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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1929-11-09 · 11 (9.11.1929) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
6 (1929)
Issue
11 (9.11.1929)
Date
1929-11-09
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Nr. 11 I Breslauer Jüdisch, s Gemeindeblalt 195 Pas Beate Guttmann-Heim eat an der verlängerten Neudvfsstraßc hinter dem Jüdischen Krankenhaus, schreitet in seinem Innenausbau dank der günstigen Witterung und der unermüdlichen Arbeit seiner geistigen und werktätigen Schöpfer rüstig vorwärts. Es ist daher bestiinmt damit zu rechnen, daß es seinem Zwecke als Heim für 42 Damen de» Mittelstandes spätestens am 1. Mai 1930° übergeben werden kann. Die sür die Ausstattung und Möblierung erforderlichen Mittel dürften durch die DarlehNszeichnungen und Spende» hiesiger und auswärtiger Wohltäter auch bald beisammen sein. Dann werden alle, die an diesem Heim mitgearbeitet habest, mit innerer Befriedigung auf'ein segensreiches, gottgefälliges Werk blicken können. BERTE GUTTMANiN-HEIM, HIER GRUNDRISS r EIN.S NdRMAL-ZIMMERS MiT AUSSTATTUNG 1 : SO B:G.H.69 M Y»ITfU# 86 Tf UJ Sy***»«: Z - OARAUM DEN lOSCPIVI BUR 1 989 HEG -84UMCisTEA fX . O. Denn dieses Heim ist bestimmt sür jene besonders bedauernswerten alleinstehenden Frauen, die durch die Kriegs- oder Nachkriegszeit aus gesicherten, sagen wir nur ruhig wohlha lenden Lebensvcrhältnissen gerissen sind, jetzt aber „noch nicht arm genug' sind, um Anspruch aus Unterstützung durch die öffentlichen Wohlsahrtsitellen zu haben. Was diese ungewohnte .Zwitterstellung" seelisch zu bedeuten hat, können Worte nicht schildern. Wer hier hilft, tut ein Lieb-swerk, und das Liebeswcrk steht nach dem Talmud höher als Ulmossn! Deshalb regt sich jetzt ir vielen Gemeinden der Wunsch, Mittelstandsheime zu errichten. Nächst Königsberg hat Mannheim von Gemeindewegen den Bau eines Mittelstands-Altersheimes sür % Million Marl beschlossen. Unser Beate Guttnian i-Heim dagegen wird, mit Ausnahme des' von der Gemeinde geschenkten wertvollen Grundstückes, allein mit Mitteln der öffentlichen Wohlfal-rtsste len, mit Hilfe von Stistungsgeldern und durch private Spenden gebaut. Die Ausnahmekosten können hierdurch wesentlich gesenkt werden, sind abci immerhin nicht so gering, dah in dem Auszunehmenden das unangeneh ne Gefühl des Alnwjens entsteht. Bisweilen spielt ja dank der Hilfe berufstätiger Angehöriger und Fteunde die Geld frage innerhalb bescheidener Nrcnzen nicht eine so große Rolle, wie überhaupt nur die Möglichkeit, di: einsamen Lieben unbelastet mit den Mühen eigener Wirtschaftsführung und in passender Gesellschaft bis ins hohe Alter gut unterzubringen. 'Nach dem Ueberschlag größeren Kreises ständiger des Kuratoriums wird es mit Hilfe eines „Freunde des Beate Guttmann-Heimes" möglich sein, jede Dame fiijr 115 RM. monatlich auszunehmen. Für diesen Preis wird geboten: ejin eigenes Zimmer mit Borraum, in diesem ist der Waschtisch mit sließestdem kalten und warmen Wasser und eine Steckdose sür «inen elektrischen Kocher. Di« Schränke für Kleider und Wäsche. Im Pensi halten: Beheizung, Beleuchtung, Bedienung, i Frühstück und Mittagbrot aus eigener rituell Zimmer haben eingebaute onspreis ist auheiwem ent- Passcr (2 Bäder pro Woche), geführter Küche. i" Neben dem Eigenzimmer stehen zur gemeinschaftlichen Benutzung das Speisezimmer» in jedem Stockwerk ein Wcchnraum und der Parten zur Verfügung. Alles ist geräumig, luftig, hell und freundlich eingerichtet. I Jedes Zimmer ist mit Rundfunkanlag« versehen. Wenn man bedenkt, daß bei den heutigen Wirtschastsverhältnlssen (hohe Mieten) di« Mittel zum eigenen Haudhaltauch dann nicht mehr > reichten, wenn im günstigsten Falle 150 Mach zur Verfügung standen, so wird man ermessen können, welches Glück es ist, trotz der Ungunst der Zeit, für diesen Preis den Frauen eine' gesicherte Heimstätte zu bieten. Am besten werden die Damen, die bisher it> einer kleinen, bescheidenen Wohnung eigene Wirtschaft geführt haben, hie Vorteile dieses Gemeinfchastshauses beurteilen können. Und dazck-waren sie bisher einsam und mit allen Besorgungen für den Haushalt allain auf sich angewiesen. Erschwerend kam hinzu, daß diese Lasten im fortschreitenden Alter immer fühlbarer und ohne Bedienung nicht mehr durchführbar wurden. Auch sür den Krankheitsfall soll gesorgt werden. Das Kuratorium bemüht sich, für alle Bewohnerinnen ohne ficherung zu mäßigem ^atz (etwa 5-^6 M gegebenen Pensionspreis) abzuschließen, di freie ärztliche Behandlung, Medikamente uni Haus gewährleistet. . Frei von Sorgen des Alters, von den kjeinen Tücken der Wirtschaft, sollen die Frauen in diesem schönen Heim einjen geruhsamen Lebensabend finden, als schwachen Ersatz sür die bitter«! Enttäuschung des Lebens lerl Mögen die Bauleute dieses Werkes trotz aller! Anfechtungen die Kraft und lUersbegrenzung eine Der rk nwnatlich über dem anihnen im Krankheitsfalle Ausnahme in ein Kranken- Ausdauer finden, dieses Werk der Nächstenliebe in dein Geiste ihrer edlen Namensgeberin zu vollenden und für alle Zeiten sicher zu stellen. Eine diesem Heim angeschlossene Hqushaltungsschule mit Internat soll jüdische Mädchen sür den. Haushalt düshilden und unter bewährter Leitung die Bewirtschaftung des Hausesfühtjen. lieber die Notwerwigkeit einer staatlich konzessionierten jüdischen Haushaltungsschule im Listen Deutschlands erübrigt es sich, ein Wort zu schreiben) R. ' Den 70. Geburtsb feiert am 8. Dezember 1929 Rabbiner M a xA llguther in Neisse. Mehr S< »rgfalt dem Amge nagen p»« m AageegUber - vom OCU1ARIUM, Ohlauer Straße 82. ' ■ v|„ / ' > - ■ : ■

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