Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 7 (1930)
- Issue
- 7 (7.1930)
- Date
- 1930-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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7tr. 7 Breslauer jüdisches Gem rindeblatt NI >928 und 1<#29| heroorzuheben. zur 2kr «jung. (! lich der Ausna hme von daß die Ansorderun^c daß di« Verwa Patienten zu vermehren. Währent drng gezoamgen wir. eröffnet Kranken wurde. Ausstellung vor zur Persügung Betten verfügbare Raun dis aus inehrung nur an den jedoch Mangel an Bar Die Entw as Krankt n kann disselbe je;t stellen, m dem ö äußerste i Ausführung eines »ei der allgemeinen Mitteln vdrläujig n cklung de^ Kranken daß die Zahl d:r Patienten und der ist aus dem Bericht insbesondere n, die an das Krankenhaus Hinsichtgestellt werden, sehr große sind, so die Bettenzahl soweit wie möglich Haus im Jahre 1903 mit 120 Betten 350 Betten zur Ausnahme von hierdurch ist allerdings der iür die gegenwärtigen Krankenhausgrrmdstuck ausgenutzt, so daß eine weitere Pcr- Neubaues in Frag« kommen könnte, wirtschaftlichen Notlage und wegen cht gedacht werden kann. Hauses wird auch dadurch beleuchtet. Berpflegungstage betrug: im Jahr« 1908: 70s! Kranke snit 26 047 Berpflegungstagen im Jahr« 1926: 2735 - - 64 480 im Jahre 1927: 3481 - -» 78827 int Jahre 1928: 4109 - - 93 933 im Jahr« 1929: 450? * - 102 934 Als Folge der wirtschastlichen Bertältnisse ist die Zahl der selbstzahlenden Patienten der I., II/ und III. Klasse zurückgegangen, während die Berpflegungstage für Krankenka senmitglieder, Freiausnahmen und Wohtsahrtspatieyten einei nicht un« chebliche Steigerung erfahren haben. Das Krankenhaus war in der zu «ijährigen Berichtspeviode durchweg gut belegt: es muß feftgeltellt werden, Laß sich unser Krankenhaus dank der hervorragenden Tätigkeit seine: Aerzt« und der pflegerischen Fürsorge durch die Schwestern, nicht .zr letzt aber auch wegen seiner oorzüglichen Einrichtungen allgeZneiner Be iedtheit in den weitesten Kreisen der Bevölkerung erfreut. Daß man in Krankenhaus« auch besttebt ist, den heiligen Ausgaben gegenüber Len armen jüdischen Kranken weitgehendst gerecht zu werden, beweist der n‘ dem Perwaltungsberichthervorgehobene Umstand, daß dix Zahl de:' für arme jüdische Kranke geleisteten. Berpflegungstage im Iahte 1928 8 882 und im Jahre 1929 10 936 betrug. Das Krankenhaus! war dem cht, seine Einrichtungen weiter auspibauen und hatte in der Berichtsperiode einen besonderen Kindersaal unter Leitung von Herrn Prosesscr Dr. Aron und eine Station für »hals-, Nasen- und Ohrenkccmke untcr Leitung von Herrn Dr. Miodowski eingerichtet, die gut beleg: sind. D:r Bericht hebt die segensreiche Einrichtung des Saales für kranke Ki:kder hervor, vergißt aber auch nicht darauf hinzuweisen, daß die Ktndnkrankenpflege außerordentlich hohe Kosten verursachs und bedmtende Zuschüsse erfordert. Mit innigär Dankbarkeit verzeichnet der Bericht die hochherzige, von wahrer Meyschenlieb« getragen: Förderung, die dem Krankenhaus« durch den edlen IWohltäte', Herrn Lucius N. Littauer, auch in der verstoßenen Berichtbperiode zuteil gewirben ist. Wenn bereits in der Gencralversammlmsg 1928 auf die Errichtung des Röntgeninstituts ..Nathan-Littauer-Stistung" hingewiesen wurde, so betont der Bericht jetzt, daß Herr Littauer isach erfolgter endgültiger 'Abrechnung über die Kosten des Instituts die Gesamtko ten sür Bau und Einrichtung, die sich, auf rund 285 000 Mhrk stellten, in voller Höhe übernommen hat. Der Vorstand des Krankeishauses hatte die große Freude, Herrn Littauer bei einem persönlichen Besuche im Mai 1929 seine innige Dankbarkeit für die hochherzige Stiftung des Rö ttgeninstituts aussprechen zu können. Eine außerordentliche Genugtuung bedeutete es aber auch für das Krankenhaus, daß Herr Littauer bei dieser Gelegenheit sich in anerkennenswertester