Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 6 (1929)
- Issue
- 8 (8.1929)
- Date
- 1929-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 8 Breslauer Jüdisches Gemelndeblakr >53 Jüdische Tuberkulose-Fürsorge n«i®ensira#e pontag!. Hinter. Neue ptr. nachmittags 17—18 Uhr 52: Alle Hoffnung im Leben gilt der Jugend. Sie ist der Träger der Zukunft, eints neuen und gefunden Aufbaues bei; sozialen Verhältnisse, des geistigen Lebens. Ihr auf dein Lebenswege helfen, stützt das Gebäude der Zukunft fester fundainentieren. Die Erfahren des jugendlichen Lebens sind zu bekannt, als daß sie ausführlich geschildert werden müßten: die Lockungen der Großstadt, das überreizte Triebleben, die Vereinsamung der Persönlichkeit, Und damit Lähmung der Arbeitskraft und der Hang zu einem ungeordneten und ungesunden Leben. Jüdische Erziehungsweisheit forderte die Frühehe und gliederte die jungen Menschen so früh wie möglich in Schutz und Ordnung der sel^stgcgründelen Familie upd ihren wohltätigen Pflichtenkreis ein. Es war eine besondere Mizwoh, bn der Ausstattung von Präuten und damit cm der Gründung von Familien und Existenzen mitzuarbeiten. Die wirtschaftlichen Verhältnisse sind heute andere, unvergleichlich schwerere geworden. Der Grundsatz, mit 18 Jahren die Jugend zu geiste nschaftlichem. Leben zu verbinden, wixd heute angesichts der späten wirtschaftlichen Selbständigkeit zür Unmöglichkeit und widerspricht zudem den Anschauungen neuzeitlicher Eugenik. Aber selbst die berechtigte Forderung, in der Zeit der Kraft und der stärksten^ Sehnsucht zur Gründung" eines Hausstandes zu gelangen, scheitert an dem wirtschaftlichen Druck unserer Zeit. Weyn eine gewisse Sicherung der selbständigen Arbeit auch schon vorhanden ist, so fehlen noch immer die notwendigen Mittel, das Inventar an Möbeln und Wäsche zu beschaffen, das für eine gemeinschaftliche Lebensführung notwendig iflL Hirt hier helfend! einzugreifen, hat die Ortsgruppe des jüdischen Frauenbundes in Breslaw eine Brautausft a t t u n g s k a s s e isns Leben gerufen. Der außerhalb der Arbeit Stehende weiß kaum, wie zahlreich die Bittenden sind, die sich an sie wenden,! Sie gehören nicht etwa allein den Proletarierschichten an. feie kommen auch aus den Kreisen des bürgerlichen Mittelstandes. Die größeren Beihilfen, die als Ausstattungsgegenstände oder Mittel zur Anschaffung derselben gegeben werden, haben bereits vielen jungen Paaren den Weg zu gemeinsamem Lebest erleichtert. Private Hilfe und die Unterstützung des jüdischen Wohlfahrtsamtes der Synastogengemeinde liefern vereint die Mittel zu diesem guten Werk./ Aber die Hilfe bleibt ständig hinter den Anforderungen zurück Der jüdische Frauenbund versucht in der verschiedensten Weise von früher her bekannte soziale Maßnahmen neu zu beleben, wenn er auch die Ansprüche nicht in so hohem Maße stellt. Einst pflegten jüdische Familienväter gleichzeitig mit der Hochzeit der eigenen Tochter die eines armen Mädchens auszurichtest. Heut sendet der Frauenbund in das Haus glücklicher Bräute'eine Wäschetruhe und immer fällt von dem selbst angesammelten Linnenvorrat etwas für die Unbemittelten ab. Eine große Zahl sozial empfindende.r Menschey hat sich bereits verpflichtet, durch regelmäßige monatliche Beiträge, die so klein oder so groß sein können, wie es den Gebenden möglich ist, hie Baffe des BrautausstattungsföNds auf einer gesicherten Höhe hu erhalten. Man gedenke eines» tiefen Gedankens jüdischer Jede kleinste gute Tat/trägt bei zu der Erlösunc Welt.! Wer sein Kind in Freude Unter den- Trauh sollte der Braütausstattnngskasse des I. F. B. Verhältnissen entsprechende Gabe bei ihrem guten Dr. E l s ität: nzen Aus Anlaß der bevorstehenden hohen Festtage erinnern Plätzen nähme nötig, dienen durch Ivürdc! Religio der ga immel führt eine f« inen Merke halfen! R a b ilN. aus ln.i-eifgn ikungen über nd würdelos wir an unsere früher veröffentlichten Zuschriften der Gemeinde, daß die Anzeigen in den Tagesze Vermietung von Synacogenplätzen als anstößig r empfunden werden. 