Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 6 (1929)
- Issue
- 7 (7.1929)
- Date
- 1929-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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118 Breslauer Jüdische» Gemeiadeblall Är. 7 AÜIH 3^CtfC0Clö Crholungsfürsorge -es Mischen Zrauenbanöes erbitten wir fllr^unsere zahlreichen Schützlinge Postscheckkonto: Paula Freund, Breslau Nr. 510281 beit Gefallenen schuldig, das; ihre Namen auch noch nach 10Ö Jahren unvergessen bleiben. Auch das jüdische Siedlungsmerk würden seiite Freunde unterstützen, die Drucklegung des Gefallenenbuches sei aber das Dringendere. Der Vorstands- Antrag wird hierauf angeitonunen. kl» Zu dent Anträge der Jüd. Volkshochschule aus Bewilligung einer Beihilfe für die Mendelssohn-Feier erläutert Herr J.-R. Malisch das beabsichtigte Programm. Ter Vorstand erachte das zehnjährige Bestehen der Volkshochschule nicht als genügendeit Anlaß für eine Feier in so weit gesteckten! Rahmen und schlage, mit dem Wunsche einer Beschränkung, eine Beihilfe von RM. 300.— vor, die von der Versammlung be ivilligt wird. . Ferner wird auf mündlichen Antrag von Tr. Byß der 2. Brüdergesellschaft eine Beihilfe von RM.^500.— bewilligt gut1 Beschaffung einer würdigen Gedenktafel für die verstorbenen Brüder in der Alten Synagoge, da der Vorstvttd die Tafelts in der bisherigen unschönen Form nicht mehr zulassen wolle. •_! Dent Verband der russischen Juden wird auf ferneren Vorstands-Antrag eine einmalige Beihilfe von RM. 500.— gewährt und schließlich auf Vortrag von S.-R. Tr. f B a ch der Stadt gegenüber für etwaige dem Beate Guttmanü-Heim obliegende Straßenanliegerkoften von RM. 10 300.— die selbstsckulditerische Bürgschaft übernommen, nachdem auf Wunsch der Genteinvertreter Gins und Jacobsohn der Vorstand zngesagt hatte, sich dem Beate Guttmann-Heim gegenüber zu sichern. Zum Schluß werden anstelle des ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedes Generaldirektor H a e n d l e r der Gemeinde- Vertreter Bankdirektor S a fi_D e r und anstelle des verstorbenen Herrn J.-R. H i r s ch b e r g Herr M. K'oppenhei in in den Vorstand gewählt. Als Ersatz für den in den Vorstand gewühlten J.-R. Kalisch war ein ftellvertr. Vorsitzender der. Gemeindevertretung zu wählen. Herr Freundlich schlügt R.-A. Spitz vor, Tr. Schlesinger schlügt einen Vertreter der zionistiscklen Fraktion und zwar Herrn R.-A.J a:c ob - sohn vor. Bei der Abstimmung fallen 11 Stimmen auf R.-A. S p i tz , 8 Stimmen auf R.-Ä. I a c o b s o h n. Ersterer ist somit gewählt. In der Geheimen Sitzung werden der Anstellungs- Vertrag .mit Hilsskantor Fachmann genehmigt und einige Gnadenbeihilfen anderweitig geregelt. Grun-steinlegmig -es Beate Guttmann-Heims In Anwesenheit von Persönlichkeiten, die an der Errichtung und,dem Ausbau des Werkes tätigen Anteil nehmen oder mit besonderem Interesse seilte Entwicklung begleiten, wurde am 23. Juni der Grundstejn zum V. (B. H. gelegt. Der Bauplatz, der bereits die Zeichen der beginnenden Arbeit zeigte, war für -die Feier stimmungsvoll hergerichtet. Rabbiner Dr. Bogelstein sprach warm empfundene Worte der Weihe, gedachte der Frauengenerationen, für die das Haus Heimat, Schule oder Arbeitsmöglichkeit werden soll, und zeichnete in ehrender Weise die Gestalt von Frau Beate Guttmann, deren Namen es tragen soll. Für 42 Frauen des seiner wirtschaftlichen Grundlagen beraubten Mittelstandes soll dieses Heim eine Stätte behaglichen und befriedigenden Ausruhens werden, wo sie, von der Sorge um das Morgen befreit, ihren Lebensabend verbringen können. Außerdem sollen in einer staatlich genehmigten Haushaltungsschule junge Mädchen in mustergültiger