengeneinde Uefniiz Jabionski. Pick. Die Trau«*rfcier hat am Dienstag, den 15. Juli 1930 nach» mittags 3& Uhr ln der Synagoge Blickerstraße st&ttgefunden.