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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1929-04-01 · 4 (4.1929) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
6 (1929)
Issue
4 (4.1929)
Date
1929-04-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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\ 62 9re»lancr Jüdische» Semeiadebiakl Nr. 4 dieser blutgetränkten die das Friedensideal preisgegeben hat, muj auf jeden wahren Frb rohen kriegswütigen densworten. Wir ha glieder von Dergangest die das ägyptische Peßa rüstung, der rohen G zur Zeit, wo alle Döl! preisen^werden und gleich Wassern, die de» Hrde eine große, alte Gemeinschaft wohnt, ihrer Lehre niemals vergessen, niemals nicht diese Tatsache allein tröstend wirken densfreund, der sich abgestoßen fühlt von!ieden und von hohlen, unwahren Fristen den» Ideale die Treue, wir, Bindeheit und Zukunft, spannen die Brücke, uch, das zuerst die Ohnmacht der Kriegsqwalt, bewiesen, zum Peßach der Zukunft, er den Namen des einig-einzigen Gottes die Erde der Erkenntnis voll sein wird Meeresgrund bedecken! Sieülung marschiert | Auch in Deutschland. Von RittergutsbeMer Rudolf Masse, Stangenhagen. > Die „Jüdische Landarbeit", G. m; b S)., ist.begründet! Eine alte Sehnsucht dkr deutschen Juden, eigenes stand zu* besitzen und eigenes Land zu bearbeiten, soll in Erfüllung gehen. Von Moses Mendelssohn bis Herzl und Rathenau haben jüdische Führer erkannt, daß die jüdische Gemeinschaft die Landarbeit braucht,' uin sim körperlich und seelisch zu erhalten und zu vervollkommnen, | Immer wieder sind im latzten Jahrhundert Anstrengungen gen»acht worden, um Juden in Deutschland für Garten- und! Landarbeit auszubilden und sie in die entsprechenden Berufe zu bringen. Wenn diese Bemühungen »»ich» das.gaitze Ziel erreicht haben, well die Zeitoerhältniste dafür nicht günstig genug waren, so ist doch dajmit erreicht worden, daß wir heute eine recht ansehnliche Anzahl gut ausgebildeter und tüchtiger Gärtner und neben einer Reihe erfolgreicher Gutsbesitzer und Gutsinspektoren auch zt»r Bauernsiedlung geeignete Bewerber haben. Diese Männer haben zugleich den Beweis erbracht, daß zahlreiche deutsche Juden für ländliche Berufe gut vl ranlagt sind, was »rach den Erfahrungen in Rußland, Palästina und Amerika zu erwarten war. Erste Aufgabe d< r „Jüdische Landlarbeit"-Gesellschaft ist die Ansiedlung der vo handenen ausgebildeten jüdischen Land- »virte und Gärtner au' eigenen Gärtnereien und Bauernwirtschaften. Weil der T ieb des Juden auf Selbständigkeit gebt und weil für die meisten nicht »nöglich ist, gute Lebensanstellungen in diesern Beruf zu finden, Müssen sie auf eigenem Boden selbständig ge nacht werden. Die Zeitumstände sind hierfür besonders gün tig, weil das Reich und Preußen es als eine ihrer wichtigsten Aufgaben betrachten, eine dichtere Besiedlung des flachen Landes besonder , im deutschen Osten durchzuführen. Die Siedlung erfolgt al; Staatsaufgabe durch Behörderr init öffentl chen Mitteln nach amtlich festgesetzte»» Nonnen und zwar in der Weise, daß als ausführende Organe gemeinnützige Siedl» ugsaesellschaften eingeschaltet werden. Eine solche lgemeinnüi sige ^iedlungsgesi llschaft init der besonderen Aufgabe der L nsiedlking von I» den ist die „Jüdische Landarbeit", G. m. S). Sie ist von verschiedenen jüdischen Gemeindevebbänden mnd Gemeinden in Gemeinschaft imt Privatpersonen -begrÄidet, u. a. auch von der jüdischen Ge- »neinde zu Breslau. , l Um »»Möglichst smnell die Siedlchigsanwärter unterzubringeu, hat die Gesellschaft zunächst eiktige iin Bau befindliche Gärtnereien von eilte» befreundeten Si«>lungsgesellschaft überuotnmen ustd wird In allernächster Zeit voraussichtlich ein 500 Morgen großes Gut kaufen, das zür Ansiedlung von zü- »tächst 10 bis 20 Gärmern und Geflügelzüchtern Möglichkeiten bietet. Außerdem wird auf dem Restgut etwa die gleiche Zahl von nicht voll Ausgetiildeten als Gärtner und Landarbeiter beschäftigt, weitergebildet und auf ihre Tauglichkeit zur Ach siedlung beobachtet. 