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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1929-04-01 · 4 (4.1929) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
6 (1929)
Issue
4 (4.1929)
Date
1929-04-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Nr. 4 Biolatui Jüdische» Semeiudeblalt 63 Ausstellung zeige sich In der Fahl der lZ 000 Besucher. Die Gemeinde könne den Verein nach diesen hervorragenden Leistungen nicht im Stiche lassen und er beantrage, daß der Vorstand «ine Erhöhung der Beihilfe wohlwollend prüfe. Geh.-Rat Goldfeld erkennt die vorzüglichen Leistungen des Vereins bei der Ausstellung pnd der Herstellung des Katalogs rückhaltlos an. Der Verein durfte aber dennoch nicbt diese Ausgaben in der Erwartung machen, daß die Gemeinde Idie fehlenden Mittel beisteuern werde. Nach einer Entgegnung von g.-Jf. P e i s e r wird der Vorstands-Antrag nebst dem Antrag Peiser angenommen. ' Den nächsten Vorstandsantrag, dem Hilfsverein der Deutschen Juden für die Hilfsaktion zugunstender Juden in Bessarabien eine einmalige Beihilfe von KXX) Mk zu bewilligen, befürwortet der B. E. Wilhelm Kober warm. 0.-R.-K a I i s ch schlägt vor, mit Rücksicht auf die Notlage in unserer Gemeinde die Beihilfe auf $00 Mk. zu ermäßigen. Dagegen wenden sich Breslauer, Grzedingsch und Kober unter Hinweis auf die entsetzliche Not in Bessarabien. Nachdem auch 0.-R. H i r s ch b c r g namens de» Vorstandes die Beihilfe vc n 1000 Mk. befürwortet hat, weil eine niedrigere Summe ungünstig auf alle an >ern Spender wirken müsse, wird der Vorstands- Antrag angenommen. Die Vorlage, 500 Mft als Mazzothbethilfe für die Juden Sowjet- Rußlands zu stiften, wird arif Befürwortung der D. E. Frau Dr. R a b i n angenommen. lieber den Antrag au Annahme der Asleinerbschaft nach dem am 27. Januar 1929 verstorbenen Kaufmann Tonrad S t e r n d.e r g aus Breslau berichtet unter Darlegung de« Nachlaß-Aktiva und -Passiva ausführlich Bankdirektor Sander. Wenn sich auch rechnungsmäßig eine erhebliche Aktiva- Masse ergäbe, so ständen andrerseits der Annahme wichtige Bedenken entgegen. Der Nachlaß habe nätnlich keine flüssigen Mittel, um die recht hohen Legate auszuzahlen. Dann ccher sei «ine Reihe von bedürftigen Verwandten vorhanden. Mit Recht wolle sich der Vorstand daher freie Hand lassen, nach Kenntnis der Bedingungen der Regierung zur Annahme der Erbschaft auf diese zu verzickten. Geh.-Rat Goldfeld beleuchtet noch näher die Schwierigkeiten. So sehr Erbschaften der Gemeinde willkommen sein müßten, sei hier ein moralisches Hindernis wegen der Bedürftigkeit der Verwandten vorhanden. Der Nachlaß bestehe hauptsächlich aus zwei Grundstücken, deren Dauzustand nicht bekannt sei ^und die sich nicht so rasch verwerten ließen, wie zur Auszahlung der Legate erforderlich wäre: Der Vorstands-Antrag auf Annahme der Erbschaft mit dem Vorbehalt des Verzichts wird darauf angenommen. Nunmehr schreitet die Versammlung zur Beratung des Haushaltsplanes 1929/20. Die allgemeine Arrssprache eröffnet, wie alljährlich, Gins. Er wirft einen Rückblick auf das verflossene Verwaltungsjahr, das ohne große Erschütterungen vorübergegangcn sei, wenn sich auch nicht alles Erhoffte erfüllt hübe. Er wisse Dank den unermüdlich tätigen Ehrenbeamten und Beamten für die geleistete Arbeit. Der Etat zeige deutlich das Bestreben zur Verminderung der Steuerlasten die Ausgaben zu verringern. Aber die Einnahmeseite zeige nicht die entsprechende Entwicklung zur Erhöhung, insbesondere vermisse er bei den Grundstücken die zeitgemäße Rentabilität. Der Haushaltsäusschuß habe deshalb wiederum vorgcschlagen, einen selbständigen energischen Hausverwalter anzustellen. Bei der Fürsorge seien die Ausgaben sehr erheblich, aber hier wolle man, einig im Wohlwollen für die Armen und Bedürftigen, Abstriche nicht vornehmen. Bei den Rcl.- Ilnterrichts-Anstaiten sei herhorzuhebcn der Fortfall des Schulgeldes, von dem man sich eine Hebung dies Besucbs und eine Entlastung der Familienväter verspreche. Die Bibliothek nehme einen erfreulichen Aufschwung. Beim Schlachtwesen sei neu, daß nunniehr alle Schlachtungen durch aintN he Schächter der Gemeinde ausgeführt würden. 0m Destattungswesen h« de der Haushaltsausschuß eine Anzahl Einstahmeposten wesentlich erhöht. 