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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1930-02-01 · 2 (2.1930) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
7 (1930)
Issue
2 (2.1930)
Date
1930-02-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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20 vrerlauer Jüdische» (SemeinDeblatt 3lt. 2 Hauser Allee, Feld A. R. IV 121), Wilhelm, geb. 15. 3. 1785 und gest. 27. 6. 1865 in» Fraenckelschen Hospital (beerd. Lohestraße), und Moritz, gest. 75 Jahre ast am 15. 12. 1862 in Breslau. Don 1806 ab lebten sie in -Berlin und wohnten in einem Gäßchen am Werderschen Markt. Fast alle Prominenten Berlins, Persönlichkeiten der Politik, des Theaters, der Kunst, Wissenschaft und Literatur, sind von ihnen abkonterseit worden; aber trotz ihres großen Fleißes haben sie Berlin fast mittellos verlassen und sind in Breslau, wohin sie nach dem Tode von August zurückkehrten, in Armut gestorben. Schon 1812 waren sie „akademische Künstler", und ihr Talent scheinen sie von ihrem Großvater Samuel, dem Pater ihrer Mutter Reine, der Sofcr (Thorarollenschreiber) in Festenberg war, geerbt zu haben. Ihr Vater soll ein, Bruder des Dr. Elias S). gewesen sein. Außer diesem wurden von Brest, jüd. Persönlichkeiten auch die beiden Rabbiner Abrah. und Salomon Tiktin von ihnen gemalt. In seinem Werke „Jüd. Graphiker" hat S. Kirschstein den Brüdern Henschel ein liter. Denkmal gesetzt. (Bücher u. Akt. des Gem.-Arch. und der 2. K.-D.-A., He p n e r Adolf, einer der ältesten Vorkämpser der Sozialdemokratie ». der erste sozialdemokratische Stadtverordneten-Kandidat in Breslau, wurde am 24. II. 1846 in Schmiegel (Pos3 geboren, besuchte von 1863 bis 1866 das Bresl. Rabb.-Sem., wandte sich dann der Politik zu, wurde zusammen mit Bebel und Liebknecht in den bek. Leipziger Hochverratsprozeß verwickelh aber nach 101 Tagen Untersuchungshast freigesprochen, jedoch aus Leipzig ausgewiesen. Er kehrte nun nach Breslau zurück, übernahm hier die Skutsch'sche Buchhandlung, wurde in der Verfolgungsära ausgewiesen, ging nach Amerika, war Redakteur in St. Louis, kam 1908 nach Deutschland zurück, ließ sich in München nieder und starb hier End« April 1923. Bon seinen schriftstellerischen Arbeiten seien besonders erwähnt: „Amerikas Hilfe an Deutschland 1870/71 (1905 erschienen) und .Jos. Dietzgens philos. Lehren" (1916). (H e p p n e r»Herzb. S. 922: Theod. Müller, 45 Führer aus den Anfängen ... der Bresl. Sozialdemokratie. Breslau 1925, S. 82.) (Fortsetzung folgt.) von -er Breslauer Ortsgruppe -es Jüdischen Zrauenbunües Die Hauptversammlung der Breslauer Ortsgruppe des Jüdischen Frauenbundes fand am Mittwoch, den 15. Januar, vormittags 11 Uhr, m Repräsentantensaal der Synagogengemeinde unter dem Vorsitz von Frau Beate Guttmann statt. Vor Eintritt in die Tagesordnung wurde feftgestellt, daß di« Hauptversammlung gemäß 8 8 der Satzungen vom Lorstand ordnungsgemäß durch Anzeige in der Breslauer Zeitung ein berufen worden ist. * Auf der Tagesordnung standen folgende Punkte: 1. Tätigkeitsbericht. 2. Kassenbericht, 3. Antrag des Dorftandes auf Aenderung der 88 1 und 9 des Orts gruppenstatuts. ' 4. Dringlichkeitsantrag auf Statutenänderung. 5. Berichte der. Kommissionen. 6. Wahl des Vorstandes. Die Vorsitzende eröffnete die stark besuchte Versammlung urh bcgrüßte die Anwesenden, insbesondere den Vertreter der. Synajvgengemeinde. Herrn San.-Rat Dr. Bach. Rach Erstattung des Tc tigle i t s b e r i ch t s für das vergangene Jahr gab die Kasienführerin, Frau Hedwig Engel, den Kassenbericht. Die Kasse ist von zwei Mitgliedern der Ortsgruppe geprüft und in Ordnung befunden worden. Der Kasienführerin wurde Entlastung erteilt.! Der Antrag des Vorstandes auf Statutenänderung der 88 1 und 9 wurde von der Vorsitzenden einleitend begründet. Inj ben Satzungen müsse der vorwiegend soziale Chqrakter der Organisation zum Ausdruck gebracht werden, da den Heimen der Ortsgruppe nur unter dieser Voraussetzung die. steuerlichen Abgaben erlassen werden. Die vorgeschlagen« Statutenänderung der 88 I ünd 9 wird von der Versammlung angenommen. , Danach kam ein .D r i n g l i ch k-e i ts a n t r a g (mit 26 Unterschriften) zur Abstimmung. Derselbe forderte die Abänderung Einiger Paragraphen des Ortsgruppenstatuts. Punkt 2 des Antrags schlägt vor, aus allen der Ortsgruppe angeschlosienen Frauenvereinen je ein Mitglied in den Vorstand der Breslauer Ortsgruppe des I. F.-B. aufzunthmen. Dieser Antrag wurde von der Versammlung mit der Begründung abgelehnt, daß sich der Vorstand der Ortsgruppe aus Persönlichkeiten zusan mensetzt, die unabhängig von Parteien ihre Arbeitskraft für den Bund einfetzen. Dagegen bleibt 8 2 des Ortsgruppenstatuts bestehen, der jedem jüd scheu Verein, der die Interessen jüdischer Frauen und Kinder vertritt, den! Anschluß an die Ortsgruppe gestattet. Freilich bezeichnet die Organ i satimssitzung vom 5. 