1 Daneben war dielSiedlungsgesellschaft satzungsgemäß uni die Nachweisung von Stellen für Gärtner und Landwirte und um die Stärkung bereits vorhandener! Kleinbetriebe bemüm und hat auch hierin schon einige ErfoltzÄ aufzuweisen. Die Arbest geht weiter. Sie wird ^Jahrzehnte fortgesetzt werden müsten, ehe das Ziel erreicht sein wird, eine große Zahl von Juden auf dem Lande zu haben. So alt die jüdische Sehnsucht nach dem Lande ist — der Wille zur Tat muß doch erst aufgerüttelt werden. Darum hält der „Reichsbund für jüdische Siedlung in Deutschland", eine Schwestergründung der „Jüdischen Landarbeit", überall im Deutschen Reich Werbeversammlungen ab, um die Oeffentlichkeit zu tätiger Mitarbeit zu gewinnen und den Wunsch in der Jugend zu wecken, selbst in die Reihen der landbauenden Menschen ei»»zurücken, wenn die Zeit der Berufswahl kommt. In allen Versammlungen zeigt sich, daß der Siedlungsgedanke die Kraft einer idealen Zukunftsaufgabe beweist: lieber alle Parteiungen hinrpeg fühlen sich überall die deutschen Juden einig in dem Gefühl, daß hier eine große Aufgabe für Gegenwart und Zukunft vor ihnen steht: eine Aufgabe, die nicht so sehr karitativ eine Not unserer an Nöten so reichen Zeit lindern, sondern bewußt in die Gestaltung der Zukunft unserer deutsch-jüdischen Gemeinschaft eingreifen wird. Aus der inneren Entwicklungsnotwendigkeit unserer Geineinschaft wird das Siedlungswerk durchgeführt, um die innere Emanzipation zu vollenden, um die Absperrung in Handel und akademische Berufe zu sprengen, uin den Entvölkerungsgefahren entgegenzuwirken, um unserer großstädtischen Beoölketung die gesunde Menschenschicht zu schaffen, aus der ihr, wie jeder anderen nichtjüdischen Großstadtbevölkerung, die frische Blutzufuhr kommen kann, um dem Familienleben und dem innigen Gemeindeleben der kleinen Gemeinden neue Vertiefung zu geben. Nicht wegen des Geschwätzes der Antisemiten wird die Siedlungsarbeit durchgeführt, aber doch in der Voraussicht, daß jede Selbsterziehung auch dem Antisemitismus, der auch unsere Seele vergiftet. Abbruch tut. Nicht Geschaftsroutine, so»»dern Geist schafft Großes. Möge sich vollenden, was hoffnungsvoll angefangen, daß die jüdische Gemeinschaft in all ihren Einzelmitgliedern, Männern und Frauen, Eltern und Kindern, den Willen zur Erdhaftigkeit und zur Siedlung in sich aufnimmt und zusaminengeschlossen im Reichsbund für jüdische Siedlung zuin Träger einer Tat für ihre Zukunft wird. Gemein-evertreter-Sihung vom 27. März 1Y29 Bericht von Dr. Rechnitz Zu'Beginn der Sitzung widmete der Vorsitzende, I.R. Peiscr, dem verstorbenen Vorstandsmitglied Banldircltor Hanckc tiefempfundene Worte des Nachrufs, die die Versammlung, stehend anbörtc. Nach einigen Mitteilungen erteilte der Vorsitzende das Wort N.-A. Spitz zum Antrag des Vereins „Hebräische Sprachschule" in Breslau auf Ilebernahme der Schule durch die Gemeinde oder ausreichende Unterstützung. Der B. E. erörterte die Ziele und Leistungen der Schule und die monatlichen finanziellen Aufwendungen. Die Entscbcidung habe grundsätzliche Bedeutung, weil in der Schule auch neu-hebräisch gelehrt werde. Dies fei aber nach seiner Ansicht kein Grund zur Ablehnung, da die Genreinde satzungsgemäß auch kulturelle Einrichtungen zu unterstützen habe. Eine Ilcbcrnahmc durch die Gemeinde sei nicht aitgängig. Die Höhe der Beihilfe werde leider beeinflußt durch die finanzielle Lage der Gemeinde. Er schioge vor, zunächst zur Ermunterung und im Interesse der Werbung neuer Mitglieder durch den Verein eine Iahresbeibilfe von 300 Mk. zu bewilligen. Ob.-Reg.-Rat Marcus unterstreicht die Ausführungen des B. E. »md weist auf das brennende Bedürfnis der Schule hin, das sich in der Zahl von 200 Schülern zeige. Die Rcligionsschulcn und die Volkshochschule böten keinen Ersatz. Die Methode und der Geist des Unterrichts in der Sprachschule seien anders. Dort werden die Kenntnisse der Literatur vermittelt und das Gefühl für die hebräische Sprache erweckt. Er schlage als angemessene Beihilfe 3000 Mk. vor. B r e s l a u e r rühint aus eigener Kenntnis die neuerlichen Leistungen der Rel.-Schule I und bittet hier Mittel nicht zu kürzen, sondern so viel zu bewilligen, daß die Selekten und Fvrtbildungsklasscn ausgebaut n-erden könnten. Frau Dr. Radin macht darauf aufmerksam, daß Erwachsene, die in großer Menge das Bedürfnis nach Erlernung der hebräischen Sprache fühlen, nicht an die Rel.-Anterrichts-Anstalten verwiesen werden können. Wenn 3000 Mk. zu hoch seien, schlage sie eine Beihilfe von »000 Mk. vor, womit Ob.-Reg.-Rat Marcus einverstanden ist. Der Antrag R a b i n wird jedoch abgelehnt rmd der Vorschlag des B. E. auf eine Beihilfe von 300 Mk. angenommen. Den nächsten Vorstands-Antrag, dem Jüdischen Museum eine Beihilfe von 500 Mk. zu bewilligen, befürwortet 8.-R. P e i s e r unter der Betonung, daß der Betrag völlig unzureichend sei. Der Erfolg der großartigen

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