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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1929-05-01 · 5 (5.1929) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
6 (1929)
Issue
5 (5.1929)
Date
1929-05-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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so Breslauer Jüdische» ©e mein beb lall Nr. 5 Kreisen die Arbeit zu werten versteht, die hier geschaffen worden ist. Man trägt sich nunmehr mit dem Gedanken, in einem grundlegenden Werke die gezeigten Sammlungen auch für diejenigen im Bilde festzuhalten, die sie nicht haben sehen können. Ob es zu einer solchen von der wissenschaftlichen Welt zweifellos stark begrüßten Publikation kommen wird, hängt hauptsächlich von den finanziellen Möglichkeiten ab. Wahrscheinlich wird auch die Breslauer Ausstellung eine Folge von ähnlichen Ausstellungen in anderen Teilen Deutschlands nach sich ziehen. Soweit die Ausstellungsgegenstände dem Jüdischen Museum gehören, und ihm von Gönnern als Leihgabe zur Versügung gestellt worden sind, werden sie vorerst in bescheidenen Räumen des Schlohmuseums ausgestellt werden und dort in Kürze dem. Publikum zugänglich sein. Man vergesse nicht, daß die Ausstellung ohne jedes Eintrittsgeld gezeigt worden ist und daß dafür erhebliche geldl che Opfer notwendig waren. Diese Summen sind neben eigenen Mitteln in der Hauptsache von Gönnern des Deräins zur Verfügung gestellt worden. Auch die Synagogengemeinde gab einen Zuschuß. Aber man darf den Wert einer solchen Ausstellung gewiß nicht an dem messen, was sie gekostet >>at. Sie hat dem Judentum und im besonderen der Gemeinde deren Gebiet sie errichtet war, zur Ehre gereicht. Fük den Augenblick ist das Vermögen des Vereins erschöpft. Seine Tätigkeit wird sich in der nächsten Zeit dayaus zu beschränken haben, für das Museum geeignete Gegenstäiide weiter zu sainineln und neue Mitglieder zu werben. Dadurch soll es wieder ntöglich werden, einen Grundstock für die spä ere endgültige. Aufstellung des Museums zu schaffen. Der Verein Jüdisches Museum, e. D., wendet sich mit dem Aufruf an die jüdische Oeffentlichkeit, die sich an dem Ansilick der Ausstellung erfreut hat, ihm bei seinem großen Kulturwl rke zu helfen, sei es dadurch, daß ihm Ausstellungsgegenstände geschenkt' oder leihweise überlasten, sei es, daß ihm Mitgluder zugeführt werden, die den Verein auch wirtschaftlich zu fördern imstande sind. . Im wahrsten Sinne des Wortes ist das Gedeihen des Vereins Jüdisches Museum eine Angelegenheit der ganzen Gemeinde. 6 in Justizrat Peiser. m der Vorsitzende der Gemeindevertretung, feiert am 6. Juni 1 seinen 6 0. Geburtstag.' Der jugendlich frische Jubilar betätigt sich fast 20 Jahre im Dienste der Gemeinde und des liberalen Judentunis. Schon im Jahre 1914 wurde er in den wichtigsten Ausschuß der Gemeinde, in die liberale Kuliuskommistion berufen. Seit 1912 ist er Mitglied der Gemeindevertretung, in der er viele Jahre die liberale Fraktion führte. Im Jahre 1922 wählte ihn die Gemeindevertretung als Nichfolger von Prof. Wohlauer f. A. zu ihrem Vorsitzenden. Als solcher leitet er mit Umsicht und Gerechtigkeit die Geschäfte di rser Versammlung. ‘ Daneben ist Justizrat Peiser Mitglied des rnd hes Vorstandes des Studenten-Stipendienfonds. Ganz hernorragenden Anteil hatte er an der Ausarbeitung der neuen Gemeindesatzung im Jahre 1925. Neben den vielen Ehrenäm ern in der Gemeinde zählest den Jubilar noch viele Vereine zu ihrem tatkräftigen Mitarbeiter. Wir können nur wünschen, daß diese unermüdliche Schaffensfreude zum Segen der Gerne nde dem Jubilar noch viele Jahrzehnte erhalten bleibt. Empfang 3«. Eminenz Kardinal Fürstbischof Dr. Adolf Bertram empfing' am Tabbath, den 24. April 1929, den Landrabbiner Ar. L e - winsky aus Hildesheim, der feit Jahren zu jenem Kirchenfürsten ireundschaftliche Beziehungen unterhält. Fast eine haU-e Stunde währte die Unterhaltung' mit dein Kardinal, dir sich auf religiöse und private Angelegenheiten erstreckte. Se. Eminenz entbot dabei auch seine herzlichsten Glück, und Segenswünsche für eiiie Nichte des Dr. Lewinsky,' deren religiöse Trauung von diesem hier am daraufsolgenden Sonntage vollzogen wurde. Zelizk priebatsch wi- Gberschlesien. In Ergänzung der im März an dieser Stelle dem Andenken von Felix Priebatsch gewidmeten Ausfuhrungen fei hier der mir nachträglich bekannt gewordene Nachruf*) der Oppelner Regierung wiedergegeben. Die traurige Kunde vom plötzlichen Hinscheiden des so hochgeschätzten VerlagsbuchhänÄers Dr. Priebatsch dürfte so manchen Heimatfreund ergriffen und erschüttert haben. Wer die schlichte, gewinnende Art des Verstorbenen gekannt hat, wer Zeuge seiner rastlosen Tätigkeit auf heiniatkundlichem Gebiete war, und im Lause der Jahrzehnte feststellen konnte, welche innere Glut aus dem stillen Manne strömte, winn es sich um die Förderung