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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1929-09-01 · 9 (9.1929) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
6 (1929)
Issue
9 (9.1929)
Date
1929-09-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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154 Sre»lauer Jüdische» Semeladeblatt Nr. 9 nicht Mehr zu trennen tum der deutschen Geisteswelt. Dabei habe Moses Mendelssohn persönlich gezeigt, daß inan dennoch e,n treuer, strenggläubiger Jude bleiben kann, wie sein« Entgegnmig aus die Bekehrungsvcrsuche Lavaters zeige. Das Andenken an ihn. der heute überall in Deutschland geleiert werde, sei iür die deutschen Juden ein Ansporn, mit ihren Mitbürgern für die Ehre und den Ruhm des deutschen Namens und Ser deutschen '(Geisteslebens weiter zu streben. Illach der mit ^zroßem Beifall ausgenommen«» Festrede spielten die er des hiesigen Stadrrlfcatcrs denzweiten Akt der unsterblichen fheiksoper „Die Zauberiläte' in künstlerischer Vollendung. Stürnst . lang anhaltender Bestall war der Dans iür den hohen, künst- , «nicht» Genuß > , Beiträge zur Gemeinde-Htatistik j Dan Dr Rechni iz. In der Siadt Breslau waren nach d>.r letzten Volkszählung im Jahre l‘*2ö g»säss:g 23 240 Juden'», das sind i,2% der Wohn bevölkerung''). Die' Zahl der Juden hat insbesbiidere nach dem Kriege absolut und pr »zentual zugenommen. Die hierzu verfügbaren Zahlen der vorletzten Volkszählung von 1010 sind zwasr nicht genau vcfglcich bar, weil damils nicht die Wohn-, sondern die ortsanwesende Bevölkerung gezählt wurde, aber die hierdurch kich ergebenden Unterschiede können zahtenmäszig nicht bedeutend sein, und kommen prozentualiter überhaupt nicht zur Geltung. Im Jahre 19i0 zählte man 20 212 vrl fanivescnde Juden, gleich 4,0% der ortsanwesendcn Bevölkerung"!, a so 0,27^ weniger. Der Höhepunlr der Zunahme mar aber 192-V ber »its iibcrichriktcn, weil die Beendigung der Jnilation viele aus Post» und Oberjchlesien nach Breslau geslüchtctc Jltdcn brotlos machte und zum Wegzuge nötigte. Diese Bewegung ist noch nicht abgeschlos en. Die Breslauer Juden weisen fortgesetzt einen Wande-rungsverlust ans. im Gegensatz zu dem Wanderungsgewinn der christlichen Gcnninden. Es betrüg der Wanderungsgewinn bzw. Verlust 1925 1926 1927 der Evangelischen. 3.227 2.166 2.721 der Röm.-Katholischen . 2.599 1.708 . + 2.634 der Juden. . i. — 65 — 92 — 73 Dieser Wanderu igsvcrlust unserer Gemenide wird noch verstärkt durch die Abstähme -der Geburten. Es betrug die » ► ' j * Zahl der jüdischen Lebendgebovenckt*") 1924 1925 1926 1927 192fi aus rein jüd. .Ehen. 319 266 227 200 220 aus Mischehe» mit Christen. . 30 26 33 22 35 unehelich von jüd. Müttern .. 26 26 14 20 12 insgesamt 375 318 274 242 267 Vielleicht weht Hinz denn auch nimmt »wieder ehen. Es betrugt che steigende Geburtenzahl 1928 aus einen Umschwung die Zahl der rein jiidischen Eheschließungen allerdings unter gleichzeitigem Anstieg der Mische n die 1» rein jüd. Ehen Ehen jüd. Mi Ehep jüd. FrH» Eine Zstsammen aus Mischehen Siinagogen-Gemei zählt wurden, nü Dagegen gezählt:! isnner mit Christ, uen mit Christ. 