Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 7 (1930)
- Issue
- 6 (6.1930)
- Date
- 1930-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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1 04 , / Sre»laner Jüdische» <v e m e t a v e b l a»t - — — -u -1 1-1— ... sttr. 6 Zeit. i>. Oubent." und in oersch. anderen Blättern, sie war nach den Worten Julius Rodenbergs eine Frau, die mit Freudigkeit Eigenes schuf und Fremdes anerkannte, die pslichtgetreu im Haus« waltete und eifrig in der Oefsentlichkeit für alles Gute und Schöne wirkte. Seit Begründung des jüd. Frauenbundes in Breslau war sie im Vorstände desselben, und als sie am 17. 7. 1923 von hinnen schied, gelobte jener in einem Nachrufe „der begabten und gütigen Frau in Arbeit und Wohltun nachzueifern.- Ihr einziger Sohn ist der Brest. Facharzt Dr. Emil Reißer (Heppner-Hekzb. 612 U. Karte Julius Rodenbergs 'vom 14. 2. 07 im Archiv d. Synagogen-Gemeinde). N e u ft a dt Dr. Pinchas, Rabbiner, dem d. „Pinchas-Schul- Entstehung und Namen verdankt, geb. in Borek (Pos.) 23., 9. 1823, war in versch. kl. Gemeinden Posens und Mecklenburgs Relig.-Lehrer und Prediger, dann Rabb. in Arnswalde und bis zu seinem am 17. Adar 1902 erfolgten Tode Leiter einer Prio.-Unterrichtsanstalt in Breslau; sein Sohn war der am 18. 10. 1857 geb. und am 19. 11. 1918 in Bresl. verst. Schristst. und Redakt. Dr. Louis N. (Heppncr-Herzb. 317). Nissen Salomon aus Kalisch, «in Mann, der ..ohne dem Berufe -nai) dem Gelehrtenstande anzugehören, durch sein tiefes und umfasiendes Wissen auf dem ganzen weitep und verzweigten Gebiete des jüd. Schrifttums. wie durch sein humanes Wesen viele junge aufstrebend« Köpse an sich zog, die von ihm Anspornung, Rat und Richtung empfingen-, starb in Breslau am'6. 4. 1872. In seinen letzten Lebensjahren hatte er sich pon der relig. Reformbewegung gänzlich abgewendet und den größten Teil seiner diesbezügl. Notizen eigenhändig vernichtet/ einige Briefe von Zunz an N. und dessen handschristl. Nachlaß befindet sich im Bresl. Rabb.-Seminar. — Prof. Ferd. Cohn war sein Schwestersohn, und seine schöne und geistvolle Tochter Therese heiratete den in den Märztagen 1848 vielgenannten, zum Abgeordneten der Nat.-Versammlung von der Arbeiterpartei gewählten Buchdrucker und Photographen Brill, mit dem sie später nach Amerika auswanderte und in der Blüte ihres Lebens starb (Jahrb. für jüd. Gesch. u. Lit. 1904, 147). Darlehnskassen, bei denen die Geldmittel knapp sind, Bürgschaften bei einer Bank bis zu einer bestimmten Höhe zu übernehmen. Außerdem wird für unbedingt notwendig gehalten, daß den Mitgliedern unserer Vereinigungen, die Bürgen nicht auftreiben können, seitens der Zentraloerwaltung Bürgen gestellt werden, oder daß der Zentraloerband dies«^ Bürgschaften in einer noch zu bestimmenden Form übernimmt.- Den 75. Geburtstag feiert am ID. Juli 1930 Herr Emanuel Koltonski, Charlottenstraße 5. Den 70. Geburtstag feiert am 23. Juli 1930 Herr Herma ii'n Elias, Nikolaistadtgraben 14, langjähriges Mitglied des Ausschusses für die Zweiggottesdienste. Dos 25 jährige Dienstjubiläum bei der Disconto-Gesellschast, Filiale Breslau, feiert am 1. Juli 1930 das Mitglied des Gemeindevorstandes, Herr Bonkdirektor Felix Sander in Breslau, Gabitzstraße 76. Bibliothek öer Spnagogen-Gemeinüe Anger 8 geöffnet Montag bis Donnerstag 18—21 Uhr, Sonntag 9'A ~13'A Uhr. Neuanschaffungen im April 1930. Central Conference of American Rabbis. Pear-Bock 1929. 