der deutschkulturellen Interessen Oberschlesiens handelte, der wird ihn als Pionier grenzlanddeutscher Kulturarbeit und als Bahnbrecher heimatlichen Schrifttums stets in dankbarer Erinnerung halten. Oberschlesien/i st Dr. Priebatsch;u heißem Dank verpsli (b-Le t. Er crkarmte mit Scharfblick schon vor Jahrzehnten, als Oberschlesien noch nicht der unmittelbaren Gefahr der Lostrennung vom Mutterlande ausgesetzt war, daß das gefährdete Krenzland in deutschkultureller Hinsicht gestärkt, gefestigt werden müsse, duß die segenspendenden Kräfte der deutschen Kultur nutzbar gemacht lverden müßten, wemr Oberschlesien mit Erfolg der slawischen Flut entgegentreten sollte. Mit seinem Empfinden wies er immer darauf hin, daß gerade das gute deutsche' Buch die beste Waffe im grenzländischen Kulturringen sei. Seine heiße Liebe zur schlesischen Heimat prägte sich so recht in dem Bemühen aus, der , oberschlcsischen Jugend wertvollste Heimatliteratur zu vermitteln und siezu begeistern für treues Festhalten an oberschlesischer Scholle, für die Liebe zu Heimat, Volk und Vaterland. Bei seiner vezlegerischen Arbeit siand niemals das Geschäftliche, sondern das Ideelle im Vordergrund. Ein Ueberblick über die Lebensarbeit des Verstorbenen zeigt seine Vielseitigkeit aus verlegerischem Gebiete und sein gründliches, zielbewuhtes Streben, die geistigen Schätze Oberschlesiens zu heben und zu pflegen. Gemeinsam mit der Oppelner Regierung gab er die Zeitschrift „Jugendrus" .heraus. Besondere Förderung ließ er der Herausgabe der oberschlesischen Fortbildungsschullesebücher aiigedeihcn. Durch die Drucklegung und Herausgabe des „Amtlichen Schulblattes" war er mit der Regierung, Abteilung für Kirchen- und Schulwesen, aufs engste verbunden. Für die Förderung des oberschlesischen Jugendschrifttums setzte er sich mit Feuereifer ein. Viele Anregungen sind in dieser Hinsicht von ihm ausgegangen. Unvergessen sei weiter seine wertvolle Mitarbeit in den ob^erschlesischen kulturellen Organisationen, die er jederzeit mit Rat und Tat uneigennützig und opferuri l l i g X.n t e r st ü tz t e und f ö r d e r fe. Bis 1918 war er Verleger der Zeitschrift „Die Volksbücherei in Oberschlesien" und des im Austrage der Oppelner Regierung herausgegebenen Verbandsbücherverzeichnisses. Seit 1910 war er Vorstandsmitglied des Verbandes oberschlesischer Volksbüchereien. Er hat sich insbesondere auch des Oberschlefierwerkes angenommen. Als der „Oberschlesier" im Oktober 1924 in seinen Verlag gegeben wurde, befand sich die Zeitschrift in schwerer Notlage. Dr. Priebatsch hat, obwohl er einen Gewinn dabei für seinen Verlag nicht erzielen, konnte, die Zeitschrist in verlegerischer Hinsicht in seine Obhut genommen und beraten. Dr. Priebatsch hat seit Beginn seiner Tätigkeit als Verleger Oberlchlesien sein Interesse zugewandt. Seine erste Frage mar nicht, ob eine Saci)e rentabel, sondern ob sie gut sei. Erst dann wurden die finanziellen Grundlagen geprüft, und wenn ihm nur die Selbstkosten einigermaßen gesichert erschienen,, nahm er auch gleich mit den, Herzen an der Herausgabe der Werke teil und unterstützte sie mit seinem klugen Rate. Hin und wieder arbeitete er wohl auch selbst mit, wozu ihn sein reiches geschichtliches Wissen durchaus befähigte. Zweifellos ist Dr. Priebatsch für die geistige Entwicklung Oberschlesiens von großer Bedeutung gewesen. Als Bahnbrecher des deutschen Gedankens wird er immer der Geistesgeschichte Oberschlesiens angehörcn. Wir aber, die wir-das Glück hatten, mit,dem überaus bescheidenen und doch so kernhaften und wahrhaft deutsch fühlenden Menschen in der Pflege der geistigen Interessen Oberschlesiens Zusammenarbeiten zu dürfen, werden sein Andenken stets in Ehren halten. Regierung, Abteilung für Kirchen- und Schulwesen. Dieses außergewöhnliche Dokument der Würdigung seitens der berufenen amtlichen Stelle vervollständigt das gezeichnete Lebensbild und verdient gerade in unseren Tagen fürs Leben festgehalten zu werden. - Michael F r a e n k e l. *) „Der Oberschlesier". Maiheft 1926. * Die Breslauer Ortsgruppe des Jüdischen Frauenbundes hielt am 27. März, vormittags 10 ’A Uhr, im Repräsentantensaal der Synagogengemeinde ihre diesjährige Generalversammlung ab. Nach Begrüßung der Mitglieder und der Vertreter des Vorstandes der Synagogengemeinde erstattete die erste Vorsitzende der Ortsgruppe. H~rau Beerte Guttmann, den zusammengefaßten Tätigkeitsbericht. m Oktober 1928 hat die Ortsgruppe ihr 20 jähriges Bestehen gefeiert. Die aus diesem Anlaß herausgegebenc Festschrift hak allgemein Beifall gefunden. Am FHtLbend und den darauf folgenden Tagungen wurden 100 neue Mitglieder geworben. Vom 9.—13. Juni d. I. findet in Berlin anläßlich des 25 jährigen Bestehens des Bundes eine Tagung statt, der ein« internationale Tagung vom 4.—6. Juni oorangeht.

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