Weise i über die Gesamteinrichtungen des Krankenhauses äußerte und der Verwaltung sein weiteres hohes Wohlwollen zusicherte. Dankbar verzeichnet de: Bericht, daß Herr Littauer kurze Zeit nach seinent Besuche.dem Kra ikenhause 29 000 Mark für die Beschaffung von 1P0 mg Rodium-El ment einschließlich eines modernen Instrumentariums und serner eine große Spende sür die Anschaffung einer Röntgenbilstiothek zur Verfüg ing stellte. Auch diese hochherzigen Zuwendungen dc s edlen Menschenf eundes bedeuten für -das Ktanfenhaus wichtige ilfsmittel zur Erst llung seiner heiligen Aufgaben :m Dienste der leidenden Menschheit. Der Berux lltungsbencht «rwä >nt noch di« sonstigen vielen Verbesserungen, die m Laufender Beriö stsperiode bei den Einrichtungen des- Krairkenhauses g-ttossen «erden kon iten. Die umfangreiche ärztllche Täiigkeit in den Polikliniken, in denen viele Taufende von unbemittelter Pattenten ohne Unterschied der Konfession unen aettlich ärztlichen Rat gesunden haben, wie auch die Tättgkeit der Ur fallstatioit dürfen nicht unerwähnt bleiben. Ganz besonders ist aber die segensreiche Biirkfamkett der Chewra Kadischa in der Stadtkranker pflege hervorzuheb, n, da hier zirka 400 arm« jüdische Familien unentgMich ärztliche Behandlung, Medikamente und sonstige Heil- und Stärkungsmittel für Reibung des Krankenhauses erhalten. Ein tresseildes Bills über die fortschreitende Entwicklung des Krankenhauses z igen auch di« Ziffei n des Rechnungsabschlusses, di« noch im Jahre 192? sich auf 878 000 Mark stellten, jedoch im Jahre 1929 aus 1 992000 M irk gestiegen waren Leider reichen di« Einnahmen des Krankenhauses nicht aus, um die stets steigenden Ausgaben in der Fürsorge sür die Kr mken zu decken, so daß die Verwaltung das Jahr 1929 mit einem Fehllxtrag« von 89 977 Mark abschließen mußte. Im Zusammenhang hiermit wir» hervovghoben, daß die dem Krankenhaus« zur Deckung de ' notwendigen Zushüss« erstteßenden Einnahmen aus Mitglied« rbeiträj en und Spenden in Rücksicht auf di« allgemein« wirtschasttiche Not leider dauetnd zurück zehen. Das Krankenhaus muß aus allen diesen Gründen bestrebt sein, seine direkten Einnahmen nach Möglichkeit zu s eigern, und dies ist nur bei einer starken Belegung der Anstalt mögttcl. Sehr erfreulich ist deshalb di« allgemeine Beliebtheit des Jüdischen Krankenhauses, die es mit sich bringt, daß alle Schichten der Bevölkerun; ohne Unterschied des Glaubens seine Hilfe gern in Anspruch nehmen. Such die Belegung des Krankenhauses mit Mitgliedern der Krankenkassen bedeutet für di« Aufrechterhaltung des Bettiebes «ine unbedingt« Notwendigkeit. Der Perwaltungsbericht gedenlt ehrend des Heimganges des Vorstandsmitgliedes und - stellvertretenden Vorsitzenden, Herrn Martin Fraenkel, der am 3. August 1928 aus dem Leben geschieden ist. Herr Fraenkel hat mit unermüdlicher Hingabe der Verwaltung des Krankenhauses unschätzbar« Dienst« geleistet und wurde dies von den in der Generalversammlung anwesenden Mitgliedern durch Erheben von den Sitzen dankbar anerkannt. An' Stell« des Herrn Martin Fraenkel ist Herr Siegfried Freudenthal durch Ersatzwahl in den Vorstand gewählt worden, der. sich den ihm obliegenden Pflichten, insbesondere in seiner Eigenschaft als Mitglied der Beerdigungs-Kommission in ausopserungsoollster Weise bisher gewidmet hat. Der Perwaltungsbericht gedenkt noch der Trauer um den dahingeschiedenen: Herrn Justizrat Hirschberg, durch dessen Heimgang di« Anstatt den Verlust eines aufrichtigen Förderers und Freundes erlitten hat. In, de« Bericht wird dann auch ein Freudenfest der Anstalt anläßlich des 70. Geburtstages seines Vorsitzenden, Herrn Adolf Danziger, erwähnt. Herr Danziger, der feit vielen Jahren dem Vorstand angehört, wurde nach dem Heimgange des unvergeßlichen Eduard Sachs zum Vorsitzenden des Vorstandes gewählt und hat sich seitdem mit unermüdlicher