9 ki der allgemeinen Verwaltung habe er hauptsächlich bei den außerordentlich rn Ausgaben Abstriche vorgenommen. Die Bauvorhaben sollen nicht aas laufenden Mitteln, sondern aus einer Anleihe bezahlt werden.. Der gesamt« Haushalt weiche von dem des Vorjahres nach der Vorstandsvorlage nur um etwa 40 000. Mk. ab. Durch die voyr Etatsausschuß vorgeschlagenen Abstriche vermindere sich das guschuß-Soll Um 114 800 Mk. Die Versammlung so«e aus dem Etat,nicht die toten Zahlen sehen, sondern den Geist in ünserscr Gemeindeverwaltung, der den Belangen aller Richtungen gerecht zu werden bestrebt sei. Dr. Schlesinger bemängelt, daß im Etat Erläuterungen fehlen für eine oft recht erhebliche Abweichung.zwischen Soll und 0st. Die Entschließung des Ausschusses, den Steuersatz nicht zu erhöhen, erinnere il n an den Aussprüch von Onkel Bräsig: „Die Armut, konmie von der Povcrtc". Man brauche also nur die letztere abzuschaffen. Man müsse auch den M,t haben, den Semeindemitgliedern die Erhöhung der^Steuern als notwendig darzulcgen, nicht einfach Ausgaben streichen, die notwendig sind. Hnsbcsondc -e vermisse er jeden Posten für außerordentliche Arrsgaben. Ob.-Rcg.-Rit M a p c u s erinnert an die vielfachen Nöte des Judentums, das in rein >r Gestalt nur in Palästina erneuert werden könne. Dem trage aber der Et rt keine Rechnung, da kein Posten für Palästina eingesetzt, sei. Dagegen entha! ke er eine Beihilfe für den C. D., der eine Partei des Judentums, nämlich d. n Zionismus, mit der dummen Formel bekämpfe, er stärke den Antisemitisnu s. Dabei habe der Zionismus den 0uden erst die Achtung ihrer Mitbürger v« r- .schafft. Er verweise auf die Mitarbeit prominenter Persönlichkeiten im Pro-Palästina-Komitee. (Zuruf: Die leinen Unterschied machen zwiscb n 0uden und Deutschen!) Der Redner wendet sich in seinen weiteren Airführungen gegen diesen Zuruf und beantragt die'Beihilfe für den L. D. n ir mit der Einschränkung zu bewilligen, daß sie lediglich zur Abwehr des An iscmitismus verwendet oder der schlesischen Landesgruppe des T.! 3. überwiesen werde. Bei der E i n z e l b e r a t u n g der Haushaltsxlä >e beantragt R.-A. N o t h m a n n beim Grundstücksetat die Abstriche, die d;r Ausschuß bei den unvorhergesehenen Ausgaben vorgeschlagen habe. D:r Antrag des B. E. wird angenommen. Beim Fürsorgeetat tritt Frau Profess >r W o h l a u c r der Streichung der unvorhergesehenen Beihilfen von 5000 N k. entgegen. Die Streichung des Betrages für das'Vereins- und gugendhaus nach dem Vorschläge des Ausschusses sei dagegen eher ttagbar, da tie Mit! ei aus einem andern Fonds genomnren werden sollen. Ob.-Reg.-Rat Marc« s fordert dringend die Zusammenlegung der beiden Waisenhäuser linh bittct aus diesem Grunde die Äeihilfc für beide Waisenhäuser-um je lyOO Mk. ,n kürzen. Die ersparten 2000 Mk. bitte er dem Arbeitsnachweis zukomm » zu lassen. Er beantrage ferner, die Beihilfe für die Zentral« für Wandcrarmcnfürsorge von S00Mk. auf 1000 Mk. zu erhöhen. Geh.-Rat G o l d f e! d berichtet über die Verhandlungen zur Zusammenlegung der beiden Waise thäuscr, die der Vorstand einstimmig wünsche. Die 'Verhandlungen stocktn rvegen eines gewissen Partikularismus und rvegcn Personakfrägen. D >r Antrag Marcus treffe in erster Linie die^Kindcr. Er bitte die Kürzui g nur für den Fall vorzunchnicn, dah der Zusammenschluß iM Lause d s Etatsjahres nicht durchgcführt werde. (Der Antragsteller Marcusist dan it einverstanden.) Das freiwcrdcnde r'iaus 'auf der Eräbschcner Straße wä c für ein Jugendheim geeignet. Der Fürsorgeetat wird hieraaf angenomn» n mit den Anträgendes Etatsausschusses, dem Anträge M ä r c u s bctr. Waise ihäuscr und mit einem weiteren Anträge Marrus,*die Beihilfe für d>n Arbeitsnachweis auf 6000 Mk. jährlich zu erhöben. Beim Etat der Re.- =F mim BUdier Sdiallplatten Hoinaucr Nur Schweidnitzer Str. 52 Ü Ernst Eichwald, Ing.-Büro Kupferschmiedestrt. 26 - Fernsprecher 56205 in gut gehendes Geschäft v. Gewerbebetrieb wünscht Witwe ohne Anhang, Ende 40, mH guter Existenz Offerten unter M. Z. 80. an die Ezp. des Blattes. s T uter Männerplatz in der ^ieuen Synagoge su vtrkaulan 0efl. Offerten tmUr N. 27 an den Verlas des Jüd. Gemclndebl., Neuo Grauprnstraße 7. Neueste Frühjahrs-Modelle -T ---- ------—- Hüte Kleider Kostüme Mäntel Pelze Eigene MaBatefiers'und Kürsdinerei irr,| Hause M. Gerste! Breslau Schweidnitzer Straße 10/11 G e 0 r. 1873 Ferntut 5263/ Potis (Einkaufshaus) Leipzig (Peizeinkeuf)

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