Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 6 (1929)
- Issue
- 1 (1.1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Ar. 1 Drestauer jüdisches Gemeind,iblati in a n n die Notwendig Friedhof Cosel und be forderlichen Kosten von Friedhofsinspektor Piestes von jüdischen Arbeitslos des Friedhofes Lohestraße der Leitung von Herrn steiges Wallstraße 7, für die Jnstandsetzungsarbeiten Antonienstraße 6, die Zuschüsse iür die Instandsetzung der Stiftungshäuser der Caro-, Go thklf« und Wollenbergstiftung. Die Versammlung nimmt flirirnr Kenntnis von dem Bericht über den Einbruch im Wohlfahrtsamt, bei dem' Schaden nicht entstanden sei, da bares Neld stets im Tresor aufgehoben werde. Außerhalb der Tagesordnung begründet Herr H o f f - eit weiterer Planierungsarbeiten auf eiantragt Bewilligung der hierfür eirund 1500 Mk. Die Arbeit wird Herr unter vorzugsweiser Beschäftigung ausführen. Auch die Erweiterung >urch das Terrain Rohde sei unter Friedhofsinspektor Mareuse durch jüdische Arbeitslose zu isns^rer vollen Zufriedenheit hergestellt worden. Im Anschluß daran! bemängelt Herr Kober den schlechten Zustand des Ishc usseeüberganges vom Eingang des Friedhofes Cosel nach her Vorstand sagt zu, sich ipit Windung zu setzen. In der G e h e i mle u über das Wohnungsgeld Frontsoldaten die Forderunx Jetzt, kurz vor seinem zehntes» allmählich praktische Gestalt. Am 24. November 192J8 pb «ine große Kundgebung anläßlich bunbes für jüdische' Siedlung Auditorium sprachen sich die und aller Parteien freudig [uni Deutschland aus. (Der Reichst»! 11 eine Massenmitgliedschaft t»«ji d, i der neugegründeten Siedlu die anfangs erforderlichen Sachverständige der jüdischen Wartehalle der Straßenbahn. Ter der Straßenbahndirektion in Ver- Sitzung wird die Beschlußfassung der ledigen männlichen Beamten dem Etatsausschuß über niesen, ferner ein Gnadenbezug geregelt. Schließlich beschließt die Versammlung über die für den 70. Geburtsta; »on Herrn Geh.-Rat Goldfeld, der. sich inzwischen entfernt Hütte, zu veranstaltenden Ehrungen. Avril k zur Scholle rchch Siedlungsland in Deutschland erhoben»' tiftungsfest, gewinnt diese seine Forderung leitete die Kundgebung mit!einem erläuternden Dortrage ein, dessen Ge-i dankengang am besten sein tehender Aufsatz wiedergibt. des» last gewerbetreibenden und trifft damit wirtschaftliche Antisch Angestellten und stellung ju. On den Provist der Genossenschaften Auch der jüdische leiden.!>nd Kleinhch nders die mitiemus jüdische 3 uMcr als selbständigen Wirtsch, Ouden. Der immer mehr aggi »er! rängt iV» steigendem Mas e w -rber leider zu oft gar nicht -re zen mit stark a> den selbsjänil! Handwerker [ ha -aftsfaktor qus fessto werdende die jüdischen mehr zur Ani^rarischeni Einschlag, vernich b »gen jüdischen Kaufmann unter diesen Entwickln!» y et die PilduNg und Händler, stendenjcn,zu Durch die Oudengesetzgebi mg und durch die Oudenverfolgungcn im t sistd die Ouden vom Landbesitz ausgeschlossen her Bauern geivesen sind »ind Thora und mit der Scholle dartun. Nach dem Kriege Mittelalter bis in die Neuzc! »»»orden, obgleich sie Don alt Gebete die enge Derbundens hat gleich den christlichen Froiitkämpfern auch der Reichöbund jüdischer ranstaltete der Frontbund im Herrenhausa der Gründungsversanimlung des „Reichst , n Deutschland". Vor dem dicht besetzten rtpeter aller großen jüdischen Organisationen rückhaltlos für die jüdische Siedlung ich nd für jüdisch« Siedlung soll, dabei durch m geringen Oahresbeitrag von 1,50 Mark sgejellschaft „Jüdische Landarbeit, S. m. d. p." usc »üsse verschaffen.) Der landwirtschaftlich« Siedlungsgesellschaft, Güterdirektor Dyk, Jur Frag« der Siedlungsbestrebungen. Es dürfte heute wohl stnb-stritten sein, daß die Ouden sich zur Land-' »virlschaft und zum Gartenbau e benso eignen, wie zu irgendwelchen anderen Berufen. Ohre alte Befähigung als Dauern, Weingärtner und Diehzüchter haben sie niemals eingebüß^u» b unter den denkbar schwierigsten Verhältnissen, wie in Argentinien, Pal lstina und neuerdings auch in Rußland bc- »vähren sie sich in der Massenkc Ionisation. Sind für diese Länder Motive, ' wie größte wirtschaftliche Notlag - oder starker nationaler Odealismus Beweg-?