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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1928-12-01 · 12 (12.1928) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
5 (1928)
Issue
12 (12.1928)
Date
1928-12-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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:it. 12 Breslauer Jüdische» ©emelnfceblaff 211 1* .» Jüdische Tuberkulose-Fürsorge Beratungsstelle Mittwoch Gartenstr. 20 6—6 Ukr die Soziologie der jüdischen Familie heute. Mich drängt es. genau zu wissen, welchen Anteil haben wir deutschen Juden an den deutschen und europäischen Kulturleistungen auf künstlerischen, wissenschaftlichen, sozialen, philosophischen merkantilen, kurz in allen schöpferischen Gebieten? Wer kann mir darüber Bescheid geben?" In einem weiteren Aufsatz spricht Verwaltungsdirektor Dr. Rechnitz von der Entstehung des jüdischen Museums, an dem auch die nichtjüdische Oeffentlichkeit. bereits ein großes Interesse mmmt. Im Breslauer Schloßmuseum wird die neue Gründung, dank des Entgegenkommens des Magistrates und der Museumsleitung, langsam aufgebaut. Schlesien als Völkerbrücke vom Osten nach Westen hat! naturgemäß in seinen jüdischen Kunstschätzen ganz besonders die Möglichkeit, Gegenstände zu finden, die den Einfluß der verschiedensten Kunstkreise aufzeigen. > Schließlich spricht noch Prof. Dr. Grotte von dem, was das neue jüdische Museum enthalten soll. Zwei Hauptgruppen wird es aufweisen, eine rein geschichtliche und eine kunsthistorische. In Drucken, Bildern, Kaufverträgen, Schutzbriefen. Judenquittungen, Familiendokumenten und königlichen Erlassen wird es das Ringen der schlesischen Juden um ihre Heimat zeigen. Der zweiten Gruppe des Museums werden kunsthistorische Gegenstände ihren Platz finden: Erzeugnisse künstlerischen Gepräges für den kultischen Dienst in Synagoge,und Haus. Hierher gehören kostbare Silbergeräte, wertvolle Keramik, Gläser, Zinn, Messing, sowie Gegenstände ifi Textilarbeiten. Inkunabeln und Gebetbücher mit ihrer reichen farbigen Ausmalung werden das Interesse der Besucher wecken. Alle kleineren jüdischen Ausstellungen, die im Anschluß an große Ausstellungen der letzten Jahre der Oeffentlichkeit zugänglich gemacht worden sind, haben gezeigt, welch' besondere Anteilnahme -die nichtjüdische Umwelt unseren sichtbaren Kultgegenständen entgegenbringt. Mag dies auch oft nur auf oberflächlicher Neugier geschehen, mancher bekommt doch aus dem Sehen der Dinge einen Einblick, der ihn in seiner ganzen jStellung zum ^Judentum beeinflussen wird. So wird an seinem Platze das neue jüdische Museum segensreich für unsere Gesamtheit wirken. ' , Nachschrift der S ch r i s t l e i t u n g. Die Ausstellung! „Das Judentum in der Geschichte Schlesiens", deren Eröffnung im Städtischen Kunstgewerbemuseum in Breslau, Graupenstraße, für den 20. Januar 1029 in Aussicht genommen ist, wird Ostdeutschland etwas völlig Neues bieten. Der E. B. .^Jüdisches Museum" bemüht sich, von hiesigen und auswärtigen Museen, vom Staatsarchiv und Stadtarchiv, von dem jüdischtheologischen Seminar, der Synagogengemeinde und dem Gemeindearchiv, sowie von Privatleuten alle Kunstgegenstände und Dokumente als Ausstellungs-Leihgaben zu erhalten, die für die Geschichte der Juden in Schlesien und den angrenzenden Gebieten von Wichtigkeit siillk. Das große Publikum wird hierbei vieles zum ersten Male im Original. zu sehen bekommen, was bisher überhaupt nicht oder nur in mangelhaften Nachbildungen und Auszügen veröffentlicht worden ist, darunter Unica von unschätzbarem'Wert. Ein von hervorragenden Fachmännern sorgsültig ausgearbeiteter Katalog, ein Werk von bleibendem wissenschaftlichen Wert, wird jeden Gegenstand kunstkritisch und historisch würdigen. Die museale Oberleitung liegt in den