Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 6 (1929)
- Issue
- 4 (4.1929)
- Date
- 1929-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 4 Breslauer Jüdisches Gemeiadeblatt 61 Jüdische Tuberkulose-Fürsorge an ).wjnnm;i iintiiari£"^ toren: Moritz Deutschs) A. B. Spiro/') Herm. Jos. Rosentfjal17) und Meyer Rhsenthal (2. Cant.) von ^873—95. j Anmerkungen *) Bran ». Geschiclste der Gesellschaft der Brüder, Breslau IS80, S. 35 u. 3vu.Dr.Neu ft ei dt im „3üd. Dolksblatt", Breslau 1899, Nr. 25., 2) Archiv der Synpg:-Gem^ Breslau, Aktenst. V C. 4 (13) Bl. 2, 21, 53 ff., 66, 75—120. 3) Das Rundschreiben beginnt mit den.Worten: „In Folge des, auf ausdrücklicher Bestimmung Sr. Majestät unser«» allergnädigsten König» sich gründenden Befehls des iahen König!. Nfinisterii, bestehet die König!, bochlöbl. Regierung ungeachtet iviederholentlsch gemachter Gegenvorstellung unabänderlich auf den ang« ordneten Bau einer großen Synagoge für die hiesige Gemeine", utid es ist unterzeichnet von dem „Collegium der Aeltesten und Vorsteher nebst den ü >rigen Beamten der Gemeine und den hierzu erwählten Deputierten:" Wolfs Ginsberg, Aaron Stern, V. S. Eliason, L. B. Dohm, ii. P. Hey mann, 3. TU. Branis, D. L. Sklower, 7!t. L. Casslrer, S. L. Bambcrgcch 3crem. Oppenheim, Jakob Flatau, B. L. Schweißer, Sander Meyer, TU. Perez, A. H. Kuh, Heymann Oppenheim, 7!acob stoel Bloch, P. Siltjerstein, S. Friedeberg, 3. 3. Lüschwitz, L. 3. Laster, Lazarus Kroh, Benjamin A. Fraenkel, 3onas Fraenkel» S. E. Goldscbeider, H. L. Cassircr, 3acob Schreihcr, Hirsch Sachs, R. HertzberF und M. A. Stern. . ' , Archiv der Systag.-Gem. Breslau, Zlktenst. IIl A. 3 (S). 5) Raph. Mos. Abrah. Bi o w, gcb. 3z>. 9. 1773, erhielt am 19. 7. 1607 das Brcsl. Bürgerrecht,- war vom 31: 3. 1795 bis zu .seinem, am 20. 10. 1836 erfolgten Toh« Mitgl. der Drüdergescllschaft und wurde durcb seine Frau Rahcl (Resel) snicht Rebecca, rvie es im Bresl. Gem.-Bl. 1925, Nr. 5 heißt) Inhaber der >5tä>nm-Nr. 73 - Eine sehr schöne Zeichnung von Biow befindet sich im Gtm »Archiv; sein Grabstein auf dem Friedhof Claasienstrahe bat die Nr. (366. •) An demselben Tage ging die 2. Brüd.-Gesellsch. (Schochare hatob) vom' Seilerhof in der Reuschxstr. nach dem Tempel Äntonienstr., die im „blauen Rad" (Reuschcstr.) befind!. Synagoge in den Seilerhof, die in der Neuen Weltstr. befind!. Mark. Raphael'scbe Schul (Vorst. Abrah. Denscbel) in das „blaue Rad" und die bisherige Raphael'scbe Betstube würde geschlossen. (Aktenst. III C. $ (7) Dl. 3.) 