Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 6 (1929)
- Issue
- 4 (4.1929)
- Date
- 1929-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 4 Srolaaet Jüdische» Semeiadeblatt 6i' - Regina Buer, Wffcdic-Ausslattangcn, Hohenzoilenntrj 48 34 jährige Tätigkeit bei Firma Stein & Koslowsky Telephon 58888 — -—- , > In Damen«, Leib«; Bett« u. Tischwäsche große 'Auswahl. Da kala« Ud«n»pMtn, besonders billig* Preise. auszukommcn. Die schweres Zeiten, die unsere Gcnreindeinitglieder durch- '»«in machen, gestatte eine Erhöhung des Steuersatzes nicht. Geh.-Rat G o l ds e l d erläutert, daß die Gemeinde mit 10% nicht auskommen kann. Der katholisch« Gesamtverdand befände sich in ähnlicher Lage und erhede 12%%, deim evangelischen Parvchialverband sei die Lage anders, weil dessen Genicindeinitglicdcr größtenteip Gehaltsempfänger seien, das Einkommensteuer-Soll also von der Wirtschaftslage wenig berührt werde; überdies besitze er noch Reserven auslfrüheren wahren, wir dagegen nicht. Die Gemeinde könne in die Rotlage! kommen, ein fünftes Lteuerguartal erheben zu müssen, was viel unangenehmer fei. Die Versammlung werde prüfen müssen, ob sie unter diesen Umständen die Verantwortung für einen Steuersatz von 10% tragen könne. S) o f f |n a n n rechnet vor, daß bei einem Steuersatz von 12%% der Fehlbetrag riech 105 000 Mk. betrage. Bei einer Ermäßigung der Steuer auf 10",, erhöhe sich der Fehlbetrag um 105 000 RI. auf 200 000 Rlk. Rach den Streichungen von il 14 800 Rlk. bliebe immer noch ein Fehlbetrag von rund 185 000 Rlk. Dr. Rechnitz bittet dringend, mit der Möglichkeit eines fünften Steuer-Quartals nicht zu liebäugeln, die Gemeinde Habe das einmal getan und die denkbaf schlechtesten Erfahrungen damit gemacht. Die Ausfälle seien beim fünften Steuer-Quartal besonders hoch, desgleichen die Erhebungskosten, so daß für die Gemeinde außer einer großen Verärgerung der Mitglieder nicht viel Her«usschaue. Die Versammlung habe im Vorjahre selbst als unbedingt erforderlich erachtet, daß die Verwaltung jederzeit einen Betriebsfonds in Höbe des Bedarfs für drei Monate, also mindestens 150 000 Mk. habe. Der Betriebsfonds sei aber bereits auf 200 000 Mk. zusammengeschmolzcn. Bei einem rechnerischen Fehlbetrag von 185 000 Mk. bliebe für nächstes Jahr nichts mehr übrig. Dazu kommt, daß die Stcuer- «ingänge im Etat zu hoch eingesetzt seien, nämlich unter Zugrundelegung des bisherigen Einkommcniwuer-Solls. Rach Ansicht der Finanzämter sei aber für 1928 eine Senkung des Solls um mindestens 10% zu erwarte». An dem Sinken seien Hauptsächlich Handel'uyd Industrie beteiligt, also die große Masse der jüdischen Zensiten. Wir müßten daher mit einem Ausfall von etwa 20% rechnen, so daß sich ein weiterer Fehlbetrag von etwa 140000 Mk. .ergäbe, für den keinerlei Deckung vorhanden sei. Rach diesen Darlegungen tritt auf Wunsch aller Parteien eine Pause ein, zumal die Versammlung bereits ununterbrochen vier Stunden tagt. Bei Wiederbeginn schlügt Gins vor, unter Berücksichtigung der Ausführungen vom Vorstandstiscve den Satz auf 11% fcstzusctzbn. Die Erhöhung um 1% sei für den Einzelnen wohl tragbar, für die Gemeinde bedeute sie immerhin ein Mehr von etwa!70000 Mk. Dr. Schlesinger stimmt namens seiner Fraktion dein Vorschläge Gins zu. Dieser Antrag, die Kultussteuer auf 11% festzurctzen, wird hierauf unter Ablehnung des Dorstaudsantrages angenommen^ I.-R. P c i s e r bittet zu erwägen, ob nicht auf Grund des neuen Kircbenfteucrgcsctzes auch Zuschläge zur Vermögenssteuer erhoben u'erden sollen. — lieber den Verwhltungsbcricht referiert I.