■ gründe des Erfolges, und für di!' Verhältnisse in Deutschland scheinbar nicht maßgebend, so beweisen sie [dock für jeden Fall, daß unter bestimmten Bedingungen diese Eignung bei dm Ouden vorhanden ist. Welche Voraussetzungen sind nun zur Zeit ist De »tschland gegeben, um die Annahme berechtigt --erscheinen zu lassen, daß auch hi:r jüdische Menschen in Verbindung mit der SGolle gebracht, sich als Bauer» und Gärtner bewähren werden? Auch in Deutschland sinn es in erster Reihe ideelle Motive, »velche besonders die Ougend, und! be timmt nicht die schlechteste, zum landwirtschaftlichen Berufe drängt; das Streben, dem Grohstadtpflaster zu entrinnen, wieder Zusammenhang mit den Boden und der Natur zu gewinnen und sich so physisch und psychisch auf an>ere Art auszuleben, als die myderne Stadt mit ihrem ewigen Hasten und Oagen nach Erwerb und Vergnügen, ihrer Unruhe und ihrem ewigen Auf und Ab jedem es aufzwingt. Diesem Streben der Ougend schließen sich m»s Gründen der'vernunftmäßigen Ueberlegung und aus gefühlsmäßigen Grün )en die Erwachsenen und Erfahrenen unter uns an; und zwar aus den» M >tiv, unsere Volksgruppe nicht körperlich und seelisch degenerieren zu lasten, betrachten sie als wichtigste» Wittel außer Sport ur»d handwerklicher 3 lrbe t in der Stadt die berufliche Betätigung auf der Scholle. Neben diesen E rün >en sind es solche rein praktischer Erwägungen, die Veranlassung geben, di; S edlungsbestrebungen von Ouden in Deutschland zu fördern und in steij entem Maße zu verwirklichen. Die ökonomische Lag« dei berufstätigen Ouden in den Städten ist zur Zeit, wie allgemein bekanni, eine recht schwierige. Di« modern«! Entwicklung ^um Warenhaus, Konzern »nd; ur Trustbildung schaltet allmählich den Klein- On dieser wirstchaftlichen Sit liativi», die sich immer mehr zu ungunstbn der Juden verschlechtert, werde« di; Ouden allmählich prvletarisicrt. Demgegenüber ist der selbständige Stand des auf eigener Scholl« wirtschaftenden Bauern und Gärtners vielleicht die einzige Rettung. Dagegen sprichst nicht die derzeit»üngünsfige Lage der 'Landwirtschaft in Deutschland, d!p eine vorübergehende seist muß, wenn nicht die ganze Wirtschaft zusammenbrcchpn soll. Ebestso geben politische Mptii« begründeter» Anlaß, jüdisch« Siedlungen in Deutschland durchzuführen. I Er kann nicht eine ganze Volksgruppe fridi- »villig oder gezwungen sich einem Produktionsziveigc, das ist der Lar dwrrtschaft, entziehen oder sich aus jdicfer verdrängen lassen/ wenn sie im staafsbürgerlichsn Sinnes für sich die Z eichen Rechte »ind Pflichten in Anspruch' nehmen.! [ . Der Einwanh, daß die bä»>erliche Betätigung den cntcllcktu, ll rtgsamcn Ouden nicht befriedigen kann, muß als überwunden gcltkn. Heute muh auch auf der kleinsten bäuerlichen Stelle der wirtschaftliche und tccbnische Fortschritt in der Organisation und in der Betriebsführung in 2 .u- »vendung gebracht werden, »fenst sie erfolgreich und rentabel gestalt t »»-erden soll. i . ■ ' Ebcnfv Hot cs kein Mensch niehr Nötig, auf dem flachen Lande za „verbauern"! Radio, Theater, Kino,[ Telephon, modern« Transportmittel » nd gute Straßen ermöglichen cs »ich best» im entlegensten Dorfe Woh! >end ni, sich weiter zu bilden und ein getclliges Leben zu führen. Oede mode ne Siedlung »st Gruppensiedlung» nd schützt vor Vereinsamung und Abson >eru »g. Voraussetztina einer' erölgreichen Siedlungsiätigkcit ist