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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1929-05-01 · 5 (5.1929) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
6 (1929)
Issue
5 (5.1929)
Date
1929-05-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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/yU* Breslauer Jüdisches Gemeindeblatt Amtliches Blatt der Gynagogengemeinde zu Breslau «chrlftlettung: vertoaSungsvireNor 0r. Nechnitz, Breslau. Wallstrotze 9 I Druck und Anzeigen-Annahme: Druckerei Th. «chatzh, ANtmgeseNslbast. Verlag: Bllro der Sgnagogengemeinde. Breslau. Wallstt.g / Tel.2lüil/12 I Breslau s, Neue Sraupenstraße Nr. 7. / Fernsprecher 24468 u. 2- 4 An»etgent»rel»: »Ir 6 gcfe. IMMmrIrr-LrII« ota tarnt 3taum 16 vsg. — »et loufcntat Aufträgen Rabatt. iiniininMniiiiiiiiiiiiiiHiiiiiuiiiuiiiiiiiiiiiMHiiiMiiiiirnniimiiMHiiiiiHiuimnHiMHWiiiiiiiiiiiiuimwiiiiniiiiHiiiiiMiitiinimuwiiMiiiiiiiiiiiinuuuiiiiiiiiiiiiiiiiiMiiuiiimiiiitiiiminiimiiiiiiiiiiiiriiiniiiiiiiiniiiuiiIiiiiiiiMiiiiiniiHjiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiMiiiiiiiMiiiiiiimimiiiiHiliii «JOt die unter dem Namen des Verfassers erscheinenden Artikel und die BereinSnpchrtchten Übernehmen wir nur die pressegesetzliche verantw orl an i69 im >9 6. Äahi-g. Mal 1929 , ( 7tr Sl Zwischen üen Kesten Betrachtung von^ Gemeinderabbiner Dr. Hoffman n. Das Fest der > Freiheit ist vorüber. Es erinnerte uns daran, wie aus unterdrückten Sklaven ein mannhaftes Volk geworden. Aber diese Freiheit sollte ja nur ein Anfang sein. Israel sollte erfahrest, wofür es frei geworden. War es frei geworden, nur um andern die Freiheit zu nehmen, um sich auszudehnen, um eine Politik der Macht zu verfolgen, um einen asiatischen Kleinstaat zu bilden, wie es deren zu Dutzenden gab. Ja, dann wäre es ihm auch ergangen, wie den anderen, den Ammonitern, den Moabitern, den Philistern und den Edomitern. Wer spräche heute noch von ihm? Wäre es heute noch der Gegenstand! der Liebe und des Haffes der Welt? Am Sinai sollte Israel seine wahre Bestimmung erfahren, daß es ein Reich von Priestern, ein heiliges Volk werden sollte. Gewiß mußte ihm Weltliches und Irdisches, anhaften, wie jedem anderen Volke. Kann ja auf dieser Erdenwelt Geistiges nur in Verbindung chit Körperlichem in die Erscheinung treten. Aber das Ziel war hoch, ein Volk des Geistes, der Lehre, ein Gottesvolk zu formen, welches auf seinem Gange durch die Weltgeschichte immer wieder von neuem die Ueberlegenheit des Geistes über den Kistper erweisen sollte. Und'nun eine merkwürdige Erscheinung/ Die Zeit zwischen diesen Festen, zwischen der Verheißung und! Erfüllung, folite doch eine frohe und erhebende sein, voller Sehnsucht wohl, doch auch voll sicheren Glaubens, voll begeisterter Hoffnung. Und doch hat sie int Laufe der Jahrhunderte der Brauch des Volkes, festgelegt durch die Zustimmung der Führer, zu einer Zeit der Trauer und Trübsal gemacht, 'in! der verstummen soll die Stimme der Wonne und der FreUde, die Stimme des Bräutigams und die Stimme der Braut. . Der alte Brauch suchte seine Begründung in bestimmten inneren und äußeren Katastrophen, welche diese Zwischenzeit mit Schrecken erfülltest. Aber sollte nicht noch ein tieferer Kern darin liegen, wenn man zwischen Verheißung und Erfüllung sich trüben' und bangen Gefühlen hingibt. Es ist die tiefe Trauer, die jeden denkenden Menschen anpacken muß, wenn er den Abstand der Wirklichkeit vom Ideale in ihrer vollen Tragik erfaßt, die der Trauerzeit ihren Sinn verleiht. Jeder Tag, den wir zählen^ bringt uns dyese zum Bewußtsein. Der mächtige Schwung, den göttlicher Antrieb unserer Gemeinschaft einst verliehen, sollte immer wieder Hemmungen erfahren. Immer wieder trat ein Stillstand ein. Hier war es der innere Hader, der, wie bei di n Schülern des großen Rabbi Akiba, die geistige Einheit zerriß. Dort war es der harte äußere Druck der äußeren Verfolgung, der, wie im Deutschland der Kreuzzüge, das geistige Leben erstickte oder zum mindesten verkümmern ließ. Das soll uns jeder Tag zum Bewußtsein führen, aber nicht um uns niederzudrücken-,! sondern um uns aufzurütteln. Wir zählen die Tage, wenn die Sichel ihr Werk beginnt an der gereisten Saat. Wir sind auf das Weltbund mächtige Feld unserer jüdischen Aufgaben gestellt. Unzählbar wie die reifenden Halme sind unsere Pflichten.! Die Sichel unserer Tatkraft beginnt ihr Werk^ . Kräftig sollen wir sie immer wieder schwingen, richt rasten, bis das Werk vollendet, ' Und.es wird eine Dollendt ng, eine Erfüllung geben. Wir schaffen uns das Schabuökhfest, )as Siegesfest des göttlichen Geistes. Ein jeder gede«aus freier, begeisterter Seele her, was er vermag, und Gottes Segen.wird unser schwaches Menschenwerk krönen. Die Ausstellung: „Das Judentum in -er Geschichte Schlesiens wurde am 24. März geschloffen, und man behauptet sicheijl nicht zuviel, wenn man sagt, daß diese Ausstellung nicht für den veranstaltenden Verein,-Jüdisches Museum, e. sondern auch für die Breslauer Synagogengemeinde, ja über hinaus für die breitere Oeffentlichkeit ein hervorragend Ereignis gewesen ist. Der Erfolg der Ausstellung war ü Erwarten groß. Aus allen Kreisen.der Stadt und der Provji fanden sich zahlreiche Besucher ein. Und besonders an ich nur B.. gares der »z >en Aus der Ausstellung: Niddus dechcr, Ardcit des Hilherardeit: M. 33., Augsdurlg, i um I7P0. Schics. Privatdcsjti. Aus: der A is- >er in Ncdcn^Btiend: ftelluug: Tldsr Synagoge -Zum Lempel Breslau. Arbeit de» Breslauer Silbcrarbeiter» Ioh. Christian Slottlicb Deller 1826. Sonntagen waren oftmals' die Räume zu klein, um die wiitüber tausend Besucher zu fassen. Man bedenke, daß die Be-' sichtigungszest nur wenige Stunden betragen könnte. Hier hat auf Grund strenger Wiffenschaftlichkeit die Oefsentlichlkeit zum ersten Male ein sachlich völlig unabhängiges Bild noch schlesischen Judentum bekommen und gern von dWem Belehrunwmittel Gebrauch gemacht. Die Auflage des Katalogs ist reit» tos verkauft. Wenn nun nach Schluß der Ausstellung , von allen Teilen der Welt noch Bestellungen für deir Katalög eingehen, so ist das ein Beweis dafür, daß man ßn den gelehrten

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