7346 Kahle. Paul: Maforeten des Westens. (Das Palästinensische Pentateuchtargum, die Punktation usw.) Stuttgart 1930. 5690, 14 Steinhardt, M.: Jüdische Zeitu. Streitfragen. Frankfurt a. M. 1930. 7675 Steinthal, W.: Dreyfus. Berlin 1930. 7674 Ziekurfch, I.: Politische Geschichte des neuen deutichen Kaiserreiches, Band 3 (1890—1918). 7320 c Mittelstanüshilfe miü Mittelstanüsnot lieber dieses Thema sprach hm 28. April im Jüdischen Handwerker- Verein das Mitglied. Herr Bankvorfteher Silbermann, Vorsitzender und Mitbegriinder des Darlehnsoereins „Jüd. Mittelstandshilfe-. In der Einleitung gab der Redner eine Definition über den Begriff „Mittelstand-, Er erwähnte dann, daß durch Krieg und Inflation ein bevorzugter Teil des Mittelstandes, nämlich der Rentner, für den Mittelstand verloren gegangen sei. Aber auch der kaufmännische Mittelstand sei verarmt. Ferner seien besonders jüdische Angestellte abgebaut worden, die nicht die Möglichkeit haben, infolge des Antisemitismus wieder unterzukomiNen. Alle diese Leute fallen heut« dem Wohlfahrtsamt zur Last: es muß daher immer wieder darauf hingewirkt,werden, daß jeder jüdische Arbeitgeber jüdische Arbeitnehmer, anstellt. Selbstverständlich müssen unsere jüdischen Handwerker nicht nur von den jüdischen Hausbesitzern, sondern auch von Gemeinden, Logen und Vereinen beschäftigt werden. Hier ist noch viel Arbeit zu leiste» und ist es notwendig, daß die Stellen, die Arbeiten zu vergeben haben, immer wieder aus ihre Pflicht, jüdische Handwerker zu beschäftigen, aufmerksam gemacht werden. Aber der Handwerter brauchtauch Kredite, die er infolge seiner kleinen Umsätze bei Banken nicht bekommen kann. Hier haben die in der Nachkriegszeit wieder gegründeten Darlehnskassen helfend einzegriffen. In Breslauchat die Darlehnskasse der jüdischen Mittelstandshilfe durch gegebene Darlehen vielen jüdischen Glaubensgenossen die Existenz erhalten und anderen die Existenz aufgebaut. Seit Gründung der Darlehnskasse im Jahre 1924 sind 1300 Darlehen im Gesamtbeträge von 710 000 Mk. gegeben worden, davon im Jahre 1929 300 Darlehen über insgesamt 2.14 000 Mark. Der Redner machte ferner darauf aufmerksam, daß von den Beträgen, die die Gemeinde der Darlehnskasse zur Verfügung gestellt hat. 5000 Mark abgezweigt worden seien, von denen Darlehen bis zum Be- . trage von 300 Mk. zinsfrei an würdige Petenten gegen Unterlagen zur Verfügung gestellt werden. Ferner hat die Jüdische Mittelstandshilfe für die Ortsgruppe Breslau des Zentralverbandes der Handwerker. sich bereit erklärt, Kundenwechsel bis zur Pefamthöhe von 300 Mk. für jeden Handwerker zu dem billigen Satze von 3,6% zu diskontieren. Der Redner erklärt« noch die> Einrichtung der Darlehnskasse der Jüd. Mittelstandshilfe, die in Arbeitsgemeinschaft mit der Darlehnskasse der Fraenckelschen Stiftungen ihre Tättgkeit ausübt. Am Schluß des Referates verlangte der Redner, jüdische Sozialpolitik im deutschen Wirtschaftsleben zu treiben, da dies« über die Wohlfahrtspflege hinaus eine dringend« Aufgabe der jüdischen Allgemeinheit sei. Unter keinen Umständen dürfe geduldet werdendaß der Mittelstand noch mehr verarmt und der Wohlfahrtspflege anheimfällt. Wir müssen durch Kredit« die Existenzen