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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1930-03-01 · 3 (3.1930) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
7 (1930)
Issue
3 (3.1930)
Date
1930-03-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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40 Nr. 3 Bttilaatt 2Ldis!che» Gemeindeblakk Iüökfche Persönlichkeiten in unö au« Vreslau bl Don Rabb. Dr. He ppner, Gem.-Archivar. (Fortsetzung.) Heymann Dr. Ludwig, Sohn d. 1815 verst. wohltät. Jonas Levy i).. Enkel d. bereits erwähnt. Bresl. Rabb.-Asi. Lewin Heim. Barby und . Urenkel des Landrabb. Jos. Änas Fränckel, war von 1851 bis Ende 80 als Bezirks-Armenarzt im Deenste der I. K.-B.-A. und starb hier am 19. 10. 1890. (Aktft. d. I. K.-B.-A. im Gem.-Arch.) » Hey mann Heinr. Philipp (Heim. Pinkus), Sensal, geb. 177$, gest. in Breslau am 27. 11. 1854 und beerb. Llaassenstraße 1355, besuchte VA Jahre die Berliner jüd. Freischule, war im Borst, uns. jüd. Gem. und der »rat 1796 in die Gesellsch. der Brüder ein. war 1821 erstqr Pflegevater in derselben und wurde durch s. Frau Rebecca Moses Gottheiner, verw. Hirsch Abrah. Kuh Inh. der Stamm-Rr. 56. (Gem.-Akd.; B r a n n , Gesch. der Brüder-Ges. und Heppner im Gem.-Bl. 1925, 5i) Hiller Tobias, Lehrer an der Konigl., Wilhelmsschule und am Friedrichsgymnasium, Begründer und Leiter der 1801 ins Leben gerufenen .Industrieschule für isr. Mädchen", starb in Breslau am 22. 7. 1841 <beerb. Claasienstrahe 1590); ein Bild von H. befindet sich im Archiv der Synag.-Gemeinde. »ilsbach Meyer, Sohn d. Foutagelies. Feist Süßt. H.. Kriegsfreiwilliger u. Leutnant, geb. 15. 9. 1793 in Breslau, gefallen am 13. Jjqr 1813 und beerb, in Breslau, Claassenstraße 2582. — Außer diesem sielchi bei Gr.-Görschen di« Bresl. jüd. Freiwilligen Jul. Burgheim und Lag. Zülchauer. (Brest. Gem.-Bl. 1925, 1 u.-Dr. Rechnitz im „Schily" 1927. 43 44.) I Hirsch Simon (Simcha Breslau), erster Borst., der Breslausr Judenschait, geb. in Breslau im „blauen Hause" vor hem Odertor im Jahre 1730, war ein Kind armer Eltern, erlernte von 1748 an in Amsterdam die Handlung und gelangte durch seine allgemein bewunderte kausmännische Begabung zu großem Vermögen; seine Bildung und oornehnie Gesinnung, seine Herzensgüte und Freigebigkeit verschafften ihm Einfluß und Ansehen bei seinen Glaubensgenosien und Andersgläubigen; selbst Kra' Hoym schätzte ihn und lud ihn zur Tafel. Der Erzieher seiner beiden ältesten Söhne war Josel Pick Rochnowe, ein Mitarbeiter am „Measses", und diese Knaben gehörten zu den Kindern, mit welchen Joel Löwe llieh« diesenl) vor seiner Anstellung als Direklor der Wilh.-Schule in Gegenwart von Sachverständigen eine Probelektion vornehmen mußte und die dann als Belohnung je eine silberne Denkmünze (vid. Bresl. Gem.-Blatt 1927, 5) zum Andenken erhielten. Am 30. 3^ 1792 starb Simon Hirsch, und nach dem Tode seiner Frau wandten die Kinder, di« den Stammnamen „Simon" annahmen, dem Judentum den Rückest. Seine beiden jüngeren «öhne starben in den Freiheitskriegen den Tdd fürs Baterland, und auf dem Denkmal,. das Schlesien den gefallenen Helden in der Bresl. Elisabelhkirche errichtet hat, sind auch ihr« Namen genannt. Und der bekannte Abg. Heinrich Simon, der als Führer der Linken in der Paulskirche zu Frankfurt a. M. und im Stuttgarter Rumstfparlamem eine des. Rolle spielte, war sein Enkel (I o h. I a c o b y, ' Heinr. Simon, Berl. 1865). Hirschberg Felix, Justizrat, dessen Leben dem Ehrendienst des Judentums gewidmet war, ist am 1. 