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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1928-11-01 · 11 (11.1928) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
5 (1928)
Issue
11 (11.1928)
Date
1928-11-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Nr. 11 PT 190 Stolaaet I ü dischs» Gemeiadeblalt I Als Nachfolger fit Herrn Martin Fraenkel in seinem Amte als zweiter stellvertretender Vorsitzender der Gemeindevertretung wählt diese ljntt sämtlichen abgegebenen 18 Stimmen ■ Herrn Tr. Schlesinger, der die Wahl mit Dank annimmt. Der Antrag des Vorstandes, die Prämien für die Chor- 1 knaben der Alren Synagoge von 2800 Mk., die im Etat vor-! gesehen sind, äuf 4300 Mk. wegen der Verstärkung des Chors j zu erhöhen, wird aufjden Bericht des Herrn Kober ohne! Aussprache angenommen. | lieber die nächslä Vorlage, dem Jüdischen Schwesternheim in Breslau zur Deckung des Fehlbetrages im Rechnungsjahre 1927 einss einmalige Beihilfe von 50-0 Mk. zu bewilligen, berichtet eingehend Herr S.-R. Tr. Hyrn. Der Wegfall der Zinsen aus den Fonds, der Rückgang der Beiträge durch die schlechten Wirtschaftsverhältnisse und die Zunahme der unentgeltlich jzu pflegendenden Unbemittelten haben, den Fehlbetrag vyn 5000 Mk. verursacht: Künftig würde man solchen Fehlbeträgen tzurch die Neuregelung des Verhältnisses zwischen Schwesternh^im und I. K. V. A. Vorbeugen können. Der B. E. empfiehlt! mit Rücksicht auf die segensreiche und notwendige Tätigkeit i des Schweftcrnheims die Bewilligung, die auch ausgjesprochein wird. i Direktor I Sander erstattet Bericht über den vorn Vorstand zur! Genehmigung vorgelegten Vertrag zwischen dem Verein „Synagoge zum Tempel" uno Herrn Elkan Weiß, dem Eigentümer des Tempelgrundftückes. Die Synagoge war ihrem Zwecke nur zu erhalten, wemn der Verein eine monatliche Miete von 150 Mk. zahle. Um den Synagogen- Verein hierzu in die Läge zu versetzend verpflichtet sich der Vorstand vom 1- Juli 1928>ab, die Subvention von 2000 Mk. auf 3000 Mkl. jährlick zu erhöhen. Ter Vertrag enthält die nötigen Kautelen, daß die.Miete tatsächlich gezahlt wird, und die Subvention nur zu zahlen ist, solange das Grundstück in der bisherigen Weise als Synagoge dient. Auf Empfehlung des B. E, wird der Vertrag genehmigt.! lieber-den Gebührentarif für das lkrweiterungsfeld auf dem Friedhof Lohes raße berichtet Heir J.-R. Kali sch. Er hält die Gebühren zwar für ziemlich hoch, aber durch die vorgelegte Rentabilitätsberechnung, über die man im einzelnen rechten könnte, für geboten. Herr M. H offmann vom Vorstande erklärt, daß lediglich die Vorbriegspreise für Lohestraße eingefeyt. sind. Ter Gebührentprif wird daraufhin angenommen. ' i Herr R.-A. S p Utz erläutert den Antrag auf Ausschlagung des GrabpflMelegatsj.der am 30. 6. 1919 verstorbenen Frau Rosamunde Lar wegen unzureichenden Nachlasses und den Antrag auf Ausschlagung der vom verstorbenen Kaufmann Richard Lelsxer ausgesetzten Legate zur Unterstützung jüdischer Wöchnerinney und zjur Errichtung eine» - Freibettes bei der I. K. V. A. wegen eingetretenen Vermögensverlustcs der überlebenden Witwe.! Beide Anträge wärden auf Empfehlung des B.i E. genehmigt. . Des weiteren wird das von den Erben der verftorb. Eheleute Benno Silberberg und Frau Johanna geb. Fischer errichtete Griabpflege- und Kaddischlegat von.1000 Mk. auf Bericht von Herrn Fritz G o l d s ch m i d t angenommen. Ueber den ausführlichen Berwaltungsbericht referiert der Vorsitzende, Herr J.-R. P e i s e t.1 Genehmigt werden: die Schenkung der Frau Rosalie Breslauer in!Höhewon 1000 Mk., die, nach Abzug der künftigen Beerdigungskosten, an fünf bedürftige Witwen verteilt werden sollen, die Auffüllung der Adolf und Fanny Bergstein-Jahrzei^-Stiftung! mit 200 Mk. durch Herrn S. Bergstein, Lohestraße 64, dije Annahme der Erbschaft der am 14. 7. 