2. 1929 den Provinzialverband als die Stelle, der sich alle Vereine und Ortsgruppen anschließen sollen. Auch sollen nur vor dieser Stelle aus die Zahlungen an den Bund geleistet werden, nickt mehr direkt von den Ortsgruppen. — Ein anderer Punkt des Dring sich eitsantrags betraf die Amtsdauer des Vorstandes. Die Abstimmung erg ib eine Ämtsdauer von drei Jahren, eine Minderheit stimmte für zun i Jahre. Ein Antrag aus Wahl der Vorsitzenden in einem besonderen Wohlgang« wurde abgelehnt, so daß der Vorstand wie bisher die Aemter unt>r sich verteilt. ' In Anbetracht der vorgeschrittenen Zeit wurde Punkt 5 der Tages ordpung — die Verlesung der Kommissionsberichte — auf Wunsch Vevsammlung verschoben und die Wahl des Vorstandes vorgenommen. Gegen den Vorschlag der Vorsitzenden, daß der Vorstand 20 Mitglieder nicht übersteige, erhob sich kein Widerspruch. Die Wahl erfolgte nach den Grundsätzen des Verhältniswahlrechtes mittels Wahl zetteln. Sie ergab die Neuwahl des alten Vorstandes. Der Vorstand verkeilte die Aemter wie folgt unter sich: 1. Vorsitzende: Frau Beat« Guttmann: 1. stellvertretende Vorsitzende: Frau Paula Ollendorsf; 2. stellvertretende Vorsitzende: Frau Eimny Dogelstein: Kasienführerin: Frau Hedwig Engel: Schriftführerin: Frau Grete Bial: stellvertretende Schriftführerin: Frau Lisbet Cafsirer. | Di« Besitzende schloß um 135-( llhr di« Versammlung. I Am Montag, den 27. Januar, vormittags 11 Uhr, wurde die Haupt Versammlung nn Repräsentantensaal der Synagogengemeinde in An Wesenheit des Vertreters des Jüd. Wohlfahrtsamts, Herrn Bürodirektor Glaser, fortgesetzt. Auf der Tagesordnung stand di« Erstattung der Ko mmissionsberichte (Tätigkeitsbericht). Vor Eintritt in die Tagesordnung wurde Stellung zu einem Bericht genommen, den die jüdische Zeitung für Ostdeutschland über die General Versammlung vom 15. Januar verössentlichte ünd der eine wenig freund licht Beurteilung der Frauenbundsarbeit brachte. Die Vorsitzende be merkte dazu, daß der Vorstand der Ortsgruppe nach bestem Wisien und Gewissen —überparteilich und unbeirrt von aller Kritik — seine Arbeit oerrichtet. Die Versammlung vom 27., Januar stellt« nachdrücklichst fest, daß die Breslauer Ortsgruppe des I. F.-B. noch niemals die Kultur arbeit in Palästina ab gelehnt hat. jedoch die Beteiligungen politischen Bestrebungen nicht als eine ihrer Aufgaben betrachten oahf (nach 8 3 der! Bundesstatuten). — Es wurde nochmals ausgesprochen, daß der Anschluß aller Vereine an den Provinzialverband des Jüdischen Frauen bundes für Rieder- und Oberschlesien sehr erwünscht ist und propagiert werden muh. (Fortsetzung folgt.) Die Zreie jü-ische Volkshochschule Inete das 22. Halbsemester am 19. Januar 1930 mit einem Vortrage Pros. Dr. William Stern über ,KiM>heit und Jugend. Vom Werden Wachsen der Seele". Dem von Breslau her bekannten und beliebten «rsitätslehrer lauscht« eine überaus zahlreiche Zuhörerschaft. Der tragende schilderte zunächst die Fortschritte in der wissenschaftlichen nntnis der Psychologie des Kindes in den letzten Jahrzehnten und terte alsdann die Probleme des Verständnisses zwischen der jungen der älteren Generation. Die Mißverständnisse zwischen beiden Gene men seien nicht bloß durch die schnelle Aenderung des kusturellen ms zu erklären, sondern auch Schuld der älteren Generatton. Diese >te sich oft als Rormalmaß für alle seelischen Eigenschaften, die sie bei Andern voraussetze, was nicht richtig sei; z. B. die Grenzq chen Lüge und Wahrheit sei beim Kinde vielfach verschwommen, wie aer an Beispielen darlegte. Ferner vergesie di« ältere Generativst jrem Glauben an di« eigene moralische Vollkommenheit der eigene,) :nd und der eigenen Jugendeseleien. Die Erziehung beeinflusse aller! s mächtig die Entwicklung des Kindes, aber nicht ausschließlich. Es ten mit die vererbte Anlage, der Einfluß der Lehrer und tnst^sonderö ,«bewußten Einflüsse der Umwelt. Redner unterschied in der Entwich» luNg drei Abschnitte: die Kindheit bis zu 6 Jahren, die Schulzeit bis zu 13 Jahren und die Jugend. Jede Stufe habe typische Grunderscheinungen. Iis der Kindheit sei es das Spie), wobei der Unterschied zwischen Schein ustd Sein. noch nicht vorhanden äst. Sehr interessante Beispiele brachte —- Tel. 54716 ufer 4L IDichard IPtempe Äcfe^ ettf 47 Uhrmacher und Juwelier Gartenstraße 82 Große Auswahl in Schmuck,- Juwelen Silbergerät und Bestecken Uhren aller Art Eigene Werkstätte

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