-R. Pciser. Die Versornmlung nimmt Kenntnis von der Verteilung der Wintcrbeihilfe für die Leichenwärter, von der Beihilfe an das Lehrgut Rodges, von der Rachzahlung von 536 Mk. an die jüdische Schule, von der Anstellung des Leichenn'äcters Prinz anstelle des ihegcn Krankheit ausscheidenden Leichenwärters Sorauer, dessen Pensionierrfng genchinigt wurde, von der Errichtung der Grabpflegektiftung Aronsohn und von der Einstellung des Sekundaners Heinz Loews als Bürolehrling nach bestandener Reifeprüfung. Mit besonderem Interesse nimmt die Versammlung Kenntnis von der ermittelten Statist k, wonach im Kalenderjahr 1028 betrug Hei Zahl der Trauungen ....... i ......... . 117 Beerdigungen einschl. Einäscherungen . , . . -584 Eingescgnete Knaben ... .. . . . •. . 05 Austritte . . I ■ aus dein Judentum - 1 -.30 aus der Gemeinde....!... . 4 Ilebertriktc zum Judentum .....". 20 Der Vorsitzende sprach den Wunsch aus, auch die Zahl der Geburten zu erfahren. Dr. Rechnitz versprach entsprechende Anfrage bei statistischen Amt. Außerhalb der Tagesordnung trug I.-R. P e i s e!r eil e Eingabe der Mittelstandshilfe auf Hergabe weiteren Betriebskapitals vor,' da sonst diese Institution die weitere llnterstützung de» Mittelstandes eiuftcllcn müßte, Er schlug vor, da die Fürsorge für den Mittelstand eine dringen! c Rotwcndigkcit sei, um viele Eristen^en zu erhalten, 10-000 Mk. aus der pr >- duktiven Fürsorge zu bewilligen. Geh.-Rat Go ldfeld wies darastf bi >, daß nach Angabe des Wohlfahrtsamtes diescs-kcinen Betrag aus seinen Ent entbehren könne, Generalkonsul Smoscbewer unterstützte den tlnrr,g Pciser eindringlich, cventuelk soll die Mittclskandshilfe gegen Düi gscba t der Gemeinde sich Barmittel beschaffen. Diesen Vorschlag begrüßt au b Qd.-Rcg.-Ratz, Marcus. Die Versammlung bescblies t scbließli h d< n Vorstand zu ermächtigen, eine Bürgschaft bis zu 20 000 2 lk. zuguns en dl r Mittclstandshilfe.zu übernehmen. I \ Als weiteren Dringlichkeitsantrag ersucht« Geh.-Rat Goldfeld und r Darlegung der bisherigen Verhandlungen und der' Gut »chtest der! Sac >- crjtändigcn um Genehmigung, die Herstellung der neuen Orgel der Firn c auer, Frankfurt a. Q. zu übertragen, nachdem die alte Orgel nach der Froßcriodc völlig unbrauchbar geworden sei.. Die Mittel sollen dein Ausbesserung! - stock der Rcuetzi Synagoge entnommen werden. Die Versammlung gcifehini, t den Auftrag an die Firma Sauer. i 1 Dr. S <hlesinger referierte über'den Antrag des Vorstandes, de i Almcmor in die Mitte der Alten Snnagogezu verlegen. In der Dorläge gil t der Vorstand an, daß nach Herabsetzung der Reparaturrücklagen Alte Synagoge von 15 000 Mk. lauf 5000 Mk. für die Herstellung- 12 000 Mk.^ fehle». Dcr B. E. befürlvvrt«t Annahine des Vorstaitdsanträgcs in der Hoffnung, da z der Vorstand schon die Mittel beschaffen uvcrde. ' I.-R. Kalisch vcrniis t eine Begründung, daß die Verlegung religiös notwendig sei. Wenn dzes nick t dcr Fall wäre, könnte er die erheblichen Mittel nicht bewilligen. Die Am - ■ führungen ifn jüdischen Lexikon, die er verliest, sprächen gegen die Rotwendigkeit. Dr. Boß verliest das Gutachten des Gemcindcrabbiners Dr.!Hofjm a n n und Kober und Dr. S cb 1 c si n g e r.führen aus, daß der! Artikel im jüdischen Lexikon von I.-R. Kali sch nicht richtig ausgefaßt n-erdc. I.-R. Kali sch erklärt sich mit dein Gutachten von Rabbiner Dr.!Hoffm a n n für zufrieden, worauf die Vorlage ohne Widerspruch angenommer. wird. Ohne Aussprache genehmigt die Versammlung das ÄhkomMen mi: den Geschwistern Ehrlich betreffend Aufnahme in dcr Altersversorgung» - Anstalt, die Satzung dcr Lippmann und Marie Dlocb'schen Altcrsftifr»ng -> zur Unterstützung alter bedürftiger »>-- “- Breslau, den Haushaltsplan der M Mitglieder der Synagogpn-Gemeindi 2. L e i p z i g er'- Stiftpng und der rt r"BI ATZ VerAucfiett Sie oinrnaC »eilen bei mir hersteilen zu lassen, ^cht sein von der tadellosen Ausführung. iMhias, Photohandlung Breslau V, Telegraph6nstr. 8, Ecke Garienstr., am Sonnenplatz Das Heilbad fürs Herz. Der_Jundbronn für die Nerven. Dos unübertroffene Prauenbad. Prospekte durch oll« Reisebüro« u die Bodeverwartq