bewährten Händen des Direktors.des Schloßmuseums Prof. Dr. Hintze, der von dem-Direktor des Kunstgewerbemuseums, Prof. Dr. Seger, dem künstlerischen und dem wissenschaftlichen Ausschuß des Jüdischen Museumsoereins unterstützt wird. Körperschaften und Privatpersonen, die geeignete Ausstellungsgegenstände sreundkichst zur Verfügung stellen wollen, werden gebeten, dies mit kurzer Beschreibung des Gegenstandes baldigst dem Borfitzenden des Muscumvereins, Herrn Max Silberberg, Landsbergstraße 3, mitzuteilen. A Gertliche, nachgehenöe Echolungsfürsorge für Kinder Das Landesjugcndamt der Provinz Niederschlesien hat vom 2. bis 12. Mai d. I. eine Schulungswoche für nachgehende örtliche Erholungssürsorge für Kinder im Volkshochschulheim Boberhaus in Löwenberg >. Schl, veranstaltet. Da der Jüdische Frauenbund in diesent Sommer eine planmäßige örtliche Erholungssürsorge einzurichten beabsichtigte, wurde ich als für diesen Zweck angestellte Hortnerin vom Jüdische» Frauenbund und dem Jüdischen Wohlfahrtsamt zu dem Kursus entsandt. Der Sinn der Schulungswoche war, die pädagogischen pnd hygienischen Kenntnisse der Fürsorgerinnen ausdiesem. Spezialgebiet zu erweitern und zu vertiefen. Ter Lehrgang brachte Anleitungen isn leichten technischen Beschäftigungen dir Kinder, in dem zarten Körperzustand angepaßter Gymnastik und im Singen. Wertvolle Referate von Fach- I rüsten wurden gehalten, über Hygieiie in der nachgehenden Fürsorge und sachgemäße. Ernährung, scrmr über Finanzierung, über Beranstaltung von Elternabenden und Festen und por allem über pädagogische Fragen mit besonderer Berücksichtigung der;Sexualerzrehung. An die Referate' schlossen sich ausgiebige Diski ssionenj . . Fürsorgerinnen der ve schiedeysten Richtungen und Konfessionen wurden während dieser Woc>e in dem schönen Haiise in gemeinsamer Arbeit zu gemeinsamen Zielckn. vereinigt, es war ein Beisammensein in schönster Harmonie, ganz daz i angetan, etwa bestehende Gegensätze auszugleichen. Der Kursus <bot rein menschlich und sachlich eine wertvolle Bereicherung. -Die Anregungen, die ich dort'empnng, sind im Lause des Sommers in der örtlichen .Erl olungsiürsorge des Jüdischen Frauenbundes, die aus dem Gartengrundstück des Krieterner Kleinkinderheims eingerichtet worden ist, bereits so weit almöglich und mit den besten Erfolgen in die Tat umgesetzt worden.. . . i Der Jüdische Frauenbund baute aus dem Gelände des Kseinkinder-. heims eine Liegehalle, dix et va 13 bis 20 Kinder.fassen konntb.'-Unsere Arbeit begann um VA Uhr an 5 i Nachmittagen in der Weiche. Wir' sammelten die besonders gesundheitlich gefährdeten Kinden. diä entweder nach bereits gehabter Erbolu igszeit in Heimen noch dringend öiner nach, gehenden Gesundheitssürsvrgi bedurften oder solche, die ans irgendeinem Grunde überhaupt nicht in Erholung geschickt werden konrsten. Bei gutem Wetter lagen die Kinder ausgekleidet auf LidgeftühleN (horschristsmäßiges Weimarer Fabrikat oder auf Decken im Freien, bei usgünstigem Wetter in der Liegehalle. Sie machten dort etwa 1 bis l'-l Stunden Liegekur. Diese Ruhezeij d> rste durch nichts unterbrochen werden, was den Erfolg hatte, daß der crößte Teil der Kinder fest einschlief. Nach dieser Ruhepause wurde! Besper gereicht, die cn»s reichlich Milch und Buttersemmeln bestand. De nn wurde leichte Gyimrastik gettiebew die Kleinen spielten in der Sändkiste, während die Großen ihre Schularbeiten machten. Zum Schluß churten Bewegungsspiele gespielt und^ gesungen. Geschenke, wie Sie Ihnen in .bekannter Güte, reichster Auswahl u. unübertroffener Preiswürdigkeit unsere reich illustrierteWeihnachts- Preisliste zeigt. Verlangen Sie sofort kostenlose Zusendung. L E l N EN WAUS. BRESLAU .JVlUco&ilstrJ2-76 Ecke Heweosfr

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