da- V»rhandcnsein beruflich qualifizierter Siedleranwärter. Schon bei der Apswchl deutscher Siedleratzivärter ist äs Pflicht jedes offiziellen und private»» S! -dl»»ngsuntcrnehmenst, diesen ustd [seine Angehörigen auf ihre Sieblun;seignung zu prüfen, Dies geschieht am besten in der Weise, daß »»an! en zukünftigen Siedler mit seinen Airgehörigen auf einem zu Sicdlungsziv«,!cn bestimmten Gut al» landwirtschaft ichen Arbeiter beschäftigt und so die Möglichkeit hat, ihn und seine Familie auf Ihr« berufliche Eignung und ihre w rtschaftlichcn und menschlichen C uglitätcn zu prüfen. Dies muß bei jüdisc>en Landlvirten und Gärtnern ui» sc mehr geschehen, als »vir ja am Deg nn' bäuerlicher Neusiedlungen in Deutschland stehen.; Es sind allerdings derer s i» Deutschland eine große Anzahl jun, er, jüdischer Landwirts und Gärt »er vorhandel». Sic haben ihre Lehrzeit, »uf Lchrgütern, »vie Zlhlem, Mess ngwerk. u. a. n»., absolviert, auf Grohgüchrn und auf bäuerlichen Besitzunge i gelernt und haben sich dann in mehrjähriger Praxis als Gehilfen, Gutsbeai ntc und Eärtirer betätigt. Ebenso haben sich in Deutschland jüdische Mädä-en! in diesen'Berufen ausbildcn lassen und haben sich als Praktikantinnen[bewährt. Wir haben es also nicbl nötig, etwa mit Laien zu beginnen, sondsrif können aus diese»« zun» Teil prächtigen MenschcniNateriol unsere erstestSiedlungsamvärter heranziehen. Für diese, die bereits mehrere Oahre praktisch gearbeitet und sich bewährt haben, besteht ja auch die Notwendigkeit, zu einer elglnen Betricbsstätte zu gclanghn. Denn trotz aller Fähigkeit«« finden sie schwer passende Stellungen und Nöck» schwerer Dauerstellungen und in, Kampf [um diese »reiben sic trctz aller Liebe zur Scholle leider oft genug mütst und rrürbctrd so z» M Verlassen des ihnen liebgewordcnen Berufes-gezwungen/ ° , Es darf vielleicht in dicicm! Zusan menhange auf einige Betriebe hingewiescn »rcrdcn, auf denen jüdische Lcnbwirte und Gärtner zur Zufriedenheit der Besitzer und Gutsleistr arbeiten. Ein Betrieb In der Rälje Pen Eotibusw'nd rr« einem jüdischen Onspcktor und seiner Frau bewiitsä-ostet. Z»»-ci jüdische Praktikanten werden dariernd als landwirtschaftlich, Arbeiter beschäftigt, ebenso zivei Lehrlinge, von denen einer vor kurzem fei fl« Lehrlinesprüfu.ng vor einer Prüfungskommissien der Landirirtschasiskeinmer mit gutem Zeugnis bestehen konnte. Außerdem arbeiten hier wäneid her Scnwermonate mehrere jüdische Praktikanten. Ein Gut, etna 50 tzilcr»et!r rcn Berlin entfernt, wird ebenfalls von einem jüdischen Landwirt geleitet. Seine Freu besorgt die Haus-, Hof- und Diehwirtschaft. Hier sind fei ner ein jüdischer Eärincrgehilfe, ein älterer Praktikant und zwei jüdische Les klinge beschäftigt. Mit der Ontenjivierung des Betriebe» und cher hier m» fEnistehen begriffriren Grvßgärtnerei sollen^ immer mehr jüdische Praktikanten und. Lehrlinge Beschäftigung finden. Eine frühere Domäne ist der Nähe von Oranienburg, die für Siedlungszwecke bcsstmmt ist, und die, nrxh mehrere Oahre als Großbetrieb belvirtschaftet wird, hat seit echt Oohrbn immer einen jüdischen Feldbeamten angestellt, dessen Wirtschaftssunkliost größten Fleiß und starkes Verantwortungsgefühl verfangt. , i Auf einem 4CC0 Morgen! grqßen Gute bei Trebbin beschäftigt der jüdische Bösiher seit etlichen pabren-einen jüdischen Beamten und mehrere jüdische Arbeiter, mit testen ^r sbht zufrieden ist. Für die hier angesührtqn Beispiele stehe ich mit derr Adressen der Bei sitzer zur Verfügung und bin [gern bereit, nech weitere Auskünfte zu erteilen und ernsthhft Interessierten auch die Möglichkeit zu geben, eine Besichtigung! dieser Betrieb« vorzunehmem [ ' Die Lehrlinge und Ptranikanten, die auf best obengenannten und anderen Gütern ihre Ausbildung erhalten, müssen auf «in Siedlungsgut