3ir litten daher unsere Gemeindemitglieder eresse des Anseh ms der Gemeinde und dei Würde ligkeit des Gottesdienstes, derartig« Anzeigen zu Unterlasten. j Das Gemeinde büro > (Platzkartenausgabe) übernilmmr gern und völlig gebühr msstei die Vermietung von Eigentums und die Verwertung von Mictsplätzen für einzelne Tage/ dringend vor an denen die Inhaber ckus irgendwelchen Gründen an der Teilam Gottesdienst verhindert find. Es hat daher niemand ich eines Vermittlers oder einer ZeitungÄinzeige zu be- und dadurch Anlaß zu abfälligen und - unerwünschten Bemerkungen zu geben/ R. Wuwa Gelegentlich der Breslauer Ausstellung veranstdlleij der Stadtb md Breslauer FraUeNvereine in der Zeit vom 19>. bis 24. August! eine F r a u e n w o ch e. ■ An den verschiedenen Nachmntvgen sind besondere!Vortragszyklen dem Wirken der Frau in det sozialen Arbeit, der Jugendfürsorge, dem leben und der kulturellen Asbeit gewidmet. 'Öntier jalb! des Zyklus „Dit Frau als Kuljturträgerin" sprechen ach Mittistoch. den 21. August, Frau Mark über „Völkerversohnönde arbeit (15,15 bis 15,35 1 hr),! und Frau Dr. Rqb „Modefne Kulturprobleme! und jüdisches FrguentUmf bis 16,25 Uhr). Am Freilag, den 23. August, 16.25 bis 16.45 Uhr, spricht Frau Dr. Be^g-/Platau über „Di/e Fräst als Aerztist". Die Vorträge jfmjbjm im Viarmorfaal! dgr hunderthallh statt. Das, weßteis Tagesprogramm ist zeitungen zst entnehmest. 1 Die Leistungen auf dem Tätigkeitsbericht ües Iüklfä^n Wohlfahrtsamtes 1928/29 Ge ilete der Wohlfahrtspflege in Zahlen Froiuenn lüber (16,05 Jührden Tagesgeleistele Dennoch ' gesamten Die hier gegebene jüdischen Frauenbundes will weitere Kreise auf dieses eine wertvolle Ziel sozialer Spende, an Geld oder Schilderung dieses Teiles der Arbeit des Hilfstätigkeit ^aufmerksam machen. Jede an Wäsche, jede Meldung als Mitglied wird von Frau A n n st Simonfohp, Gutenbergstraße 13, und von Frau Emma Gotthesne^, Wallstraße 29, mit Freuden entgegengenounnen. darzustellen, ist zweckmäßig, weil sich in diesen die tatsächlich Arbeit, sowie die Richtung der sostalen Arlstit widerspiegelt, geben die statistischen Angaben ke st wirkliches Bild von dem Umfang der vielseitigen Arbeit in dir Wohlfahrtspflege. Trqß der außerordentlich! verhinderten Steuereingänge haben die Gemeindebehörden erhebliche jNittel zur Linderung der- Nok unserer Glaubensgenossen bewilligt! Zu den reinen Wohlfahrtsaufchendungen treten noch sehr erhebliche Beihilfe für soziale und gcineiimiWigej Einrichtungen, Anstalten'und Vereine/ j Diese gesamten sozialen Leistungen der Gemeinde sind auf nahezu 35%, des Gesamthaushaltes an> ewachfen. Und dennoch haben längst, nicht astf berechtigten Ansprüche und Forderungen Erfüllung finden tönnin. j Unsere. Fürsorge kann ihre n ganzen Charakter nach immer nur eiist ergänzende, und ausgleichende fein. Die erheblichen Leistungen der öffentlichen Wohlfahrtspflege müssest — wie erneut hier betont werden muß ~ auch von Seiten unserer jüdischen Bedürftigen in allererster Reihe voll und ganz in Anspruch genommen werden, und zwar nicht stur ist Fällen dringender augcnblickl cher Rot, sondern auch zur Ausrichtung her Existenz, zur Ausbildung in Berufen, unter Umständen zu Lehrlingsbeihilsen usw. hierzu tritt danst noch die Hilfe der nächsten Angehörigen und Verwandten, sowie der!lüdischen Organisationen und Einrichtungen, soweit sie hierzu in der stage i sinh. I Wenn AjugenglSser — dann Ocularium, 1 OhlauerStr.82 gegenüber Petersdorff Kostenlose ärztliche Bestimmung der erforderlichen Glasstärke. i