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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1929-08-01 · 8 (8.1929) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
6 (1929)
Issue
8 (8.1929)
Date
1929-08-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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134 j a Breslauer Jüdische» Gemeiadeblalt Dr. s Crholungsfürsorge ües jüdischen Frauenbundes Postscheckkonto: Paula Freund, Breslau Nr. 51028 erbitten wir fUrJunfere zahlreichen Schützlinge Daß Utich diesen Grundsätzen Wohllahrtsarbeil zy leisten ist. die gleichzeitig produktive Fürsorge ist, daraus war nach' wie vor unser Hauptaugenmesk. gerichtet. Es ist eine besriedigende Tatsache, daß hierin auch ln! großer Teil unserer Erfolge liegt. . Jm§ einzelnen ist solgendes hervvrzuhebeu: Wils hakten 12 720 Posteingänge 'Anträge, Briese, 'Anfragen usw.) 'vivie lllliin Pofiausgänge. .In dieser Zahl sind die Formularsachen, wie Einweisungen z. B. sür Mazzoth und Kohle, Postschecks, Vorladungen uilv. nicht, mir indegrülen. Wir haben 2750 Fürsorge-Personalakten im VerriebeJind ebensooiele Barteitarten. Eine Slnzahl unserer Ehrent eamleti hak uns im Abferligunasdienste. bei den 'Auszahlungen der Menareumersliitzungen und bei der tumsangreichen Wohllahrls- und- Büraarbcil außerordentlich dankenswerte Dienste geleistet. Es wurden >!uo- 2<>qt! Hausbesuche, Ermikklungen und Rücksprachen durch unsere e hrenb'eamten erledigt. Zur Förderung des Verständnisses der Wohl -ahrisp'lepe haben wir sür unsere-Beamten und Ehrenbeamten Führun len durchl 2lnsta!ten und Einrichtungen der Wohlfahrtspflege veranstaltet. Der Leiter unseres Amtes, Bürodiretlor Glaser, hat in inehreren Ver- ,men llvd Organi'aiianen über das Tbema „Revolte. im Erziehungsl auie" ge pnxhen. Auster zahlreichen mündlichen pnd telephonischen 'An- -tagen reit Behörde!,, Vereinen und Privaten haben mir.etwa 12CHJG Bürobesuche nt verzeichnen, wol>ei auster der Erteilung von Bescheiden nocli zahlreiche mündlich« Verhandlungen mit unseren Bedürstigen nottvenüig gtwesen sind: insbesondere auch eine iürsorgerische Beratung. Seiten; hier verichiedcneii 2lusschüsie unseres Wohlfahrtsamtes sind im rerganaeiile» Jahre .2>>2 Sitzungen ubgehalten morden. In dieser Zahl ünd inbecsriiien die regelmäßigen Sitzungen der Füriorgeausschllsle, der h'echlSlchuNstelle, der Tuberkulosesürsörge, sowie die Sitzungen bei Behörden, Pereinen und dergl. Mir Genehmigung des Vorstandes haben „■'lycr des judiich-theologifchen Seminars, die auch gleichzeitig die Vorlciunaeii über soziale Wohlfahrtspflege von Herrn Direktor Glaser be- - mbtcii, i,i unserem Vöohlsahrtsamte hospitiert. - Die-^J u g e n d'f ü r s o r g e des Jüdischen Wohlfahrtsamtes betreut D-ugendlime vom l-t. bis 2l. Lebensjahre, die in ssttlicher oder körperlicher Beziehung gefährdet sind. Wir arbeiten in Fühlung il. a. mit dem Städtischest Jugenüahil und anderen Behörden, dem 'Arbeitsnachweis, 'dem Jünglings- und Mädchenklub des Jüdische» Frauenbundes, sowie anderen Organisationen. Die Erholungsfürsorge des Jüdischen Wohlstihrlsamtes und de« Frauenbundes bringt besonders erholungsbedürftige Jugendliche während ihrer Urlaubszeit im Landheim des Jüdischen Frauenblihdes in Flinsberg, im Jugendheim.' Seesen und in ähnlichen Einrichrunsgen tinter. Für Heilstänenkuren, die von unseren Llertrauensarzlen füE Tuberkulosekranke oder -Gesährdeie angevrdnet werden, tritt unsere Tuberkulosesürsorge ein. Es stehen uns hierfür die Heime in Soden, 'Nordrach, Meran Uiw. zur Versagung. Uiilere 25 Fürsorgezöglinge sind teils in Repzin, teils in Köpenick untergehrachk. Einige find auch nach Hause beurlaubt, oder in der Lehre, sowie in Stellungen. Gute Er-olge haben wir bei den Jugendlichen erzielt, diel als Psrichopäthen oder Schwachsinnige in der paritätischen' Heiler.ziehungsanstalt „Calinen- ' nos", Idstein im Tstunus, und in dem Jüd. Erziehungsheim für Psychopathen in l Marburg, sowie im Jüd. .Dauerheim Weißenjee untergebracht lind. Geeignete Schützlinge bringen wir u. a. im Heim des Jüd. Frauenbundes inl Neu-Jienburg, im Mädchenheim Potsdam ünd im Lehrlingsheim Pankow unter. Durch das harmonische Zusammenarbeiten mit dem ‘ Landesjugendamt von Niederschlesien haben wir sür solche Fälle oerchiödentlich grötzere Erziehungsbeihilfen erlangt; desgleichen auch von andären Behörden, Vereinen und von Privaten. Die jugendlichen Intasien voir Straf- und Untersuchungsgefängnissen, wie Krankenanstallen, erhalten -iauster dem Besuche des Seelsorger; — regelmäßige Besuche unserer Jugend'ürsorgerin, die den Bedrängten stets mit Rat und Tat zur -Seile fleht. Die seit iast 2 Jahren bestehende Vereinsvornmndschait, bei ,t»er wir auch mitunter Unterhalisklagen zu führen Habens hat sich durchs aus bewährt. Wir haben in kurzer Zeit 10 Fälle zur Bearbeitung erhalten.' Selbstverständlich werden die Mündel auch in jeder Weise für- ' wrgeriich betreut. In der letzten Zeit haben wir häutiger Lehrlings Und Lehrmädchen in Familien unlergebracht. Wir verfügen über eine ganze Anzahl durchaus zuverlässiger Pensionen, die regelmäßig von uns über-, prii't werden. Der Mangel anderer geeigneter Unterkunftsmöglichkeiten!. uiachk sich aber immer noch lehr fühlbar. Im Berichtsjahre haben wir 'ur die Jugend- und Kinderfürsorge von der Stadt, vom Landeswohl- 'obrrsamk, von/'Vereinen und privater Seite, usw. insgesamt 15 02.7,09, Mark an Zuschüssen erhalten. Ausgaben und Einnahnren zeigen jedoch m keiner Weife das umfangreiche Feld der Tätigkeit dieser Fürsorge, da nur in ganz besonders gelagerten Fällen Geldmittel von uns gewährt werden, vielmehr ist die sözialpädagogische, fürsorgerische und persön- , siche Beeinflussung und Betreuung unserer Schützlinge der wichtigste und umfangreichste Teil unserer Arbeit. Die Tätigkeit unserer Jutzendiürsorgerin teilt sich in Sprechstunden und Außendienst. Sie hatte 1556 Bürobefuche, 310 Hausbesuche und Besuche bei den Behörden-, 631 Postringänge und 057 Postausgänge zu erledigen. An Einzelfällen werden ungefähr 300 Fälle bearbeitet. Rur-mit Hille der Logen, die uns Herren und Damen als Patrone nennen, ist es möglich, den Anforderungen der Behörden nach jüdischen 'Einzelvormündern und Pflegern gerecht zu werden. Neperdings haben sich auch jugendliche Helfer zur in der Jugendfürsorge zur Verfügung gestellt. Wir r i ch unsere G e m e i n d e m i t g l i ed e r lD a m e n und H i nt nt c r wieder d i e dringende Bitte, sich zur n n ti '11 n r *ti ii n S (Ut a t t nähme von Patronaten wollen. Wir zu wollen. Die Zusammenarbeit mit Vormundschaften, P f l e g s ch a f t e st f r e u n d l i ch st zur B e r i ü g u n g ft c l bitte» sehr, entsprechende Meldungen an untz Mitarbeit e n a ti e r r c ti) 1 e b e r » ti n d c it z 11 senden der K i n d e r f ü r s o r g e des Jüdischen Frauenbundes, der wir für zahlreiche Falle auch Mittel zur V gestellt haben, mar segensreich und ersprießlich. Ein beionderet dürfte sich erübrigen, da in Nr. 5 des Gemeindeblatt.'s ein ausiührlicher Bericht zu lesen war. Die Tätigteil der Gemeinde s ch w e st e r erstreikt sich dere darauf, den bedürftigen, tranken, alten und sieche» Men erforderliche Hilfe zu teil werden zu lassen. Es handelt fi,h im lichen um Ambulanzen, Massagen, Injektionen, Ziörperwaschun Neuerung von Verbänden/Fiebermessung und llmbelten. Ferneis erledigt sie für die Hilflosen Wege zur Apotheke, zum 'Arzt und dergl. mehr. Insgesamt hat sie in der BerickitSzeir 3607 Leistungen, Wege, iungen u'w. sür etwa 000 Einzelfälle erledigt. liniere Tuberkulose-Fürsorge - - wie bekannt riuguna Berich? insbeionche» die meiern zen, Er Behand- Arbciisgemeinschaft des Jüd. Wohlfahrksamtes und des Jüd. Frauenbt »des wurde wiederum außerordentlich stark in Anspruch genommen., Die Beratungsstelle, die jetzt Höschenstraste 52 ist. wurde in 115 Fällen ausgesucht. 