Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 7 (1930)
- Issue
- 5 (5.1930)
- Date
- 1930-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Breslauer Indische» Gemelndeblakl Nr. 5 . 9 . 7S soßn betont die Einigkeit in dieser Frage; die Durchführung müsse nicht gerade heute geregelt werden. Es könnten also zunächst die vorgeschlagenen Ausschüsse gewählt werden, jedoch bemängele er die zu geringe Beteiligung seiner Partei und der Jugend. Er beantragt Zuwahl von Herrn R.-A Dr. Lux und Frau Dr. Prager. Herr Ge hi -Rat Goldfeld bittet, vom Borstand Herrn J.-R. Dr. Goldschmidt ir^ den Arbeitsausschuß zu wählen. Nach weiterer Aussprache werden die vorA-schlagenen Ausschüsse unter Zuwahl von I.-R. Dr. Goldschmidk gewählt und beschlossen, die Zuwahl von R.-A. Dr. Lux u>^> Frau Dr. Prager dem Arbeitsausschuß zu empfehlen, s Die foß^enden Dorlagen über die Dr. Engländer Grabpflegestistungund die Israel Straßberg Jahrzertstiftung werd u, auf Bericht von Herrn Daniel und Herrn R.-A. Spitz ohne Aussprache angenommen. In der Geheimen Sitzung wird nach längerer Beratung der Antrag des Vorstandes, die Option auf die vierte Darlehnsrate von 100 000 Mark auszuüben, abgelehnt, und der Antrag, der I. K.-D.-A. eine Baubeihilfe für eine Isolierbaracke Zu bewilligen, einer Kommission zur Prüfung überwiesen. Ferner wird die Anstellung des Lehrers und Studenten David als Lehrlingsvater und Heimleiter genehmigt, sowie der Wahl des. Bibliotheksrates Dr. Honigmann in den Bibliotheksausschuß und des Dr. med. Elsäßer in den Hauprausschuß des Wohlfahrtsamtes zugestimittt. Das Studium -ec jüdischen Wissenschaft. Das rege Interesse für alle Gebiete unseres jüdischen Lebens, insbesondere für die Erfassung der jüdischen Kulturgüter und für die Versenkung in die geistigen Schätze des Judentums, läßt sich guch an dem starken Zustrom erkennen, den die Rabbinerbildungsanstaltrn in diesem Jahre erfahren. Wie die Berliner Hochschule und das Rabbinerseminar, io hat auch das jüdisch-theologische Seminar zu Breslau eilte bedeutende Erweiterung seines Hörerkreises zu verzeichnen.; Zu Beginn des neuen Semesters find-in die Breslpuer Anstalt sechzehn fftue Hörer < Deutschland zwölf, Ausland vier, ciufgenommen worden. Die Zahl der Hörer beträgt jetzt insgesamt 73 (Deutschland 37, Ausland 38*), darunter sind zwei Gasthörer und drei Hörerinnen. Bei aller Freude an der ideellen Bedeutung dieser Zuwendung zur lüdischen Wissenschaft wird von verschiedenen «eiten der Befürchtung Raum gegeben, daß, praktisch betrachtet, der große Astdrang zum Rabbinerberuf nicht alle zum ersehnten Ziel« führen kann.! Es erscheint jedoch untunlich, schon heute von der Wahl des Rabbinerberufes nbzuratem Deii Mangel an Rabbinern besteht jetzt noch in der gleichen Stärke wie es vor zehn Jahren der Fall mar. Diesen Mangel haben große wie mittlere Gemeinden und nicht zuletzt auch die Bejirksverbände in leizicr Zeit des öfteren empfinden müssen. Auf mehrere Jahre hinaus worden daher die jüdischen Gemeinden wie jüdische organisatorische Voroände einen wissenschaftlich und seelsorgerisch gut ausgebildeten Rabbinernachwuchs mit Freuden begrüßen. Zu waknen sind rnjr diejenigen mngen. Leute, die in der Theologie ausschließlich ein einträgliches Brotüiidium erblicken. Im übrigen gilt hier wir in allen Lebenskreisen und in' alley Lebensberuien der Grundsatz, der natürlichen Auswahl, wobei wirkliche Beru'ung und innere Erwählunh auch den Erfolg verbürgen**). Führende Geister werden sowohl im rabbinischen Amt wie bei dem Ausbau der jüdischen Wissenschaft immer dringende Notwendigkeit für die. jüdi'che Gemeinschaft bleiben. Solchen Berufenen die Quellen des *, Polen 24, Ungarn fi, Tschechoslowakei 3, Schweiz 2, Rumänien 2, Jugoslawien 1. "»Vgl. das sinnige Wort: Tausend Jünger ergreifen das Studium der Schrift, nur hundert erfassen den Sinn der Mischna, -kaum zehn ergründen die Tiefen des Talmud und nur einer erweist sich der hohen Ausgabe eines Lehrers und Meisters würdig (Kohelet Rabba 7. 