1924 1925 1926 1927 1928 164! 125 107 124 153 42 32 26 31 41 26 13 12 10 20 lechnung unterlasse ich, wx i l da» Schicksal der Kindt» ssch nicht beurteilen läßt. Jntetessarst ist, daß bei der nde wesentlich weniger (religiöse) Trauungen gcüjnlich 1925 1926 1927 1928 102 94 104 .117 ist der Verlust dukch Austritte »nicht groß. Es wurden im Kalenderjahr Au »trifte aus d. luden tum Austritte aus d. Gemeinde Uebertritte zum Judentum Ergebnis 1926 ■ 26 2 24 — 4 1926! 36 6 20 — 22 1927 1 32 7 15 — 24 1928 >-! 30 4 20 — 14 Die Uebertritte in dos Judentuni betraien überwiegend Frauen (Eheschließung mit jüchschen Männern». 's Zum Bezirk der Synagoqen-Gemeinde gehört außerdem der Landkreis Breslau in dem alten Umsange vor der Eingemeindung pom 1. 4. 11(28, in des» schätzungsweise 2000 Juden wohnen. "s Statistisches Jahrbuch der Stadt Breslau 1927, Kleines statist. Taschenbuch der Htadt Br. 19W. , "*) Angabesn des Statistischen Amtes der Stadt Breslau. lieber den Abgang durch Tod Allstes der Stadt Breslau und der schiede. Die Stadt berechnet die meinde nach dem Verwaltungsjahr zählt die Gemeinde auch die auße sie aus einem hiesigen jüdischen .F nicht die hierorts verstorbenen Juqe meinde aus einem Kommunalfricd von der «tadt gezählt werden. . Ilso sich aus den Zahlen interessante einem weiteren Artikel. zeigen die Angaben des Statistischen Synagogen-Gemeinde einige Untersahl nach Kalenderjahren, die Gewm 1. April bis 31. März. Fenier . halb Breslaus Verstorbenen, wenn Friedhof beigesetzt werden, dagegen len, die ohne Mitwirkung der Gc- ,os bestattet werden, die natürlich otz dieser kleinen Unterschiede lassen Feststellungen lrciien. Darüber in Besichtigung des Kinder Rachdcist das' Jüdische Wohlsc .'erichiedene Wohl'ahrtsanstalten, Siechenhaus, Krüppelhcim, Erholunsts Jüdischen Frauenbundes in Krieteri Wunsch, auch das Heim in FUnsben Mädstfen und Knaben und erhvlu das ganze Jahr über abwechselnd ll. August, konnte nun die Besichticu dadurch ermöglicht wurde, daß einig« Weise ihre Autos zur Verfügung g dieser stelle nochmals ganz besvnde» Im landschastlich schön gelegen vor einigen Jahren von der Breslau bundes mit Hilfe der Slinagogenge» gcmuit,' das nach und nach durch b eigneten Landhcim umgestaltet wurd«. einer srüheren Waschküche ein Bode und aus jede Art versucht.'alles neu?, bunten Farben getönten Zimmer mit -rcundlichcn Eindruck. Die zirka dreiß fahrt hatten Gelegenheit, sich an de« wesenden Knabenkolonie zu ersreuen besonderen wirtschastlichen Nöten verschossen, ivenn nicht solche Heime, und geleitet, von Gönnern beraten u die Erholungsbedürftigen nicht in de» besonders billigen «aß auszubringen der Jüd. Frauenbund und iür S amt in dankenswerter Weise mit Besichtigung des ganzen Hauses sichtigungsfahrk init dem Wunsche, diesem Heim stc^s Erholung und Ä andheimes in Zlinsberg hrtsamt im Lause der letzten Zeit wie Säuglingsheim, Claaiieniches heim Bentkau. das Kinderheim des usw. besichtigt halte, entstand der einmal zu sehen, das schulpsstchlige »igsbedürsrige Frauen und Mädchen auinimmt. Am Sonntag, den ng vorgenommen werden, die