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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1930-04-01 · 4 (4.1930) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
7 (1930)
Issue
4 (4.1930)
Date
1930-04-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Sö Breslauet Jüdische» Gemeindeblaii Nr. 4 Anschluß daran hielt Herr Gemeinderabbiner Dr. H o f f - mann die Weiherede. Er gab in schlichter Form seiner Freude über die geleistete Aufbauarbeit, die unsere Gemeinde trotz der schweren Zeit durchgeführt hast Ausdruck. Es folgten dann Ansprachen des Vorsitzenden des.Vorstandes der Breslauer Synagogengemeinde. Geheimrat Goldfeld, sowie des Vorsitzenden der Gemeindevertreterversammlung, Justizrat P e i s e r. Als Vertreter der Stadt Breslau und des Oberbürgermeisters überbrachte Stadtrat v., Eichborn herzliche Glückwünsche. Frau Provinzialverwaltungsrätin Schrick sprach im Namen des Landesjugendamtes, Frau Prof. G u t t - Blick vom IuKenddeim out tie LiebichshShe mann im Aufträge des Jüdischen Frauenbundes Breslau, Herr Dr. Friedrich O l l e n d o r f f - Berlin im Namen der Zentralwohlfahrtsstelle der Deutschen Juden. Gleichzeitig überbrachte er von dieser Stelle eine Spende von 1000 Mark. Als Vertreter der U. O. B. B.-Logen sprach Herr Dr. L i e g n e r, im Aufträge der Toynbeehalle Herr Dr. Josef Schlesinger, unter Darbringung einer Spende von 1000 Mark. Als Vertreterin der Breslauer Zentrale für Jugendfürsorge war Frau Prof. A n d r a e erschienen, die gleichfalls ihre Freude über das Gelingen dieses Werkes zum Ausdruck brachte. Herr Wolfgang L a q u e u r sprach als Vertreter des Ortsausschuffes ifer Jüd. Jugendverbände. Als letzter Redner betrat Herr Gtzmeinderabbiner Dr. D o g e l st e i n das Rednerpult. Er sprach in inhaltsreichen Worten, daß die Erziehung der Jugend in erster Linie individuell und religiös sein müsse. Frau Paula l) l l endo r f f. die Seele unseres Jugendheimes, sprach in estidrucksooller, schlichter Form über die Aufgaben und Zwjecke des Heimes. Sie stattete an dieser Stelle allen denen, die ihr bei der großen und schweren Arbeit zur Seite gestanden haben, ihren herzlichsten Dank, auch im. Namen der Jugend, ab. Die Gemeindekörperschaften hätten für dieses wichtigste Werk der Jugend, unserer Zukunft, trotz aller Finanznöte die erforderlichen Mittel gern bewilligt. Ihr besonderer Dank galt dem Herrn Regierungsbaumeister a. D. Ehrlich und Frau Liesbeth C a s s i r e r, die ihre Ideen und Kraft zu diesem Werk gegeben haben. Mit warmen Worten übergab sie alsdann das Haus seiner Bestimmung — der Jugend^ — Die weihevolle Feier wurde durch einen Sologesang von Frau Fischer, unter Begleitung von Herrn Kapellmeister!Krieg, beschlossen (Halleluja von Hummel). An die Feier schloß sich eine zwanglose Führung durch die Räume. Im ersten Stockwerk sind der Bibliotheksufid Leseraum, sowie ein Versammlungsraum und ein geräumiges Klubzimmer vorhanden. Ferner befinden sich in diesem Stockwerk die mit den modernsten Einrichtungen versehenen Bade- und Duschräume und eine Dunkelkammer für Amateurphotögraphen. Das zweite Stockwerk umfaßt vorläufig nur zwei Räume, von denen der eine eine Tür zu dem Dachgarten offen läßt, der der Jugend zur Erholung dienen soll. In beiden Stockwerken sind Teeküchen mit Abwaschgelegenheit da, zur Benutzung durch die einzelnen Bünde. Das dritte Stockwerk umfaßt die Räume des Lehrlingsheims. Es können zur Zeit elf Lehrlinge hier Aufnahme finden. Auch hier finden wir wieder die äußerst hygienisch eingerichtete Waschgelegenheit. Sämtliche Räume