28). jüdischen Wissens zu erschließen, bleibt die dauernde Ausgabe der jüdischtheologischen Anstalten. Es ist noch lange nicht an der Zeit, Schranken für di« Suchenden auszurichten. Bei aller Wahrung des strengen jüdisch.wissenschaftlichen Charakters des Lehrbetriebes ist es jedoch nur -natürlich, daß das Seminar sich auch den Forderungen der Gegenwart hinsichtlich der praktischen Ausbildung der Rabbiner nicht verschließt. Dem freundlichen Entgegenkommen üer Breslauer Synagogengemeinde ist es zu danken, daß die Hörer in Vorlesungen und Uebungen die Grundzüge der inodernen sozialen Fürsorge und des Verwallungsrechtes kennenlernen. Durch ein Abkommen mit der Synagogengemeinde ist überdies Vorsorge getroffen, daß den Theologie Studierenden auch eine praktisch-pädagogische Ausbildung zuteil wird. -- Zu den bisherigen direkten Aufgaben der Stätten jüdischer Wissenschafttritt jetzt noch . eine bedeutsame Aufgabe hinzu. Der neue ministerielle Erlaß läßt die jüdische Religionslehre als Prüfungsfach für das Lehramt in den höheren Schulen, und zwar als Hauptwie als Nebenfach, zu. Damit übernimmt das Breslauer Seminar, wie die Berliner Institute, die Heranbildung des jüdischen höheren-Lehrerstandes. Die Prüfung in Breslau wird auf Vorschlag des Provinzialschulkollegiums vom Ministerium in die Hände der Dozenten des jüdisch-theologische» Seminars gelegt werden. So eröffnen sich neu« Möglichkeiten theoretischer und praktischer Ausbildung für diejenigen, die sich der jüdischen Wissenschaft widmen, nicht um den Rabbinerberuf zu ergreifen, sondern um bei dem Lehramt in anderen Gymnasialdisziplinen auch die wichtige Ausgabe zu übernehmen, die Jugend für jüdisches Wissen und jüdisches Leben .zu gewinnen. Israel R a b i n. Iiu-Ntsu die japanische Kunst der Selbstverteidigung, ist wie kaum ein anderer Sport geeignet, stärkste Beachtung vor allem der Kreise zu finden, die Interesse an einem reinen Kampfsport haben. Erfordert doch dieser Sport weniger Kraft, als vor allem Technik, Kopfarbeit und Mut. Er ermöglicht auch dem Schwächsten erfolgreiche Selbstverteidigung gegen einen an Kraft überlegenen Gegner. Es ist das Verdienst der Iiu-Iitsu-Gruppe des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten, des einzigen jüdischen Iiu-Iitsu-Älubs Deutschlands, die Gleichwertigkeit des jüdischen Sportlers auch ist diesem noch jungen Sport erfolgreich erwiesen zu haben. Neben den bekanntesten Berliner jüdischen Sportklubs Bar Kochba und Maccabj, steht seit langem gleich anerkannt di« Iiu-Iitsu-Gruppe. In den bVt Jahren ihres Bestehens hat die Gruppe, getreu ihrem Grundsatz, in weitester Oessentlichkeit ihre Leistungsfähigkeit zu beweisen, zn immer stärkerem Maße Iweress« und Beachtung für ihr« Sportleistungen gesunden. Reben mehreren Berliner Meisterschaften errang bei den Deutschen Äampfspielen in Köln 1928 ein Kämpfer der Gruppe den Titel eines deutschen Meisters,,während je ein weiterer Zweiter und Dritter werden konnte. Im Jahr« 1927 holten sich schon zwei Mitglieder den deutschen Meistertitel in Swinemünde. Während die deutschen Meisterschaften des Reichsverbandes für Jiu-Jitsu im Jahre 1928 aus fielen, konnten sich bei den vorjährigen Meisterschaften in Leipzig von fünf gemeldeten Kämpfern, je einer einen zweiten und dritten Plni; sichern, während zwei weitere Kämpfer ebenfalls in die Endrunde gelangten. Trotz -dreimaliger Wiederholung dieser Kämpfe (es gab damals noch keine Punktentscheidungen), gab es stets ein Unentschieden, so daß diese Meisterschaften des Jahres 1929 nicht zum Austrag, gelangen konnten. Eine besondere Tradition pflegt di« Gruppe durch ihre Klubkämpie gegen Polizei-Mannschaften. Je einmal in Berlin und Leipzig wurde die Leipziger Polizei geschlagen, ein Klubkamps gegen die wereiniglen Mannschaften der Polizei Chemnitz und Leipzig blieb unentschieden, ivährend in diesem Jahre die starke Mannschaft der Berliner Polizei trotz Uebergewichts eine Riedertage hinnehmen mußte. Vor allem diele in fportkameradschastlicher Weise durchgeführten Kämpfe brachten der Gruppe «inen starken moralischen Erfolg. Aber nicht nur einzelne, veranlagte Känrpfer, sondern auch die ganze Gruppe versteht zu kämpfen. Dies zeigt ihr Sieg im vorjährigen Bersassungs-Turnier, womit der Ehrenpreis des Reichspräsidenten und die Plakette der Stadt Berlin gewonnen -wurde, sowie auch das dies jährige Mannschafts-Turnier um den Wanderpreis des Reichsverbande» für Jiu-Jitsu, welches di« Gruppe knapp gegen schärfste Konkurrenz gewinnen konnte. ln großer Auswahl eingetroffen Sie kaufen diese bei der in weitesten Kreisen als reell und p^r e i s w e r t bekannten Firma Gartenstraße 82 — Breslau — Telefon 54716 Uhren and Goldwaren werden in eigener Werkstatt unter Garantie preiswert bestens repariert.