des schwer ringenden Mittelstandes erhalten, damit unfer^ Glaubensgenossen, frei von eigenen wirtschaftlichen Sorgen, wieder srekwig werden Mitarbeiten können für das Wohl und Gedeihen der Gemdinde. Nach einer Aussprache und dem Schlußwort des Referenten wurde folgende Resolution für di« am 25. Mai cr. stattgefunden« Hauptversammlung des Zenttaloerbandes angenommen: „Der Zentraloerband jüdischer Handwerker Deutschlands, Ortsgruppe Breslau, richtet an den Derbandrtag den dringenden Appell, Kredite für unsere Mitglieder zu schaffen. Dies soll geschehen durch Gründung von Darlehnskassen und Genossenschaftsbanken. Ferner wird ersucht, bei den bereits bestehenden Geschichte der Juden in Schlesien und Breslau. Berndt: Geschichte der Juden in Groß-Glogau. 3464 Bloch, Fritz: Die Juden in Militsch. Ein Kapitel, aus der Geschichte der Juden in Schlesien. 1926. 3609, 45 Brann, M.: Die Hundsfelder Drrickerei. , 3601, 38 Brann, M.: Geschichte der Juden in Schlesien. 1. Von den ältesten Zeiten bis 1373. 4373 2. Von 1335—1400. 4450 3. Bon 1400—1437. 4789 4. Von 1437—1526. 5016 e 5. Vom Beginn der habsburgische» Herrschaft bis zuin Ende des 16. Jahrhunderts. 5136 2 Brann, M.: Die schlesische Iudenheit vor und »ach dem Edikt vom 11. März 1812. _ 5136/6 Deutsch, Em.: Die Chronik der Synagogen-Gem. --ohrau O.-S. 3602, 38 Fraenkel, Ernst: Viadrina suspensa! Vivat Thuringia! 40 Jahre im Kamps für Recht und Ehre. 1926. 3609, 59 Fürstenthal, R. I.: Die Tempelweihe. Ein Oratoriun, zu der am 10. April dieses Jahres zu feiernden Einweihung der hiesigen ^Neucn ' Synagoge. 1829, Breslau. 3604, 73 Gesellschaft der Freunde in Breslau. 187?. 3158 Graetzer, I.: Geschichte der israelitischen Kranken-Vcrpflegungs-Anstalt und Beerdigungsgesellschaft. Breslau 1841. 3345 Haas, Ph.: Ungedruckte Stücke aus den Breslauer deutschen Mahzor- Handschriften mit Uebersetzung u. Erklärung. Breslau 1906. 3604, 78 Helicz, Paul: Elementar- oder Lescbüchlein. Gedruckt in Hundsfeld 1543. Breslau 1929. 2666 Hintze, Erwin: Das Judentum in der Geschichte Schlesiens (s. Katalog „Jüd. Museum Breslau-). 1929. 7647 d Markgraf, H.: Der älteste Iudenkirchhof in Breslau (s. Kleine Schriften zur Geschichte Schlesiens). 6622 Oelsner, L.: Schlesische Juden im Mittelalter (s. Liebermann: Kalender 1854). 2205 Oelsner, L.: Schlesische Urkunden zur Geschichte der Juden im Mittelalter. Wien 1864. 2678 Rabin, I.: Aus Dyhernfurths jüdischer Vergangenheit. 1929. 3610, 43 Rabin, I.: Die Emanzipattonsbestrebungen der schlesischen Juden um die Wende des 17. Jahrhunderts. 1929. 3610, 39 Rabin, I.: Jonas Fraenckel. 1929. 3610, 40 Rabin, I.r Die Juden in Zülz. 1926. 3610, 42 Rabin, I.: Vom Rechtskampf der Juden in Schlesien (1582—1713). 5136, 18, 3610, 41 Schlesien: Zur Geschichte der Juden in Schlesien (s. Liebermaun: Kalender 1865). 2TC7 Schlesien: Jüdische Kultur in Schlesien. _ 3609, 32 -ilberstein, M: Zeitbilder aus der Geschichte der Juden in Breslau 1890. 4123 3608, 80 Dyhernsurth, 3603,-33 1198 Steinert, A.: Geschichte der Juden in Oppeln. 1922. Weinbaum, D.: Geschichte des jüdischen Friedhofes in Breslau 1903. Wolfs, O.: Geschichte der Juden in Schlesien. 18421 Wolfsohn, I.: Rede zur Grundsteinlegung der Synagoge in Rattbor. (9. 6. 1828.) 3601, 22 Zimmermann: Geschichte und Verfassung der Juden im Herzogtum Schlesien. 1891. 874