1926 verftorb. Witwe Johanna Reichert, geb. Friedeberg, zu wohltätigen Zwecken mit den" von der Regierung auferlegten Abfindungen, die' Auffüllung der Ludwig Herrnstadt-Jahrzeit Stiftung mit 1200 Mk. durch den Stifter und der Beitritt der Gemeinde zur „Gesellschaft für jüdische Familienforschung" in Berlin. Bewilligt werden: die Beihilfe für den Hilfsverein für jüdische Nerven- und Gemütskranke E. V. in Köln von 100 Mk., die^Erhöhung der Vergütung für die Minjanleute der Alten Synagoge für die Verpflichtung, auch an, Abendgottesdienste teilzunehmen, die leihweise Ueberlassung der angeführten, nicht mehr verwendeten Kultusgegenstände an den Jüdischen Museumsverein, die Beihilfe von 100 Mk. für die Erholungsfürsorge der Jüdischen Volksschule und die Beihilfe von 200 Mk. für den Verein zur Speisung armer Israeliten in Breslau. Dagegen wurden die Beihilfen für das Jüdische Lehrerseminar in Köln von 300 Mk. und für das Büro für Schachtschutz in Berlin von 200 Mk.-auf Antrag des B. E. nur mit der Maßgabe bewilligt, dass diese Beihilfen letztmalig sind, weil diese Institute vom Landesverband oder dem neu gegründeten Reichsverband zu unterhalten sind. Ferner' nimmt die Versammlung Kenntnis von dem Schriftwechsel mit der I. Ä. V. A., aus dem besonders hervorzuheben ist, daß die hierorts ansässigen unbemittelten jüdischen Patienten ohne Unterschied der Staatsangehörigkeit unentgeltlich ausgenommen werden, und daß in Zukunft für die vom Jüdischen Wohlfahrtsamt dem Röntgeninstitut (Nathan Littauer-Stif« tung) überwiesenen Patienten Gebühren nicht berechnet werden sollen. Dabei bemerkt der Vorsitzende noch ausdrücklich, daß die in der letzten Sitzung eingesetzte Kommission der Gemeindevertretung in die Rechte des Gemeindekommissars oder der I. K. V. A. nicht eingreifen, sondern im Gegenteil das freundschaftliche Zusammenarbeiten zwischen der I. K. V. A. und den Gemeindekörperschaften fördern soll. Ferner nahm die Versammlung davon Kenntnis, daß auf Friedhof Cosel eine Waschküche und ein Sargmagazin durch 'einen Altbau an das bestehende Klosettgebäude geschaffen worden ist, da beide Räume unbedingt erforderlich waren. Gleichzeitig ist eine frostfreie Klosettanlage geschaffen worden durch Einbau einer Warmluftheizung. D,e Gemeindevertretung bewilligt nachträglich die Arbeiten und die hierfür aufgewendeten Kosten von 4106,85 Mk. Bei der Bekanntgabe, daß dem Jüdischen Turn- und Sportverein Bar Kochba zum 12. Turntage des Deutschen Kreises des Makkabi-Welt-Vcrbandcs ein Preis mit Widmungsinschrift gestiftet worden ist, bittet Herr Reg.-Rat Marcus, unter Hervorhebung der Leistungen des Vereins, der durch Zusammenlegung der beiden früher getrennten Vereine an Stoßkraft gewonnen habe und nach Schaffung eines eigenen Sport Platzes erhebliche Mittel braucht, die Differenz zwischen dem Gesamtbeträge der früher beiden Vereinen gewährten Beiträge und den jetzt an den neuen Verein gewährten Beitrag diesem zuzubilligen. Herr Geh.-R. Goldfeld erwidert, daß ein entsprechender Antrag vom Vorstande abgelehnt worden sei, weil die im Etat vorgesehenen Beihilfen nicht in, Laufe des Etatsjahres geändert werden sollen, stellt aber anheim, bei der Beratung des neuen Etats entsprechende An träge zu stellen. Ter Vorstand inacht ferner Mitteilung, daß der bisherige Hilfsreligionslehrer Wesel als hauptamtlicher Religionslehrer bei der Rel.-Unterr.-Anft. II auf Privatdienstvertrag angestellt worden sei. Herr Freundlich vertritt den Standpunkt, daß die Gemeindevertretung hierzu vorher gefragt werden müßte. Herr Geh.-Rat Goldfeld verweist ^auf 8 60 der Gemeindesatzung, wonach nur zur .Anstellung eines Beamten ein Gemeindebeschluß erforderlich sei.' Uebrigens könne die Gemeindevertretung die Anstellung nachträglich beschließen. Ter Vorsitzende tritt der Ansicht von Herrn Freundlich insofern bei, als die Gemeindevertretung bei Angestellten, die später möglicherweise Beamte werden könnten, vorher gefragt werden müsse. Auf seinen Vorschlag wird die Anstellung des Herrn Wesel nachträglich genehmigt. Ter Vorstand gibt ferner davon Kenntnis, daß er den, Ersuchen der Gemeindevertretung, das volle Wohnungsgeld auch den männlichen ledigen Beamten und Angestellten zu gewähren, nicht stattgegeben habe, weil die für die Ausnahmestellung der Damen vorliegenden Gründe bei den Herren nicht vorhanden seien. Hierbei stellt Herr Freundlich fest, daß der Vorstand trotz zweimaligem gegenteiligen Beschlusses der Gemeindevertretung an seiner Ansicht sesthaltc. Er bestreitet die Gründe, die der Vorstand hierfür angebe.

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