'Alle Hilfesuchenden wurden von unserem Vertrauensarzt, - Facharzt Dr. Landsberger, begutachtet. Insgesamt wurden 330 Schützlingö betreut, von denen 36 ausschieden, weil sie nicht mehr unserer Fürsorge bedurften, während "3 verstorben sind. In 25 Fällen tffurbe Heilstatienbel andlung oder Kuren durchgeführl (Nordrath, Wyk a. Föhr, Dürrheim, Herrnprotsch, Soden, Görbersdors, Loindeshut, Hirschberg, Flinsberg, Eharlottenbrunn, Altheide, Silsterwitzs. 'Auch Uebermeisung in das Jüdische Krankenhaus war mehrfach erforderlich. Durch Gewährung von Lebensmitteln, wie Milch, Butter, Eier und Fleisch und dergl.' mehr wurde versucht, das 'Allgemeinbefinden der Betre^iten zu heben. 'JOiit Rücksicht auf den sehr harten Winter wurden .30 Schützlinge noch besonders mit' Brennstoff versorgt. Gerade aus dem Gebiete der Tuberkulvsestfürsorge hat sich die Zusammenarbeit mit den behördlichen Stellen lind anderen Orggnisationen und Einrichtungen sehr gut bewährt. Wir möchten noch besonders an dieser Stelle sür die uns freundlichst gewährten Zuschüsse und sonstigen Hilfeleistungen der Stadt und der Jüdischen Tuberkuloie- Fürsorge Berlin unseren besten Dank aussprechen. Unsere Tuberkulv'e iürsorge sorgt selbstverständlich auch für alle diejenigen Fälle, in denen eine Tuberkulose gefährd ung vorkiegt, wie mir es uns überhaupt besonders angelegen sein lassen, vorbeugende Fürsorge zu üben. Es wird erneut darauf aufmerksam gemacht, daß die Beratungsstelle nür die Tuberkulose-Fürsorge jetzt Höschenstraße 52, im ersten Hinterltaiiie parterre, jeden Montag von 17—18 Uhr geöiinet ist.! Unsere R e ch t s s ch u tz st e l l e hat in 176 Fällen Rechtsaustum't erteilt. Es handelte sich in den meisten Fällen darum, 'Ansprüche auf Renten, Unterstützungen, Befreiung von Hauszinssteuer usw. hurchzuführen. Wir waren noch wie vor bestrebt, die Ratsuchenden dabon abzuhalten, unnötige Eingaben, Beschwerden und Klagen zu führön. Die Rechtsauskunft wird für die bedürftigen und würdigen Mitglieder der Gemeinde unentgeltlich erteilt, und zwar Donnerstag von 10—!il2 Uhr' im Wohlfahrtsamt, Wallstraße 9, Zimmer 6. j Seitens unserer H i l s s s ü r s o r g e r i n wurden 282 Hatesbefuche und verschiedene Wege im Interesse der Petenten gemacht. Ab Juni überyähm sie sür einige Monate die Vertretung der erkrankten Jugendfürsorgerin. Während dieser Zeit wurden die Hausbesuche durchs Ehrenbeomte und durch die Gemeindeschwester wahrgenommen (ewa! 20—30 Besuche monatlich). Die Produktive Fürsorge betätigte sich hauptsächlich in Folgendem: Die Kurse in Schreibmaschine und Stenographie, \ in' der Hauptsache für die männlichen Arbeitslosen, haben sich bewährt. Es war infolge der Erweiterung der Kenntnisse des Einzelnen in einer 'An-, zahl von Fällen leichter, ihnen Beschäftigung oder Stellung zu verschaffen. Das Gleiche trifft für die weiblichen Personen zu, die an den, Räh^ und Wäschekursus teilgenommen haben. Für die Beschäftigung in der Holzspalterei haben wir auf Grund unserer Erfahrungen snsotern eine Aenderung eintreten lassen, als wir nun nicht mehr die Arbiiitslosen gegen Stundenlohn, sondeni im Akkord beschäftigen, und .zwar chird ein Arbeitslohn von 0,60 Mark für den Zentner Holz gezahlt. Ungesähr die Hälfte dieses Betrages soll aus die von uns gewährte Unterstützung zur Anrechnung kommen, wobei wir individuell verfahren, und gröhtmägliche Milde walten lassen. Im Berichtsjahre wurde der jüdischen Mrttelstandshilse (Arbeitsgemeinschast mit dem Kuratorium der Ffaenkelich^n Stiftung) erneut 10000 Mark zur Gewährung von'Darlehen zur Verfügung gestellt. Im Einverständnis mit der Synagogengemeinde

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