1 7) Das Programm ist.Unterzeichnet voni Laz. Kroh, M. B. Friedenthal, 3s. 3. Bloch, S. Meyer, Alvr. 3s. Caro, Denjam. Stern u. A. H. Spiegel (ein Exemplar befindet sich! in der hies. Stadt-Bibliothek, ein zweites im Besitze des Schreibers dieser! Feilen). *) Dieser Vorhang ist.aus dunkelweinrotem Samt mit Goldborteneinfassung, hat einen Spiegiel .aus weißem, Brokatstoff und eine in Gold gestickte bebr. 3nschrift. Helfer demselben in Reliefstickerei eine Krone und die Dundestafeln, und zur rechten und linken Seite Lorbeerkränze. Auf dem Aeberhange befinden sich 2 Davidsschilde (Mögen David), der Altar mit den 4 Hörnern und mit lodernder Flamme, der 7 armige Leuchter (Menorah), die segnenden Pfiesterhände, der Tisch mit den 12 Schaubroten und das Waschgerüt der Lepiten. Der Vorhang ist dem Andenken der Eltern des Spenders: Salomo (geb. 1741 und gest. IS. 2. 1802) und Mirjam (gest. 1S11) gewidmet. (Näheres über die Familie Holscbau siehe: Heppner "„Stamm-Numerarten" im Bresl. Gem.-Bl. 1925, Nr. 5). rl ’) Diese Gesänge sind in Fürstenthals «icxen Breslau 1829, S. 12C—141 abgedruckt.! I » ") Geb. 1780, kam in; den ersten Jahren des vorigen 3ahrh. nach Breslau, war vereid. Dörsen-Sensal und Stadtverordneter und starb am 17. Adar I. (343. Er beherrschte meisterhaft die hebräische, deutsche und französische Sprache, und seist liter. Nachlaß wurde von seinem Schwiegersöhne Hollaender im 3ahre 1850 herausgeHeben (Breslau). ") Dafür wurde sie 2 mal gedruckt: zuerst bei Löbel Sulzbach und Sohn, Breslau 1829 (Stadtbibliothek) und dann in dem, Anm. 9 erwähnten „Liter. Nachlaß", herausgeg-! von 3. Hollaender, Breslau 1850, 165—130. ") War der Vater vost Drof. Herrn. Cohn (Augen-Cyhn) und Großvater de» Schriftstellers Emil Ludwig. Sowohl Löbel Samuel als auch Prof C. waren Mitglieder per „Gesellsch. der Brüder." ") Geb. 10. I I. 1838 ist Kenese (Ang.), war der Sohn eines Kleingrundbesitzers und mütterlicherseits der Enkel des am II. II. 1846 in Palota (Ang.) nach 38 jähri- Amtstätigkeit' daselbst vexst. Rabbiners Wolf Chajes; er war ein Schüler! des p'v OT*na (Mos. Schick in St. Georgen), des ”icic ans (Sam. Wolf Schreiber in Preßdurg) und des Dr. 3»rqel Hildesheimer in Eisenstadt. Mit 18 3ahren erhielt er die „Morenu", maturiert« in Wien und stud. in! Berlin und Leipzig, woselbst er sein Doktor- Exomen bestand. 3n Breslau amtierte er von 1887 bis zu seinem Tode (5. 3. 1921), vorher 19 3ahre in Beuchen O.'S. ") War Rabb. in Sohrau O S, dann Stiftsrabb. in Lissa (Pos.) und von 1901 bis zu seinem Todtz (4. I. 1913) stellvertr. Rabb. und Religions- Lehrer in Breslau. |! 1S) Geb. 1818 in Nitolsburg (Mähr.), 50 3ahre in Breslau und hier gestvrb. am 27. 2. 1892, war ein „gottbegnadeter Kantor und gefeierter Lieder- und Oratoriensänger^ ein tüchtiger Hebraist und ein feinfühliger deutscher -Schriftsteller, ein gewandter, genialer Komponist und nicht minder ein hellsehender, objektiver Beurteiler ftemder Musikprodukte." (Friedmann „LebensbiÜ». berühmt. Kant.? Teil I, S. 44). ") Geb. 1833 in Karelitz(Rufl.), kam 1870 nach Breslau und amtierte zuerst in der Synag. der 2. ^5rüd.