1. 1863 in Breslau geb. und am 14. 5. 1929 gestorben; er war ein Enkel öes „Dyhernf. Raw", gehörte seit 1909 der Gem.«Vertretung und seit 1918 dem Dorstand« der Synagogen . Gemeinde an. ' . \ ■ Hirschel Philipp Lazarus (Kaleb Pheibel), Münzlieferant urtb Kaiser!. Hoffaktor, s. Zt. der.reichste und angesehenste Mann der Bresl. Judenschaft, war d. Sohn von Laz. Hirsche! od. Boesing, dessen Großvater wohl Hirsche! Laz. war, einer der 3 Vertrauensmänner der Wiener Juden, die 1671 mit d. Bevollmächtigten des Groß. Kurfürsten wegen Ansiedelung der Wiener Bertriebenen in der Mark Brandenburg verhandelten. Seist« Frau Sara Hale war eine Tochter d. Rüben Gumpertz und die Schwester von Baruch (Bendix) Wesel in Breslau, des ersten „Schles. Landrabb." Phil. Laz. H. ist um 1686 geb., kam am 5- Tammus 1749 bei der Ex- Knaben unö Mädchen jeden Alters Größen allen die riditige Bekleidung finden Sie in reichhaltigster Auswahl in allen Preislagen immer bei M B H B R t SLAU 1 SCH M IEDEBRUCKF 7-10 plofion d. Puloerturmes ums Leben und wurde in Dyhernfurt beerdigt. Das Haus in welchem er lebt« und starb, da« Gräfl. Proskauisch, Hau«, Antonienstraße 20 (jetzt Tempel-Synagoge). war gegen 40 Jahre in f. Besitz, obgleich Juden damals Grundstücke nicht erwerben durften, und trotz der Beschwerden und der Proteste der kirchlich. Behörden behielt er weiter s. Betlokal in s. Hause. — In den Akten werden seine treuen Dienste und seine tadellose Geradheit rühmend hervorgehoben. (B r a n n. Gesch. d. Landrabb. in Schles. u. „Ein Brest. Gedenktag; Kaufmann- Freudenthal. Fam. Gomperz, u. Heppner, Bresl. Gem.-Bl. 1929, 4.) 'Honigmann Dr. David, Jurist u. Schriftst., fast 30 Jahre lang Syndikus d. Bresl. Synag.-Gem.. Mitbegründer des DeutfchJsr. Gem.. Bundes und Vers. der vortrefsl. Erz. „Das Grab in Sabionetto" und „Berel Grenadier", wurde in Kempen (Pos.) am 15. 8. 1821 geboren. Er besuchte zuerst die König!. Wilhelms-Schule und dann das Gymnas. in Breslau, studierte hier und in Heidelberg, unterrichtete zus. mit dem spät. Mannheimer Rabb. Dr. Friedmann u. Ferd. Lassalle in dem von Geiger ins Leben gerufenen .Lehr- und Leseverein", leistete der Kommune als Hilfsarbeiter im Magistrat und Mitglied der Stadtverordneten- Versammlung, der Oberschl. Eisenbahn als General-Sekretär, der Posen- Kreuzburger Eisenbahn als Bors, des Aussichtsrats und zahlreichen gemeinnützigen Vereinen und Anstalten als treuer Berater hervorragende Dienste und starb in Breslau am 22. 7.. 1885. (Jahrbuch für jüd. Gesch. und Literatur 1904, 133 ss.) — Sein Sohn war Justizrat Dr. Paul Honigmann (geb. 9. 10.1860), der vom 1. 10. 1888 bis zu seinem am 19. 2.1906 erfolgten Tode ebenfalls Syndikus der Bresl. Synag.-Gem. gewesen ist. und seine Enkel sind Dr. Ernst H.. Bibljotheksrat an der Bresl. Unlo- Bibliothek, und Dr. Hans H.. Direktor des Bresl. Zoolog. Gartens. <Gem.-Akt. u. Mitt. des Herrn Mich. Fraenkel.) H o r o v i tz Dr. Saul, besuchte von 1880—85 das Breslauer Rabb.-Seminar, war dann Rabb. in Oesterreich und bis zu seinem Tode (2. 4. 1921) Dozent am hiesigen Seminar; er war ein bedeut. Talmudgelehrter und verfaßte oersch. Schriften u. Abhandlungen: ein Sohn vom ihm ist der Breslauer Rentgenologe Dr. Willi H., und seine Schwiegersöhne sind: Rabb. Dr. Joach. Prinz-Berlin und Rabb. Dr. Max Grünewald-Mannheim. Jadassohn Solomon, Dr. phil. h. c., Komponist und Musikpädagoge, geb. 13. 