Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 6 (1929)
- Issue
- 9 (9.1929)
- Date
- 1929-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 9 Breslauer Jüdische» Gea^eiadebia^t 15ö •I Jüdische Tub er kulose-FUr sorge "J nofdiensfraße rr Mont»| nKtnnltUg« 17—18 Ufa. Eine öffentliche Kundgebung anläßlich der Ereignisses in Palästina veranstalteten am -1. Sep^ tember in Breslau im Börsensaal, die zionistischen Organisationen, unter , Bete ligung des Zentralvereins Deutscher Staatsbürger jüd. Glaubens, Landesverband Niederschlesien, der Agudas Jisroel, Ortsgruppe Breslau, das Ortskomitee der Jewish Agency, der Dfutsch-jüdische Wanderbund Kameraden, der jüdische Jugendbunid Jeschurun im Esra und der konservativen Gemeinderabbin^r Dr. Hoffmann und Dr. Simonsohis. Die Versammlung w^r recht gut besucht und verlief ohne Störung. Für die zionistischen Organisationen sprach Her^ Rechtsanwalt Jacobsotzn, hierauf Herr Rabbiner Dr. Simoissohn im Namen des konservativen Rabbinats und der Agudas Jisroel, alsdann Herr Rechtsanwalt Foerder als Vertreter des Zentralvereiits und Herr Edgar Freund im Namen der Jugend. Die Ausführungen al er Redner fanden bei den Zuhörerji warmen Widerhall. Am Schluß wurde die nachstehende, von den zionistischen Organisationen vorgelegte Resolution angenommen: . | „Die om 4. September versammelten Juden Breslaus aller religiöseu und politischen Richtungen beklagen ii, tiefer Trauer, daß in Palästina durch verl>eßte Teile der arabischen Bevölkerung jüdisches Leben und Eigentum vernichtet worden ist. Die Versammlung jjibt ihrem liesest Bedauern dariiber Ausdruck, daß die palästinensische Verwaltung nicht von vornherein alles geta i har, um >edcr Bedrohung des Friedens m l aktiven Maßnahmen entge zenzutreten und jeden Rechtsbruch energisch im Keime zu ersticken. Siel erwartet von der Mandatarmacht, daß dies ', getreu der ihr vom Völkerbünde übertragenen Mission, die Ruhe im Lande aufs schnellste Herstellen, für ihre volle Ausrechterhaltung in Zi - tunst tatkrästig eintretcn und die historischen Rechte > an den jüdischest Heiligtümern, insbesondere an der Älagemauer, schuhen wird. Die Versammlung erwartet weiter, daß die Mandatsregierung die enistandenen nratcriellen iöchäden ersehen, für die Hinterbliebenen der Opfer sorgen, die Schuldigen in gerechter Weise bestrafen und die srietliche Entwicklung des durch den Völkerbund geforderten >üdischen Ausbai - werks sichern wird. Die Versammlung gibt ihrer Genugtuuyg darüber Ausdruck, daß Teile des Arabertums tro z der Hehe arabischer Nationalisten sich nicht verblenden ließen und in humaner Weise den bedrohten Juden zu Hilir kamen. Sie schöpft daraus die Zuversicht, daß cs in unbcirrter Fori arbeik gelingen wird, die friedlichen Beziehungen innerhalb der Bevälkcrung Palästinas zum Seien des Landes und der Menschheit wieder herzustellen." Die Kundgebung war umrahmt von hebräischen Gesängen, die Herr Oberkantor Äorin in tiefempfundener Weise vortrug. Iüdffches Kunstgewerbe Die ganze Entwicklung unseres modernen Kunsthandwerks hat das Ziel, für den täglichen Bedarf Dinge von Qualität zu schaffen. Handwerkerjchulen und Akademien sehen in dem Streben nach Wertigkeit den Kern ihrer Aufgabe, in dem Bemühen, durch sinnvoll gediegen gearbeitete Dinge der Fabrikation und Betibreitung von >Schundware entgegenzutreten. Der Sinn für wertige Arheit muß beim Konsumenten entwickelt werden. Anfängen^muß man beim Kinde. Kinder sollen sich an das Gute gewöhnen, denn Gewohnheit ist der beste Zugang i zu denen, die'von Natur aus nicht künstlerisch begabt sind. Diese Gedanken hat sich auch ein Kreis von Menschen zu eigen gemacht, denen die Pflege jüdischer Kultur besonders am Herzen liegt. So bringt die Kunstgewerbestube Freudenthal, Breslau, «spiele für Kinder, um diesen jüdisches Empfinden und jüdische Gebräuche nahezubringen. Hebräisches Lotto, Druckerei, Laubhütte-Modellierbogen, Wunschbogen, Fähnchen sind in geschmackvoller und gediegener Weise herausgebracht. In sioch stärkere^ gegenstände gerichtet, dienstes! und des jük war das vielfach wie) lerischen Wert alter K Museen hatten unser« lenkt, di§ mit großer; schmuck,; Chanükkaler aße ist das Augenmerk auf die Kult , welche der Ausgestaltung des Gottes Fischen Heims dienen. Borausgegangen er: erwachte Verständnis für den künst- Kultusgeräte. Jüdische Ausstellungen und n Blick auf die vielen Kostbarkeiten ge- Kuystfertigkeit hergeftellt sind: wie Thorachter, Esrogdosen, Synagogenstickereien Thora mantel gefertigt gcwerdesti ubc : der Jtunft- Jrcubcnthiil Breslau. und Barchesdecken. gewerbejnie gehabt- Zeitstil «sn: ein« spez gebrachten symbolisch - inan, wenn man. jetzt moderne: Ornamentikj, dekorativen Charakte legentlich finden sich und kostbarer Aus Wichtigste ist das gut§e für den Liebhaber, f bi n bi; zu bcr bi| jübische Vs! sationen eingelaben hattf. erschienenen Publikum, ber stäbtischen Bchärbesi Organisationen sah, in einem Orgelvorspiel Dr. Albert Lewkowitz Moses Mendelssohn, ber bebrückenben Enge bcs Deutschlands emporgehohl! Zeit und! gefeiert als gleichzeitig seine Glaub schließlich in ollen Kultu:li ihres bisherigen Lebenihrer Umwelt ermöglicht zu ben eifrigsten unb ber beutschen Wissenscha □ Über 425000 tragen unsere OCULARIUM, Breslau» Ohlau '.’uxnn'oiü (cinsn eigenen Stil hat das jüdische-Kunft nan schloß sich dem jeweilig herrschender fische Note -rächten nur die vielfach an n Darstellungen. Dieser Tradition folg: aych moderne Techniken verwendet, auck fasern sie, sich mit dem monumental der hebräischen Schrift verträgt. Ge c uch Einzelstücke von origineller Zeichnunc ührung, aber das Entscheidende unt Niveau der Durchschnittsware, die nich «Ordern für weitere Kreisegedacht ist. . Dr. M<r rgarete Stein ber g. Die Menüelssohn-Keier im hiesigen Staöttheater, llshoichschule und die ihr angeschlossenen Organs t;, fand vor einem-festlich gestinnnten, zahlreicl! guter bem man die Vertreter ber staatlichen mr > , der Synagogengemeinbe unb der ^jüdische« einem äußerst würdigen Rahmen statt. Naci \ xtj i Organisten .Schösser hielt Seminarbozen: Festrede. Er entwarf ein lebendiges Bild von fick trotz aller äußeren Schwierigkeiten aus de «Ghettos zu. dem fühl enden Geiste des damaligei >en hatte. Bewundert von allen Großen feiste »er sührende Philosoph Deutschlands, Hab« e msgenost'en nicht nur in Deutschland, sondert ändeni hcrausgezogen au» der Abgeschlossenheil kreises und ihren Anschluß an den Kulturkrei > Seit Mendelssohn gehören die beutschen Jude, > effolgreichslen Mitarbeitern der beutschen Kultur, t unb der beutsck)en Dichtung. Sie sind seitbcr i Augengläser er Ltrave 82 □