Weise herangebildet und damit ein für Ostdeutschland bestehender Mangel beseitigt werden. Mit herzlichen Worten segnete er das Werk. Nach ihm sprach für das Kuratorium des Heimes Frau Grete Bial, die in kurzen Worten einen Ueberblick üver die Entwicklung gab und zeigte, daß der Jüdische Frauenbund hoffe, gerade durch diese seine neueste Gründung einem zeitgemäßen Bedürfnis entgegenzukommen. In den Grundstein senkte sie eine Hülle mit einem Schriftstück, das mit den Namen der Kuratoriumsmitglieder der Zukunft künden kann, ioelche Ziele 'der I. F. B. mit dem Heim zu erfüllen fuchte. Nach ihr spi ach Frau Beate Guttmann selbst; sie, die einfache, schlichte uni) so unendlich gute und gütige Frau, gab diesim Hause, das ihren Namen verewigen fall, die besten Wünsche aus tief! empfindenden Herzen mit auf den Weg. Die von ihr geleisteten ersten Hammerschläge gaben dem Bau eine ganz besondere Weihe. Eine Reihe von Damen und Herren, Beauftragte und Beteiligte, gaben durch weitere Hammerschläge ihrer Freude und ihren Wünschen Ausdruck. Ein durch einen Damienchor unter Leitung von Kapellmeister Krieg oorgetragenes Lieh beende e die Feier. Erhebend und ergreifend war die schlichte ifeier. Erhebend, weil durch sie ein Haus geweiht wurde, däs bestimmr ist, für lange Zeit und für zahlreiche Menschen GuUs zu stiften, ^ergreifend, weil Frau Guttmann an der Feier selb t in körperlicher und geistiger Frische teilnehmen und die Freude der Neu gründung mit genießen konnte. Alle, die an der Feier teilnahmen, fühlten, da!ß in eriister stnd verantwortungsvoller Arbeit etwas Großes geschaffen cherden soll, alle erfüllte der Wunsch, daß die Hoffnungen, die dem Bau in seinen Grundstein gelegt wurden, sich in reicher, jbie Gesamtheit fördernder Weise erfüllen mögen. vom Schulwesen in Polen i In den Räumen von Frau O l l e n d o r f f war am 3. Juli lerne stattliche Anzahl von Zuhörern und Zuhörerinnen versammelt, denen Frau Ollendorff Gelegenheit geben wollte, ein wichtiges jüdisches Arbeitsgebiet kennen zu lernen. Fräulein Dr. Judith Rosen bäum, Lehrerin am Krakauer Lehrerinnenseminar, berichtete in anschaulicher Weise von den ni uen Versuchen, der polnischen Schuljugend westliche Kultur und Modernes Wissen auf der Grundlage und in der Ehrfurcht der religiösen Tradition zu übermitteln. Mit dem warmen Eifer einer für das geliebte Ziel kämpfenden Jdealistin entwarf Fräulein Dr. Rosenbaum das Bild der Arbeit, welche in Polen ynd Litauen feit sieben Jahren von der Beth Jakow-Schulorgänisation geleistet wird. Frl. Rosenbaum sprach von der Zerstörung religiöser Werte und von der mangelnden beruflichen Ausbildung, gegen die angekämpft werden muß, und schilderte das Ziel^ treue Juden zu erziehen, denen eine gute Schulausbildung den Weg zu gesunder ustrtschaftlicher Selbständigkeit ermöglicht. Das Lehrerinnensemipar in Krakau erzieht die Pionierinnen, die die Jugend betreuen sollen. 1120 Schulen sind bereits ins Leben gerufen. Doch bei der bescheidensten Ansprüchen können die vorhandenen Mittel den dringendsten Anforderungen nicht genügen. Frl. Dr. Rosenbaum warb um die Herzen der Zuhörer für die schöne Idee, und wir hoffen, daß ihre Bitte um Hilfe und lltiterftüliunfl Wiederhall gefunden hat. Dr. E. Ra. der Leiter -es jü-ifchen Ehvrvereins Kapellmeister Hans Krieg, der in dieses Saison mit grsoßem Erfolg (u. a. „Die Dreigrolchenoper" und sein« Musik zu „Wie es euch gefällt") als musikalischer Mitarbeiter an den Vereinigten Theatern tätig gewesen war, ist erneut für die nächste Spielzeit von der Intendanz der Vereinigten Lobe- und Thaliathcater ais Kapellmeister, musikalischer Beirat und Komponist verpflichtet worden.;