nur Gemeindeinitglieder in großzügiger stellt hatten, woiür ihnen auch an »ser Dank ausgcsprvch--n iverden soll, n Flinsbcrg in sr.eicr Lage wurde ier Ortsgruppe des Jüd. Frauen »tieindc Breslau ein einsaches Haus guliche Verbesserungen zu einem ge Veranden wurden'angebaut, aus Dusch- und Waschraum hergestcllt zeitlich herzurichten. Die in hübschen ihren weißen Möbeln machen eine» Teilnehmer an der Besichtigungsfröhlichen Spielen der zurzeit an- In der 'Nachkriegszeit init ihren ire vielen eine Erholung nicht zu durch tatkräftige Frauen geschasscn gesördert, bestehen würden. Sind Lage,, den sür rituelle Verpslegung so tritt das Jüd. Wohlsahrtsamt, kinder auch das städtische Jugendin Zuschuß ein. Nach eingehender chieden die Teilnehmer der Bc- Groß und Klein wie bisher in tsäitigung smden möchte. Frau Else W o h l a u c r. ß'g i id chvl ctn c daß Bus den Gemeinden de« ßhr Tuchel. Die einst so blühend« Lostrennung vom deutschen Vatcrlar Nur noch wenige jüdische Familien in der Lage, aus eigenen Krästen m gaben zur Ausrechterhaltung der Ge schon hat die Gemeinde keinen Kul: Mauer des altehrwiirdigen jüdischen schlechter zur legten Ruhe gebettet fm >, das alte Gestein bereits heute aus und ist dringend erforderlich, daß schleuß! kleine Gemeinde selbst tut alles, wos »«doch sind die verfügbaren Mittel sc, die auf dem Tuchler Friedhof Gräber haben, werden dringend gebeten, jede»' gehend eine Spende Zur Ausrechterhalt Es wird gebeten, Spenden aus Cohn, Berlin, Leipziger Straße 11° Zimmerstraße 90 91, auf das Separat einzuzahlen. Kindertag im Kurgarten Am Mittwoch, den 24. Juli, hstte Herr Seiffert, der Besitzer des Kurgartens, alle Breslauer Waisenkinder zu einem Freudentag eingeladen. Die Kinder wurden dort n»it Kassee und Kuchen sowie reichlichem Abendbrot bewirtet. Für die jiidischen Kinder hotte ein Gemeindcabgetretenen Gebietes jüdische Gemeinde Tuchel ist seil de vollkoinmen in Verfall geraten, sind dort ansässig und leider nicht ch nur die allernotwendigsten Ausineinde aufzubringcn. Seit Jahren usbeansten mehr. Jetzt droht die Friedhofes, auf dein viele Gei. zu zerfallen. Große Lücken weist droht vollends einzustürzen. Esigst Abhilfe geschafsen wird. Die in ihren finanziellen Kräften steht, >r gering. Alle Glaubensgenossen, von Angehörigen und Verwandten nach seinen Krästen, möglichst umung des Friedhofes zu geben, das Bank-Konto des Herrn Mar bei der Stadtbonk, Berlin SW, -Konto Nr. 1515, Friedhof Tuchel. Mitglied hierzu die rituelle Verpflegustg gespendet. An Belustigungen wurden ihnen ein. Kasperletheater, Ballonaussticg und gemeinsame Gesellschaftsspiele geboten. Der Abend wurde mit einem Fackel.,ug geschlossen. Die Kinder zog» n voller Begeisterung mit strahlenden Gesichtern gegen 9 Uhr nach Hause. Allen denen — insbesondere Hc rrn Seiffert — die zum Gelingen dieses schönen Festes beigetragen haben, sei an dieser Stelle herzlichster Dank ausgesprochen. Gl. - Die goldene Hoheit feiert am 30. September das Ehep« ar Hermann A l t m a n n und Frau Natalie geb. Schlochow, Tauentzienstraße 124.

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