8. 1831 in Breslau und gest. 1. 2. 1902 in Leipzig, wo er als Dirig. u. seit 1871 als Lehrer für Theorie u. Komposition am Konservatorium wirkte: 1873 wurde er Professor. Er schrieb über 125 Werke; vielgebraucht sind s. musiktheoret. Lehrwerke: Harmonielehre (1883) und Kontrapunkt (1884). Bes. Verdienste erwarb sich I. um die Ausgestaltung des Gottesdienstes in der Leipz. Synagoge; 1865 übernahm er die Leitung d. Syn.-Chors und 1866 gründete er d. „Psalterion", einen Chorverein, dem sich die besten jüd. Kkeise Leipzigs anschlossen. — Auch s. Frau Helene (gest. 31. 12. 1891) war eine gesth. Gesangslehrerin. W., I. L. und Heppners jüd.-lit. Abreißkalender.) Jereslaw Jak. (den Mos. Aron), Großonkel des San.-Rats Dr. Meyer Sachs u. Großvater des Warschauer Zensors u. Schriftst. Jak. Tugendhold, war ein gewandter Hebraist u. ein groß. Gelehrter u. spielte im Leben dev jüd. Gem. u. der >"'h «ine des. Rolle: er starb am 10. Siwan 1790 und hat die Inschrift auf s. Grabstein (Claasienstraße 3121), wie aus den beiden letzten Zeilen klar hervorgeht, selber versaßt. Bei der Berlobung s. Tochter Esther im Jahre 1770 unterzeichnet« Moses Mendelssohn als f. bevollmächtigter Vertreter die Verlobungsurkunde: Sühne aus dieser Ehe waren die^oekannten Joseph u. Abrah. Muhr in Berlin u. in Pleß, die im Kampfe.um die Verbesserung der bürgerl. Verhältnisse der Juden in Preußen in vorderster Reihe standen. (Gem.-Akt. u. Lewin, Gesch. der I. K.-B.-A.) Joel Dr. Dav., geb. 12. 1. 1815 in Hohensalza (Jnowraclaw, Prov. Posen) als Sohn des Rabb. Heym. ben Joel, lernte von 1833—87 bei R. Akiba Eger-Posen, war von 43—59 Rabb. in Schurerjenz, bis Anfang 1880 in Krotoschin und bis zu s. Tode (7. 9. 1882) Dozent am Breslaüer Rabb.-Sem. Er ist Vers, von „Midrasch hasohar, die Retigionsphilosophie d. Sohar u. ihr Verhältnis zur allgem. jüd. Theologie" (1849) u. „Der Aberglaube und die Stellung des Judentums zu demselben" (1881—83). (Heppner-Herzb.; I. L.) Joel Dr. Manuel, Bruder d. Vorigen, geb. in Birnbaum (Posen) 19. 10. 1826, war neun Jahre Doz. am Brest, Rabb.-Sem. u. wurde dann d. Nachfolg. Geigers im hies. Rabbinat. Er war ein gründlicher Kenner d. jüd. Religionsphilosophie, auf deren Gebiete er mehrere Werke von bleibendem Werte verfaßte, ferner ein gedankenrticher Prediger, ein gewandter Polemiker u. ein mutiger Kämpfer für die Ehre ds Judentums: am 3. 11. 1890 starb er in Breslau. Sein äüefter Sohn R.-A. Carl Joel war Synd. d. Synag.-Gem.. u. s. Schwiegersöhne: Rabb. Dr. Beruh. Ziemlich-Nürnberg (gest. 1907) und Rabb. Dr. A. Eckstein-Bamberg. (Heppner-Herzb. 305 u. jüd. Volksbt. 1906.) Jungmann Dr. Paul, Augenarzt. San.-Rat, geb. am 8. 3. 1892 in Landsberg a. W.. war Borst.-Mitgl. d. Bresl. Synag.-Gem., Ehren- Mitglied der I. K.-V.-A. und 41 Jahre im Dienste derselben; er starb hier am 8. April 1927. K a l i s ch Dav., Schöpfer der modernen Couplets und Posiendichter, wurde in Breslau am 23. 2. 1823 als Enkel de« bet. Gem.-Synd. Dohm geb., war zuerst Kaufmann Hierselbst, ging 1844 nach Paris und widmete sich der Schriftstellerei, trat hier in Beziehungen zu Heine und Karl Marx, kehrte 1847 nach Deutschland zurück und begründet« 1848 „Kladderadatsch", der viele Jahre hindurch, de»« beste und einflußreichste polit. Witzblatt Deutschlands war und dar er zusammen mit Ernst Dohm, Rud. Löwensiein uqfc dem Zeichner Wtlh. Scholz

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