Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 7 (1930)
- Issue
- 7 (7.1930)
- Date
- 1930-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 7 Ste»lauer Jüdische» Gerne lndeblatt 100 Jüdische Tuberi ulose-Fürsorge (Beratungisstelle) noidienstraiw: w.a I.HM» Man hat vers ^>cht, gewisse Gru; jedoch ohne befriedigendes Ergeb Akten, die gerade in Bearbeitm:< festzustellen, wie man sie unter T Umstände statistisch verwerten kö daß kaum _fürjf Fälle als gleiche zahl der Gruvpen würde hier Es kann alfo/nur die Hesamtle ß gebend sein, Zahlen allein sagen peneinteilungen vorzunehmen, nis. Es wurden etwa hundert g waren, herausgegriffen, um Berücksichtigung der angeführten nne. Die Prüfung hat gezeigt, rtig anzusehen sind. Die Anr^ach außerordentlich groß sein, tung für den Einzelfall maßnichts. (Fortsetzung folgt.) Gemeiaüeverlteter-Sitzung am 2. Ir« 1930. Berichs von D \ R e ch n i tz. Der Vorsitzende ^.-R. P Sitzung die Einladung des R. i f e r verlas zu Beginn der I. F., Ortsgruppe Breslau, zu der Kundgebüng gegen Pogromhetze am 3. Juli, den Antrag der Jüdischen .Mittelstandshilfe Darlehens von 10 000 M. u wandten von Oestreicher über deretwegen die heutige Sitzung Vorweggenommen! werden Vorsitzende J.-R. Pei!ser der chtet zunächst über die Streitsache Claasienstraße. Es Hand lt sich darum, daß dem Nachbargrundstück zur Errichtung eines evangelischen Vereinshauses Gunstfensterrechte eingeräumt worden sind. Daß Nach bargrundstück ist inzwischen gegangen, die sich wejgert, die lassen, obgleich die Errichtung Hauses nicht mehr in Frage Judikatur weist der Vorsitzen! e nach, daß der Nachbar zur Löschung verpflichtet i^t. Auf die Kosten, soweit sie' den im 5000 M. übersteigen, im nächsten Etat unterzubringen, wird auf Vorschlag des Bersichterstat die einheitliche Arbeit swirtschaf antragt Her weil man sich O l l e n d o r 1 beteiligen, er Referat von Vorsitzende I auf Bewilligung eines weiteren id eine . Anfrage eines Verdis Verwendung des Kapitals der Oestreichejr-Stiftung. Letzt, re beiden Eingänge sollen bei der Interpellation übeir die Wirtschaftsnot behandelt werden. einberufen worden ist. die kleineren Vorlagen. Der ruf eine Firma Koch über- Grunddienstbarkeit löschen zu eines evangelischen Vereinskommt. An der Hand der seinen Antrag wird der Vorstand ermächtigt. Klage zu erheben. — lieber den Antrag des Vorstandes, die gesamte Aenderung der Heizungsanlage im Grundstück Wallstraße' 9 in diesem Jahre vorzunehmen und Etat eingesetzten Betrag von ers Walsch angenommen, weil licher ist. Im Anschluß daran teilt Dr. Boß mit, haß für ')ie Badeanstalt bei dieser Abänderung auch noch kleinere hygienische Verbesserungen im Kostenbeträge von höchstens 5C0 M. geschaffen werden sollen. — Den Verwaltungshericht trägt J.-R. Peiser vor. Es wird zur Kenntnis genommen, daß der frühere Leichenwärter Schcharz am 23. Mai 1930 gestorben ist, desgleichen am 4. Juni 1930 die verstr. Frau Oberkantor Steifmann-Cerini. Mit besonderem Dank nimmt üe Versammlung davon Kenntnis. daß die Eheleute Martin rnd Käte Lichtenstein, Graupenstraße 2/4,. ajus Anlaß der Grburt ihres Sohnes der Alten -Synagoge eiste kostbare silberre Thorakrone geschenkt haben. Darauf erhält das Wort R.-A. N o t h m a n n zur Begründung dey Interpellation, der Zionistischen Fraktion: „Was gedenkt der Vorstand gu tun, um der wirtschaftlichen Not der Gemeindemitglieder abzuhelferZur Geschäftsordnung ber Gins Verweisung in die geheime Sitzung, freimütig über manche Mißstände äußern wolle. R.-A. Jacobsohn widerspricht dem Antrag, weil dadurch die beabsichtigte Wirkung auf die große Oeffentlichkeit verloren gehe. Mach weiterer Aussprache, an der sich Frau v “ f, 3.*9tJ Peis; r und R.-A. Jacobsohn lärt Herr G i i s. daß gegen das öffentliche R.