Hingabe und rastlosem Eifer den Interessen des Krankenhauses und der diesem angeschiossenen Zweiganstalten gewidmet. Bei den heutigen wirtschastlichen Verhältnissen sind Männer, die sich dem öffentlichen Wohl mst voller Kraft widmen können, leider sehr -selten, und so kann man den in dem Verwaltungsbericht geäußerten Wunsche nur öeistimmen, daß Herr Danziger seiner segensreichen Tätigkeit noch recht viele Jahre erhalten bleiben möge. Der Bericht spricht dann weiter noch sämtlichen am Krankenhaus« tätigen Aerzten, Beamten, Schwestern und Angestellten di« dankbar« Anerkennung des Vorstandes aus. ' Im Zusammenhang hiermit wird. des 25 jährigen Jubiläums des Herrn Geheimrats Dr. Rosenstein als Priniärarzt der gynäkologischen Abteilung in ehrender Weise gedacht. Bemerkenswert ist auch di« Feststellung des Berichtes, daß im Krankenhause durch Vereinbarung mit dem Jüdischen Schwcstcrnheim jetzt wieder eine Anzahl junger. Lehrschwesternseingestellt sind, di«j einen- Nachwuchs an jüdischen Schwestern sowohl sint das Krankenhaus, wie für die Privatpflege in der Stadt sichern. Der Dank -des Vorstandes sür die geleisteten Dienst« erstreckt sich nach dem Bericht auch auf die in der sozialen Ärankenhausfürsorge und .n -der wirtschaftlichen Kontrolle auf den Stationen-ehrenamtlich tätigen Damen sowie auch auf den aussichtsführenden Rabbiner Herrn Dr. Cohn, der sich auch um die Seelsorge sür -die jüdischen Patienten sehr -oerdient macht. ” Schließlich wird in dem Bericht auch den Herren der Achtzehn- Männer-Berein^gungen und den ehrenamtlich int Beerdigungswesen tätigen Dapien für das segensreiche Wirken im Interesse der Gemeindem-itglieder der Dank des Vorstandes ausgesprochen. An den Bericht über das Krankenhaus schließt sich ein kur.zer Bericht über die Entwicklung der Alte/sversorgungsanstalt und des Siechenlzauses an. aus dem heroorgeht, daß auch dies« Anstalten den ihnen obliegenden Ausgaben im Rahmen der ihnen zur Verfügung stehenden Mittel in vollem Umfange entsprechen. -Bedauerlich ist, daß sowohl der Alkersversorgungsanstalt, wie dem Siechenhause die Mittel sür «ine. bauliche Erweiterung schien und daß, da alle Plätze besetzt sind, zahlreiche Ausnahmegesuche von hilfsbedürftigen Glaubensgenossen nicht berücksichttgt werden können. Sowohl in der Altersversorgungsanstalt, wie im Siechenhause würden durch Ausbau der Dachgeschosse «ine Anzahl neuerer Zimmer gewonnen, die im Rahipen der gegenwärtigen Derwaltung mit bewirtschaftet werden könnten. Leider wird die Durchführung dieser Maßnahmen -beider Anstalten aus eigenen Mitteln vorläufig nicht työglich sein. In dem Bericht'über f»ie Altersversörgungsanstatt weist der Vorstand noch darauf hin, daß diä. Eheleute Direktor Boß nach 3-1 jähriger Wirksamkeit gegen Ende dieses Jahres in den wohloerdienttn Ruhestand treten und mit Recht wird dem Ehepaar Direktor Boß der Dank des Vorstandes für erfolgreiche und hingebungsvolle Verwaltung ihres Amtes ausgesprochen. Der Verwaltungsbericht schließt mit dem Hinweis darauf, daß es dem Vorstande in der verflossenen Berichtsperiode doch möglich gewesen ist, weiter an der Befestigung der durch' die Kriegszeit und die Jnflationsjahre hervorgerusenen Schäden und gleichzeitig an der Berbesserung der Einrichtungen der Anstalten in erfolgreicher Weise zu arbeiten, so daß unser Krcurklenhaus seinen höhen Ruf, an der Spitze der Breslauer Krankenhäuser zu stehen, auss neue befestigen konnte. Wenn zum Schluß des Berichts die im Krankenhause geübte Fürsorge sür Pattenten ohne Unterschied iflr Konfession als erfolgreiches Kampfmittel gegen den Anti, semitismus bezeichnet wird, so kann dem nur zugestimmt werden. Dem Perwaltungsbericht wurde von der Generalversammlung an, Schluß der Perlesung durch lebhaften Beisatt zugestimmt, und nach dem Bericht der Rechnungsprüfer wirddem Vorstande Entlastung erteilt. iJ