-Ges. und dann, seit 1873 im „Storch." Er starb am 24. Dezemb. I903;jsein Sohn ist der Berliner Maler liugen Spiro. ,7) Geb. 1852 in Fdunskawple (P> von R. Simcha Rehfisch die „Mo:enu", KaMor, dann in Gleiwitz und!ffotibtz amtierte hier bis zu seinem Todx /i2. Teil 3, S. 45).! ol.), erhielt schon in jungen Führen war zuerst in 2 kleinen (Seme; >r, kam 1895 noch Breslau u Fcbr. 1917). (Friedmann, a nden td O. Ob.-Rabb, S. Tiktin Acdenftchcnd: Rabb. Or. Ferdinand Rofenthal wie Vergangenheit unö Zukunft Eine NL2 -Betrachtung ^>on Rabbiner S i in o n s o h n Wohl keine Gemeinschaft hajt ein so gutes Gedächtnis wir Juden. Das unsrige erftreckt sich über vier Jahrtausende: es reicht bis zum Ursprünge! des!Volkes Israel zurück, ja, noch darüber hinaus! Jahr um!Jahi begehen wir unser Geburtsfest, den Auszug aus Aegypten, gedenken wir, wenn der i enz in die Lande zieht, den Winter vertreibend, der Gottestat, die einstmals uns den Lenz g« bracht. Glück und Freiheit, tem eisigen. Winter der Knechtunz. dtr so lange gewährt, ein Ziel setzend. Und wir halten die e Erinnerung für so wichtig,!>aß wir im Familienkreise an mseten Seder-Abenden sprechen: Wären, wir auch allesamt >uf den.Höhen, der Weisheit. Ser Würde und Ehre angelangt wir würden dennoch die Pfl cht empfinden, des Auszuges au; Aeuyptxn zu gtdenken. 'Wieniel haben wir.seit jenem 15. Nisanverlebt, Gutes und mehr noch Böses — und nichts war imstande, den Gedanken an die Stunde der Befreiung.zurüc zudrängen, an jene Tat, die ivir so ganz als Gottestat empfinden, von der wir uns bewußt si rd, daß uns keinerlei Verdienst darcfn zukommt.. Ein Volk, iias mit so starkem Gedächtnisse — nicht für seine Leistungen, n< in. für seine Schulden ausgerüstet i einen Grunde als ein Kultur solk denken oder zu denken vorgeben, was sie wollen! Allein geschichtlicher Sin r, so Gefahren. Er kann den dann t, darf sich schon aus diesem ansehen, mögen seine Feinde wertvoll er ist, hat auch sene Au »gestatteten so in seinen Bonn die Vergangenheit lebt rnd Nun — dafür, daß wir per schlagen, daß der nur noch für Gegenwart und Zukunft ver; ißt. Gegenwart uns erinnern n üßtqn, hat unser Schicksal immer Sorge getragen, das uns alst zeit zu kräftiger A.bwehr genötigt hat. Daß wir aber die.Zukunft^mcht aus dem Auge verlörm, dafür hat das Judentum geso gt, das gerade auch am Feste i »er Befreiung unfern Blick auf l ie Zukunft gelenkt,"nicht auf )ie eigene, sondern auf die der ganzen Menschheit, als deren Schrittmacher wir uns fühlen lernen sollten.- So"weiß der Prophetenabschnitt des letztest Peßachtages. uns für die me fianische Zeit zu begeistern, für jene Zeit, da die Menschen it re Schwerter zu Pflugscharen und ihre Lanzen zu Winzermesse rn umschmieden, da kein Volk gegen das andere das Schm;« führen wird und sie den Krieg nicht erst mehr lernen werd<n. Diese Zeit haben wir Juden ifnmer herbeigesehnt, und sie un so inniger herbeigesehnt, je wertiger die Gegenwart ihr zu entsprechen schien. Und muß nicht die Tatsache allein, daß auf -, ■