-A. Nothmann nichts einzuwenden fest Der -R. P e is e r erwidert, daß die liberale Fraktion noch heute positive Beschlüsse s affen will, um sofort helfen zu können, daß er aber auf Grund der Aussprache zunächst öffentlich v krhandeln wolle. R.-A. Nothmann beginnt sein Referat mit dem Danke dafüx, daß die Aussprache über die Jnterpellat on so rasch ermöglicht worden sei. Was der Landesverband gegen die Wirtschaftsnot getan habe, befriedigenicht. Die Dringlichkeit ergebe sich aus dem Ausfallder Wahlen in Sachsen, durch antisemitische Vorgänge in Breslau, durch den Antrag auf Schaffung des numerus clausus in Baden un > ähnliche Erscheinungen. Die Juden leiden nicht nur unter Ser allgemeinen Wirtschaftsnot, sondern unter einem besonderen Wirtschafts-Antisemitismus, der mit Behebung der Wirtschaft« not nicht beendet ist. Systematisch wird der Mittelstand, an )em die Juden hauptsächlich beteiligt sind, aus dem Wirtschaft« leben ausgeschaltet. Redner verweist auf den Getreide-, M llall-, Holz- und Textilhandel. In der Großindustrie und der Landwirtschaft seien sie bereits vollständig hinausgedrängt. Die Konzernbildung und das Genoffenschaftswesen tut das irrige hierzu. Dazu kommt der Terror der Angestelltenst>ast und die Rücksicht auf die Kundschaft, selbst bei jüdischen Arbeitgebern, so daß die jüdischen Angestellten, insbesondere die älteren, Arbeit überhaupt nicht mehr finden können. Mit welchen Mitteln können -wir die völlige Proletarisierun( der Juden verhindern? Es liege ihm fern, die Losung auszugeben, daß Juden nur jüdische. Angestellte beschäftigen sollen, das sei ganz ungeeignet, aber jüdische Gemeinden und Organisationen hätten die Pflicht, jüdische Firmen in erster Linie zu beschäftigen und darauf zu dringen, daß diese von hnen beschäftigten Firmen jüdische Arbeitskräfte einstellen. Hierin seien zwar bei der Gemeinde wesentliche Fortschritte eriielt worden, dagegen werde noch anderwärts, zun; Beispiel leim Krankenhaus. Beate-Guttmqnn-Heim pp. gesündigt. Des weiteren sei eine Umschichtung der jüdischen Berufe erforderlich. Hierzu sei der von Auflösung bedrohte jüdische Arbeitsnachweis überaus wichtig. Aber auch die Förderung der Chaluzhilfe gehöre dazu, die junge Leute zur Landwirtschaft, auch für das Ausland-, ausbilde. Dem Mittelstand müsse durch eine Kreditgenossenschaft in großem Verbände, tunlichst über das ganze Reich, mindestens aber über Preußen, geholfen werden. Das feien seine Anregungen, eine Patentlösung könne er natürlich nicht geben. Zur Prüfung der Anregungen beantrage er einen Ausschuß, bestehend aus Mitgliedern des Vorstandes und der Gemeindevertretung and aus pronstnenten Persönlichkeiten des Wirtschaftslebens, zu bilden. — Der Vorsitzende J.-R. P e i s e r dankt Herrn R.-A. Nothmanst für das ausgezeichnete Referat. Im Gegensatz zu seinem Standpunkt aber halten seine liberalen Freunde die Wirtschaftsnot für so dringend, daß sie in einer gestrigen Besprechung beim Wohlfahrtsamt mit allen Parteien, zu der leider Herr R.-A. Jacobsohn nicht erschienen sei, sofortige positive Vorschläge ausgearbeitet haben. u Ollendorff erklärt noch, sie wollte mit dem der Oeffentlichkeit jede Beschämung der Armen vermeiden. Die Ausführungen von R.--A. Nothmann seien zwar sehr lichtvoll gewesen, hätten aber keine Mittel zur Abhilfe gezeigt. Dieselben Klagen hätte man in den letzten Wochen und Monaten in der Stadt, im Landtag, im Reichstag und überall gehört. Wichtiger als tiefgründige Reden sei aber die Hilfe für die Armen, bezüglich der gestern wichtige Beschlüsse gefaßt worden seien. Leider sei R.-A. Jacobsohn verhindert gewesen; hätte sich aber durch R.-A, Nothmann vertreten lasten können, da auf der Einladung deutlich gesagt gewesen Reüaktionsschluß für die August-Hummer am 10. August, für die September-Nummer am 7. September. Fra Ausschluß i