des Hauses, wie das Treppenhaus, sind in lichten Farben gestrichen, mit Linoleum belegt und mit den modernsten und zweckentsprechendsten Beleuchtungskörpern und Vorhängen versehen. Durch das ganze Haus läuft die Zentralheizung. Ein großer Hof gibt den Jugendlichen G^ legenheit zu Ballspielen. Dem Hause angeschlossen ist ein kleiner Pavillon, der vom Handwerkerverein als Bastelwerkstätte eingerichtet wird. Das Heim ist am 1. April eröffnet worden und wird seit dieser Zeit von einer großen Anzahl Jugendlicher, teils organisiert, teils unorganisiert, benützt. Wir hoffen, daß das langersehnte Jugendheim im Sinne seiner Vorkämpferin der Jugend zum Segen gereichen möge. Ella Nelken. vom Zugen-heim Bereits in den ersten zwei Wochen seit der Eröffnung des Heimes hat der Besuch gezeigt, wie nötig eine derartige Einrichtung war. Am zweiten Pessachseiertage wurde der 1000. Besucher gezählt. Sechzig Heimnachmittage haben stattgesunden, von denen einer einen Besuch von fünfzig Jungen und Mädchen ausweisen konnte. Der stärkste Besuch ist vom zweiten Feiertage mit 170 Jugendlichen zu melden. Um noch stärker für das Heim zu werben, sind für die nächste Zeit eine Reihe gemeinsamer Veranstaltungen geplant. So soll bald nach dep Feiertagen ein Photographierkursus sowie ein Photographierwett. bewerb mit Bücherpreisen stattsinden. Außerdem sind in Zukunst gemeinsäme Freitagabende geplant. Der Lesesaal steht jedermann zur Verfügung. Es wird gebeten, alsbald di« Wünsche betresss Ueberlassung von Heimräumen.im Monat Mai an die Leitung des Heimes, Schweidnitzer Stadtgraben 28, zu senden. Die Berücksichtigung von Anträgen, die ngch dem 25. IV. eingehen, kann nicht garantiert werden. Die diesbezüglichen Wünsche können auch mündlich Dienstag und Donnerstag in der Zeit von 18—19 Uhr beim Heimleiter oorgebracht werden. Das Büro des Heimleiters befindet sich im dritten Stock. Sprechstunden für sämtliche Heimangelegenheiten sind Dienstag und Donnerstag von 18-j-19 Uhr. F e l i x D ä v i d, Heimleiter, Gemeinüeverlreter-Sihung vom 3. April 1930. Bericht von Dr. R e ch n i tz. Rach Verlesung einiger Einladungen erteilte der Vorsitzende, I.-R. P e i s e r, das Wort.Herrn Handelsrichter Gins zum Generalbericht über den Haushaltsplan 1930,31. Herr Gins erinnert an die Befürchtungen der vorjährigen Etätsberatungen, die sich glücklicherweise nicht bewahrheitet haben; denn es sei noch ein erheblicher Betrag vom Betriebsfonds übrig geblieben. Es sei sehr gut und sehr ersprießlich im abgelaufenen Jahre gearbeitet worden. Bon Grundstücken s^en Menzelstraße 48 und Schweidnitzer Stadtgraben 28 (Jugendheim) angekauft worden. Das Wohlfahrtsamt habe bei der Not der Zeit hervorragend gearbeitet. Breslau habe mehr als jede andere Gemeinde für Wohlfahrtszwecke ausgegeben, nämlich ein Drittel aller Steuereingänge. Leider seien die Zeiten noch schlechter geworden. Der Mittelstand, unsere hauptsächlichen Steuerzahler, ist proletarisiert. Dem Mittelstände z.i helfen, muß unsere Hauptaufgabe sein. Der jetzige Etat sei mit äußerster Einschränkung aufgestellt, aber bei aller Sparsamkeit dürfe das Gemeindeleben nicht ins Stocken geraten. Im ein- .zelnen weise der Etat nur geringfügsge Aenderungen auf, die durch die beigegebene Vorlage erläutert werden. Die Grundstücke bringen leider immer noch nicht angemessene Ueberschüsse. Insbesondere müßten die gewerblichen Räume besser ausgenützt werderv Er erinnere an die vorjährigen Anregungen einer anderen Regelung der Grundstucksverwaltung. Bedauqr-;

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